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  • Falsches Militärgeld der NVA!

    Sehr geehrter Herr Grabowski, Im Netz wurden Militärgeldscheine mit Handstempeln angeboten (Katalog-Nr. NVA-1-4), die nicht innerhalb der im Katalog gezeigten Nummernbereiche liegen. Könnten das Neuentdeckungen sein oder eher Manipulationen zum Schaden der Sammler? Wie ist ihre Meinung dazu und wie sollte man solche Scheine bewerten? Viele Grüße, P. Bachmann Antwort der Redaktion Hierbei handelt es sich um ein Satz Fälschungen von Militärgeld-Handstempeln (Manipulationen echter Banknoten), der bei Ebay angeboten wurde. Der Verkäufer konnte zum Glück davon überzeugt werden, dass das Manipulationen sind und die Scheine wurden für einen niedrigen zweistelligen Betrag „aus dem Verkehr gezogen“. Für den Käufer trotzdem ein kleiner Sammlungsbeitrag als Kuriosum. Es wird darauf hingewiesen, dass alle ausserhalb der im Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" genannten Serien, Kontrollnummern und Nummernbereiche liegenden Scheine mit Militärgeld-Stempeln Manipulationen zum Schaden der Sammler sind! Diese Übersicht wird derzeit überarbeitet und steht dann in der kommenden 24. Auflage aktualisiert zur Verfügung. Henning Huschka / Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026

  • Auktionshaus Christoph Gärtner: Nachbericht zum Banknotenteil der 65. Auktion vom 9. Juni 2026

    Großes Interesse und starke Ergebnisse bei der Banknotenauktion der 65. Auktion Die Banknotenauktion im Rahmen unserer 65. Auktion am 9. Juni verlief äußerst erfolgreich und stieß bei Sammlern aus dem In- und Ausland auf großes Interesse. Die Nachfrage nach seltenen und hervorragend erhaltenen Banknoten ist weiterhin ungebrochen und bestätigt den anhaltenden Aufwärtstrend in diesem Sammelgebiet. Besonders deutlich zeigte sich dabei, dass für viele Sammler die Erhaltung das entscheidende Kriterium ist. Bereits kleinste Gebrauchsspuren oder ein leichter Knick können den Wert einer Banknote erheblich mindern. Entsprechend gefragt sind makellos erhaltene Exemplare, für die Sammler bereit sind, Spitzenpreise zu bezahlen. Herausragende Ergebnisse erzielten vor allem seltene Banknoten aus den deutschen Nebengebieten. So wurde ein 100-Gulden-Schein aus Danzig von 1923 (Los 1796) für 22.500 Euro zugeschlagen. Ebenfalls auf großes Interesse stieß eine 500-Rupien-Banknote aus Deutsch-Ostafrika (Los 1805), die 21.000 Euro erreichte. Ein 10-Dollar-Schein der Deutsch-Asiatischen Bank (Los 1799) wechselte für 17.500 Euro den Besitzer. Für einen besonderen Höhepunkt sorgte eine der spektakulärsten Inflationsbanknoten Deutschlands: Ein Sammler wurde bei unserer Auktion gleich mehrfacher Billionär. Für die begehrte 100-Billionen-Mark-Banknote von 1924 (Los 1763) musste er allerdings 16.000 Euro investieren. Auch internationale Ausgaben waren stark gefragt. Eine 50-Francs-Banknote aus Algerien (Los 1501) erzielte bei einem Ausruf von lediglich 200 Euro einen Zuschlag von 2.300 Euro. Eine seltene 1-Pound-Banknote aus Süd-Rhodesien (Los 1652) konnte für 1.800 Euro erfolgreich vermittelt werden. Die Ergebnisse der Auktion unterstreichen eindrucksvoll die anhaltende Attraktivität historischer Banknoten. Seltenheit, hervorragende Erhaltung und eine interessante Geschichte bleiben die wichtigsten Faktoren für den Erfolg auf dem Sammlermarkt und sorgten auch bei unserer 65. Auktion für zahlreiche spannende Bietergefechte und hervorragende Zuschläge. Alle Ergebnisse finden Sie unter: www.auktionen-gaertner.de Hier geht es direkt zum NACHVERKAUF im Banknotenteil: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/? Der Nachverkauf läuft noch bis 12. Juli 2026! Nutzen Sie bereits jetzt die Gelegenheit, hochwertige Einzelstücke, Sammlungen oder Nachlässe in unsere Herbstauktion einzuliefern, die vom 12. bis 16. Oktober 2026 stattfinden wird. Gerne beraten wir Sie persönlich, kompetent und unverbindlich. Kontaktieren Sie uns unter info@auktionen-gaertner.de oder über unser Kontaktformular auf unserer Website: https://www.auktionen-gaertner.de/de/kontakt/ Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/

  • Wahre Verbrechen: Der erste „Staatsfeind Nr. 1“ in den USA war ein Bankräuber!

