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- Auktionshaus Christoph Gärtner: Vorschau auf die 65. Auktion 8. - 9. Juni 2026
Das Auktionshaus Christoph Gärtner veranstaltet am 8. und 9. Juni 2026 seine 65. Auktion. Während am ersten Auktionstag internationale Numismatik, Münzen und Uhren angeboten werden, richtet sich das besondere Interesse der Banknotensammler auf den zweiten Auktionstag am 9. Juni ab 15:30 Uhr mit dem umfangreichen Angebot „Banknoten Alle Welt / Deutschland“. Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/ und neuer Online-Katalog: https://www.auktionen-gaertner.de/de/auktion/12964/ Banknoten Auktionsangebot Link: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/ Internationale Numismatik / Münzen / Neu – Uhren, Taschenuhren 8. Juni 2026 / Start 9:00 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Banknoten Alle Welt / Deutschland 9. Juni 2026 / Start 15:30 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Der Schwerpunkt des diesjährigen Banknotenangebotes liegt klar auf Deutschland, ergänzt durch zahlreiche seltene und gesuchte internationale Ausgaben. Zu den bemerkenswerten Auslandslosen zählt unter anderem eine ausgegebene 50-Piastres-Note aus Ägypten von 1918 (Los 1563). Das Stück befindet sich für diese seltene Ausgabe in außergewöhnlich guter Erhaltung (VF-XF) und wird mit lediglich 500 Euro ausgerufen. Los 1563-a Los 1563-b Es folgen weitere Highlights wie zwei Specimen-Noten aus Guinea-Bissau (Los 1586 und Los 1587) aus der begehrten portugiesischen Kolonialzeit: 50 Milreis 1909 (P. 3) sowie 20 Milreis 1909 (P. 5), taxiert mit moderaten 600 beziehungsweise 1.200 Euro. Los 1586-a Los 1586-b Los 1587-a Los 1587-b Bei den russischen Banknoten sticht insbesondere Los 1633 hervor: 3 Rubel 1887 in der nahezu unglaublichen Erhaltung PMG 63 EPQ, also kassenfrisch, mit einer Schätzung von 3.000 Euro. Los 1633-a Los 1633-b Ein weiteres Highlight bietet Süd-Vietnam mit der seltenen 1000-Dong-Note P. 4As – einem Specimen eines niemals ausgegebenen Scheins. Das Los 1648 wurde ebenfalls mit 3.000 Euro taxiert. Los 1648-a Los 1648-b Es folgt eine kleine Spanien-Sammlung, bevor nach den traditionell günstig taxierten Lots und Sammlungen der Deutschland-Teil der Auktion beginnt, der es diesmal besonders „in sich“ hat. Den Auftakt bilden beide Varianten der berühmten 100-Billionen-Reichsbanknoten (Los 1759 und Los 1763), jeweils in hervorragender Erhaltung I/I-. Die Schätzungen liegen bei 3.000 beziehungsweise 8.000 Euro und lassen Raum für intensive Bietergefechte. Los 1759-a Los 1759-b Los 1763-a Los 1763-b Besondere Aufmerksamkeit dürfte zudem Danzig auf sich ziehen: Gleich vier extrem seltene Noten werden angeboten, darunter die 25-, 50- und 100-Gulden-Ausgaben vom 1.1.1923 (Los 1794, Los 1795, Los 1796). Alle drei Stücke befinden sich in hervorragenden Erhaltungen und sind mit 7.000 bis 8.000 Euro bewusst moderat taxiert. Direkt danach folgt der 1000-Gulden-Schein vom 10.2.1924 (Los 1797), PMG 66 EPQ, taxiert mit 5.500 Euro. Los 1794-a Los 1794-b Los 1795-a Los 1795-b Los 1796-a Los 1796-b Ein weiterer Höhepunkt sind drei außergewöhnliche Banknoten der Deutsch-Asiatischen Bank, die sowohl in Europa als auch in Asien auf großes Interesse stoßen dürften: Los 1799: 10 Dollar Tsingtau, 1.7.1914, Erhaltung I-III, Schätzung 7.000 Euro Los 1800: 100 Dollar Peking, der begehrte „rote Schein“, Erhaltung I-II, Schätzung 6.000 Euro Los 1801: 200 Dollar Schanghai, ebenfalls Erhaltung I-II und mit 6.000 Euro bewertet Los 1799-a Los 1799-b Los 1800-a Los 1800-b Los 1801-a Los 1801-b Auch Deutsch-Ostafrika ist mit den beiden Spitzenstücken dieses Sammelgebietes vertreten: zunächst 500 Rupien vom 2.9.1912 (Los 1805) in Erhaltung I- und moderater Taxe von 8.000 Euro sowie die berühmte „Buschnote“ zu 50 Rupien vom 1.10.1917 (Los 1806) in Erhaltung II, geschätzt auf 5.500 Euro. Los 1805-a Los 1805-b Los 1806-a Los 1806-b Der Banknotenteil der Auktion endet traditionell mit Lots, Sammlungen und umfangreichem Notgeld-Angebot. Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/ und neuer Online-Katalog: https://www.auktionen-gaertner.de/de/auktion/12964/ Banknoten Auktionsangebot Link: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/ Internationale Numismatik / Münzen / Neu – Uhren, Taschenuhren 8. Juni 2026 / Start 9:00 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Banknoten Alle Welt / Deutschland 9. Juni 2026 / Start 15:30 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/
- Geldscheinporträts: Skanderbeg – Albaniens „Athlet Christi“
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Geburtsname: Georg Kastrioti (gen. „Skanderbeg“) Zur Person: Fürst, Militärführer, Nationalheld Nationalität: Albanisch Lebensdaten: 6. Mai 1405 – 17. Januar 1468 Geburtsort: Dibra Sterbeort: Lezha Cristofano dell’Altissimo (1527–1605): Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568. Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568. Georg Kastrioti hat viele Namen und Ehrentitel: Von Papst Calixtus III. wurde er zum „Kapitän-General“ der römischen Kurie und des Heiligen Stuhls ernannt und als „Athleta Christi“ (Kämpfer des Christentums) geehrt, von Papst Pius II. als „neuer Alexander“ und von anderen als „Dominus Albaniae“ (Herr von Albanien) gepriesen. Als „Skanderbeg“ (Herr Alexander) ging er in die Geschichte ein. Noch heute wird er als Nationalheld Albaniens verehrt, ist auf vielen Banknoten zu sehen und der zweiköpfige Adler, das Wappentier seines Adelsgeschlechts Kastrioti, thront auf der albanischen Nationalflagge. Ironischerweise begann der Aufstieg Georg Kastriotis als Vasall des Osmanenreichs, das er später jahrzehntelang bitter bekämpfte. Bereits zum Ende des 14. Jahrhunderts lief das albanische Stammesgebiet Gefahr, zwischen den Osmanen und den Venezianern aufgeteilt zu werden. Johann Kastriota, Georgs Vater, unterlag den Osmanen auf der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld und musste seine Söhne Sultan Murad II. überlassen. An dessen Hof machte Georg schnell Karriere: Er konvertierte zum Islam, wurde zum Janitscharen, einem Elitekämpfer, ausgebildet und kämpfte als Offizier an der Seite des Sultans. Und er erhielt einen neuen Namen: Skanderbeg, ein Verweis auf Alexander den Großen. 1438 wurde er mit der Herrschaft über das Gebiet Kruja betraut. Noch mehrere Jahre blieb Skanderbeg den Osmanen treu. Als sein Vater jedoch auf Geheiß der Osmanen ermordet wurde, entschloss er sich, die Seiten zu wechseln. Er nutze seine ungewöhnliche Vertrauensstellung zu konspirativen Plänen, knüpfte heimliche Verbindungen mit den italienischen Seemächten Neapel und Venedig und zum ungarischen König. Als die Osmanen 1443 in Niš von den Ungarn besiegt wurden, verließ er mit seinen albanischen Truppen das türkische Heer, zog sich auf die Festung Kruja zurück, konvertierte zurück zum Christentum und rief zum Aufstand auf. Skanderbeg scharte mehrere albanische Fürsten um sich und gründete die Liga von Lezha, ein Verteidigungsbündnis gegen das Osmanenreich. Dessen Kriegsführung glich einer „Partisanentaktik“. Einige Zeit blieb Skanderbeg damit erfolgreich. Sein Name war bald in ganz Europa bekannt. Allerdings passten die Osmanen ihre Kriegsführung an – und es trat ein neuer Feind auf: Venedig. Die Venezianer waren an stabilem Handel mit den Osmanen interessiert und sahen ihre eigenen Interessen auf albanischem Gebiet bedroht. Skanderbeg geriet unter Druck und band sich an das Königreich Neapel. Auch die Päpste unterstützten ihn. Sie sahen in ihm den Verteidiger des christlichen Abendlandes und planten Kreuzzüge. Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Vorderseite: links Armee bei der Parade, rechts Skanderbeg mit Blick auf die Truppe. Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Rückseite: Gewehr und Spitzhacke, Wohnblock im Bau und Staatswappen. Spätestens 1453, nach der Eroberung Konstantinopels, begann Skanderbegs Abstieg. Er führte Militärkampagnen für seine italienischen Verbündeten an, konnte in Italien jedoch keine stabile Unterstützung finden. Die Lage in Rom, Venedig und Neapel war zu kompliziert, der Osmanenkrieg verlor an Bedeutung. Der albanische Kampf war zum Scheitern verurteilt. Skanderbeg selbst erlebte die Eroberung nicht mehr, er starb 1468. Zehn Jahre später fiel die Festung Kruja und Albanien blieb mehr als 400 Jahre unter osmanischer Herrschaft. Elias Heindl Literatur/Quellen: Edgar Hösch (2008): Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. München: C.H.Beck Bernd J. Fischer, Oliver Jens Schmitt (2022): A Concise History of Albania. Cambridge: Cambridge University Press. Manuel Opitz: “Er soll allein 3000 Türken im Kampf getötet haben“, Welt online, 27.12.2023, https://www.welt.de/geschichte/article229959933/Skanderbeg-3000-Tuerken-soll-er-allein-getoetet-haben.html (zul. aufgerufen am 26.11.2025) https://de.wikipedia.org/wiki/Skanderbeg (zul. aufgerufen am 26.11.2025)
- Leserpost: Katalogergänzung zu den Gutscheinen des Winterhilfswerks von 1942/43
Sehr geehrter Herr Grabowski, in Ihren Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" (22. Auflage von 2022) müsste eine Ergänzung für die nächste Auflage vorgesehen werden. Diese betrifft den unter WHW-38 aufgeführten Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 Reichsmark von 1942/43, den es auch mit Serie C gibt (Abbildungen anbei). WHW-38: Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 RM von 1942/43 mit Serie C, Vorderseite. WHW-38: Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 RM von 1942/43 mit Serie C, Rückseite. Ich wünsche mir weiterhin solche Kataloge für Sammler, Danke! Mit freundlichen Grüßen W. Schubert Anmerkung der Redaktion Herzlichen Dank für die Meldung und die Abbildungen. Gerne nehme ich die so nachgewiesene Serie C (bisher waren nur die Serien A und B katalogisiert) mit in die nächste Auflage meines Katalogs zu den deutschen Banknoten ab 1871 auf, die Ende Oktober 2026 erscheinen soll. Ich freue mich über die aktive Unterstützung aus den Reihen der Sammler, die dazu beiträgt, diesen und andere Kataloge immer besser zu machen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Krone, Króna, Koruna, Kroon und Круна
Sprachwissenschaftlich geht der Währungsname „Krone“ über das lateinische „corona“ (= Kranz) auf das griechische „κορώνα“ (= gekrümmt) zurück. So galten gebogene Lorbeerkränze im Altertum als Kopfzierde für Herrscher und hießen „korṓnē“. In der Geldgeschichte tauchen Kronen erstmals 1544 als geprägte „crowns“ während der Regierungszeit von König Edward VI. auf. Die silberne Sterling-Münze entsprach einem Wert von ¼ Pfund (fünf Schilling = 60 Pence). Ab 1618 gab es die Corona Danica = 1½ dänische Reichstaler = 96 Kroneskillinger. Nach Österreichs Goldstandardwährung von 1892 galten dann 1 Krone = ½ Gulden. Und im Deutschen Reich waren umgangssprachlich 1 Krone = 10 Goldmark bzw. 20 Goldmark = 1 Doppelkrone. Nach der Gründung der skandinavischen Währungsunion am 18. Dezember 1872 führten Schweden und Dänemark (mit den autonomen Provinzen Grönland und Färöer) am 1. Januar 1875 eine neue Währung ein: 1 Krone = 100 Öre/Øre. Am 16. Oktober 1875 schloss sich Norwegen der Währungsunion an und Island folgte nach der Unabhängigkeit von Dänemark mit eigenen Kronen-Geldscheinen: 1 Króna = 100 Aurar. Damit erfolgte in diesen Ländern auch die Umstellung auf Dezimalwährung. Abb. 1: 1 Krona 1874, Vs., Schwedische Reichsbank. Abb. 2: 10 Kroner 1891, Vs., (Dänische) Nationalbank. Abb. 3: 50 Kroner 1896, Vs., Norwegische Bank. Abb. 4: 1 Króna 1921, Vs., Finanzministerium Islands. Abb. 5: 5 Kroner 1911, Vs., Dänisches Staatsunternehmen KGH (Den Kongelige Grønlandske Handel). Abb. 6: 5 Kroner 1940, Vs., Nationalbank Dänemarks (mit mit rotem Überdruck „Kun gyldig paa Færøerne, Færø Amt, Juni 1940“ (= nur gültig auf den Färöer-Inseln). Abb. 7: 5 Kroner 1947, Vs., Militärgeld (Brigs) der Dänischen Brigade in Deutschland, Specimen, Dänisches Kriegsministerium. Auch in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wechselte man im August 1882 in eine neue Währung: 1 Krone = 100 Heller (der bisherige österreichisch-ungarische Gulden galt 100 Kreuzer und wurde 1:2 in Kronen umgetauscht – 2 Kronen nannte man deshalb auch „Goldkrone“.) Nach dem Schilling-Rechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 erfolgte ein Währungstausch zum Schilling (= 100 Groschen) am 1. März 1925. Und das unabhängige Ungarn übernahm die Kronen-Währung, bis es am 1. Januar 1927 eine eigene Währung (1 Pengö = 100 Fillér) einführte. Abb. 8: 10 Kronen/Koronát 31. März 1900, Vs., Oesterreichisch-ungarische Bank; mit Kronen-Bezeichnungen in Tschechisch, Polnisch, Weißrussisch, Italienisch, Slowakisch, Serbokroatisch und Rumänisch (Rs. Druckversion in Ungarisch). Abb. 9: 10 Korona 1919. Augusztus 9., Vs., Magyar Postatakarekpenztar (Ungarische Postsparkasse). Durch die geopolitischen Umwälzungen in Europa nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde in der am 28. Oktober 1918 ausgerufenen Tschechoslowakische Republik ebenfalls eine Kronen-Währung übernommen (1 Koruna = 100 Haléřů). Auch in der nach dem Anschluss des deutsch besiedelten Sudentenlands an das Deutsche Reich und dem Zerfall der Tschechoslowakei verbliebenen "Rest-Tschechei" wurde vom 30. September 1938 bis zum 16. März 1939 eine Kronen-Währung weiterverwendet und dann im deutsch besetzten sog. Protektorat Böhmen und Mähren und im eigenständigen Slowakischen Staat (seit März 1939 Slovenský štát, ab Juli 1939 Slovenská republika) beibehalten. Abb. 10: 20 Korun 15. dubna 1919, Vs., Tschechoslowakisches Finanzministerium; ab 31. Januar 1920 ausgegeben; Rückseite mit mehrsprachigem Text der Währungsangabe. Abb. 11: 100 Kronen 20. August 1940, Vs.; ab 15. August 1941 ausgegeben. Abb. 12: 50 Korún 15. októbra 1940, Vs., Slowakische National-Bank; ab 18. Dezember 1941 ausgegeben; Rückseite mit mehrsprachigem Text der Währungsangabe. Abb. 13: 20 Korun 1. kvetna 1949, Vs.,Tschechoslowakisches Finanzministerium; ab 21. Dezember 1949 ausgegeben. Nach der Wiederherstellung der Tschechoslowakei 1944/45 gab man zuerst die im sowjetischen Krasnokamsk gedruckten Kronen-Scheine der sowjetischen Besatzungsausgabe und danach ab November 1945 die in London, New Malden und in Prag gedruckten Geldscheine aus. Durch die Staatenteilung der ČSSR im Januar 1993 führte man ab 8. Februar 1993 die Kronen-Währungen in der Tschechischen und in der Slowakischen Republik fort (1 Koruna = 100 Haléřů/Halierov). Die Slowakei trat am 25. November 2005 der Euro-Zone bei und führte am 1. Januar 2009 den Euro zum Kurs von 1 Euro = 30,1260 SK ein. Abb. 14: 50 Korun 1993, Vs.,Tschechische National-Bank; ab 6. Oktober 1993 ausgegeben und bis zum 31. Januar 2007 umlauffähig. Abb. 15: 50 Korún 1993, Vs., Slowakische National-Bank; ab 30. August 1993 ausgegeben und bis zum 16. Januar 2009 (neben dem Euro) gültig. Nach dem Zerfall des Österreichisch-ungarischen Kaiserreichs bildete sich auf dem Balkan das SKS-Königreich (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenien). Dort wurde schon am 12. November 1918 die österreichisch-ungarische Krone durch die "jugoslawische" Krone ersetzt. 