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  • Die Gutscheine der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft in Brasilien

    Die österreichische Auslands-Siedlungsgesellschaft m.b.H. wurde durch Andreas Thaler und andere am 29. März 1933 in Wien gegründet und verfügte über eine Zweigstelle in Innsbruck. Thaler wurde mit Einzelprokura ausgestattet. Dies ermöglichte ihm, Liegenschaften im Ausland zu erwerben. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1959 aufgelöst. Zweck der Siedlungsgesellschaft war die Organisation von Auswanderung und der Aufbau von Siedlungen, hauptsächlich für Tiroler Bauern, um der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise der 1930er Jahren zu entgehen. Bild 1: Porträt (Öl auf Leinwand) des österreichischen Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft Andreas Thaler (1883-1939) aus dem Andreas-Thaler-Haus in Treze Tilias (Brasilien). Präsident der Auslands-Siedlungsgesellschaft war Andreas Thaler (geboren am 10. September 1883 in Oberau in der Wildschönau in Tirol; verstorben am 28. Juni 1939 in Dreizehnlinden, Brasilien).[1] Von 1914 bis 1919 war er Gemeindevorsteher von Oberau und ab 1919 Abgeordneter im Tiroler Landtag. Von 1919 bis 1921 fungierte er als Obmann des Tiroler Antisemitenbundes. 1929 bis 1932 war er Obmann des Reichsbauernbundes. 1927 bis 1933 war er Nationalratsabgeordneter für die Christlichsoziale Partei. Vom 15. Januar 1926 bis 4. Mai 1929 und vom 30. September 1930 bis zum 18. März 1931 war er in fünf Kabinetten Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Als Bauernsohn kannte Thaler die Nöte der einfachen Bauern in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts nur zu gut. Die Weltwirtschaftskrise brachte Arbeitslosigkeit, die nicht aufhören wollende Inflation seit den 1920er Jahren, die Tausend-Mark Sperre Hitlers[2], die den schon damals wichtigen österreichischen Tourismus 1933 zum Erliegen brachte und die strenge Erbfolge der Tiroler Bauern, nach der der erstgeborene Sohn den Hof erbte und die anderen Geschwister leer ausgingen waren allgegenwärtige Sorgen. 1931 trat Thaler aus der Bundesregierung aus und widmete sich ganz der Aussiedlungsfrage. Er bereiste fast ganz Südamerika um geeignetes Siedlungsgebiet für seine Bauern zu finden. Auch hielt er viele Vorträge in Tirol und Vorarlberg, um für seine Siedlungsgesellschaft zu werben. Das Gebiet des späteren Dreizehnlinden in Brasilien stand nach Thalers Südamerikareise ganz oben auf der Liste. Ausschlaggebend waren für ihn die wenigen Kindergräber auf den Friedhöfen, denn Gelbfieber war damals in Südamerika eine große Plage. Zudem lag das Gebiet auf 700 bis 1.300 Meter Höhe, war hügelig und die Temperatur war ähnlich der in Südtirol und im Welsch-Tirol (heutiges Trentin). Entscheidend für Thaler war auch die niedrige Bevölkerungsdichte des Landes mit nur fünf Menschen pro Quadratkilometer sowie die Eisenbahnanbindung an die großen Städte. Außerdem gab es in dieser Gegend schon weitere deutschsprachige Auswanderer. Seitens der brasilianischen Regierung erhielt Thaler jede Unterstützung, man war gerne bereit Österreicher aufzunehmen. Auf seiner Reise durch den Bundesstaat Santa Catarina[3] wurde Thaler vom österreichischen Konsul Walther von Schuschnigg[4] beraten. Schuschnigg schlug eine Siedlungsmöglichkeit in der Kolonie Sao Bento vor, nahe der Eisenbahnstation von Barra do Sao Bento, dem heutigen Itapui. Diese Kolonie wurde von Jose Schneider verwaltet. In der 1928 gegründeten Siedlung lebten 300 überwiegend deutschkatholische Familien, Deutschbrasilianer, Reichsdeutsche, Österreicher, Russlanddeutsche und Schweizer. Ausgestattet mit 500.000 Schilling von der Dollfuß-Regierung konnte Thaler ein Gebiet von 52 Quadratkilometern im vorgeschlagenen Gebiet kaufen. Bild 2: Siedlungsgebiet Dreizehnlinden. Am 08. September 1933 machten sich die ersten Auswanderer über den Hafen Genua auf die Reise und erreichten am 18. September 1933 Rio de Janeiro. Von dort erfolgte die beschwerliche Weiterfahrt ins Zielgebiet. Am 13. Oktober 1933 wurde Dreizehnlinden offiziell gegründet. Die Gemeinde war anfänglich streng genossenschaftlich strukturiert. Andreas Thaler wurde bei der Namensfindung für die neue Siedlung durch das Buch von Friedrich Wilhelm Weber „Dreizehnlinden“[5] inspiriert. In diesem Epos geht es um christliche Missionierung und um den Niedergang des Heidentums. Das passte zu seinem katholischem Wertesystem und war der perfekte Name für die neue Siedlung. Die ersten Jahre waren für die Neuankömmlinge sehr beschwerlich. Es warteten schwere Arbeit, ein wider Erwarten ungewohntes Klima, viele Entbehrungen und natürlich Heimweh. Aber es ging langsam voran. Bild 3: Die ersten Siedler hausten in diesen Baracken. Bild 4: Dreizehnlinden in den frühen Siedlungsjahren. Das vorhandene brasilianische Bargeld musste in erster Linie für den An- und Ausbau der Siedlung verwendet werden. Der Bargeldmangel belastete jedoch zunehmend den wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde. Deshalb wurde ein Gutscheinsystem eingeführt, das auf geleisteter Gemeinschaftsarbeit basierte. Die Gutscheine waren außerhalb der Siedlung wertlos und innerhalb der Siedlung eine Art Ersatzwährung. Sie dienten vermutlich als Tauschmittel, um Lebensmittel, Alltagsprodukte und Ähnliches zu erwerben. Folgende Gutscheine sind bekannt:[6] Eine halbe Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 105 x 65 mm Eine ganze Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 110 x 70 mm Eine halbe Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 111 x 71 mm Eine ganze Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 119 x 75 mm Bild 5.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 5.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 6.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 6.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 7.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 7.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 8.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 8.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Die farbig gestalteten Gutscheine weisen auf den Vorderseiten die Arbeitsleistung auf und die Rückseiten zeigen verschiedene landwirtschaftliche Motive. Alle Gutscheine sind auf Papier ohne Wasserzeichen und ohne Kontrollnummer ausgeführt. Ausgegeben wurden sie nach bislang bekannten Informationen in den Jahren 1934 bis 1935. Sie sollen in Österreich, vermutlich in Innsbruck gedruckt worden sein. Eine Druckerei ist allerdings nicht bekannt. Für den Aufbau der Gemeinde und aufgrund der genossenschaftlichen Organisation müssen sehr viele Arbeitsstunden geleistet worden sein, folglich dürften in den Anfangsjahren viele Gutscheine Verwendung gefunden haben. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Heute sind diese Stücke sehr selten und kaum erhältlich. Der Autor hatte seine Exemplare vor Jahren in Brasilien erworben. Eine aktuelle Bewertung kann für die wenigen bekannten Exemplare nicht abgegeben werden. Es dürften sich um Liebhaberpreise handeln, wenn solch ein Gutschein doch einmal angeboten werden sollte. Ein Landlos von 20 ha kostete die Siedler seinerzeit 1.500 Schilling, das abbezahlt werden musste. Auch das bereitgestellte Vieh musste gekauft werden. Eine Familie bekam zunächst höchstens 20 ha Land zugewiesen. Zwei mittlere Kühe kosteten 300 bis 400 Milreis (damals 130 bis 170 Schilling). Ein Arbeiter verdiente pro Tag 2 Milreis[7]. Unbemittelte Siedler mussten so lange in der Gemeinschaftssiedlung arbeiten, bis sie die Mittel zum Ankauf einer eigenen Kolonie aufbringen konnten. Das bedeute einen hohen Anteil an gemeinschaftlicher Arbeit. Und heute? Brasilien trat 1942 auf Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg ein. Die Regierung unter dem davor deutschfreundlichen Präsidenten Vargas änderte nun ihre Politik grundsätzlich. Die Verwendung der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit wurde verboten. Das Land der Siedler wurde enteignet und Dreizehnlinden in Papuan umbenannt. Am 29. April 1963 wurde Dreizehnlinden wieder zur selbstständigen Gemeinde erklärt. Auch der ursprüngliche Name wurde wieder eingeführt, allerdings nun offiziell in der portugiesisch-sprachigen Version als "Treze Tilias". Bild 9: Wappen von Treze Tilias – Das brasilianische Tirol. Bis in die 1980er Jahre fristete man in Treze Tilias ein eher kärgliches Dasein, da die Straße in die nahe gelegene Stadt Joaçaba sehr schlecht und damit der Absatz für landwirtschaftliche Produkte erschwert war. Erst mit der Verbesserung von Infrastruktur, der Anbindung an das überörtliche Straßennetz und der Gründung der Molkerei Tirol im Jahr 1975 erhielt die Gemeinde einen bedeuteten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Firma Tirol ist inzwischen die zweitgrößte Molkerei in Brasilien, der größte Betrieb des Ortes und einer der größten der ganzen Region. Das zweite Standbein der Gemeinde Treze Tilias ist der Tourismus. Jährlich Mitte Oktober feiert die Gemeinde ein Tirolerfest zur Erinnerung an die österreichischen Einwanderer. Bild 10: Tirolerfest in Treze Tilias. An die österreichische Tradition erinnern insbesondere das weit verbreitete Kunsthandwerk der Holzbildhauer sowie die Tiroler Musikkapelle Dreizehnlinden, die Schuhplattlergruppe, die Volkstanzgruppe, viele Häuser im Tiroler Baustil, die Edelweiß-Bar, das Rathaus, die vielen Blumen an den Ortseinfahrten und im Zentrum sowie Hotels und Gebäude im alpenländischen Stil. Besuchen Sie einmal die Webseite von Treze Tilias[8]. Sie gibt es natürlich auch deutschsprachig. Bild 11: Rathaus von Treze Tilias. Die Bewahrung von Tradition, Herkunft und Sprache, dem großen Ziel von Andreas Thaler, ist sehr gut gelungen. Zwischen Treze Tilias und der alten Heimat Tirol, insbesondere nach Wildschönau[9] [10] bestehen Partnerschaften, die intensiv gepflegt werden. Sollten Sie einmal die Gelegenheit haben in Brasilien zu sein, dann kann ich einen Besuch von Treze Tilias nur empfehlen. Eigentlich wollte ich nur kurz diese seltenen Gutscheine vorstellen, aber nun ist doch ein längerer Text entstanden. Es gäbe noch sehr viel mehr zu erzählen: von der Zeit vor 90 bis 100 Jahren, von der Aufbauzeit in Brasilien und von der heutigen Zeit. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick geben und vielleicht Neugier auf mehr wecken. Thomas van Eck Anmerkungen [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Thaler [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Mark-Sperre [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Catarina [4] https://www.vienna.at/die-oesterreicher-in-brasilien/3966571 [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Dreizehnlinden_(Friedrich_Wilhelm_Weber) [6] Sammlung des Autors [7] https://de.wikipedia.org/wiki/Milreis [8] https://www.trezetilias.com.br/deutsch [9] https://www.wildschoenau.com/de [10] https://www.wildschoenau.gv.at/gemeinde-wildschoenau/unser-tal/partnergemeinde-dreizehnlinden