    Der am 4. April 1831 im lothringischen Metz geborene, aus Gisingen im heutigen Saarland stammende und 1858 in die USA ausgewanderte Mathias Dillinger ahnte bis zu seinem Tod im Jahr 1912 nicht, dass sein damals 9-jähriger Enkel John einer der berüchtigtsten Berufsverbrecher der 1930er Jahren in den USA werden würde. Abb. 1.1/2: John Herbert Dillinger, am 22. Juni 1903 in Indianapolis/Indiana geboren und am 22. Juli 1934 in Chicago/Illinois erschossen; Polizeifotos von Charlie Nye/AP 1924. Abb. 1.3 BOI-Foto von 1934 (digital koloriert von der Fa. Granger New York), alle Fotos abgedruckt im „Indianapolis Star“ (Fotos mit KI restauriert). Seine kleinkriminelle Karriere begann Dillinger im Städtchen Mooresville/Indiana. Zusammen mit seinem Freund Edgar Singleton raubte er einen Lebensmittelhändler im Ort aus, beide wurden gefasst und Dillinger erhielt im September 1924 eine 10-jährige Gefängnisstrafe. Während seiner achteinhalbjährigen Haftzeit lernte er im Indiana State Prison in Michigan City einen deutschen Mithäftling kennen: Walter Dietrich, der mit Herman K. Lamm mehrere Banken überfallen hatte. Lamm, ein ehemaliger Offizier, wurde wegen Falschspiels vor dem Ersten Weltkrieg aus der preußischen Armee entlassen und wanderte in die Vereinigten Staaten aus. Er hatte sich auf Banküberfälle spezialisiert, indem er seine militärische Ausbildung auf dieses kriminelle Metier übertrug. Er entwickelte ein System, das Banküberfälle von jeglichem Zufall befreien sollte. Er war der Ansicht, ein solcher Überfall müsse nach dem Muster einer strategischen Militäroperation ablaufen – präzise ausgeführt und perfekt abgestimmt. Mit dem erlangten neuen Wissen bereitete Dillinger später seine eigenen Banküberfälle vor. Am 10. Mai 1933 wurde er aus seiner ersten Haft entlassen und schon am 10. Juni 1933 raubte er die National Bank in New Carlisle/Ohio aus und erbeutete 10.600 US-Dollars. Insgesamt überfiel er bis zum Juni 1934 mit seinen Kumpanen mindestens zwölf Banken, vier Polizeistationen und verschiedene Gaststätten und Läden. Abb. 2: zeitliche Übersicht der wichtigsten Banküberfälle der Jahre 1933/34 von John Dillinger und seiner Bande; die Gesamtmenge ihrer Beute betrug über 329.400 US-Dollars – die Summen wurden in Presseveröffentlichungen und offiziellen Angaben abweichend angegeben; z. B. wird die höchste Beute beim Überfall in Greencastle offiziell mit 74.782,09 $ aufgeführt (diese Geldmenge hätte lt. den Angaben des US-Bureau of Labor Statistics vom Mai 2026 einem heutigen Kaufwert von über 8,2 Mio. US-Dollars entsprochen). Dillinger wurde während seiner Raubzüge bis zu seinem Tod mehrmals aufgespürt und verhaftet; das zweite Mal am 22. September 1933 in Dayton/Ohio. Er wurde anschließend nach Lima/Ohio ins Allen County Jail gebracht. Kurz vor seiner Befreiung durch drei seiner Komplizen am 12. Oktober 1933 schrieb Dillinger seinem Vater aus dem Gefängnis in einem Brief: „Ich weiß, dass ich eine große Enttäuschung für dich war, aber ich schätze, ich habe einfach zu lange gesessen – denn als ich hineinging, war ich noch ein unbeschwerter Junge, doch heraus kam ich verbittert gegen alles und jeden. Hätte man mich nach meinem ersten Fehler milder bestraft, wäre all dies niemals geschehen.“. Elf Tage später überfiel die Dillinger-Bande die Central National Bank in Greencastle/Indiana. Paul V. McNutt, Gouverneur von Indiana, mobilisierte daraufhin am 26. Oktober 1933 die Nationalgarde seines Bundesstaats. Abb. 3: 20 Dollars 1928, Vs., National-Banknote der Central National Bank of Greencastle; der US-Amerikaner Bobby Zoeller postete am 11. Dezember 2025 diesen Schein auf Facebook mit dem Hinweis, dass der Schein bei eBay.com für 199 Dollars angeboten wird und angeblich aus dem Geldraub des Überfalls auf die NB von Greencastle/Indiana am 23. Oktober 1933 stammen soll. Am 25. Januar 1934 wurde Dillinger in Tucson/Arizona abermals verhaftet und ins Lake County Jail nach Crown Point/Indiana gebracht. Nach einer spektakulären Flucht am 3. März 1934 mit einer hölzernen Pistole flieht er mit dem Auto von Sheriff Lillian Holley nach Chicago. Er hatte nicht bedacht, dass er dadurch gegen den „National Motor Vehicle Theft Act“ verstieß. Das Gesetz zum grenzüberschreitenden Autodiebstahl erlaubte nun das Eingreifen von Bundesagenten des Bureau of Investigation (BOI) – dem späteren FBI. Für viele US-Bürger war Dillinger ein Held und es entstand der zweifelhafte Mythos vom „Robin Hood der USA“. Die Filmproduktionsfirma Warner Brothers Pictures Inc. brachte im April 1934 eine Wochenschau über die landesweite Menschenjagd auf Dillinger in die Kinos. Zeitungen berichteten, dass die Zuschauer den Kriminellen Beifall klatschten und die Polizisten auspfiffen. Die Gouverneure der fünf US-Bundesstaaten Illinois, Indiana, Ohio, Michigan und Minnesota ließen mit Steckbriefen vom 24. Mai 1934 nach Dillinger suchen und versprachen 