1920 wurde der Dinar eingeführt und im Verhältnis 1:4 zur Круна (Kronen) gerechnet. Abb. 16: 4 Круне = 1 Dinar 1919, Vs., mit fehlerhaftem Überdruck in Rot: КУРНЕ statt richtig КРУНЕ, Finanzministerium des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Durch den Zerfall des Russischen Reichs ab 1917 entstanden in Europa unabhängige Republiken, die ihre eigenen Währungen in Umlauf brachten: Polen – Złoty ab 1919, Litauen – Litas ab 1922, Lettland – Lats ab 1922 , Finnland – Markka schon ab 1860 und Estland – Mark ab 1918. Mit seiner natürlichen Bindung zu Skandinavien reformierte Estland die Währung und führte ab 1. Januar 1928 die Kroon ein, die bis zur Annexion durch die Sowjetunion 1940 galt und nach der erneuten Unabhängigkeit und der Abkopplung von der UdSSR abermals eine Kroon-Währung eingeführt wurde. Estland trat am 1. Mai 2004 der Euro-Zone bei und führte am 1. Januar 2011 den Euro im Verhältnis 1 Euro = 15,65 eKr ein. Abb. 17: 5 Krooni 1929, Rs., Eesti Pank/Estnische Bank; bei der Riigi Trükikoda, Tallinn, gedruckt. Abb. 18: 1 Kroon 1992, Rs., Eesti Pank/Estnische Bank bei der United States Bank Note Company, New York City, gedruckt. Es besteht kein Zwang, den Euro in allen EU-Ländern einzuführen. Im Unterschied zu Dänemark, wo sich im Jahr 2000 über 53 Prozent für die Beibehaltung der Kronen-Währung entschieden, lehnte man in Schweden mit mehr als 56 Prozent bei der Volksbefragung 2003 den Beitritt zur Europäischen Währungsunion ab. Und auch in der Tschechischen Republik spricht sich die Bevölkerung derzeit mit etwa 54 Prozent gegen den "unbeliebten" Euro aus. Aus der Werkstatt des slowakischen Grafikers Matej Gábriš stammen zahlreiche Fantasie-Scheine in Kronen-Währung: bspw. 100 Kronor/Kruunut für die finnische Åland-Inselgruppe mit hauptsächlich schwedischer Bevölkerung, 50 Kroner für das offiziell norwegische Spitzbergen, 200 Kroner für das immer noch dänische Grönland, 100 Kroner für das auf mehrere Nationen verteilte Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland und Russland) oder 100 Korún 2018 für die ehemalige ČSR und 40 Korún 2017 mit dem Porträt des "Geldkünstlers", wie er sich selbst nennt. Abb. 19: 100 Kronor/Kruunut 2016, Vs., Fantasie-Banknote für die finnische Inseln Åland mit vorwiegend schwedisch-sprechender Bevölkerung. Abb. 20: 50 Kroner 2015, Vs., Fantasie-Banknote für Spitzbergen. Abb. 21: 200 Kroner 2018, Vs., Fantasie-Banknote für die grönländische KGH. Abb. 22: 100 Kroner 2017, Vs., Phantasie-Banknote für Lappland. Abb. 23: 100 Korún 2018, Vs., Fantasie-Banknote zur Gründung der Tschechoslowakei 1918 vor 100 Jahren. Abb. 24: 40 Korún 2017, Vs., Phantasie-Banknote zum 40. Geburtstag des Banknoten-Designers M. Gábriš – er wurde 1977 im slowakischen Košice in der ehemaligen ČSSR geborenen. Michael H. Schöne Quellen: https://aukro.cz https://www.banknote24.eu https://colnect.com https://en.wikipedia.org https://notafilia-kp.com https://pengar.ekonomiskamuseet.se https://safnari.is https://www.cgb.fr https://www.ebay.de https://www.historiskmuseum.no https://www.numizon.com
- Die Gutscheine der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft in Brasilien
Die österreichische Auslands-Siedlungsgesellschaft m.b.H. wurde durch Andreas Thaler und andere am 29. März 1933 in Wien gegründet und verfügte über eine Zweigstelle in Innsbruck. Thaler wurde mit Einzelprokura ausgestattet. Dies ermöglichte ihm, Liegenschaften im Ausland zu erwerben. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1959 aufgelöst. Zweck der Siedlungsgesellschaft war die Organisation von Auswanderung und der Aufbau von Siedlungen, hauptsächlich für Tiroler Bauern, um der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise der 1930er Jahren zu entgehen. Bild 1: Porträt (Öl auf Leinwand) des österreichischen Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft Andreas Thaler (1883-1939) aus dem Andreas-Thaler-Haus in Treze Tilias (Brasilien). Präsident der Auslands-Siedlungsgesellschaft war Andreas Thaler (geboren am 10. September 1883 in Oberau in der Wildschönau in Tirol; verstorben am 28. Juni 1939 in Dreizehnlinden, Brasilien).[1] Von 1914 bis 1919 war er Gemeindevorsteher von Oberau und ab 1919 Abgeordneter im Tiroler Landtag. Von 1919 bis 1921 fungierte er als Obmann des Tiroler Antisemitenbundes. 1929 bis 1932 war er Obmann des Reichsbauernbundes. 1927 bis 1933 war er Nationalratsabgeordneter für die Christlichsoziale Partei. Vom 15. Januar 1926 bis 4. Mai 1929 und vom 30. September 1930 bis zum 18. März 1931 war er in fünf Kabinetten Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Als Bauernsohn kannte Thaler die Nöte der einfachen Bauern in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts nur zu gut. Die Weltwirtschaftskrise brachte Arbeitslosigkeit, die nicht aufhören wollende Inflation seit den 1920er Jahren, die Tausend-Mark Sperre Hitlers[2], die den schon damals wichtigen österreichischen Tourismus 1933 zum Erliegen brachte und die strenge Erbfolge der Tiroler Bauern, nach der der erstgeborene Sohn den Hof erbte und die anderen Geschwister leer ausgingen waren allgegenwärtige Sorgen. 1931 trat Thaler aus der Bundesregierung aus und widmete sich ganz der Aussiedlungsfrage. Er bereiste fast ganz Südamerika um geeignetes Siedlungsgebiet für seine Bauern zu finden. Auch hielt er viele Vorträge in Tirol und Vorarlberg, um für seine Siedlungsgesellschaft zu werben. Das Gebiet des späteren Dreizehnlinden in Brasilien stand nach Thalers Südamerikareise ganz oben auf der Liste. Ausschlaggebend waren für ihn die wenigen Kindergräber auf den Friedhöfen, denn Gelbfieber war damals in Südamerika eine große Plage. Zudem lag das Gebiet auf 700 bis 1.300 Meter Höhe, war hügelig und die Temperatur war ähnlich der in Südtirol und im Welsch-Tirol (heutiges Trentin). Entscheidend für Thaler war auch die niedrige Bevölkerungsdichte des Landes mit nur fünf Menschen pro Quadratkilometer sowie die Eisenbahnanbindung an die großen Städte. Außerdem gab es in dieser Gegend schon weitere deutschsprachige Auswanderer. Seitens der brasilianischen Regierung erhielt Thaler jede Unterstützung, man war gerne bereit Österreicher aufzunehmen. Auf seiner Reise durch den Bundesstaat Santa Catarina[3] wurde Thaler vom österreichischen Konsul Walther von Schuschnigg[4] beraten. Schuschnigg schlug eine Siedlungsmöglichkeit in der Kolonie Sao Bento vor, nahe der Eisenbahnstation von Barra do Sao Bento, dem heutigen Itapui. Diese Kolonie wurde von Jose Schneider verwaltet. In der 1928 gegründeten Siedlung lebten 300 überwiegend deutschkatholische Familien, Deutschbrasilianer, Reichsdeutsche, Österreicher, Russlanddeutsche und Schweizer. Ausgestattet mit 500.000 Schilling von der Dollfuß-Regierung konnte Thaler ein Gebiet von 52 Quadratkilometern im vorgeschlagenen Gebiet kaufen. Bild 2: Siedlungsgebiet Dreizehnlinden. Am 08. September 1933 machten sich die ersten Auswanderer über den Hafen Genua auf die Reise und erreichten am 18. September 1933 Rio de Janeiro. Von dort erfolgte die beschwerliche Weiterfahrt ins Zielgebiet. Am 13. Oktober 1933 wurde Dreizehnlinden offiziell gegründet. Die Gemeinde war anfänglich streng genossenschaftlich strukturiert. Andreas Thaler wurde bei der Namensfindung für die neue Siedlung durch das Buch von Friedrich Wilhelm Weber „Dreizehnlinden“[5] inspiriert. In diesem Epos geht es um christliche Missionierung und um den Niedergang des Heidentums. Das passte zu seinem katholischem Wertesystem und war der perfekte Name für die neue Siedlung. Die ersten Jahre waren für die Neuankömmlinge sehr beschwerlich. Es warteten schwere Arbeit, ein wider Erwarten ungewohntes Klima, viele Entbehrungen und natürlich Heimweh. Aber es ging langsam voran. Bild 3: Die ersten Siedler hausten in diesen Baracken. Bild 4: Dreizehnlinden in den frühen Siedlungsjahren. Das vorhandene brasilianische Bargeld musste in erster Linie für den An- und Ausbau der Siedlung verwendet werden. Der Bargeldmangel belastete jedoch zunehmend den wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde. Deshalb wurde ein Gutscheinsystem eingeführt, das auf geleisteter Gemeinschaftsarbeit basierte. Die Gutscheine waren außerhalb der Siedlung wertlos und innerhalb der Siedlung eine Art Ersatzwährung. Sie dienten vermutlich als Tauschmittel, um Lebensmittel, Alltagsprodukte und Ähnliches zu erwerben. Folgende Gutscheine sind bekannt:[6] Eine halbe Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 105 x 65 mm Eine ganze Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 110 x 70 mm Eine halbe Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 111 x 71 mm Eine ganze Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 119 x 75 mm Bild 5.