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Eine Quadrillion und Zweihundert Septillionen

Aktualisiert: vor 22 Stunden

Anmerkungen zur jugoslawischen Hyperinflation Anfang der 1990er Jahre

Nach dem Tod des autokratisch regierenden Staatspräsidenten Josip Broz Tito [* 7. Mai 1892 in Kumrovec; † 4. Mai 1980 in Ljubljana] begann im Verlauf der 1980er Jahre die „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“ auseinander zu fallen. Vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise und schleichender Entlegitimierung des politischen Systems wuchsen die ethnischen Spannungen, sodass sich seit 1991 sieben selbstständige Staaten auf dem Gebiet Jugoslawiens bildeten: Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo und Mazedonien. Begleitet wurden die nationalen Loslösungen von kriegerischen Auseinandersetzungen und ethnischen Säuberungen.



Im Jahr 2003 löste der serbische Dinar den jugoslawischen Dinar ab, der die Währung des Königreichs Jugoslawien, der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und der Bundesrepublik Jugoslawien gewesen war. In den 1960er und 1970er Jahren war der Wechselkurs zur D-Mark relativ stabil: 7 Dinar entsprachen etwa 1 DM. Mit der zunehmend negativen Zahlungsbilanz und der steigenden jugoslawischen Auslandsverschuldung nahm der Druck auf den Wechselkurs in den 1980er Jahren zu. Die Inflationstendenz wurde durch die Indexierung der Einkommen in der Industrie zusätzlich verstärkt. Dies führte zu Abwertungen der jugoslawischen Währung.

Die inflationistische Entwicklung lässt sich an den Nennwerten der ausgegebenen Banknoten ablesen. Der höchste Nominalwert lag bis zum 9. Dezember 1985 bei 1000 Dinar. Nun folgte die Banknote über 5000 Dinar mit dem Ausgabedatum vom 1. Mai 1985 und dem Konterfeit des ehemaligen Staatspräsidenten Tito. Am 1. September 1987 gab die Notenbank eine Note über 20.000 Dinar (datiert vom 1. Mai 1987) aus, am 5. September 1988 folgte der Wert zu 50.000 Dinar (datiert vom 1. Mai 1988), am 1. Juni 1989 Scheine zu 100.000 Dinar (datiert vom 1. Mai 1989), am 21. August 1989 Noten zu 500.000 Dinar (August 1989), am 11. November 1989 der Wert zu 1.000.000 Dinar, der das Datum vom 1. November 1989 trägt, und am

11. August 1989 war bereits ein Schein über 2.000.000 Dinar (Datum: August 1989) in Umlauf gesetzt worden.


Abb. 2.1: Narodna Banka Jugoslavije, VIII. 1989, 2.000.000 Dinar (YUD), Vorderseite.


Abb. 2.1: Narodna Banka Jugoslavije, VIII. 1989, 2.000.000 Dinar (YUD), Rückseite

Höchster YUD-Wert.


 

Um die Inflation zu stoppen, führte die Narodna Banka Jugoslavije am 1. Januar 1990 den „Konvertiblen Dinar“ (YUN) ein. Aus 10.000 „Schwere Dinar“ (YUD)[1] wurde 1 Konvertibler Dinar. Die meisten alten Banknoten blieben weiterhin im Lauf, ihr Wert aber auf 1/10.000 abgewertet, die alte 100.000 Dinar-Note galt nun also 10 Konvertible Dinar.

 

Abb. 3.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1. V. 1989, 100.000 Dinar (YUD), Vorderseite.


Abb. 3.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1. V. 1989, 100.000 Dinar (YUD), Rückseite.


=


Abb. 4.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1. IX. 1990, 10 Dinar (YUN), Vorderseite.


Abb. 4.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1. IX. 1990, 10 Dinar (YUN), Rückseite.


Die Einführung des Konvertiblen Dinars fiel zeitgleich auf den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes und des jugoslawischen Bundes. Anfang der 1990er Jahren erklärten nach und nach die jugoslawischen Bundesstaaten ihre Selbstständigkeit, gegen die die serbisch geführte Zentralregierung unter Slobodan Milosevic militärisch vorging. Um die Aktionen des Jugoslawienkrieges finanzieren zu können, wurde endlos Geld gedruckt, wodurch die Inflation 1994 einen Höchststand von 313 Millionen Prozent pro Monat erreichte.