  • Zwei aktuelle Veröffentlichungen der Oesterreichischen Nationalbank

    Die Oesterreichische Nationalbank 1925 – Aufbruch in eine neue Zeit 64 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format 21 x 25 cm, Broschur. Oesterreichische Nationalbank, Wien, 2025. Zu bestellen über das Geldmuseum der OeNB: geldmuseum@oenb.at Es war einmal … DER SCHILLING 80 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format 21 x 25 cm, Broschur. Oesterreichische Nationalbank, Wien, 2025. Zu bestellen über das Geldmuseum der OeNB: geldmuseum@oenb.at Die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) pflegt ihre Geschichte. Am Hauptsitz Otto-Wagner-Platz in Wien unterhält die Bank neben dem Bankhistorischen Archiv das Geldmuseum mit zahlreichen Ausstellungsstücken aus der hauseigenen Sammlung. Der Eintritt ist frei, ein Besuch lohnt sich. Daneben veranstaltet die Bank dort, sowie in ihrer letzten noch verbliebenen Zweiganstalt in Innsbruck regelmäßig wechselnde Sonderausstellung, zu denen auch Publikationen herausgegeben werden. 2025 war man aus Anlass des 100jährigen Jubiläums sowohl der Einführung der Schillingwährung in Österreich als auch des Bezugs des neuen Bankgebäudes am Otto-Wagner-Platz besonders rege: Im Oktober 2025 fand im historischen Kassensaal der Bank, leider nur für wenige Tage, die Sonderausstellung „1925 – Aufbruch in eine neue Zeit“ statt. Bereits im August war in den Räumen des Geldmuseums die Sonderausstellung „Es war einmal … DER SCHILLING“ eröffnet worden, die bis Anfang Juli 2026 lief. Anlässlich beider Ausstellungen erschien jeweils eine gedruckte Publikation, die hier kurz vorgestellt werden sollen. Das im März 1925 eröffnete neue Bankgebäude markierte einen Wendepunkt in der österreichischen Architektur. Ursprünglich war es als Nebengebäude eines monumentalen Palastes der Oesterreichisch-ungarischen Bank geplant worden und sollte lediglich die Wertpapierdruckerei der Bank aufnehmen. Die Arbeiten am Bankpalast wurden infolge des Kriegsbeginns nicht mehr realisiert und waren nach dem Ersten Weltkrieg infolge der Auflösung der Bank obsolet geworden. Das teilweise bereits fertig gestellte Nebengebäude wurde von 1923 bis 1925 nach den Plänen der Architekten Rudolf Eisler und Ferdinand Glaser zum Hauptsitz der neugegründeten OeNB umgebaut. Es markiert durch seine nüchterne und funktionale Gestaltung mit zurückhaltenden geometrischen Dekorationselementen den Höhepunkt der Kunstrichtung der „Neuen Sachlichkeit“, die als Bau- und Kunststil nach dem Ersten Weltkrieg auch in Österreich Einzug hielt. Auch die Erstausgabe der neuen Schillingnoten war von dieser Kunstrichtung geprägt. Sie zog viel Kritik auf sich, insbesondere hinsichtlich der Porträtabbildungen auf der Vorderseite, so dass schon 1925 ein Künstlerwettbewerb für eine zweite Banknotenserie ausgerufen wurde. Überhaupt war die Einführung der Schillingwährung in Österreich von zahllosen wirtschaftlichen Herausforderungen begleitet. Dennoch etablierte sich die Währung, die ab 1927 in den Umlauf gegebene Banknotenserie fand in der Öffentlichkeit Akzeptanz. Im Dezember 1945 erlebte der Schilling seine Wiedergeburt, und erst 2002 verabschiedete er sich im Zuge der Euroeinführung auch in Österreich – nicht vollständig, da die Münzen und Banknoten der letzten Ausgabe unbegrenzt umtauschbar bleiben. Beide Publikationen ergänzen sich und überzeugen durch sehr fundiert recherchierte und interessant geschriebene Texte sowie zahlreiche Abbildungen. In der Broschüre „1925 – Aufbruch in eine neue Zeit“ erhält der Leser neben vielen wertvollen Informationen rund um die Ausgabe der ersten Schillingnoten sowie der Folgeserie Einblicke in die künstlerische Gestaltung des Bankgebäudes zum Zeitpunkt seiner Eröffnung, und lernt ausgewählte Bilder österreichischer Künstler aus der Kunstsammlung der Bank kennen, die einen umfassenden Eindruck vermitteln, wie die Gestaltungen des Gebäudes zum Zeitpunkt seiner Eröffnung künstlerisch einzuordnen ist. Den Banknotensammler erfreuen neben den Abbildungen der Geldscheine der ersten Schillingserie von 1925 unter anderem bisher unveröffentlichte Entwürfe für die Banknoten der zweiten Serie aus dem Künstlerwettbewerb von 1925. Die Publikation „Es war einmal … DER SCHILLING“ enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Informationen über die durch die OeNB seit 1925 ausgegebenen Banknoten sowie Abbildungen, Fotos und Dokumente aus 70 Jahren Schillingwährung. Auch einige Fälschungen von Schillingnoten sind darunter. Wer sich für österreichisches Papiergeld interessiert, wird beide Publikationen mit viel Freude lesen. Sie werden durch die OeNB kostenfrei abgegeben, solange verfügbar. Dr. Sven Gerhard