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 5.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 6.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 6.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 7.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 7.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 8.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 8.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Die farbig gestalteten Gutscheine weisen auf den Vorderseiten die Arbeitsleistung auf und die Rückseiten zeigen verschiedene landwirtschaftliche Motive. Alle Gutscheine sind auf Papier ohne Wasserzeichen und ohne Kontrollnummer ausgeführt. Ausgegeben wurden sie nach bislang bekannten Informationen in den Jahren 1934 bis 1935. Sie sollen in Österreich, vermutlich in Innsbruck gedruckt worden sein. Eine Druckerei ist allerdings nicht bekannt. Für den Aufbau der Gemeinde und aufgrund der genossenschaftlichen Organisation müssen sehr viele Arbeitsstunden geleistet worden sein, folglich dürften in den Anfangsjahren viele Gutscheine Verwendung gefunden haben. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Heute sind diese Stücke sehr selten und kaum erhältlich. Der Autor hatte seine Exemplare vor Jahren in Brasilien erworben. Eine aktuelle Bewertung kann für die wenigen bekannten bekannten Exemplare nicht abgegeben werden. Es dürften sich um Liebhaberpreise handeln, wenn solch ein Gutschein doch einmal angeboten werden sollte. Ein Landlos von 20 ha kostete die Siedler seinerzeit 1.500 Schilling, das abbezahlt werden musste. Auch das bereitgestellte Vieh musste gekauft werden. Eine Familie bekam zunächst höchstens 20 ha Land zugewiesen. Zwei mittlere Kühe kosteten 300 bis 400 Milreis (damals 130 bis 170 Schilling). Ein Arbeiter verdiente pro Tag 2 Milreis[7]. Unbemittelte Siedler mussten so lange in der Gemeinschaftssiedlung arbeiten, bis sie die Mittel zum Ankauf einer eigenen Kolonie aufbringen konnten. Das bedeute einen hohen Anteil an gemeinschaftlicher Arbeit. Und heute? Brasilien trat 1942 auf Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg ein. Die Regierung unter dem davor deutschfreundlichen Präsidenten Vargas änderte nun ihre Politik grundsätzlich. Die Verwendung der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit wurde verboten. Das Land der Siedler wurde enteignet und Dreizehnlinden in Papuan umbenannt. Am 29. April 1963 wurde Dreizehnlinden wieder zur selbstständigen Gemeinde erklärt. Auch der ursprüngliche Name wurde wieder eingeführt, allerdings nun offiziell in der portugiesisch-sprachigen Version als "Treze Tilias". Bild 9: Wappen von Treze Tilias – Das brasilianische Tirol. Bis in die 1980er Jahre fristete man in Treze Tilias ein eher kärgliches Dasein, da die Straße in die nahe gelegene Stadt Joaçaba sehr schlecht und damit der Absatz für landwirtschaftliche Produkte erschwert war. Erst mit der Verbesserung von Infrastruktur, der Anbindung an das überörtliche Straßennetz und der Gründung der Molkerei Tirol im Jahr 1975 erhielt die Gemeinde einen bedeuteten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Firma Tirol ist inzwischen die zweitgrößte Molkerei in Brasilien, der größte Betrieb des Ortes und einer der größten der ganzen Region. Das zweite Standbein der Gemeinde Treze Tilias ist der Tourismus. Jährlich Mitte Oktober feiert die Gemeinde ein Tirolerfest zur Erinnerung an die österreichischen Einwanderer. Bild 10: Tirolerfest in Treze Tilias. An die österreichische Tradition erinnern insbesondere das weit verbreitete Kunsthandwerk der Holzbildhauer sowie die Tiroler Musikkapelle Dreizehnlinden, die Schuhplattlergruppe, die Volkstanzgruppe, viele Häuser im Tiroler Baustil, die Edelweiß-Bar, das Rathaus, die vielen Blumen an den Ortseinfahrten und im Zentrum sowie Hotels und Gebäude im alpenländischen Stil. Besuchen Sie einmal die Webseite von Treze Tilias[8]. Sie gibt es natürlich auch deutschsprachig. Bild 11: Rathaus von Treze Tilias. Die Bewahrung von Tradition, Herkunft und Sprache, dem großen Ziel von Andreas Thaler, ist sehr gut gelungen. Zwischen Treze Tilias und der alten Heimat Tirol, insbesondere nach Wildschönau[9] [10] bestehen Partnerschaften, die intensiv gepflegt werden. Sollten Sie einmal die Gelegenheit haben in Brasilien zu sein, dann kann ich einen Besuch von Treze Tilias nur empfehlen. Eigentlich wollte ich nur kurz diese seltenen Gutscheine vorstellen, aber nun ist doch ein längerer Text entstanden. Es gäbe noch sehr viel mehr zu erzählen: von der Zeit vor 90 bis 100 Jahren, von der Aufbauzeit in Brasilien und von der heutigen Zeit. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick geben und vielleicht Neugier auf mehr wecken. Thomas van Eck Anmerkungen [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Thaler [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Mark-Sperre [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Catarina [4] https://www.vienna.at/die-oesterreicher-in-brasilien/3966571 [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Dreizehnlinden_(Friedrich_Wilhelm_Weber) [6] Sammlung des Autors [7] https://de.wikipedia.org/wiki/Milreis [8] https://www.trezetilias.com.br/deutsch [9] https://www.wildschoenau.com/de [10] https://www.wildschoenau.gv.at/gemeinde-wildschoenau/unser-tal/partnergemeinde-dreizehnlinden
- Lexikon: Münzfuß
Der Münzfuß war der gesetzlich bestimmte Maßstab, nachdem ein Staat seine Münzen ausprägte und nach dem sich der innere Wert der Münzen richtete. Der preußische oder Graumann'sche Münzfuß vom 29. März 1764, auch 21-Gulden- oder 14-Thaler-Fuß genannt, bestimmte, dass aus der Kölnischen Mark (233,8 g) 14 Thaler bzw. 21 Gulden geprägt wurden. Preussen, Haupt-Verwaltung der Staats-Schulden: Königlich preussische Cassen-Anweisung über 5 Thaler Courant nach dem Münzfuß von 1764 vom 6. Mai 1824, G/K 271, Pick A209, Vorderseite. Der "Konventionsfuß" basiert auf einer Vereinbarung zwischen Österreich und Bayern von 1753, die den österreichischen 20-Gulden-Fuß von 1750 für beide Staaten festlegte (20 Gulden aus 1 Mark fein von 233,8 g). Der Vertrag wurde aber bereits 1754 von Bayern gekündigt. Seit 1760 galt vor allem in Süddeutschland, aber auch in Sachsen, Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg der "rheinische Fuß", der 1800 zum 24 ½-Gulden-Fuß wurde. Durch den zu hoch bewerteten Kronenthaler wurde aus diesem 1837 der 24 ½-Gulden-Fuß (süddeutsche Währung), der eine exakte Verrechnung mit dem 14-Thaler-Fuß möglich machte. Auf der Wiener Münzkonvention vom 21. Januar 1857 wurde dann der 30-Thaler- oder 52 ½-Gulden-Fuß (in Österreich 45 Gulden, auch als "österreichische Währung" bezeichnet) eingeführt. Während bis 1857 die Gewichtsmark die Basis aller Münzfüße ware, bezogen sich diese seither auf das Gewichtspfund (= 500 g). Preussen, Tresor-Schein über 5 Thaler Courant nach dem Münzfuß von 1764 aus dem Jahr 1806, G/K 265, Pick A203, Vorderseite. Auf den Scheinen der altdeutschen Staaten findet man die Münzfuß-Bezeichnungen oft hinter der Währungsbezeichnung oder aber im übrigen Text, so auf den preußischen Scheinen von 1806 und 1809 (nach dem Münzfuß von 1764) ohne ein anderes Datum, sodass viele Sammler fälschlich 1764 für das Ausgabedatum halten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Aus privaten Sammlungen: Empfangsbestätigung über 10 Mark für Entnahme von Waren aus Hameln