5 Mio. US-Dollars Belohnung für dessen Ergreifung. Ab März 1934 lebte Dillinger unter dem Namen Carl T. Hellman und hoffte mit plastisch-chirurgischen Eingriffen sein Aussehen zu verändern. Dr. Wilhelm Loeser und Dr. Harold Cassidy versuchten, Dillingers Fingerabdrücke mithilfe von Säuren zu entfernen. Dillinger feierte seinen 31. Geburtstag am 22. Juni 1934 im Nachtclub „French Casino“ in Chicago. Am selben Tag ernannte BOI-Chef Edgar Hoover den Kapitalverbrecher als erste Person überhaupt offiziell zum „Staatsfeind Nr. 1“ (= Public Enemy No. 1). Hoover ließ vor Dillingers letztem Banküberfall Fahndungsblätter drucken. Die Steckbriefe stießen auf großes Interesse und hatten letzten Endes auch den erhofften Erfolg. Abb. 4: Steckbrief des BOI vom 25. Juni 1934 mit kompletter Personenbeschreibung aufgrund des Kongressgesetzes vom 6. Juni 1934, US-Generalstaatsanwalt H. S. Cummings garantierte Personen, die Dillinger ergreifen, ein Kopfgeld von 10.000 Dollars – 5.000 Dollars wurden für Informationen versprochen, die zur Festnahme des Gangsters führen; Kontaktdaten befanden sich auf der Rückseite (damalige 10.000 Dollars hätten heute eine Kaufkraft von fast 250.000 US-Dollars). Aus der Beute seines letzten Banküberfalls am 30. Juni 1934 auf die Merchants NB in der Großstadt South Bend am St. Joseph River sind mehrere National-Banknoten aufgetaucht und wurden von Auktionshäusern, auf eBay und auf Facebook angeboten: Abb. 5: 20 US-Dollars 1929, Vs., Banknote der Federal Reserve Bank of Chicago/Illinois, am 14. April 2024 wurde der aus dem Bankraub stammende Schein unter dem Lot 4329 auf der Auktion von Holabird Western Americana in Reno/Nevada für 800 US-Dollars (+ 200 Dollars Aufgeld) versteigert. Abb. 6: 2 × 10 US-Dollars 1929, Vs., Banknoten der Merchants National Bank of South Bend/Indiana; der obere Schein wurde am 16. Mai 2024 von Marshall Mallory bei Facebook zum Sofortkauf für 175 US-Dollars (inkl. Versand) angeboten ... und so verkauft; der untere Schein wurde als Lot 254 am 29. September 2024 für $ 150 bei Casper‘s Auctions in Mishawaka/Indiana angeboten. Abb. 7: 5 US-Dollars 1929,Vs., National Bank of Commerce of New London/Connecticut, Nummer C004273A (Marshall Mallory s. o.). Abb. 8: 10 US-Dollars 1929, Vs., First National Bank of Goliad/Texas, Nummer F001161A (Marshall Mallory s. o.). Abb. 9: 10 US-Dollars 1929, Vs., Colobial-American National Bank of Roanoke/Virginia, Nummer C027584A (Marshall Mallory s. o.). Nach einem knappen Monat des Fahndungsaufrufs gab eine Freundin von Dillinger der Polizei den entscheidenden Tipp: Dillinger würde am Abend des 22. Juli 1934 das Kino an der Lincoln Avenue in Chicago besuchen. Anna Sage rief gegen 17.30 Uhr den BOI-Agenten Melvin Purvis an, der umgehend eine Spezialeinheit bildete. John Dillinger sah sich den Gangsterfilm „Manhattan Melodrama“ (deutscher Titel: Mord in Manhattan) im Biograph Theatre zusammen mit Anna Sage und einer Bekannten an. Nach Ende der Vorstellung trat Dillinger auf die Straße, witterte die Falle, floh in eine Seitengasse und wurde dort angeblich ohne Anruf erschossen; man brachte ihn ins Alexian Brothers Hospital, wo gegen 22:50 Uhr sein Tod erklärt wurde. Bei der Verräterin handelte es sich um die 55-jährige Rumänin Ana Cumpănaș, die 1914 mit Mann und Sohn illegal in die USA einreiste. Nach ihrer Scheidung heiratete sie den Rechtsanwalt Alexandru Suciu und nannte sich fortan Anna Sage (phonetisch für Suciu). Sie erhielt nur die Belohnung von 5.000 US-Dollars und entgegen dem Versprechen, sie einzubürgern, wurde sie dennoch 1936 ausgewiesen. Von den Dillinger zuzuordnenden Memorabilia ist besonders ein Erinnerungsstück bemerkenswert: der blutbefleckte 1-Dollar-Schein von 1928. Der Schein befand sich in Dillingers Nachlass und wurde jahrelang von seiner Halbschwester Frances Helen Dillinger Thompson aufbewahrt – so in einem Interview vom 24. August 1997. Der Schein befand sich in einem Originalumschlag, der der Familie vom BOI übergeben wurde. In diesem Umschlag wurde das Bargeld, das er bei sich trug, an seinen Vater zurückgegeben. Dillinger hatte zum Zeitpunkt seines Todes 7,81 Dollars in seiner Geldbörse. Zeitzeugen berichteten jedoch, dass eine große Summe Geld aus den Taschen von Dillinger durch BOI-Agenten entwendet worden sei. Der Restbetrag der knapp acht US-Dollars wurde im Laufe der Jahre offenbar an verschiedene Familienmitglieder verteilt. Es erscheint kaum glaubhaft, dass Dillinger als Bankräuber nur diese geringe Geldmenge während seines abendlichen Ausflugs bei sich hatte. Abb. 10: Umschlag vom BOI mit dem Name John. Dillinger, dem Datum 7-23-34 (= 23. Juli 1934) und einer Bargeldangabe von $ 7.81, am 12. Dezember 2009 bei Heritage Auction mit dem Originaltext „John Dillinger: A Blood-stained One Dollar Bill Taken from His Remains with Original Envelope Given to the Family by the FBI....