Die aus der Zerstücklung Jugoslawiens hervorgegangenen Staaten, gaben nach und nach den jugoslawischen Dinar als Währung auf. Am 8. Oktober 1991 führte Slowenien den slowenischen Tolar ein, am 23. Dezember 1991 Kroatien den kroatischen Dinar und am 26. April 1992 Mazedonien den mazedonischen Dinar, jeweils 1:1 zum jugoslawischen Dinar.

Im Juli 1992 gab Bosnien und Herzegowina den bosnisch-herzegowinischen Dinar im Verhältnis 10:1 aus. Die serbischen Enklaven in Kroatien und Bosnien und Herzegowina emittierten ihre eigene Version des Dinars (Krajina-Dinar bzw. Dinar der Republik Srpska) und verbanden ihn mit dem jugoslawischen Dinar, der nun nur noch die Währung der serbisch-montenegrinischen Föderation war. Ihre Banknoten zu 10, 50, 100, 200, 500, 1000 und 5000 Dinar zeigen noch das alte Wappen der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.


Abb. 5.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1991, 5000 Dinar (YUN), Vorderseite.


Abb. 5.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1991, 5000 Dinar (YUN), Rückseite

Höchster YUN-Wert.



Abb. 6.1: Banka Slovenije, 15. Januar 1992, 10 Tolara, Vorderseite.


Abb. 6.2: Banka Slovenije, 15. Januar 1992, 10 Tolara, Rückseite.



Abb. 7.1: Republika Hrvatska, 8. Oktober 1991, 1 Dinar, Vorderseite.


Abb. 7.2: Republika Hrvatska, 8. Oktober 1991, 1 Dinar, Rückseite.



Abb. 8.1: Narodna Banka Bosne i Hercegovine, 1. Juli 1992, 50 Dinar, Vorderseite.


Abb. 8.2: Narodna Banka Bosne i Hercegovine, 1. Juli 1992, 50 Dinar, Rückseite.



Abb. 9.1: Repüblika Makedonija, 1992, 50 Dinar, Vorderseite.


Abb. 9.2: Repüblika Makedonija, 1992, 50 Dinar, Rückseite.


Abb. 10.1: Narodna Banka Republike Srpske (Banja Luka), 1993, 5.000.000 Dinar, Vorderseite.


Abb. 10.2: Narodna Banka Republike Srpske (Banja Luka), 1993, 5.000.000 Dinar, Rückseite.


Abb. 11.1: Narodna Banka Republike Srpske Krajne (Knin), 1993, 100.000.000 Dinar, Vorderseite.


Abb. 11.2: Narodna Banka Republike Srpske Krajne (Knin), 1993, 100.000.000 Dinar,

Rückseite.


Der Konvertible Dinar wurde am 1. Juli 1992 durch den reformierten jugoslawischen Dinar (YUR) ersetzt und 1:10 abgewertet. Die Texte auf den Banknoten wurde nun nur noch in serbischer Sprache mit kyrillischen und lateinischen Buchstaben angegeben und die Wertzeichen erhielten ein neues Wappen. In schneller Folge kamen Banknoten mit immer höheren Nominalen in Umlauf.



Abb. 12.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1991, 1000 Dinar (YUN), Vorderseite.


Abb. 12.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1991, 1000 Dinar (YUN), Rückseite.


=


Abb. 13.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1992, 100 Dinar (YUR), Vorderseite.


Abb. 13.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1992, 100 Dinar (YUR), Rückseite.



Abb. 14.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 10.000.000.000 Dinar (YUR), Vorderseite.


Abb. 14.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 10.000.000.000 Dinar (YUR), Rückseite

Höchster YUR-Wert.

 

Am 21. September 1993 gab die Notenbank eine Banknote im Nominalwert 10.000.000.000 Dinar – also 10 Milliarden – aus, die bereits am 1. Dezember ungültig wurde, weil die Notenbank am 1. Oktober 1993 eine weitere Währungsreform durchführte, indem sie einfach sechs Nullen strich. Aus 1.000.000 reformierte Dinar wurde ein „Oktober“-Dinar (YUO).[2] Betrug am 1. Oktober 1993 der Nominalwert der niedrigste Banknoten 5.000 Dinar, so lautete er am 23. Dezember über 500.000.000.000 Dinar.