  • Geldscheinporträts: Immanuel Kant – "Der große Zerstörer im Reiche der Gedanken"

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Immanuel Kant Zur Person: Philosoph ​Nationalität: Deutsch ​Lebensdaten: 22. April 1724 – 12. Februar 1804 ​Geburtsort: Königsberg i. Pr. ​Sterbeort: Königsberg i. Pr. Immanuel Kant, Porträt um 1790, möglicherweise von Elisabeth von Staegemann (1761–1835). Immanuel Kant revolutionierte die Philosophie. Was er in seinen Schriften niederlegte, bildete eine Zäsur, von der sich das Denken bis heute nicht erholt hat – im besten Sinne. Noch heute wird die deutsche Philosophie in eine Phase vor und nach Kant eingeteilt. Heinrich Heine adelte ihn als „großen Zerstörer im Reiche der Gedanken“. Sein Leben hingegen hatte wenig von dem eines Revolutionärs. Er hat seine Geburtsstadt Königsberg in Ostpreußen nie verlassen. Während sein Denken die Welt erschütterte, war sein Alltag von einer fast pedantischen Regelmäßigkeit geprägt. Die Bürger Königsbergs sollen ihre Uhren nach seinen täglichen Spaziergängen gestellt haben, so pünktlich war der Professor in seinen Gewohnheiten. Seine bedeutendste Errungenschaft war wohl die sogenannte „kopernikanische Wende“ in der Erkenntnistheorie. Fast zehn Jahre widmete sich Kant seinem Monumentalwerk „Kritik der reinen Vernunft“. 1781 war es fertiggestellt. Das Resultat bezeichnete Kant selbst als „Revolution der Denkungsart“. Er stellte darin die bis dahin gängige Auffassung völlig auf den Kopf: Wir erkennen die Welt nicht, wie sie an sich ist, sondern wie sie uns durch die Strukturen unseres Verstandes erscheint. Er bricht damit mit dem Rationalismus und erwachte, wie er in seinem Vorwort schrieb, durch die Lektüre von Werken David Humes aus dem „dogmatischen Schlummer“. Nachdem er sich durch Rezensenten missverstanden fühlte, verfasste er ein erläuterndes und einleitendes Werk zur „Kritik der reinen Vernunft“, die „Prolegomena“. 1787 veröffentlichte er eine zweite und überarbeitete Auflage seiner Kritik. Ebenso bedeutsam war seine Moralphilosophie, die er vor allem in seiner zweiten Kritik, der „Kritik der praktischen Vernunft“ von 1788, dargelegt hat. Der kategorische Imperativ – „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ – gehört bis heute zu den unverzichtbaren Grundlagen ethischen Denkens. Kant befreite die Moral von äußeren Autoritäten und gründete sie auf die Vernunft selbst. Königsberg i. Pr., Ostpreußen, Notgeldschein, 100 Mark vom 30.09.1922. Vorderseite: Ansicht Königsbergs mit Blick über den Schlossteich zum Königsberger Schloss, das 1944/45 schwer beschädigt wurde, nach dem Krieg verfiel und 1968 auf Anweisung Leonid Breschnews restlos abgetragen wurde. Königsberg i. Pr., Ostpreußen, Notgeldschein, 100 Mark vom 30.09.1922. Rückseite: Büste Immanuel Kants mit Früchtekranz, links und rechts Engelfiguren mit brennenden Kerzen. Auch politisch war Kant alles andere als zurückhaltend. Die Französische Revolution begrüßte er ausdrücklich als Fortschritt der Menschheit. Diese Haltung behielt er bei, auch als nach 1786 Friedrich Wilhelm II. die Regierung übernahm und Kant mit Sanktionen rechnen musste. Trotz zunehmender Zensur veröffentlichte Kant in dieser Zeit seine religionsphilosophischen Schriften. Nach ihnen lässt Gott sich nicht logisch beweisen, da Gott kein Gegenstand möglicher Erfahrung ist. Doch konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Gott. Daher ist die Moral das Ursprüngliche und die Religion erklärt die moralischen Pflichten als göttliche Gebote. Kant hat nie geheiratet, keine Kinder, keine weiten Reisen unternommen. Sein Leben spielte sich in einem Radius von wenigen Kilometern ab. Und doch reicht sein Einfluss bis in die entferntesten Winkel der modernen Welt. Keine ethische Debatte, keine erkenntnistheoretische Diskussion in der Philosophie kommt an ihm vorbei. Der Mann, der Königsberg nie verließ, hat die Grenzen des menschlichen Denkens neu vermessen. Elias Heindl Literatur/Quellen: Heinrich Heine (1834): Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. In: Der Salon, Band 2, 1835. (aufgerufen über: https://www.projekt-gutenberg.org/heine/religion/religion.html, zul. am 18.12.2025) https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Jürgen Kaube: Wider die Selbstverkleinerung des Geistes. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2024 (aufgerufen über: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/immanuel-kant-der-alleszermalmer-wurde-heute-vor-300-jahren-geboren-19664507.html, zul. am 17.12.2025) Manfred Kühn (2001): Kant. A Biography. Cambridge University Press