“ angeboten. Abb. 11: 1 US-Dollar 1928 B, von Februar 1932 bis März 1933 ausgegeben, Vs., blutbefleckter Schein/Silver Certificate; im Lot 57671 der gleichen Auktion von einem Telefonbieter für 14.340 US-Dollars ersteigert. Abb. 12: 1 US-Dollar 1928 B, Rs., mit handschriftlichem Vermerk „7-22-34 – Johnie“ (22. Juli 1934), wahrscheinlich von einem Familienmitglied von John Dillinger geschrieben. Der ehemalige Pinkerton-Ermittler, Historiker und Sammler Joe Pinkston eröffnete 1975 das John Dillinger Historical Museum in Nashville/Indiana und schloss es 1997. Die Bestände des Museums wurden danach an das Lake County Convention and Visitors Bureau verkauft und im November 1999 wurde ein neues Museum im Lake County Visitors Center in Hammond/Indiana eröffnet. Dem Museum wurde eine Gedenkstätte für die im Dienst getöteten Polizisten hinzugefügt. Das John-Dillinger-Museum zog im Sommer 2015 von Hammond in das historische Old Lake County Courthouse nach Crown Point/Indiana um und wurde am 31. August 2017 dauerhaft geschlossen. Abb. 13: Dillingers Hose (original?) im Museum in Crown Point/Indiana (Abb. in einer Ausgabe des „IndyStar“; auffallend ist das Fehlen der 1-Dollar-Note). Gerüchten zufolge hatte Dillinger einen Großteil seiner Beute vergraben, unter anderem in der Nähe der Little Bohemia Lodge in Wisconsin, wo er sich vor dem BOI versteckte. Der investigative Filmemacher Josh Gates hatte versucht, diesen Gerüchten nachzugehen. Gates konnte in seiner Filmdoku „Expedition unknown – „Dillinger’s Lost Loot“ (deutscher Titel „Mythen auf der Spur – Die Beute des berüchtigten Bankräubers“) jedoch kein positives Ergebnis vorweisen. Abb. 14: Szene aus dem erstmals im August 2019 auf Travel Channel gelaufenen Beitrag „Dillinger’s Lost Loot“ (Staffel 9, Folge 1), zu sehen ist dort die fiktive Bunkerung und das Verscharren eines Bündels von 20-Dollars-Scheinen in einer Schatulle auf dem Grundstück der Lodge. Die kommerzielle Vermarktung der Vita und der Untaten von John Dillinger begann schon 1934. Viele Zeitungsartikel, Bücher und Filme kann man nachverfolgen; besonders die vier Verfilmungen sollten genannt werden: 1945 erschien die erste Verfilmung mit dem Originaltitel „Dillinger“ (deutscher Titel „Jagd auf Dillinger“); es folgten weitere, so „Public Enemies“ der letzte von 2009 mit Johnny Depp in der Hauptrolle nach dem gleichnamigen Sachbuch von Bryan Burrough. Abb. 15: Filmszene aus dem Film „Dillinger“ von 1945 mit dem Streit über die Aufteilung der Beute zwischen Dillinger und seinem Bandenmitglied „Specs“ Green (sitzend); John Dillinger beanspruchte angeblich immer den doppelten Anteil an der Beute für sich. Abb. 16: andere Szene mit gestapelten 100-Pesos-Scheinen, Requisitengeld/mexikanische Geldscheine aus der Zeit der Revolution 1910–1920; ähnlich den Originalscheinen Pick SCWPM/S-1076 1. März 1915, Ausgabe des „Estado de Sonora“ in Hermosillo (Druckerei: American Bank Note Company). Abb. 17: Filmszene aus „Public Enemies“; zu sehen ist sog. Filmgeld – 20- und 50-Dollars-Banknoten mit dem Bildnis von Präsident Thomas Jefferson, den man nur von 2-Dollars-Noten kennt (auf den kleinformatigen 50-Dollars-Scheinen ist jedoch Präsident Ulysses S. Grant abgebildet. Es existieren seit Jahren Fantasiegeldscheine mit Dillingers Abbild; die Verherrlichung eines Mörders, Räubers und Entführers ist unbegreiflich. Skurrile Angebote, in der Hoffnung auf einen finanziellen Gewinn, findet man ebenfalls im Internet. Fragwürdig ist bspw. das Angebot der Fa. BART Inc. in Roseville/Michigan, die auf ihrer Plattform executivecurrency 100-Dollars-Scheine für 185,00 US-$ anbieten und sie als sog. Mobster money beschreiben: „$100 1928-A FRN Early Hundred from Chicago Mobster Money Very Fine ... Circulating the streets of Chicago, we can only guess whose hands this note passed through. Al Capone? John Dillinger?“ (= ... in den Straßen von Chicago kursiert; wir können nur mutmaßen, durch wessen Hände er gegangen ist. Al Capone? John Dillinger?). Mit „Mobster money“ meint man sog. Gangster-/Mafia-Geld aus illegalen Einnahmen wie Raub, Erpressung, Drogenhandel, illegalem Glücksspiel, Schutzgeld, Geldwäsche usw. Abb. 18: 100 US-Dollars 1928 A, Vs. FR-Note, Ausgabe G/7 für die Federal Reserve Bank of Chicago, von dieser Ausgabe wurden mehr als 4 Mio. Banknoten gedruckt – der Katalogwert liegt in dieser Erhaltung bei nur etwa 110,00 bis 150,00 $. Michael H. Schöne Quellen: https://discoverindianahistory.org https://de.wikipedia.org https://en.wikipedia.org https://eu.indystar.com https://historical.ha.com https://johndillinger.com https://multimedia.fbi.gov https://reason.com https://vault.fbi.gov https://www.crimemuseum.org https://www.bridgemanimages.com https://www.executivecurrency.com https://www.fbi.gov https://www.google.com https://www.ha.com https://www.paulfrasercollectibles.com https://www.pbs.org https://www.sdpb.org https://www.youtube.com