Abb. 15.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 1.000.000.000, Dinar (YUR), Vorderseite.


Abb. 15.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 1.000.000.000, Dinar (YUR), Rückseite.


5 x 1.000.000.000 Dinar (YUR) =


Abb. 16.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 5.000 Dinar (YUO), Vorderseite.


Abb. 16.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 5.000 Dinar (YUO), Rückseite.



Abb. 17.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 500.000.000.000 Dinar (YUO), Vorderseite.


Abb. 17.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 500.000.000.000 Dinar (YUO), Rückseite

Höchster YUO-Wert.

 

Vergeblich versuchte die Notenbank Ordnung in ein völlig zerrüttetes Währungssystem zu bringen. Die Regierung versuchte, der Inflation durch Preiskontrollen entgegenzuwirken, was zur Folge hatte, dass die Preise der Produzenten so niedrig waren, dass sie einfach aufhörten zu produzieren. Im Oktober 1993 stellten die Bäcker die Brotherstellung ein und Belgrad war eine Woche ohne Brot. Geschäfte schlossen, um ihre Lagerbestände nicht zu den staatlich verordneten Preisen verkaufen zu müssen. Den staatlich betriebenen Geschäften, in denen Waren zu künstlich ermäßigten Preisen verkauft wurden, fehlte in der Praxis die Ware, die häufig nur auf den freien Märkten erhältlich war, allerdings zu Preisen, die weit über den offiziellen lagen.   

Später versuchte die Regierung die Inflation einzudämmen, indem sie von den Unternehmen verlangte, jedes Mal, wenn sie einen Preis erhöhten, Unterlagen einzureichen.

Dies bedeutete, dass viele Mitarbeiter in den Firmen ihre Zeit für das Ausfüllen dieser Behördenformulare aufwenden mussten. Statt die Inflation einzudämmen, führte dieses Verfahren zu einem noch stärkeren Preisanstieg, da die Geschäfte dazu neigten, die Preise in größeren Schritten anzuheben, um nicht so schnell weitere Formulare ausfüllen zu müssen, um eine weitere Preiserhöhung zu erreichen.

Die soziale Struktur im Staat bröckelte. Diebe beraubten Krankenhäuser, um die knappen Medikamente dann am selben Ort zu verkaufen. Eisenbahner legten mit Streiks das Verkehrssystem lahm.

Die Regierung legte die Höhe der Renten fest, die von den Postämtern ausgezahlt werden sollten. Jedoch erhielten sie nicht die dafür nötigen Zahlungsmittel, sodass sich regelmäßig lange Schlangen bildeten. Wenn am Postschalter die Banknoten ausgingen, zahlten die Postangestellten dem nächsten Rentner in der Schlange das Geld, das sie von einem Postkunden erhielten, der zuvor einen Brief oder ein Paket verschickte. Ansonsten musste der Rentner am nächsten Tag sein Glück noch einmal versuchen, wohl wissend, dass der Wert seiner Rentenzahlung mit jeder Minute, die er warten musste, abnahm.

Viele jugoslawische Unternehmen weigerte sich, bei Verkäufen die jugoslawische Währung zu akzeptieren. Die Deutsche Mark wurde faktisch zur Währung Jugoslawiens.

Am 12. November 1993 betrug der Wechselkurs 1 DM = 1 Million „Oktober“-Dinar. Dreizehn Tage später waren es 6,5 Millionen und Ende November 37 Millionen Dinar.

Anfang Dezember streikten die Busfahrer, weil ihr Lohn für zwei Wochen gerade den Gegenwert von 4 DM betrug, während der Lebensunterhalt einer vierköpfigen Familie 230 DM im Monat kostete. Und der Dinar verlor weiter an Wert. Am 11. Dezember betrug der Wechselkurs 800 Millionen und am 15. Dezember 3,7 Milliarden Dinar. Die Preise verdoppelten sich schließlich alle 34 Stunden. Als sich die Bauern weigerten, ihre Waren auf den freien Märkten gegen Dinar zu verkaufen, schloss die Regierung diese kurzerhand.

Am 29. Dezember betrug der Wechselkurs 950 Milliarden Dinar. Im Januar 1994 erreichte die monatliche Rate der Hyperinflation 314 Millionen Prozent.