  • Philippinen: Eine neue 3000-Piso-Gedenkbanknote

    Am 10. Juni 2026 stellte der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Alexander G. Gesmundo, im Sitzungssaal des Obersten Gerichtshofs in Manila eine neue Gedenkmünze, eine Gedenkbanknote und Gedenkbriefmarken zu Ehren des 125-jährigen Bestehens des Gerichtshofs vor. Präsident des Obersten Gerichtshofs Alexander G. Gesmundo (vordere Reihe, Mitte) leitet die Vorstellung der Gedenkausgaben des Obersten Gerichtshofs. Die 125-jährige Geschichte des Obersten Gerichtshofs und sein Vermächtnis bei der Wahrung von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit auf den Philippinen wurden der philippinischen Bevölkerung durch eine Gedenkbanknote und eine Gedenkmünze der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) sowie durch Gedenkbriefmarken der Philippine Postal Corporation (PHLPost) nähergebracht, die am 10. Juni 2026 offiziell vorgestellt wurden. Der Oberste Richter Alexander G. Gesmundo leitete die Zeremonie, an der auch der Senior-Richter am Obersten Gerichtshof Marvic M.V.F. Leonen sowie weitere Richter teilnahmen. Der Oberste Richter Alexander G. Gesmundo (rechts) nimmt die Gedenkbanknote zum 125-jährigen Jubiläum des Obersten Gerichtshofs von Eli M. Remolona Jr., dem Gouverneur der Bangko Sentral ng Pilipinas, entgegen. Die 3000-Piso-Gedenkbanknote, die erste von der BSP herausgegebene Banknote mit vertikalem Design, zeigt das Porträt des ersten Obersten Richters der Philippinen, Cayetano Arellano. Auf der Vorderseite ist der Sitzungssaal des Obersten Gerichtshofs abgebildet, der derzeitige Veranstaltungsort für mündliche Verhandlungen „en banc“ und früher die Hauptbibliothek der Universität der Philippinen, bevor diese nach Diliman in Quezon City verlegt wurde. Auf der Rückseite sind die Justitia, das neue Gebäude des Obersten Gerichtshofs sowie die Namen der Präsidenten zu sehen, die den Obersten Gerichtshof seit 1901 geleitet haben – von Präsident Arellano bis hin zu Präsident Gesmundo. Die Banknote wurde von dem BSP-Künstler Kenneth Arroyo entworfen. Sowohl die neue Banknote als auch die Münze sind gesetzliches Zahlungsmittel, d. h., sie sind landesweit als Zahlungsmittel gültig. Beide Gedenkausgaben werden in Kürze bei der BSP und im neu eröffneten Souvenirladen des Obersten Gerichtshofs erhältlich sein. Donald Ludwig

  • Abchasien: Gedenkbanknote im Nennwert von 200 Apsar ausgegeben

    Am 8. Juni 2026 gab die Nationalbank der Republik Abchasien die Ausgabe einer neuen Gedenkbanknote im Nennwert von 200 Apsar bekannt. Auf der Vorderseite ist rechts Nestor Apollonowitsch Lakoba abgebildet. Er war ein Revolutionär und Führer der Sozialistischen Sowjetrepublik Abchasien in den 1920er- und 1930er-Jahren. In der Mitte ist ein stilisierter Reiter der abchasischen revolutionären Einheit „Kiaraz“ zu sehen (basierend auf einer Komposition aus einem Mosaik aus der Sowjetzeit, das sich am Ufer von Suchumi befindet). Oben rechts befindet sich das Staatswappen der SSR Abchasien (1921–1931). Das Motiv enthält außerdem das aktuelle Staatswappen der Republik Abchasien, sieben in einem Halbkreis angeordnete Sterne, die zweimal vorhandene Wertangabe „200 Apsars“, den Namen der ausgebenden Behörde sowie die Unterschrift von Beslan Baratelia, dem Vorsitzenden der Nationalbank der Republik Abchasien. In der Mitte der Rückseite ist die dekorative Inschrift „Apsny“ vor dem Hintergrund eines traditionellen abchasischen Gehöfts mit Wohngebäuden zu sehen. Im oberen Teil der Komposition ist ein hochfliegender Falke abgebildet. Die Banknote enthält außerdem sieben in einem Halbkreis angeordnete Sterne, die zweifache Nennwertangabe „200 Apsar“ sowie die Kontrollnummer der Banknote, die sowohl im rechten als auch im unteren Bereich der Banknote aufgedruckt ist. Unten rechts erscheint ein QR-Code. Die vorherrschende Farbgebung basiert auf Rot- und Orangetönen. Die neue Banknote misst 150 mm × 65 mm und wurde von Dzhapua B. R. entworfen. Es wurden 5000 Banknoten gedruckt und „in Umlauf“ gebracht. Diese Ausgabe folgt auf die Stückelungen von 10, 25, 50, 100 und 500 Apsar. Austauschnote sind durch die Serie AB gekennzeichnet. Die Republik Abchasien ist ein teilweise anerkannter Staat im Südkaukasus. Die Nationalbank von Abchasien vermarktet diese Banknoten intensiv an internationale Sammler. Lesen Sie HIER und HIER mehr über einige der früheren Ausgaben. Donald Ludwig

  • Ein scheinbar unedierter Notgeldschein des Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel

    Vohwinkel war bis 1929 eine selbstständige Stadt innerhalb der preußischen Rheinprovinz und gehörte von 1877 bis 1929 zum Kreis Mettmann. Der Landkreis Mettmann hatte bis dahin seinen Sitz in Vohwinkel. Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets vom 29. Juli 1929 wurde Vohwinkel zusammen mit den Städten Barmen, Cronenberg, Elberfeld und Ronsdorf zunächst zu Barmen-Elberfeld vereinigt. Noch im selben Jahr beschloss die Stadtverordnetenversammlung der neu gegründeten Gemeinde, dem Preußischen Staatsministerium vorzuschlagen, die Stadt in Wuppertal umzubenennen. Dem Vorschlag wurde im Januar 1930 stattgegeben. Von der Stadt Vohwinkel wurde im Jahr 1923 auch eigenes Notgeld ausgegeben. Hierzu wurde bereits in diesem Blog ein lesenswerter Artikel veröffentlicht, auf den ich gerne verweise.[1] Am 10. August 1923, einem Freitag, wurden die ersten städtischen Notgeldscheine ausgegeben. Die Scheine über 100.000, 500.000, 1 Million, 5 Millionen und 10 Millionen Mark tragen dieses Datum. Die Ausgaben sind alle ohne Wasserzeichen, eine Druckfirma ist auf den Scheinen nicht angegeben. Einzige Ausnahme ist die Ausgabe über 500.000 Mark gedruckt auf rotem Papier. Auf diesen Scheinen ist als Druckfirma „Hüster & Vogel, Vohwinkel“ genannt. Dieser rote Schein ist in seiner Gestaltung etwas anders als die übrigen städtischen Notgelder.[2] Er hatte eine Auflagenhöhe von 18.000 Exemplaren und wurde bereits zum 1. September 1923 zu Einlösung aufgerufen. In Vohwinkel gab es neben der Druckerei Hüster & Vogel auch die Meise & Möcking GmbH, diese stellte u.a. auch diverse Ausgaben an Briefmarkenkapselgeld her. Die städtischen Notgeldscheine sind aufgrund ihrer Gestaltung wahrscheinlich von einer heute nicht mehr verifizierbaren Druckerei hergestellt worden. Ein besonderer Gutschein aus Vohwinkel, der auf den ersten Blick wie ein Notgeldschein wirkt, soll an dieser Stelle vorgestellt werden. Es handelt sich um einen Gutschein über 500.000 Mark vom 13. August 1923[3], ohne Wasserzeichen, beidseitig bedruckt. Aussteller ist der „Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel“. Unterzeichnet durch den Präsidenten des Kegel-Clubs mit „Baas“. In der rheinischen Mundart bezeichnet Baas einen Vorsitzenden, Meister, Herr oder einen der die Oberaufsicht hat. Im Text auf der Vorderseite des Gutscheins ist zu lesen: „Dieser Gutschein wird von allen Kassen nicht angenommen. Der Gutschein verliert seine Gültigkeit mit dem Tage der Annahme; er wird nie eingelöst, da als Zahlungsmittel nicht zulässig. Vor Annahme wird gewarnt.“ Die Bezeichnung „Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel“ suggeriert, dass es sich bei den Mitgliedern des Kegel-Clubs möglicherweise um Bedienstete der Stadtverwaltung Vohwinkel gehandelt haben könnte, die sich regelmäßig an einem Donnerstag zu einem geselligen Beisammensein trafen. Leider konnten keine weiteren Angaben zu diesem Kegel-Club gewonnen werden. Allerdings spricht einiges dafür, dass die v.g. Annahme vielleicht richtig sein könnte. Folgende Anhaltspunkte weisen daraufhin: die grafische Gestaltung es Gutscheins weist wie das städtische Notgeld einen starken Heimatbezug auf, die Schreibweise von Ort und Datum stimmen mit Ausnahme der verwendeten Schrifttype überein, das verwendete Papier ist das gleiche wie bei den städtischen Ausgaben und der Gutschein wurde nur drei Tage später datiert. Denkbar ist, dass Mitglieder des Kegel-Clubs als Bedienstete der Stadt Vohwinkel mit der Gestaltung des städtischen Notgelds beruflich involviert waren. Im lilafarbigen Unterdruck des Gutscheins werden Szenen aus Vohwinkel gezeigt, aber was ist darauf zu sehen? Auf der Vorderseite ist links ein Eckhaus, rechts Teile des Stadtgartens und natürlich die Schwebebahn. Als Vorlage wurde hier eine Ansicht „Stationsgarten Vohwinkel im Jahre 1900“ verwendet. Die Fläche des Stationsgartens lag damals neben der Endstation der Schwebebahn. Eine spätere Postkarte „Vohwinkel, Schwebebahn am Kaiserplatz“ zeigt eine ähnliche Ansicht.[4] Im Eckhaus ist nun das Café H. Bremkamp zu erkennen. Der Kaiserplatz ist und war die zentrale Straßenkreuzung in Vohwinkel.[5] Das Café des Hugo Bremkamp war Conditorei, Restauration und beliebter Treffpunkt. Gegründet Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte es zu den besseren Restaurants und verfügte auch über eine eigene Musikkapelle. Eine eigene Kegelbahn gehörte ebenfalls dazu. Es ist zu vermuten, dass sich der „Donnerstags Kegel-Club“ regelmäßig in der Restauration Bremkamp getroffen haben könnte. Die eigenen Gutscheine könnten als eine Art Spielgeld gedient haben. Die linksseitig gedruckte vierstellige Kennnummer könnte auch einzelne Punkte, die man beim Kegeln erzielen kann, darstellen. Auch die Rückseite des Gutscheins zeigt eine Straßenszene für die eine historische Vorlage verwendet wurde. Sie zeigt die Kaiserstraße. An dieser Stelle gilt mein Dank dem Bürgerverein Vohwinkel und dem Bezirksbürgermeister von Vohwinkel Herrn Andreas Schäfer für die freundliche Unterstützung.[6] Im Jahr 2026 feiert die Schwebebahn ihren 125. Geburtstag mit vielen Veranstaltungen.[7] Zu diesem Anlass gibt die Münze Deutschland im September 2026 eine 35-Euro-Silbermünze aus.[8] Zur Geschichte der Schwebebahn sei auf die lesenswerten Ausführungen in Wikipedia verwiesen.[9] In Wuppertal gibt es aber noch viel mehr zu entdecken, es lohnt sich. Übrigens, die Schwebebahn kann man auch mit dem Deutschlandticket nutzen. Thomas van Eck Anmerkungen https://www.geldscheine-online.com/post/vohwinkel-1923-goethe-notgeld https://www.vohwinkel.net/3-verwaltung/notgeld.htm Sammlung van Eck. Alle Postkarten aus der Sammlung U. Johenneken, Wuppertal. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserplatz_(Wuppertal) https://buergerverein-vohwinkel.de/vohwinkel-historisch https://www.wsw-online.de/mobilitaet/schwebebahn/jubilaeum-der-schwebebahn/ https://shop.muenze-deutschland.de/Muenzen/Alle-Muenzen/35-Euro-Silbermuenze-2026-125-Jahre-Wuppertaler-Schwebebahn.html https://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertaler_Schwebebahn

  • Von der "Platte" zu "Erichs Lampenladen"