Während des Ersten Weltkriegs zog die Reichsbank zunächst Gold- und Silbermünzen aus dem Verkehr, später auch Nickel- und Kupfermünzen. Die von den Münzanstalten als Ersatz geprägten Eisen- und Aluminiummünzen konnten den Bedarf bei Weitem nicht decken, sodass Kommunen und Unternehmen zur Selbsthilfe schritten und Notgeld emittierten. Bekanntlich macht Not erfinderisch. So druckte die Buchdruckerei W. Hesse in Hameln besondere Quittungskarten, die auf 5 bzw. 10 Mark lauteten. Diese Karten konnten Einzelhändler erwerben, die diese dann mit ihrem Firmenstempel kennzeichneten. Kunden erwarben nun diese mit „Empfangsbestätigung“ überschriebenen Karten und leistete damit eine Vorauszahlung auf künftige Einkäufe. Die Vorderseite der Formulare wurde mit dem Namen des Kunden, dem Ausstellungsdatum und der Unterschrift des Händlers vervollständigt. Auf der Rückseite wurden die Beträge der getätigten Einkäufe handschriftlich eingetragen, bis der jeweilige Nennwert erreicht war. Ein evtl. Restbetrag konnte dann entweder bar beglichen oder auf eine neue Karte übertragen werden. Durch diese Vorgehensweise begegneten Lebensmittelhändler im Hameln dem Problem des Klein- und Wechselgeldmangels. Die 5-Mark-Scheine gibt es in den Farben Grün und Weiß, die 10-Mark-Scheine in Hellblau und Hellbraun. Benutzt wurden die Quittungen etwa von 1917 bis 1919. Die Empfangsbestätigungen sind wohl nur als Blanko-Exemplare in Sammlungen vorhanden. Lediglich eine ausgefüllter 10-Mark-Karte ist in der Sammlung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/Main bekannt: ausgestellt am 2. Juli 1919 von der Feinkost- und Butterhandlung Georg Schaefer. Objekttyp: Empfangsbestätigung Sammlung: Uwe Bronnert Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Preußen, Provinz Hannover, Hameln Emittent: In Hameln ansässige Einzelhandelsgeschäfte Nominal: 10 Mark Datierung: 191 … (das Datum war handschriftlich einzutragen) Vorderseite: Schwarzer Druck auf farbigem Karton Rückseite: Aufdruck von drei Spalten zum handschriftlichen Eintrag von Einkäufen Unterschrift: Die Quittungen waren bei Ausgabe vom Emittenten (Geschäftsinhaber) zu unterschreiben Material: Dünner hellbrauner Karton Druck: Buchdruckerei W. Hesse, Hameln, Kleinestraße 26 Auflage: Unbekannt Umlauf: Etwa Februar 1917 bis 1919 Format: 92 mm x 122 mm Nummerierung: Ohne Zitate: Ulrich E. G. Schrock, Geschichte des Hamelner Notgeldes 1916 bis 1948, Bremen 1987, S. 35 Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- SHENBERG: Vorschau auf den Banknotenteil der 15. Auktion e-live am 30. Mai 2026
Das junge lettische Auktionshaus SHENBERG veranstaltet seine 15. e-live Auktion. Ab sofort sind alle Lose auf der Website des Hauses einsehbar. Ab 30. Mai um 11 Uhr läuft die Auktion mit 1.746 Losen für Münzen und Medaillen und Banknoten an. Der Papiergeldteil umfasst mehr als 1000 Lose, beginnt bei Los 1000 und endet bei Los 2055. Hier geht es direkt zur Seite mit dem Beginn des Banknotenteils! Nachfolgend finden Sie ausgewählte Lose der Auktion zu Banknoten: Los 1494: Latvia, 500 Rubles, 1920, AU-XF, SPECIMEN Description: Latvia, Latvian Government Currency Note, 500 Rubles, 1920, AU-XF, Pick: 8s, SPECIMEN, AU-XF Starting Bid: € 4,000 Los 1594: Lithuania, 100 Litu, 1922, F Description: Lithuania, Bank of Lithuania, 100 Litu, 1922, F, Pick: 20a, F Starting Bid: € 3,000 Los 1623: Luxembourg, 100 Francs, 1980, Gem UNC 66 EPQ, SPECIMEN Description: Luxembourg, Grand-Duche, 100 Francs, 1980, Gem UNC 66 EPQ, SPECIMEN, Pick: 57s, 66 Gem UNC EPQ Starting Bid: € 250 Los 1753: Romania, 20 Lei, 1944, About UNC 53 Description: Romania/ Russian Occupation WWII, 20 Lei, 1944, About UNC 53, Pick: M12, 53 About UNC Starting Bid: € 800 Los 1853: Russia, 25 Rubles, 1947, Choice UNC 64 EPQ Description: Russia, State Bank Notes U.S.S.R., 25 Rubles - Wmk: Stars, 1947, Choice UNC 64 EPQ, Pick: 227, 64 Choice UNC EPQ Starting Bid: € 285 Los 2054: Yugoslavia, 100 Lir, 1944, Gem UNC 65 EPQ, SPECIMEN Description: Yugoslavia, 100 Lir, 1944, Gem UNC 65 EPQ, SPECIMEN, Pick: R22s, 65 Gem UNC EPQ Starting Bid: € 400 Hier geht es direkt zur Seite mit dem Beginn des Banknotenteils! SHENBERG AUCTION LTD www.shenbergs.com auction.shenbergs.com info@shenbergs.com ☎ +37129787887
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Mai 2026, Teil 1
Bangladesch, Guatemala, Katar, Kuba, Malediven, Pakistan, Türkei, Venezuela, Westafrikanische Staaten (Burkina Faso, Guinea-Bissau) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Bangladesch 500 Taka von 2026 BNB B371b: wie BNB B371a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 1000 Taka von 2026 BNB B372b: wie BNB B372a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Guatemala 5 Quetzales vom 07.02.2024 BNB B605h: wie BNB B605g (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Cáceres/González), neuem Datum (7 DE FEBRERO DE 2024), und neuer Druckerei (G+D Currency Technology). 50 Quetzales vom 15.03.2023 BNB B609e: wie BNB B609d (SCWPM 125), aber mit neuen Unterschriften (Monterroso/González), neuem Datum (15 DE MARZO DE 2023), und neuer Druckerei (OBERTHUR fiduciaire). Katar 5 Riyals von 2025 BNB B227a: wie BNB B220b (SCWPM ), aber mit neuem Jahr, überarbeitetem gefenstertem Sicherheitsfaden, überarbeitetem Staatswappen und Nennwert unten links auf der Vorderseite in westlichen statt arabischen Ziffern. 10 Riyals von 2025 BNB B228a: wie BNB B221b (SCWPM ), aber mit neuem Jahr, überarbeitetem gefenstertem Sicherheitsfaden, überarbeitetem Staatswappen und Nennwert unten links auf der Vorderseite in westlichen statt arabischen Ziffern. Kuba 20 Pesos von 2025 BNB B908p: wie BNB B908o (SCWPM 122), aber mit neuer Unterschrift (Delgado) und neuem Jahr. Malediven 10 Rufiyaa vom 31.07.2025 BNB B224a: wie BNB B216a (SCWPM nicht gelistet), aber mit dem neuen Währungssymbol, das auf beiden Seiten vor dem Nennwert steht, mit neuer Unterschrift (Munawar) und neuem Datum (2025 ޖުލައި 31). Pakistan 100 Rupees von 2026 BNB B235aa: wie BNB B235z (SCWPM 48), aber mit neuem Jahr. Türkei 20 Lira, neue Auflage BNB B302g: wie BNB B302f (SCWPM 224), aber mit neuen Unterschriften (Karahan/Karahan). Serie H. Venezuela 500 Bolívares vom 12.06.2025 BNB B391b: wie BNB B391a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Guerra/Pérez) und neuem Datum (12 DE JUNIO DE 2025). Westafrikanische Staaten (Burkina Faso) 500 Francs CFA von 2026 BNB B120Co: wie BNB B120Cn (SCWPM 319C), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. 1000 Francs CFA von 2025 BNB B121Cy: wie BNB B121Cx (SCWPM 315C), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. 1000 Francs CFA von 2026 BNB B121Cz: wie BNB B121Cy (SCWPM 315C), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. 2000 Francs CFA von 2026 BNB B122Cz: wie BNB B122Cy (SCWPM 316C), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. 5000 Francs CFA von 2026 BNB B123Cz: wie BNB B123Cy (SCWPM 317C), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. 10.000 Francs CFA von 2026 BNB B124Cz: wie BNB B124Cy (SCWPM 318C), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkina Faso. Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122Sy: wie BNB B122Sx (SCWPM 916S), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe S = Guinea-Bissau. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)
- Aus alten Zeitungen: Falsche Geldscheine – made in Moskau?