Abb. 18.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 5.000.000 Dinar (YUO), Vorderseite.


Abb. 18.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1993, 5.000.000 Dinar (YUO), Rückseite.


2 x 5.000.000 Dinar (YUO) =


Abb. 19.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 10 Dinar (YUG), Vorderseite.


Abb. 19.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 10 Dinar (YUG), Rückseite.


Am 1. Januar 1994 strich die Notenbank weitere neun Nullen. Aus 1.000.000.000 „Oktober“-Dinar (YUO) wurde ein neuer „Januar“-Dinar (YUG). Wurde die DM am 4. Januar 1994 mit

6 Billionen „alten“ Dinar bzw. 6.000 „neuen“ Dinar gerechnet, so betrug der Wechselkurs eine Woche später 80.000 Dinar, am 13. Januar bereits 700.000 Dinar und weitere sechs Tage später 10 Millionen Dinar.

Die Inflationsrate war für den Normalbürger nicht mehr nachvollziehbar. Änderungen des Wechselkurses gegenüber der D-Mark, der bevorzugten Währung des Schwarzmarkts, wurden zu einer Sache von Stunden. Gegen Ende der Hyperinflation war der Dinar als Zahlungsmittel praktisch nicht mehr existent. Die meisten Verkäufer von Waren aller Art waren nur noch bereit, Hartwährungen zu akzeptieren. Um der kritischen Lage Herr zu werden, wurde am 24. Januar das Programm für den monetären Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung Jugoslawiens verabschiedet. Die Nationalbank Jugoslawiens stellte den Druck und die Ausgabe der Inflations-Banknoten ein und emittierte einen neuen, teilweise konvertierbaren „Super“-Dinar. Der neue Dinar, Novi Dinar (YUM) genannt, wurde 1:1 zur DM eingeführt. Die Bindung an die Deutsche Mark lag nahe, da sie in der jugoslawischen Wirtschaft nicht nur als Basisindex für Geschäftstransaktionen, sondern auch als echtes Geld, das bei einer zunehmenden Anzahl von Transaktionen zu bezahlen war, weit verbreitet war. Wie durch ein Wunder, wurde die galoppierende Hyperinflation damit beendet. Zunächst wurden nur die Wert 1, 5 und 10 Novi Dinar ausgegeben. Erst am 5. Dezember 1994 folgte ein Schein über 20 Novi Dinar.

Die Inflationsbanknoten des „Januar“-Dinars wurden am 22. Juli 1994 ungültig. 12.000.000 alte Dinar wurden in einen neuen Dinar (YUM) umgetauscht.


Abb. 20.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 10.000.000 Dinar (YUG), Vorderseite.


Abb. 20.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 10.000.000 Dinar (YUG), Rückseite

Gleichzeitig höchster YUG-Wert.


+ 4 x


Abb. 21.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 500.000 Dinar (YUG), Vorderseite.


Abb. 21.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1994, 500.000 Dinar (YUG), Rückseite.


=


Abb. 22.1: Narodna Banka Jugoslavije, 1. Januar 1994, 1 Dinar (YUM), Vorderseite.


Abb. 22.2: Narodna Banka Jugoslavije, 1. Januar 1994, 1 Dinar (YUM), Rückseite.


Auffallend bei den jugoslawischen Inflationsbanknoten ist das sich wiederholende Design bei den verschiedenen Ausgaben. Als Beispiel möge die 1.000.000-Dinar-Banknote (YUD) vom

1. November 1989 dienen. Die gelbe Note bildet auf der Vorderseite eine junge Frau mit Kopftuch und auf der Rückseite eine Kornähre ab. Am 1. Januar 1990 betrug ihr Wert 1/10.000. des ursprünglichen Wertes, also 100 Konvertible Dinar (YUN). Am 1. März 1990 gab die Notenbank eine 100-Dinar-Banknote in gleicher Ausführung aus, nun allerdings in brauner Farbe.