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Juni 2026, Teil 2

    Bangladesch, Indonesien, Iran, Katar, Namibia, Pakistan, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Bangladesch 500 Taka, neue Auflage BNB B371c: wie BNB B371b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Rahman). 1000 Taka, neue Auflage BNB B372c: wie BNB B372b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Rahman). Indonesien 5000 Rupiah von 2026 BNB B619e: wie BNB B619d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 20.000 Rupiah von 2026 BNB B621e: wie BNB B621d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Iran 100.000 Rials, neue Auflage BNB B301f: wie BNB B301e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Hemmati/Madanizadeh). Katar 50 Riyals von 2026 BNB B229a: wie BNB B222b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Al-Thani/Al-Kuwari), neuem Jahr, überarbeitetem, gefenstertem Sicherheitsfaden, überarbeitetem Staatswappen und einem Nennwert unten links auf der Vorderseite, der als westliche und nicht als arabische Ziffer angegeben ist. Namibia 50 Namibia Dollars von 2026 BNB B222b: wie BNB B222a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 100 Namibia Dollars von 2026 BNB B223b: wie BNB B223a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Pakistan 500 Rupees von 2026 BNB B237y: wie BNB B237x (SCWPM 49A), aber mit neuem Jahr. Thailand 20 Baht, neue Auflage BNB B200d: wie BNB B200c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Chunhavajira/Suthiwartnarueput). Vereinigte Arabische Emirate 50 Dirhams von 2026 BNB B248c: wie BNB B248b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr (1447/2026). Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Sy: wie BNB B124Sx (SCWPM 918S), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe S = Guinea-Bissau. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)

  • Leserpost: Auskunft zu einer mir unbekannten Banknote

    Guten Tag, über eine Verlinkung bin ich auf Ihre Seite geraten. Und da dachte ich mir, fragst doch einfach mal die Fachleute. Vor paar Jahren schenkte mir ein Brieffreund einen Geldschein (siehe Abbildungen). Er selbst konnte keine Angaben zum Schein machen, da er ihn auch geschenkt erhielt. Ich bin kein Notaphilist, deshalb wende ich mich heute vertrauensvoll an Sie. Meine Fragen wären: Welches Land gab diesen Schein aus? Ist der Schein heute noch ein Zahlungsmittel? In welchen Ländern ist bzw. war der Schein gültig? Ich würde mich freuen, wenn Sie Zeit für eine Beantwortung finden und bedanke mich bereits heute dafür. Mit besten Grüßen aus Sachsen, M. Fiebiger Antwort der Redaktion Hier ganz kurz ein paar Informationen zu dem Geldschein: Es handelt sich um Staatspapiergeld der Ostkaribischen Staaten. Die bilden eine Währungsgemeinschaft mit einer eigenen Währung, dem Ostkaribischen Dollar (ähnlich der Währungsgemeinschaft zum Euro). Zu den Ostkaribischen Staaten siehe auch hier: Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) Ostkaribischer Dollar (XCD) Hier finden Sie auch eine Übersicht, welche Staaten das betrifft. Der Schein selbst ist nicht datiert und wurde ab 1965 ausgegeben. Der links im Kreis aufgedruckte Buchstabe „L“ steht für St. Lucia. Mehr zu den Varianten dieses Scheins findet man hier: http://www.banknote.ws/COLLECTION/countries/AME/XCD/XCD0013.htm Inzwischen gab es natürlich mehrere neue Banknotenserien der Ostkaribischen Staaten. Hier finden Sie alle Scheine: http://www.banknote.ws/COLLECTION/countries/AME/XCD/XCD.htm Er ist jetzt also nicht mehr gültig. Der Ostkaribische Dollar ist an den US-Dollar gekoppelt. 1 Ostkaribischer Dollar entspricht heute etwa 0,32 Euro. Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