Gefunden in: "Rundschau" vom 29. Dezember 1952 Moskauer 100-Dollars-Fälschung. Falsche Geldscheine – made in Moskau? Nahezu vergessene Affäre könnte wieder aktuell werden Der amerikanische Geheimdienst ist angewiesen worden, in Zusammenhang mit den Banken ein besonderes Augenmerk auf falsche Noten zu richten, weil es für möglich gehalten wird, daß man in Moskau erneut zu Geldfälschungen großen Stils übergehen könnte. Welches Aufsehen solche Affären erregen, beweisen die rund 10 Millionen gefälschter Dollarnoten, die Ende der 20iger Jahre von Moskau aus abgesetzt wurden. Als die Sowjetunion ihren ersten Fünfjahresplan 1928 begann, stellte sich bald heraus, daß die Devisendecke zu knapp war, um die Einfuhren für den sich steigernden Verbrauch von Maschinen und Rohstoffen zu decken. Es soll ein alter bewährter lettischer Kommunist Alfred Tilden gewesen sein, der Stalin den Vorschlag gemacht hat, falsche Dollars herstellen zu lassen und vor allem in China an den Mann zu bringen, dessen Märkte und Hafenplätze sicher nicht sehr scharf in banktechnischer Hinsicht überwacht würden. Stalin persönlich erteilte 1929 die entsprechenden Befehle. Präzisionsmaschinen wurden unauffällig gekauft und durch Beziehungen oder Bestechungen größere Mengen des üblichen Spezialpapiers erworben. Obschon auch in Südost- und Mitteleuropa, ja in den USA selbst Noten verteilt und als gefälscht erkannt wurden, blieb es 1930 dem Berliner Kriminalkommissar von Liebermann vorbehalten, diese größte Fälschung des Jahrhunderts, die im Frieden ein Staat aus betrügerischen Gründen betrieb, zum Weltskandal zu machen, auch wenn er nicht in der Lage war, schlüssig den Urheber festzustellen. Das vermochte erst der 1939 geflüchtete Chef der sowjetischen Militärspionage für Europa, Kriwitzky, für dessen Äußerungen sich damals freilich niemand interessierte. Man wählte eine raffinierte Tarnung, wie sie ähnlich auch heute wieder im geheimen Ost/West-Handel üblich ist. Im Herbst 1929 kaufte nämlich eine Gruppe amerikanischer Finanziers, die mit kanadischen Minenaktien handelte, die 1846 gegründete angesehene Privatbank "Sass und Martini". Von ihr erwarb sie nach kurzer Zeit ein nicht ganz seriöser Herr Simons und der veräußerte sie nach weiterer kürzerer Wartezeit an den früheren Berliner kommunistischen Staatsverordneten Franz Roth, von dem man wußte, daß er in der Sowjetbotschaft gern gesehen war. Nun trat als Hauptkunde ein früherer Angestellter der Sowjetischen Handelsgesellschaft auf, Franz Fischer, ein alter Kommunist, und zahlte 19.000 Dollar in 100er Noten ein, die ganz harmlos bei der Deutschen Bank von "Sass und Martini" deponiert wurden. Ebenfalls bankmäßig üblich wurden aber von hier aus Teile dieser Scheine an die National City Bank in Neuyork weitergegeben und landeten von dort aus ganz normal bei der Federal Reserve Bank. Und hier wurde man stutzig, weil es sich um altmodische Scheine handelte, die in Amerika selbst gar nicht mehr ausgegeben wurden und nun vom Ausland her in solchen Mengen auftauchten … man erkannte die ganz hervorragend gemachte Fälschung. Der Skandal war da. Franz Fischer erfuhr bald Moskaus Dank, er wurde als Werkmeister nach Ostsibirien verbannt. Die Welt war aufmerksam geworden. Der sowjetische militärische Nachrichtendienst hatte schon mehrfach gegen die ungeschickte und auffällige Devisenhonorierung seiner Agenten protestiert (große Summen in 1-Dollar-Scheinen mit Zählbändern der Moskauer Staatsbank). Jetzt noch durch Fälschungen doppelt gefährdet zu werden, das alarmierte ihn. Die Ausgabe wurde eingestellt. Aber 1932, nach zwei Jahren, versuchte der KP- und Spionage-Chef für die USA, Nick Dozenberg, das Spiel noch einmal; er wurde später liquidiert. Der bekannte Strafverteidiger Dr. Sack (der im Reichstagsbrandprozeß verteidigte) erklärte offen, die Vermutungen amerikanischer Zeitungen stimmten, Moskau selbst habe die Fälschungen veranlaßt. Aber man wußte es noch nicht genau. In den USA waren sogar Gangsterbanden für den Vertrieb eingesetzt worden, jedoch der Verteilungschef, der Neuyorker Arzt Dr. Valentin Gregory Burtan (dessen Verteidigung die sowjetische Botschaft bezahlte) schwieg und ging 1934 für 15 Jahre ins Zuchthaus. An all das erinnert man sich. Interessant ist aber, daß die SU inzwischen in der Goldförderung auf einer Stufe mit Südafrika steht und nach fachmännischer Annahme über eine Goldreserve von mindestens einer Milliarde Dollar verfügen könnte. Barren mit Hammer und Sichel tauchen auch des öfteren im Handel auf. Auch damit könnten theoretisch Währungsschwierigkeiten durchgeführt werden, sogar echte. –thk– Unter dem Titel Dollars make the world go round – Greenbacks für den Moskauer Fünfjahresplan veröffentlichte Karlheinz Walz einen Beitrag zu den sowjetischen Dollarfälschungen hier im Blog: https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%A4lscher-falschgeld-teil-50 Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!
- MIF Paper Money Fair (Mai 2026)
Die Frühjahrsausgabe der MIF Paper Money Fair fand am ersten Maiwochenende 2026 in Maastricht, Niederlande, statt. Dimitri Waltmans, der Veranstalter, seine Familie und seine Mitarbeiter richteten erneut die weltweit größte Banknotenmesse aus. Diesmal nahmen mehr als 220 Aussteller aus über 70 Ländern teil. Es wurden neue Rekorde sowohl bei der Anzahl der anwesenden Händler (ohne Tische) als auch bei den Besucherzahlen am Samstag und Sonntag aufgestellt. Zahlreiche Besucher und reges Geschäft auf der MIF. Das Format der Veranstaltung war wie zuvor: drei Tage „Pre-Show“ und ein zusätzlicher Tag in der Haupthalle, der ausschließlich Ausstellern und Händlern vorbehalten war. Am Samstag und Sonntag war die Öffentlichkeit herzlich eingeladen, die Veranstaltung kostenlos zu besuchen, und Hunderte kamen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hervorragend, und es wurden keine Diebstähle gemeldet. Stack's Bowers erhält als Dankeschön für sein Sponsoring einen Korb mit Käse. Hauptsponsor der Veranstaltung war erneut das Auktionshaus Stack’s Bowers mit Sitz in Costa Mesa, Kalifornien. Co-Sponsoren der MIF waren Paper Money Guaranty (PMG), PCGS Europe und Monalisa Money Modo. Sberatel war ebenfalls vor Ort und versorgte alle mit kostenlosem Bier. Zum siebten Mal bei einer europäischen Messe bot PMG vor Ort eine Bewertung an. Ein Händlertisch von vielen auf der MIF. Neue Ausgaben sind stets sehr gefragt, und zu den Bestsellern zählten zweifellos die neuen ZiG-Banknoten aus Simbabwe, eine neue Gedenkbanknote aus Botswana sowie die neuen Polymer-Serien aus Brunei, Bhutan und St. Helena. Mitglieder der International Bank Note Society trafen sich auch auf der MIF. Ich hielt auch dieses Jahr wieder einen Vortrag auf der MIF, allerdings nicht vor einer Gruppe von Schülern wie im Herbst, sondern vor Vertretern der Presse und der Stadtverwaltung. Am nächsten Tag erschien ein informativer Artikel in der niederländischen Presse, den Sie HIER lesen können. Ich freue mich darauf, Sie auf der nächsten MIF im September 2026 zu sehen! Donald Ludwig
- Carl Schurz: vom preußischen Rebell zum Innenminister der USA