Zwischen 1988 und 1994 gab die Narodna Banka Jugoslavije 49 Inflations-Banknoten aus, die alle bei der jugoslawischen Banknotendruckerei „Zavod za izradu novčanica i kovanog novca“ [ZIN, auf Deutsch „Anstalt für die Herstellung von Banknoten und Münzen“] gedruckt wurden. 32 dieser Noten betreffen die YUD-, YUN- und YUR-Dinare. Sie kamen mit nur acht verschiedenen Vorder- und Rückseitendarstellungen aus, wobei man idealtypische Kopfdarstellungen wählte, sieht man von der Abbildung von Nikola Tesla und Ivo Andric ab.


Abbildungen auf der Vorderseite der Dinar-Banknoten (YUD, YUN und YUR)  

In Klammern die Häufigkeit der Abbildungen. Die zweite Zahl in der Klammer bezieht sich auf die beiden folgenden Banknotenserien!


Denkmal, Schlacht von Kozara Frauenkopf (1) Mädchenkopf (5)

(4)


Junge Frau mit Kopftuch (6) Babykopf (3) Jungenkopf (5)



Nikola Tesla (5/2) Ivo Andric (3/1)


Erst die Banknoten ab Oktober 1993 bilden auf der Vorderseite weitere serbische Persönlichkeiten ab: Jovan Cvijić, Đura Jakšić, Karaďorďo, Vuk Kardžić, Petar Petrović Njegoš, Josef Panic, Mihajlo Pupin, Dositej Obradovic, Miloš Obrenović, Jovan Jovanović Zmaj. Die Rückseiten zeigen entsprechende historische Gebäude.

 

Im Jahr 2000 beschloss die Notenbank, das Adjektiv „neu“ zu streichen und 2003 wurde der jugoslawische Dinar in serbischem Dinar umbenannt, da Montenegro[3] auf ihrem Staatsgebiet bereits am 6. November 1999 die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel anerkannt und ab 13. November 2000 zur alleinigen offiziellen Währung erklärt hatte.

Heute entspricht ein serbischer Dinar etwa einem Eurocent.


Währungsreformen in Jugoslawien 1990–1994

01.01.1990: 10.000 YUD – 1 YUN

01.07.1992:                         10 YUN – 1 YUR

01.10.1993:                                          1.000.000 YUR – 1 YUO

01.01.1994:                                                                           1.000.000.000 YUO – 1 YUG

22.07.1994:                                                                                             12.000.000 YUG – 1 YUM

120.000.000.000.000.000.000.000.000 YUD = 1 YUM

(1,2 x 10 hoch 27 = 1 Quadrillion und 200 Septillionen) YUD = 1 YUM


Uwe Bronnert


Anmerkungen:

[1] Kurz nachdem der Name der Republik den Zusatz sozialistisch erhielt, wurden 1965 100 Dinar (YUF) in einen „Schweren Dinar“ (YUD) abgewertet.

[2] Aufgrund des UN-Embargos wurde die Währung international nicht anerkannt. Dies galt auch für den reformierten Dinar.

[3] Nach dem Austritt Kroatiens und Sloweniens aus dem jugoslawischen Staatsverbund sprach sich die Bevölkerung in ein Referendum 1992 für den Verbleib Montenegros in der Bundesrepublik Jugoslawien. Bei der Volksabstimmung am 21. Mai 2006 sprach sich die Bevölkerungsmehrheit für die Unabhängigkeit des Landes. Am 3. Juni 2006 wurde diese durch die Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments vollzogen und am 15. Juni 2006 erkannte die Republik Serbien, als Rechtsnachfolgestaat Serbien und Montenegros, Montenegro als unabhängigen Staat an; bereits am 5. Juni 2006 hatte sich Serbien selbst formal für unabhängig erklärt.


Anmerkungen Tabelle:

Maße, Auflagenhöhe sowie Umlaufzeiten nach:

Željko Stojanović, Papirni Novac Srbije i Jugoslavije – Das Papiergeld Serbiens und Jugoslawiens – Paper Money of Serbia and Yugoslavia, Beograd 1996.

1 Comment


banknotes
vor 4 Tagen

Ein fantastischer und informativer Artikel, vielen Dank dafür. Man hat kaum eine Vorstellung wie extrem diese Hyperinflation in Jugoslawien zwischen 1989 und ca. 1995 war. Anhand der Zahlen mit sehr vielen Nullen und dem halben Dutzend Währungsreformen wird es schon ein wenig deutlicher. Man kann nur hoffen dass man selbst so eine Zeit niemals erleben muss.

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