    Zur Gestaltung der Rückseite der Banknote zu 100 Mark der Staatsbank der DDR der Ausgabe 1975[1] „Erichs Lampenladen“ war in der DDR ein Spitzname für den am 23. April 1976 eröffneten Palast der Republik am Marx-Engels-Platz (Lustgarten) im Zentrum von (Ost-)Berlin. Mit dem Bau war im November 1973 begonnen worden. Der Palast der Republik war Sitz der Volkskammer der DDR und beinhaltene ferner zahlreiche Veranstaltungsräume, Bars und Restaurants, die für Besucher frei zugänglich waren. Er wurde im September 1990 wegen der Belastung mit Spritz-Asbest geschlossen, dann entkernt und zwischen 2006 und 2008 abgerissen – eine Entscheidung, die immer noch kontrovers diskutiert wird. Heute steht an dieser Stelle der Nachbau des Berliner Stadtschlosses mit dem Humboldt-Forum. Der Spitzname „Erichs Lampenladen“ (auch „Lampenhaus Mitte“) spielte auf die rund 10.000 kugelförmigen Lampen in Foyer des Gebäudes an. Palast der Republik, Blick in das Hauptfoyer, Foto: Ulrich Kohls, Aufnahme vom 22. April 1976, einen Tag vor der Eröffnung des Gebäudes. Abb. Bundesarchiv (Wikimedia Commons). Staatsbank der DDR - 100 Mark Ausgabe 1975, ausgegeben ab 2.10.1978 (Grab DDR-25, Ro. 363), Rückseite: Stadtzentrum von (Ost-)Berlin mit Palast der Republik, fertiggestellt 1976. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Der Palast der Republik ist auf der Rückseite der ab 2. Oktober 1978 ausgegebenen Banknote zu 100 Mark der Staatsbank der DDR (Ausgabe 1975)[2] abgebildet. Auf dieser Abbildung ist die Sicht auf das Gebäude von der Straße „Unter den Linden“ her in Richtung Osten, so dass vom Betrachter aus links das historische Zeughaus, mittig im Hintergrund der Fernsehturm am Alexanderplatz, und rechts ein kleiner Ausschnitt des Kronprinzenpalais zu sehen ist. Das an das Kronprinzenpalais an der Straße Unter den Linden Richtung Osten anschließende Gebäude der Alten Kommandantur ist nicht im Bild – es war im Krieg beschädigt und 1950 abgerissen worden, es wurde erst zwischen 2001 und 2003 wieder errichtet. Die Abbildung des Palastes der Republik auf der Rückseite der Banknote zu 100 Mark war zunächst nicht vorgesehen. Als das Politbüro des Zentralkomitees der SED[3] am 10. November 1970 die Motive für die Ausgabe einer neuen Banknotenserie der Staatsbank der DDR festlegte, wählte man für die Wertstufe zu 100 Mark auf der Vorderseite eine Kopfabbildung von Karl Marx und für die Rückseite eine Abbildung des zwischen 1962 und 1964 errichteten Staatsratsgebäudes am Marx-Engels-Platz (Schlossplatz) in (Ost-)Berlin[4]. Der Entwurf der Vorderseite des Scheines stammte von Margot Bitzer, derjenige der Rückseite von Gerhard Faulwasser[5]. Die Farbe des Scheines sollte dunkelbau sein. Ursprünglicher Entwurf der 100-Mark-Banknote der Staatsbank der DDR von 1971 mit dem Staatsratsgebäude auf der Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Bereits mit Beschluss des Politbüros vom 1. Juni 1971 wurde das Motiv der Rückseite geändert. Es sollte nunmehr das Stadtzentrum von Berlin nach seiner Fertigstellung 1974 zeigen. Eine Begründung hierfür findet sich in der kurz gehaltenen Beschlussvorlage nicht. Die Gründe für diese Entscheidung mögen politischer Natur gewesen sein: 1974 wurde tatsächlich der städtebaulich neu gestaltete Bereich rund um das Rote Rathaus und den Marx-Engels-Platz in Ost-Berlin fertig gestellt, wodurch die Funktion von (Ost-)Berlin als Hauptstadt der DDR betont und hervorgehoben werden sollte. Die Ausgabe der Banknote zu 100 Mark sollte nach der Beschlussvorlage im 2. Halbjahr 1977 erfolgen. Sie verzögerte sich, weil der VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig die Produktion von Banknoten für die Staatsbank der DDR zwischen Ende 1976 und Herbst 1977 zugunsten eines anderen Auftrags zurückstellen musste, nämlich der Herstellung von Banknoten für Vietnam. 2. Entwurf der Rückseite der Banknote zu 100 Mark von 1971 (Ausschnitt) - Stadtzentrum von (Ost-)Berlin. Bildnachweis: KfW, Historisches Konzernarchiv, MüA 839. Zu sehen sind auf der der Beschlussvorlage von 1971 zugrunde liegenden, gezeichneten Entwurfsvorlage moderne mehrgeschossige Wohn- bzw. Bürohäuser im Stadtzentrum von (Ost-)Berlin. Links an die moderne Häuserzeile schließt sich ein Altbau an. Im Hintergrund ist der Fernsehturm am Alexanderplatz sowie schemenhaft das rote Rathaus zu sehen, ferner zwei Hochhäuser. Im Vordergrund sind Autos sowie ein Linienbus zu erkennen, bei dem es sich um wahrscheinlich um ein ungarisches Ikarus-Modell Typ 66 handeln dürfte, der ab Mitte der 1960-er Jahre im Ostberliner Stadtverkehr zum Einsatz kam. Die Straßenszene lässt sich identifizieren: Es handelt sich um die Straßenkreuzung Wilhelmstraße/Unter den Linden mit Blick nach Osten[6]. Das größere Hochhaus im Hintergrund links ist das 1970 fertig gestellte Hotel Stadt Berlin, das kleinere Hochhaus vermutlich das zwischen 1969 und 1971 errichtete Haus des Reisens; beide Gebäude befinden sich am Alexanderplatz. Mit dem Richtfest des Palastes der Republik am 18. November 1974 war klar, dass dieser vor der Ausgabe der Banknote zu 100 Mark fertig gestellt sein würde. Mit seiner Eröffnung sollte die Umgestaltung des Ostberliner Stadtzentrums abgeschlossen werden. Durch Beschluss des Politbüros vom 8. November 1974 wurde daher die im Juni 1971 beschlossene Abbildung der Rückseite der Banknote zu 100 Mark erneut verworfen, und ein neues Motiv beschlossen, dass das Ensemble rund um den Marx-Engels-Platz mit dem Palast der Republik im Mittelpunkt zeigen sollte. Bewusst war keine Fokussierung allein auf den Palast der Republik gewollt. Vielmehr sollte durch die Verbindung von Zeughaus und (kleinem) Ausschnitt des Kronprinzenpalais die „harmonische Verbindung moderner und prägnanter Bauwerke sozialistischen Charakters mit der historischen klassizistischen Architektur Berlin dar[gestellt]“ werden. 3. Entwurf der Rückseite der Bankote zu 100 Mark von 1974 (Ausschnitt) - Stadtzentrum von (Ost-)Berlin mit Palast der Republik im Rohbau. Bildnachweis: KfW, Historisches Konzernarchiv, MüA 839. Nachdem das Politbüro den Andruck der Banknote zu 100 Mark mit Beschluss vom 2. August 1977 freigegeben hatte, begann die Produktion der Scheine im 4. Quartal 1977 im VEB Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig. Die bis April 1978 herzustellende Erstauflage (Serienbuchstaben AA bis AH) betrug 80 Millionen Scheine, hinzu kommen Austauschnoten mit den Serienbuchstaben ZA bis ZD. Das endgültig umgesetzte Rückseitenmotiv weicht in Details von der Vorlage der Beschlussfassung vom November 1974 ab: Der Fernsehturm erscheint weniger alleinstehend, der Turm des Roten Rathauses im Hintergrund ist nur andeutungsweise zu erkennen. Abgebildet sind zudem Straßenlaternen. Außerdem ist die Straße mit Verkehr und Passanten belebt, was die Szene lebhafter und weniger künstlich erscheinen lässt. Dieser Effekt dürfte gewollt gewesen sein. Es ist zu vermuten, dass dem ausgeführten Motiv einen Originalfoto zugrunde gelegen hat, das kurz vor oder nach Eröffnung des Palastes 1976 aufgenommen wurde, während der Entwurf von 1974 sich zwangsläufig auf eine Fotografie des Rohbaues stützen musste. Deutlich zu sehen ist das an der Fassade des Palastes des Republik – auf dem ausgegebenen Schein ist die Glasfront zu sehen, in der sich Wolken spiegeln. Der Entwurf von 1974 dagegen zeigt eine offene Gebäudefront ohne Fassade und ohne Innenausbau. Zudem fehlt das Staatswappen über dem Gebäudeeingang. Staatsbank der DDR - 500 Mark Ausgabe 1985, nicht ausgegeben (Grab DDR-27, Ro. 365) - Rückseite: Staatsratsgebäude in (Ost-)Berlin. Diese Abbildung war zunächst für die Rückseite der Banknote zu 100 Mark Ausgabe 1975 vorgesehen. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Die 1971 für die Banknote zu 100 Mark entworfene rückseitige Abbildung des Staatsratsgebäudes wurde 1984 durch die Staatsbank der DDR als Motiv wieder aufgegriffen und für die Rückseite der nicht ausgegebenen Banknote zu 500 Mark von 1985 (Grab DDR-27, Ro. 365) verwendet. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Grabowski DDR-25, Ro. 363. Anordnung Nr. 4 über die Ausgabe neuer Banknoten der DDR vom 18. August 1978, GBl 1978 I S. 350. Das Politbüro des ZK des SED war das höchste Führungsgremium der Staatspartei SED. Es traf in seinen wöchentlichen Sitzungen alle grundsätzlichen politischen und wichtigen personelle Entscheidungen, nachdem sie von den Behörden vorbereitet worden waren. Der 1960 gegründete Staatsrat war das formelle Staatsoberhaupt der DDR. Peter Reissig, DDR-Papiergeld Katalog und Geschichte mit Bewertungen (8), moneytrend 6/2011, S. 210 ff. Frank Scholz vom DGW e.V. an dieser Stelle vielen Dank für die entsprechenden Hinweise und Bildbelege.