  • Lexikon: Nachdrucke

    Nachdrucke (Reprints) sind mit Originaldruckstöcken nach der Außerkurssetzung von Geldscheinen durchgeführte Drucke. Diese können für Sammler, Museen und Archive, aber auch zu Werbe- und Propagandazwecken, zum Beispiel anlässlich eines Bankjubiläums hergestellt werden. Sie sind oft kaum von den Originalen zu unterscheiden. Beispiele Australien: Noten der Bank of Newcastle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts über 1 und 5 Pfund (Nachdrucke von 1963); Costa Rica: Noten des Banco Anglo Costarricense vom Ende des 19. Jahrhunderts über 1, 5, 10 und 20 Colones (Nachdrucke von 1973); Deutschland: Verschiedene Notgeldausgaben, von denen zeitgenössische Nachdrucke für Sammler hergestellt wurden (z. B. Ansbach: 50 Pfennig von 1918, Liebstadt in Ostpreußen: wahrscheinlich sind die meisten in Sammlungen vorkommenden Kleingeldscheine zeitgenössische Nachdrucke für Sammler). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch von deutschen Notgeldscheinen Nachdrucke für Sammler angefertigt, teilweise mit noch vorhandenen Klischees (z. B. Scheine der Orte Lehesten, Lohr, Krempe und Wilster). Spätere Drucke von Scheinen, die in der Absicht ausgeführt wurden, Sammler zu täuschen, sind Fälschungen zum Schaden der Sammler. Deutsches Reich, Preußen, Provinz Posen, Stadt Exin: Nachdruck eines Kleingeldscheins zu 25 Pfennig vom 1. November 1916, zu erkennen am Stempel mit Adler im Wappenschild, Druck einseitig. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Für moderne Nachdrucke werden heute durch Einsatz von Computer und Scanner keine Original-Druckplatten mehr benötigt. Wir kennen Nachdrucke von Banknoten verschiedener Länder (z. B. China, Gibraltar, Nordkorea, Polen, Tschechische Republik). Viele moderne Nachdrucke kommen aus China. Hier ist Vorsicht bei seltenen chinesischen Banknoten aus der Anfangszeit der Volksrepublik geboten. Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Nachdrucke, auch solche, die nur zur Dokumentation von Geldscheinen und nicht mit Original-Druckstöcken hergestellt wurden, sollten in jedem Fall deutlich als solche gekennzeichnet werden, auch wenn im Einzelfall keine gesetzliche Vorschrift zum Schutz außer Kurs gesetzter Scheine bestehen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

  • Der letzte Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands 1946 in Berlin und ein interessantes Zeitdokument

    Um 10.25 Uhr eröffnete Wilhelm Pieck den ersten Nachkriegsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) im Deutschen Theater in Berlin. Seit der Gründung der Partei am 30. Dezember 1918 hatten in Deutschland zwölf Parteitage stattgefunden. Das Verbot der Partei während der Zeit der Hitler-Diktatur zwang dazu, die Parteitage im Ausland abzuhalten: im Oktober 1935 in Brüssel und im Januar 1939 in Bern. Wilhelm Pieck bei der Eröffnungsrede des 15. Parteitags der KPD am 19. April 1946 im Deutschen Theater in Berlin, Foto: Abraham Pisarek (1901-1983), Deutsche Fotothek, Wikimedia Commons. „Historisch bedeutsam an diesem 15. Parteitag war …, daß er zugleich der letzte Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschland war. Er zog die wichtigste Lehre aus der Vergangenheit und beendete in einem großen Teil Deutschlands die Spaltung der Arbeiterklasse durch den Beschluß zur Vereinigung der beiden Arbeiterparteien.“[1] Der historische Parteitag hat sowohl in der Philatelie als auch in der Notaphilie Spuren hinterlassen. Bereits im Juni 1945 gab in der sowjetischen Besatzungszone der Magistrat von Groß-Berlin Freimarken über 5, 6, 8, 10, 12, 20 und 30 Pfennig aus.