Carl Christian Schurz wurde am 2. März 1829 im Pächterhaus des Wasserschlosses Gracht in Liblar im Bergheim-Erft-Kreis in der preußischen Rheinprovinz geboren und war der älteste Sohn des Dorflehrers Christian Schurz und seiner Ehefrau Marianne. Ab 1836 besuchte er die Schule im Dorf; ein Jahr später wechselte er zur Elementarschule in Brühl. Das Lehrergehalt seines Vaters mit Bezügen von monatlich etwa 10 Thalern reichte für die Versorgung der Familie nicht aus; so verließ dieser den Schuldienst und eröffnete eine kleine Eisenwarenhandlung. Abb. 1: 5 Thaler Courant, 6. Mai 1824, Vs., 130 mm x 90 mm; Kassenanweisung der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden. Von 1839 bis 1846 besuchte Schurz das Marzellen-Gymnasium in Köln. Aber Geldprobleme der Familie zwangen Carl Schurz zum Abbruch der Schule in der vorletzten Jahrgangsstufe. Im Selbststudium brachte er sich den Stoff der Oberprima bei und legte als „Auswärtiger“ erfolgreich die Abiturprüfung ab; außerdem war er 1846/47 Gasthörer an der Universität Bonn. Schon in seiner Jugendzeit erfuhr er freiheitlich-demokratisches Gedankengut; selbst schrieb er 1905: „Unterdessen wurde von meinem Vater und meinen Oheim Amerika eifrig besprochen. Da hörte ich denn zum ersten Male von dem unermeßlichen Lande jenseits des Ozeans, seinen ungeheuren Wäldern, seinen großartigen Seen und Strömen, von der jungen Republik, wo es nur freie Menschen gäbe, keine Könige, keine Grafen, keinen Militärdienst und, wie man in Liblar glaubte, keine Steuern. Alles, was über Amerika Gedrucktes aufgetrieben werden konnte, wurde mit Begierde gelesen, und so sah ich im Pfennigmagazin zum erstenmal das Bildnis Washingtons, den mein Vater den edelsten aller Menschen in der Geschichte der Welt nannte, da er als Feldherr im Kriege für die Befreiung seines Volkes große Heere kommandiert und dann, statt sich zum König zu machen, all seine Gewalt freiwillig niedergelegt und wieder als einfacher Landwirt den Pflug in die Hand genommen habe. An diesem Beispiel erklärte mein Vater mir, was ein »Freiheitsheld« sei.“ [1] 1847 schrieb sich Schurz an der Bonner Universität ein, studierte Philologie und Geschichte und hörte Vorlesungen bei Professor Johann Gottfried Kinkel. Dessen antimonarchistische Ansichten begeisterten Schurz, sie freundeten sich an und beteiligten sich gemeinsam am 10. Mai 1849 an der Erstürmung des Waffenlagers in Siegburg. Zur Finanzierung des militärischen Aufstands und der Errichtung demokratischer Verhältnisse in Süddeutschland gab der liberale Rechtsanwalt Gustav von Struve Schuldscheine in Höhe von u. a. 35 Kreuzer als Anleihe aus. Am 21. September 1848 hatte der Abgeordnete der badischen Kammer in Lörrach eine „Deutsche Republik“ ausgerufen. Abb. 2: 35 Kreuzer, Januar 1849, Vs., 187 mm × 242 mm, 5 %-er Schuldschein der Gesellschaft deutscher Republikaner („Freiwilliges Anlehen“ zu Gunsten der deutschen Republik). Nach dem Scheitern des sog. Siegburger Zeughaussturms war Schurz am Ende des badisch-pfälzischen Aufstands in der Festung Rastatt wie viele meuternde badische Militärs von preußischen Truppen eingeschlossen. Die Festung fiel nach dreiwöchiger Belagerung am 23. Juli 1849. In der Nacht zum 24. Juli begann seine viertägige Flucht durch einen Abwasserkanal aus der Festung nach Steinmauern ins elsässische Seltz. Die geheime Bootsfahrt über den Rhein kostete Carl Schurz 5 Thaler. Abb. 3: 5 Thaler Courant, 2. Januar 1835, Vs., 130 mm x 85 mm, Kassenanweisung der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden. In Seltz erfuhr er, dass Professor Gottfried Kinkel nach Kämpfen an der Murlinie verwundet und in die Festung Rastatt gebracht wurde. Kinkel wurde am 4. August 1849 vom preußischen Kriegsgericht in Rastatt zu lebenslanger Festungshaft verurteilt. Nach seiner Flucht erreichte Schurz Straßburg, sollte dort interniert werden und fuhr in Richtung Schweiz, wo er einige ihm bekannte Revolutionäre in Bern zu treffen hoffte. Er überquerte illegal und ohne Pass die Grenze. Abb. 4: 100 französische 5-Franken-Thaler, Vs., 1. Januar 1849, Vs. 204 mm x 144 mm; Banknote der Deposito-Cassa der Stadt Bern (ursprünglich lauteten die befristeten Noten auf 500 Franken alter Währung). Im Mai 1850 wurde Kinkel in das Zuchthaus Spandau überführt und seine Frau erwirkte durch eine Öffentlichkeitskampagne eine mildere lebenslange Haft in einer „Zivilanstalt“. Schurz befreite seinen Freund in der Nacht vom 6. auf den 7. November 1850. Durch Bestechung des Gefängniswärters Georg Brune gelang die spektakuläre Aktion mit Hilfe von Gleichgesinnten und einem 20 Meter langen Seil. Beide flohen gemeinsam über Oranienburg, Neubrandenburg und Güstrow nach Rostock. In Warnemünde gingen sie unter den Decknamen Kaiser und Hensel an Bord des Segelschiffs „Kleine Anna“ und landeten am 1. Dezember 1850 im Hafen von Leith bei Edinburgh. Gemeinsam fuhren sie nach London, wo sich ihre Wege trennten – Kinkel blieb in London, Schurz ging nach Frankreich. Abb. 5: Gottfried Kinkel (links) hatte am 31. Mai 1848 den Demokratischen Verein in Bonn gegründet und galt seitdem als radikaldemokratisch, er wurde zum Märtyrer der Revolution; Carl Schurz (rechts) wurde Adjutant von Fritz Anneke in der badischen Revolutionsarmee. Abb. 6: 1 Thaler, 1848, Vs./Rs., 34,5 mm Ø, 750-er Silber, sog. „Angsttaler“ Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Großherzog Friedrich Franz II. Abb. 7: 1 Pound/20 Shillings, 1. Mai 1838, Vs., 132 mm × 122 mm, Banknote der Leith Banking Co. Abb. 8: 1 Pound, 20. Mai 1816, Vs., 200 mm × 113 mm, Banknote der Bank of England. Abb. 9: 100 Francs, 22. Februar 1849, Vs., 180 mm × 110 mm, Banknote der Banque de France; Schurz verdiente durch journalistische Arbeiten etwa 180 Francs monatlich. Die französischen Behörden überwachten Carl Schurz, inhaftieren ihn Ende Mai 1851 für vier Tage und erklärten ihn zur unerwünschten Person. Er kehrt deshalb im Sommer nach London zurück, wo außer den Kinkels noch viele weitere politische Flüchtlinge lebten; dort lernte er Margarethe Meyer, Tochter eines Hamburger Fabrikanten, kennen und sie heirateten am 6. Juli 1852 kurz vor ihrer gemeinsamen Auswanderung in die USA. Am 17. September 1852 erreichten sie auf dem Paketschiff „City of London“ New York. Beide hielten sich später in Philadelphia und Washington auf. Schurz studierte die englische Sprache intensiv und besuchte den Senat und das Abgeordnetenhaus im Capitol. Schurz’ Eltern und Schwestern kamen im Frühjahr 1853 nach Philadelphia, nachdem die preußische Polizei das elterliche Haus durchsuchte und verwüstete. Die Großfamilie mietete ein Haus und die beiden Schwestern Anna und Antonie eröffneten ein Modegeschäft. Am 3. Mai 1853 wurde Schurz’ erstes Kind Agathe geboren. 1854 kaufte er ein Grundstück in Wisconsin und ließ ein Haus in Watertown bauen. Abb. 10: 10 Dollars, Juli 1850, Vs., 185 mm × 77 mm, Banknote der Bank of Wisconsin. Schurz praktizierte ab 1858 als Rechtsanwalt am Circuit Court in Milwaukee/Illinois. Wegweisend für seine Zukunft war die Begegnung mit Abraham Lincoln am 12. Oktober 1858. Während einer Zugfahrt kam es zu einer denkwürdigen Begegnung: Carl Schurz lernte den späteren 16. Präsident der USA kennen. Dieser debattierte damals mit dem Herausforderer Stephen A. Douglas über die Sklaverei – beide wollten für Illinois in den Washingtoner Senat. Lincoln verlor gegen Douglas, hatte aber schon den Präsidentschaftswahlkampf 1860 im Blick. Schurz unterstützte Lincoln dabei und entsprechend seinem ausgeprägten Ego behauptete er später: „Ich habe mehr als alle anderen getan, um Lincoln auf dem richtigen Weg zu halten.