  • Leserpost: Ein seltener Schein der Georgischen Legion Samsun

    Über ein Auktionshaus konnte ich einen – aus meiner Sicht ziemlich seltenen – 10-Piaster-Schein erwerben. Was mich aber beeindruckt hat, ist das Wasserzeichen (im Katalog nicht aufgeführt), welches nicht auf meinem bereits in der Sammlung vorhandenen 5-Piaster-Schein zu finden ist. Es sind drei in sich verschlungene Fische in einer (vielleicht) symbolischen Sonne. Ich konnte herausfinden, dass es ein christliches Symbol ist und die Dreifaltigkeit darstellen soll – auch Dreifaltigkeits-Knoten (Triquetra) genannt. Das gleiche Symbol ist z.B. auch in der englischen Kirche Hexham Abbey zu finden. Also ein christliches Symbol auf einem Schein für ein islamische Land. Interessant ist auch die Zackung wie bei Briefmarken. D. Otto Antwort der Redaktion Die Scheine der Georgischen Legion Samsun kommen ohne oder mit Fabrik-Wasserzeichen vor. Wenn überhaupt, dann sind vom Fabrik-Wasserzeichen aber nur Fragmente zu sehen, da diese nur weit verteilt auf den Druckbogen, aber nicht als Flächen-Wasserzeichen im Papier vorhanden sind. Es hängt also vom Zufall ab, ob auf einem Schein ein fast vollständiges Firmen-Wasserzeichen zu sehen ist. Bei Schriftzügen kommen fast nur Fragmente vor. Das Motiv „Zu den drei Fischen“ war das offizielle und weltweit bekannte Markenzeichen des Hauses Flinsch. Es geht historisch auf das Stammhaus der Familie in Köln zurück (das Haus „Zu den drei Fischen“ am Rhein) und wurde ab dem 19. Jahrhundert konsequent auf den produzierten und vertriebenen Papieren als Schutzmarke und Wasserzeichen verwendet. Die Handelshäuser Ferd. Flinsch (mit Hauptsitz und großen Niederlassungen unter anderem in Leipzig, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main) gehörten zu den bedeutendsten Papierlieferanten und Maschinenherstellern des Deutschen Kaiserreichs. Für die Herstellung von Not- und Militärgeld griffen Einheiten im Ausland – wie die Georgische Legion in Samsun – auf vorhandene Bestände an exportiertem oder mitgeführtem deutschen Qualitätspapier zurück. Die Randperforation diente dem Heraustrennen der Scheine aus dem Druckbogen. Die provisorischen handgeschriebenen ersten Scheine der Georgischen Legion Samsun von 1915/16 über 5 und 10 Piaster sind beide mit Randperforation versehen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Pfund von Ägypten aus dem Jahr 1950

    Ägypten, offiziell die Arabische Republik Ägypten, ist ein Land, das sich über die nordöstliche Ecke Afrikas und die südwestliche Ecke Asiens erstreckt und dabei die Sinai-Halbinsel umfasst. Es grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Nordosten an Palästina und Israel, im Osten an das Rote Meer, im Süden an den Sudan und die Sahara sowie im Westen an Libyen. Der Golf von Akaba im Nordosten trennt Ägypten von Jordanien und Saudi-Arabien. Mit über 107 Millionen Einwohnern ist Ägypten das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt, das drittbevölkerungsreichste Land Afrikas und das 15. bevölkerungsreichste Land der Welt. Ägypten blickt auf eine der längsten Geschichten aller Länder zurück; seine Geschichte im Nildelta lässt sich bis ins 6. bis 4. Jahrtausend vor unserer Zeit zurückverfolgen. Das alte Ägypten gilt als Wiege der Zivilisation und war Schauplatz einiger der frühesten Entwicklungen in den Bereichen Schrift, Landwirtschaft, Urbanisierung, organisierte Religion und Zentralregierung. Ägypten war ein frühes und wichtiges Zentrum des Christentums und nahm ab dem 7. Jahrhundert den Islam an. Kairo wurde im 10. Jahrhundert zur Hauptstadt des Fatimidenkalifats und im 13. Jahrhundert des darauf folgenden Mamluken-Sultanats. Das Land wurde dann 1517 Teil des Osmanischen Reichs, bis sein lokaler Herrscher, Muhammad Ali, 1867 das moderne Ägypten als autonomes Khedivat gründete. Das Land wurde anschließend zusammen mit dem Sudan vom Britischen Empire besetzt und erlangte 1922 als Monarchie die Unabhängigkeit. Nach der Revolution von 1952 erklärte sich Ägypten zur Republik. Zwischen 1958 und 1961 schloss sich Ägypten mit Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen, die aber nur bis 1971 bestand. Nach zahlreichen Kriegen unterzeichnete Ägypten 1978 die Camp-David-Abkommen, in denen es Israel im Gegenzug für dessen Rückzug aus dem besetzten Sinai anerkannte. Nach dem Arabischen Frühling, der zur ägyptischen Revolution von 2011 und zum Sturz von Hosni Mubarak führte, durchlebte das Land eine lange Phase politischer Unruhen; die ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2012 führten zur kurzlebigen, der Muslimbruderschaft nahestehenden Regierung von Mohamed Morsi, die nach Massenprotesten im Jahr 2013 vom Militär gestürzt wurde. Die derzeitige Regierung ist eine semipräsidentielle Republik unter der Führung von Abdel Fattah el-Sisi, der 2014 gewählt wurde. 1898 wurde in Kairo die Nationalbank von Ägypten („National Bank of Egypt“) gegründet. Ihr wurde für 50 Jahre das ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten in Ägypten gewährt. Die ersten Noten wurden am 3. April 1899 auf Grundlage eines Erlasses vom 25. Juni 1898 ausgegeben. Frühe ägyptische Banknoten sind selten und erzielen hohe Preise, wenn sie zum Verkauf angeboten werden. Zwischen 1918 und 1945 waren auch Staatsnoten des „Egyptian Government“ im Umlauf. Es folgten „Egyptian Currency Notes“. Im Jahr 1960 wurde die Zentralbank von Ägypten („Central Bank of Egypt“) gegründet, die bis heute die einzige Emissionsbehörde ist. Die meisten Banknoten mit niedrigerem Nennwert aus den Ausgaben der „National Bank of Egypt“ von 1913 bis 1951 sind noch in neuwertigem Zustand zu finden. Die 10-Pfund-Banknote mit einem Ausstellungsdatum zwischen dem 03.03.1931 und dem 24.05.1951 ist eine der schönsten Banknoten aus dieser Zeit, nicht nur wegen ihrer Größe und ihres atemberaubenden Designs, sondern auch wegen ihrer allgemeinen Verfügbarkeit. Diese beeindruckende Banknote wird hier vorgestellt. Objekttyp: Banknote Sammlung: Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Ägypten Emittent: National Bank of Egypt Nominal: 10 Egyptian Pounds Datierung: 13TH FEBRUARY 1950 (13.2.1950) Vorderseite: Braun, violett und grün. Text in Arabisch und Englisch. Der Nennwert „10“ ist in beiden oberen Ecken in arabischer Schrift angegeben, in den unteren Ecken lautet der Nennwert „L.E.10“. Auf der rechten Seite ist eine Straßenszene abgebildet, die zur Sultan-Al-Mansour-Qalawun-Moschee in Bein Al-Qasrain führt, einem der prestigeträchtigsten Viertel Kairos. Zahlreiche Guilloche-Muster zieren den gesamten Hintergrund der Banknote. Rückseite: Der Text ist auf Arabisch. In beiden unteren Ecken ist der Nennwert „10“ auf Arabisch angegeben, in den oberen Ecken lautet die Angabe „L.E. 10“. Links ist ein von Rindern angetriebenes Wasserrad am Flussufer abgebildet. In der Mitte befindet sich eine Gruppe von Palmen. Guilloche-Muster zieren zudem die Hintergrundbereiche. Unterschrift: Frederick W. Leith-Ross (Governor) Material: Papier mit Wasserzeichen (Sphinx) Druck: Bradbury, Wilkinson & Co., New Malden, Surrey, England Format: 188 mm x 102 mm Nummerierung: X/140 030679 Zitate: B122d (The Banknote Book: Egypt, Owen W. Linzmayer). Egypt 23c (Standard Catalog of World Paper Money, General Issues 1368-1960, 16th Edition). PMG-Grading (zum 20.03.2026): 342 Stück gegradet, 68EPQ (TOP POP, 1 Stück), 67EPQ (7 Stück), 66EPQ (13 Stück) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Iran: Ein neuer 1.000.000-Rials-Scheck