[2] Die ersten sechs Marken zeigen den Berliner Bären als Wappentier in verschiedenen Darstellungen, während der Wert zu 30 Pfennig eine Eiche mit den Kriegsruinen am Belle-Alliance-Platz abbildet. Diese Briefmarken wurden auf einen kleinen Papierbogen im Format 179 mm x 114 mm geklebt, der mit „Berliner Ausgabe cpl.“ überschrieben ist. Die Briefmarken erhielten anlässlich des Parteitags einen runden Sonderstempel: Am oberen Rand „BERLIN NW 7“, darunter 19.4.1946 gefolgt von dem dreizeiligen Text „15. Parteitag der / Kommunistischen Partei / Deutschlands“ und schließlich am unteren Rand „19./20. April 1946“. Abb. 1.1: Papierbogen mit sieben Briefmarken und Sonderstempel zum 15. Parteitag der KPD, Vorderseite. Abb. 1.2: Unbedruckte Seite mit Fasereinlage und sichtbarem Wasserzeichen. Abb. 1.3: Wasserzeichen: Frauenkopf im Oval. Das besondere an diesem Erinnerungsstück ist das verwendete Papier des Bogens. Betrachtet man die freie Rückseite fallen sofort die eingestreuten farbigen Fasern auf der linken Seite auf. Hält man nun das Papier gegen eine Lichtquelle, wird ein Wasserzeichen sichtbar: ein Frauenkopf in einem Oval. Hier wurde also das gleiche Papier verwendet wie bei der 20-Mark-Reichsbanknote vom 16. Juni 1939, dem sog. "Tiroler-Schein". Über die Herkunft des Papiers ist nichts bekannt. Möglicherweise befanden sich Bestände in der Reichsdruckerei oder bei der Papierfabrik Spechthausen A. G. Abb. 2.1: Reichsbanknote (DEU-215), 20 Reichsmark, 16. Juni 1939, Vorderseite. Abb. 2.2: Reichsbanknote (DEU-215), 20 Reichsmark, 16. Juni 1939, Rückseite. Bleibt noch anzumerken, dass am 21. und 22. April 1946 im Berliner Admiralspalast der Gründungsparteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) stattfand. Ab Herbst 1945 verfolgte die KPD mit Unterstützung der Sowjetunion den Zusammenschluss mit der SPD zu einer vereinigten Arbeiterpartei. Allerdings gab es bei den SPD-Mitgliedern in den Westzonen und West-Berlin entscheidende Vorbehalte. Im sowjetischen Sektor Berlins übte der sowjetische Kommandant einen erheblichen Druck auf die Sozialdemokraten aus, um sie zur Zustimmung für eine sozialistische Einheitspartei zu bewegen, sodass hier die SPD-Führung letztlich in den Zusammenschluss (Zwangsvereinigung) mit der KPD einwilligte[3] Mit einem symbolträchtigen Händedruck besiegelten der Sozialdemokrat Otto Grotewohl und der Kommunist Wilhelm Pieck die Vereinigung beider Arbeiterparteien für die Sowjetische Besatzungszone. Dieser auch im Emblem der SED abgebildete Händedruck sollte Ausdruck für das Ende des „Bruderkampfes“ und der historischen Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung sein. Uwe Bronnert Anmerkungen https://www.gvoon.de/art/dokumente/1946/bericht-verhandlungen-15-parteitag-kpd-deutschland-sbz-1946/pdf/bericht-verhandlungen-15-parteitag-kpd-deutschland-sbz-1946-seite_011.pdf „Am 19. Mai 1945 ging auf Anordnung des sowjetischen Militärkommandos die Zuständigkeit für das Postwesen in Groß-Berlin auf den neu eingesetzten Magistrat der Stadt über. An dieser städtischen Zuständigkeit änderte sich auch nichts, als am 11. Juli 1945 die Verwaltung Groß-Berlins von der neu geschaffenen Alliierten Kommandantur für die Stadt Berlin (als gemeinschaftliches Organ aller vier Besatzungsmächte) übernommen wurde. So wurde auch der Magistratsbeschluß vom 20. Mai, für Groß-Berlin eigene Marken herauszugeben, die zunächst nur für den Postverkehr innerhalb Berlins gelten sollten, anerkannt.“ Michel Deutschland-Katalog 2000/2001, München 2000, S. 268. Innerhalb Berlins einigten sich die vier Besatzungsmächte im Mai 1946 darauf, sowohl die SED als auch die SPD als Parteien zuzulassen. Die SPD blieb somit als eigenständige Partei in Ost-Berlin bis zum Mauerbau 1961 bestehen. Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026