“ Lincoln gewann die Präsidentschaft am 6. November 1860 und Carl Schurz sollte als US-Botschafter nach Sardinien gehen, wurde jedoch 1861 von Außenminister William H. Seward als Gesandter in die Botschaft der USA nach Spanien geschickt. Abb. 11: 100 Reales de Vellón, 1. August 1861, Vs., 178 mm × 114 mm, Banknote der Banco de Cádiz. Nach einem halben Jahr kehrte Schurz in die Vereinigten Staaten zurück, um sich auf Seiten der Nordstaaten am Bürgerkrieg zu beteiligen. Schurz diente als Brigadegeneral unter den Generälen Frémont und Sigel in der Virginia-Armee. Im Sommer 1863 wurde er zum Generalmajor befördert, befehligte die Army of the Cumberland und nahm an verschiedenen Schlachten z. B. bei Chancellorsville und Gettysburg teil. 1864 wurde er Truppenausbilder in Nashville/Tennessee. Abb. 12: 1 Dollar, 4. Januar 1863, Vs., 186 mm × 78 mm, Banknote der Bank of Chattanooga/Tennessee (Südstaaten). Abb. 13: 5 Dollars, 5. Mai 1859, Vs., 186 mm × 78 mm, Banknote der City Bank Philadelphia/ Pennsylvania (Nordstaaten). Nach dem tödlichen Attentat auf Präsident Lincoln während seiner zweiten Amtszeit am 15. April 1865 wurde der Vizepräsident Andrew Johnson ins Präsidentenamt vereidigt. Schurz brach nach Meinungsverschiedenheiten mit Johnson und beendete vorerst seine politische Karriere. Schurz zog sich ins Privatleben zurück und wurde u. a. Washington-Korrespondent für die „New York Tribune“ und Redakteur bei der „New York Evening Post“. Zusammen mit seiner Frau Margarethe, die als erste Gründerin eines Kindergartens in den USA gilt, reiste er 1867 nach Deutschland und nach einem Aufenthalt im inzwischen an Preußen gefallenen Nassau nahm er von Wiesbaden aus im Januar 1868 eine persönliche Einladung des damaligen Bundeskanzlers des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck an. Bismarck, der Schurz seit 1851 steckbrieflich suchen ließ, empfing ihn freundlich im Kanzlerpalais in der Berliner Wilhelmstraße. In einem der Gespräche überraschte er Schurz mit einer nüchternen Prophezeiung über den französischen Kaiser Napoleon III.: „... Dazu wird er unter irgendeinem Vorwand Streit mit uns anfangen. Ich glaube nicht, dass er persönlich diesen Krieg herbeisehnte, ich glaube sogar, er würde ihn lieber vermeiden, aber seine unsichere Lage wird ihn dazu treiben. Nach meiner Berechnung wird diese Krisis in etwa zwei Jahren eintreten. ... Wir werden siegen und das Ergebnis wird gerade das Gegenteil von dem sein, was Napoleon anstrebt, nämlich die vollständige Einigung Deutschlands außerhalb Österreichs und wahrscheinlich auch der Sturz Napoleons.“ Der Krieg zwischen Frankreich und Preußen brach im Juli 1870 aus, Napoleon III. wurde am 4. September 1870 gestürzt und das Deutsche Reich am 1. Januar 1871 errichtet– eine zutreffende Voraussage des preußischen Ministerpräsidenten.[2] Abb. 14: 5 Thaler Courant, 15. September 1856, Vs., 130 mm × 85 mm, Kassenanweisung der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden. Wieder in den USA angekommen, begab sich Schurz erneut auf das innenpolitische Parkett. Der inzwischen 40-Jährige kandidierte 1869 für das Amt eines US-Senators für Missouri, gewann das Mandat und sagte selbst über sich: „Die Schlacht ist geschlagen. Es ist der größte Sieg meines Lebens ... Nur wenig mehr als sechzehn Jahre waren vergangen, seitdem ich in Amerika gelandet war, ein Heimatloser, ein aus dem großen Schiffbruch der revolutionären Bewegung in Europa Geretteter.“ Er begleitete sein Washingtoner Amt bis 1875; der republikanische Gouverneur von Ohio, Hayes, wurde in dieser Zeit auf Schurz aufmerksam, der 1872 die Liberal-Republikanischen Partei mitbegründete. Nach der 1876 gewonnenen Präsidentschaft ernannte Rutherford B. Hayes sieben Tage nach Amtseinführung den früheren Senator Schurz zum Innenminister der Vereinigten Staaten von Amerika. Abb. 15: Ernennungsurkunde als Innenminister der USA im Kabinett Hayes vom 12. März 1877 mit dem Text „... know ye, that, reposing special trust and confidence in the patriotism, integrity and abilities of Carl Schurz of Missouri, I have nominated, and, by and with the advice and consent of the Senate, do appoint him to be Secretary of the Interior, and do autorize and empower him to execute and fulfil the duties according to law, and to have and to hold the said office, with all the powers, the privileges, and emcluments to the same of right appertaining ...“ (... hiermit bezeuge ich, dass ich, im besonderen Vertrauen auf den Patriotismus, die Integrität und die Fähigkeiten von Carl Schurz aus Missouri, ihn mit Zustimmung des Senats zum Innenminister nominiert habe und ernenne und ermächtige ihn, die ihm gesetzlich zustehenden Pflichten zu erfüllen und das Amt mit allen damit verbundenen Befugnissen, Privilegien und Rechten auszuüben ...) – am 12. März 1877 in Washington von Präsident R. B. Hayes unterzeichnet (US-Banknoten mit dem Abbild von Präsident Hayes gibt es nicht – lediglich eine Fantasienote über 100 Dollars Serie 1924). Schurz erhielt als Innenminister ein Gehalt von jährlich 8.000 US-Dollars – nach heutigem Wert etwa 240.000 bis 260.000 US-Dollars. Abb. 16: Carl Schurz, im Januar 1869 als Senator von Missouri gewählt, war als erster Deutsch-Amerikaner bis 1875 Kongressabgeordneter und ab 1877 US-Innenminister – seine Reformierung des öffentlichen Dienstes warf man ihm „als Einführung unamerikanischer ‚preußischer‘ Verhältnisse“ vor; schon damals war es in den USA üblich, nach jeder Wahl alle Ämter neu zu besetzen (Foto: Mathew B. Brady 1877). Abb. 17: 1 Dollar, 25. Mai 1877, Vs., 184 mm × 80 mm, Banknote der German American National Bank of Washington. Abb. 18: 20 Dollars, 6. Juli 1885, Vs., 184 mm × 80 mm, Banknote der National City Bank of New York. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst arbeitete Schurz ab 1881 wieder als Journalist und war als Herausgeber der „Evening Post“ und als Chefredakteur bei „Harper’s Weekly“ von 1892 bis 1893 tätig. Er leitete auch die „New York Civil Service Reform League“ und blieb als anerkannter Führer in der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft politisch aktiv. Schurz’ letzter öffentlicher Kampf richtete sich gegen den US-Imperialismus; er verurteilte den Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898. Am 10. Dezember 1898 verzichtete das Königreich Spanien im Frieden von Paris auf wichtige Außenbesitzungen. Kuba, Guam, Puerto Rico, die Jungferninseln und die Philippinen kamen für 20 Millionen US-Dollars an die Vereinigten Staaten. Er prangerte das Vorgehen der Amerikaner an, das nicht den Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung entsprach und eine Verletzung der Verfassung der USA darstellte. Carl Schurz starb am 14. Mai 1906 an einer Lungenentzündung in seiner Wohnung East 91st Street 24 in New York City und wurde auf dem Friedhof von Sleepy Hollow im Westchester County beigesetzt. Er überlebte seine Frau Margarethe, die 1876 kurz nach Geburt ihres zweiten Sohns Herbert starb. Ihre Tochter Emmy wurde nur zwei Jahre alt und Herbert starb 24-jährig in London an einem Herzleiden. Der jüngste Sohn Carl Lincoln Schurz war Rechtsanwalt in New York und starb 1924 im Alter von 53 Jahren im hessischen Bad Nauheim ebenfalls an einer Herzerkrankung. Schurz’ Töchter Agathe und Marianne blieben unverheiratet und widmeten sich sozialen Projekten – sie starben 1915 bzw. 1929. Abb. 20: 5 Dollars, 1. Juli 1905, Vs., 184 mm × 80 mm, Banknote der American Exchange National Bank of New York. Schurz galt viele Jahrzehnte in Deutschland und in den USA als vorbildlicher Demokrat. Seine historische Bedeutung wird neuerdings problematisch gesehen und ist Thema kritischer Aufarbeitung. So wirft man ihm den Aufbau brutaler Anstalten zur Assimilierung und einen erzwungenen Ausverkauf der verbliebenen Reservate (Aufteilung der Indianer-Reservate in Privatgrundstücke und Verkauf des nicht verteilten Landes an weiße Siedler) während seiner Dienstzeit als Innenminister vor. Die vorige US-Innenministerin Deb Haaland (2021–2025) gab eine Studie der Federal Boarding School Initiative in Washington in Auftrag, in der eine jahrzehntelange Zwangsverschickung indigener Kinder und deren Umerziehung in staatlichen Internaten anprangert wurde. Auch war er dafür verantwortlich, dass 1877 Bestrebungen für die Gleichberechtigung von Schwarzen in den Südstaaten gestoppt wurde. Michael H. Schöne Quellen: [1] Carl Schurz „Sturmjahre, Lebenserinnerungen 1829–1852“, Ostberlin 1982 [2] Carl Schurz „Unter dem Sternenbanner, Lebenserinnerungen 1852–1869“, Ostberlin 1981 https://archive.org https://carl-schurz.de https://de.wikipedia.org http://gamhof.org https://greven-archiv-digital.de https://www.bpb.de https://www.demokratiegeschichte.de https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de https://www.instyle.com https://www.mrlincolnswhitehouse.org http://www.wisoveg.de