    Im Juni 2026 gab die Zentralbank der Islamischen Republik Iran eine 1.000.000-Rials-Banknote (Scheck) heraus, die Berichten zufolge an die 168 Menschen erinnert, die am 28. Februar 2026, dem ersten Tag des militärischen Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den Vereinigten Staaten, bei einem Luftangriff auf die Shajareh-Tayyibeh-Grundschule in Minab ums Leben kamen. Auf der Vorderseite ist der Schrein von Fatima Masumeh in Qom abgebildet. Die Rückseite zeigt eine Karte des Persischen Golfs und der Straße von Hormus sowie Tauben, die in einem Klassenzimmer der Shajareh-Tayyibeh-Grundschule über leeren Schulbänken und einer Tafel fliegen. Die Zahl „168“ dient als Registrierungsmerkmal. Auf der Vorderseite befindet sich ein 2,5 mm breiter, gold-zu-grün verlaufender unterbrochener Sicherheitsstreifen, auf dem „I. R. IRAN“ in entmetallisierter Schrift sowie eine Umrisskarte zu sehen sind, sowie ein durchgehender Sicherheitsfaden mit aufgedruckter Farsi-Schrift. Das Wasserzeichen zeigt einen Torbogen und die Elektrotype-Zahl 100. Die Banknote wurde von TAKAB gedruckt, Irans führendem inländischen Druck- und Herstellungsunternehmen, das für die Produktion von Sicherheitspapieren, Wasserzeichen und Banknoten zuständig ist. Die Banknote misst 156 mm x 71 mm. Donald Ludwig

  • Sankt Helena: Ersatzbanknoten gemeldet

    Am 22. Januar 2026 gab das Saint Helena Government eine neue Serie von Polymerbanknoten heraus, nachdem sie diese bereits Anfang des Monats vorgestellt hatte. Banknoten von Sankt Helena sind ausschließlich im britischen Überseegebiet Saint Helena, Ascension und Tristan da Cunha im Umlauf und gelten nirgendwo sonst auf der Welt als gesetzliches Zahlungsmittel. Es handelt sich um die ersten neuen Banknoten, die dort seit 2012 ausgegeben wurden. Angesichts einer Gesamtbevölkerung von weniger als 5.500 Einwohnern werden diese Scheine nicht in großen Mengen gedruckt, und aufgrund der Abgeschiedenheit des Gebiets sind sie schwer zu beschaffen. Über diese Neuausgaben wurde HIER im Blog berichtet. Für diese Ausgabe wurden Austauschnoten (Ersatzbanknoten bzw. Replacement notes) hergestellt, die unten abgebildet sind. Deren Nummerierung beginnt mit dem Buchstaben „Z“. Einige wenige sind inzwischen auf den Sammlermarkt gelangt. Jonathan, die Schildkröte (eine Seychellen-Riesenschildkröte, deren Alter 2026 auf 193 Jahre geschätzt wird, was sie zum ältesten bekannten lebenden Landtier macht), ist auf der Rückseite jeder Banknote abgebildet. Jonathan lebt auf dem Gelände des Plantation House, der Residenz des Gouverneurs, auf der Insel St. Helena. Er kam 1882 an Bord eines Segelschiffs als Geschenk für Sir William Grey-Wilson an, der britischer Kolonialverwalter auf der Insel war und später als Gouverneur von Sankt Helena fungierte. Damals wurde sein Alter auf etwa 50 Jahre geschätzt. Wie man sieht, ist Jonathan ziemlich geschmeichelt, dass sein Bildnis nun auf den neuen Banknoten zu sehen ist. Donald Ludwig (polymernotes.com)

  • Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir einen numismatischen Fachredakteur

    Als größter deutscher Fachverlag für Numismatik, Notaphilie und Sammeln suchen wir einen Fachredakteur (m/w/d) für unsere numismatischen Print- und Online-Produkte, der auch Verantwortung und Leitungsfunktionen übernehmen möchte. Wir legen Wert auf: gute Kenntnisse in neuzeitlicher Numismatik oder Notaphilie mit Schwerpunkt Europa inkl. Kenntnis der entsprechenden Fachliteratur gutes Deutsch und Englisch in Wort und Schrift Verantwortungsbewusstsein und selbstständiges Arbeiten, evtl. Erfahrungen im Online-Journalismus gute MS-Office-Kenntnisse sowie Erfahrung mit Social Media Wir bieten: Zusammenarbeit mit einem kleinen und motivierten Team von Spezialisten Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten Auch Anfängern bieten wir eine Chance und die Möglichkeit eines Trainee-Programms Senden Sie Ihre Bewerbung an: Battenberg Bayerland Verlag GmbH z. Hd. Herrn Josef Roidl Postfach 166 93122 Regenstauf E-Mail: info@battenberg-bayerland.de

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