  • Fehldrucke der Banknote zu 50 Mark der Staatsbank der DDR Ausgabe 1971

    "Ausschuss im Umlauf“ lautete der Untertitel eines Beitrags von Michael H. Schöne in der Zeitschrift Der Geldscheinsammler Ausgabe Mai 1998[1]. Beschrieben wurden darin Fehldrucke der Banknoten der Staatsbank der DDR der Ausgaben 1971 und 1975. Für die Banknote zu 50 Mark von 1971 wurden genannt: Kopfstehendes Wasserzeichen, dreifach nummerierte Scheine und Abklatsche (Teile der linken Vorderseite spiegelverkehrt auf der Rückseite). Schon kurz nach der "Wende" war auf diese Fehldrucke hingewiesen worden[2]. Auch im online-Sammlerforum www.banknotesworld.com waren sie immer wieder Grund für Diskussionen. Fast drei Jahrzehnte sind seit der Veröffentlichung des Beitrags vergangen. Viel ist seither passiert, vor allem aber: Viele Unterlagen über den Druck der Banknoten der DDR sind heute zugänglich[3]. Daher können interessante Hintergrundinformationen ergänzt werden, warum es zu diesen Fehldrucken bei der Erstauflage der Banknote zu 50 Mark von 1971 kam. Mehr noch: Weitere Druckfehler der Erstauflage können belegt werden, von denen vielleicht noch einige unerkannt in Sammlungen schlummern. Das Politbüro des Zentralkomitees der SED[4] legte am 10. November 1970 die Motive für die Ausgabe einer neuen Banknotenserie der Staatsbank der DDR fest. Für die Wertstufe zu 50 Mark beschloss man für die Vorderseite die Abbildung eines Kopfporträts von Friedrich Engels, für die Rückseite eine Abbildung der Chemischen Industrie in Schwedt. Die Farbe des Scheines wurde mit karminrot festgelegt. Dem Politbüro lagen für die Beschlussfassung Entwürfe der Vorder- und Rückseiten für die Wertstufen von 5 bis 100 Mark vor, wobei sich das Kopfbildnis von Friedrich Engels im vorgelegten Entwurf leicht von der später ausgegebenen Note unterscheidet. Dank der Recherchen von Peter Reissig (†)[5] wissen wir, dass die Gestaltung der Vorderseite von Gerhard Faulwasser, die der Rückseite von Margot Bitzer ausgeführt wurde. Vor der Produktionsaufnahme war dem Politbüro durch den Präsidenten der Staatsbank ein Andruck jeder Banknote zur Bestätigung vorzulegen[6]. Vorausgegangen waren Untersuchungen, ob die neue Banknotenserie der 1967 aus der Deutschen Notenbank hervorgegangenen Staatsbank der DDR erneut in der Druckerei Gosnak in Moskau, oder aber beim VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig (DWD) hergestellt werden sollte[7]. Letzteres setzte sich aus zwei Gründen durch: Zum einen ersparte es Ausgaben in Devisen, zum anderen war die DWD seit Ende der 1960er Jahre infolge der Anschaffung einer modernen Tiefdruckanlage erstmals in der Lage, auch Wertpapiere im Stahlstich-Tiefdruck in hohen Auflagenzahlen zu drucken. Zudem konnte der VEB Feinpapierfabrik Königstein ab 1969 erstmals auch Wasserzeichenpapier mit Sicherheitsfaden für den Banknotendruck liefern. Die Ausgabe der Banknote zu 50 Mark sollte ursprünglich 1974 erfolgen, und zunächst als erster Schein der neuen Serie 1973 die Wertstufe zu 20 Mark ausgegeben werden. Später entschied man, die Ausgabe des 50-Mark-Scheins vorzuziehen, da die Restbestände der bei Gosnak gedruckten Scheine zu 50 MDN der Ausgabe 1964 zur Neige gingen und ein teurer Nachdruck in Moskau vermieden werden sollte[8]. Der Schein wurde ab 1. Juni 1973 in den Umlauf gegeben[9] und lief über ein Jahr parallel mit de Fünfzigern der Ausgabe von 1964 um. Aufgrund negativer Erfahrungen wurde bei den späteren Ausgabe ein längerer Doppelumlauf von Scheinen beider Serien mit gleicher Wertstufe vermieden. Ankündigung der Staatsbank der DDR zur Erstausgabe der Banknote zu 50 Mark "Nur für den Dienstgebrauch". Quelle: Konzernarchiv der KfW. Am 21. September 1971 schlossen die DWD und die Staatsbank der DDR einen Rahmenvertrag über die Herstellung von Banknoten, unter dem dann einzelne Wirtschaftsverträge für Druckaufträge erteilt wurden. Interessant ist, dass nach diesem Rahmenvertrag die Erarbeitung und Vorlage der Entwürfe der neu zu druckenden Banknoten der Staatsbank oblag. Die DWD hatte alle Materialien für die Banknotenproduktion einschließlich des Druckpapiers auf eigene Rechnung zu beschaffen. Sie übernahm zugleich die volle Verantwortung für die Qualität der hergestellten Scheine. Ferner hatte die DWD die fertig gedruckten Banknoten unentgeltlich so lange in den hauseigenen Tresoren einzulagern, bis die Staatsbank diese zur Auslieferung in Leipzig abrief. Die DWD begann mit den Druckvorbereitungen zur Erstauflage der Banknote zu 50 Mark (intern Auftrag I/70 bzw. Auftrag VI 1973 genannt) vermutlich im Frühjahr 1972. Die Scheine wurden in Bogen zu 24 Stück (Nutzen) in Leipzig gedruckt. Die fortlaufende Nummerierung der Scheine im Bogen erfolgte in der zweiten und Stelle der Kontrollnummer, sie lautete auf dem Bogen also z.B. AC 010XXX, 011XXX, 012XXX usw. bis 033XXX). In der Erstauflage ausgedruckt wurden die Serien AA bis AG, BA bis BG und CA bis CC, dazu Austauschnoten der Serien ZA bis ZD[10]. Ferner wurden Musternoten mit der Kontrollnummer AA 0000000 angefertigt. Die Gesamtanzahl der Erstauflage betrug 169 Millionen Banknoten[11], die Druckkosten lagen bei 69,50 Mark pro 1.000 Stück[12]. Druckbogen der Banknote zu 50 Mark Ausgabe 1971, nicht nummeriert. Quelle: Bildarchiv Michael H. Schöne. Vertraglich war für die Erstauflage der Banknote zu 50 Mark eine Produktionsmenge von 12 Millionen Scheinen pro Monat festgelegt worden. Aufgrund von Arbeitskräftemangel konnte die DWD zunächst jedoch nur 10 Millionen Stück pro Monat liefern. Nach Bekanntwerden von Qualitätsmängeln und der Einführung umfangreicher Nachkontrollen bei den bereits produzierten Scheinen durch die DWD musste die Produktion im Juli und August 1973 heruntergefahren werden. Der Abschluss des Druckauftrags verzögerte sich daher bis September 1974. Fehldrucke kommen bei allen Banknotendruckereien vor. Sie sind etwa für die in der Bundesdruckerei und bei Giesecke & Devrient gedruckten Scheine der Ausgabe BBk I und BBk III belegt. Bei der Erstauflage der Banknote zu 50 Mark 1971 in der DWD lagen sie vor allem in einem Mangel qualifizierter Arbeitskräfte begründet, der neben einer reduzierten monatlichen Produktionsmenge zulasten der Qualitätskontrolle der fertig gedruckten Scheine ging – diese wurden zu oberflächlich geprüft, bevor sie an die Staatsbank ausgeliefert wurden. Kritisch war, dass die Produktionsfehler der Erstausgabe dese neuen Fünfzigers weitgehend erst nach Auslieferung und Ausgabe der Scheine im Juni 1973 durch diverse Filialen der Staatsbank sowie andere Banken an verschiedenen Orten entdeckt wurden. Die Druckfehler waren so bedeutend, dass DDR-Finanzminister Böhm in einem Schreiben der Staatsbank vom 22. Juni 1973 darüber informiert wurde. Folgende Fehldrucke wurden bei der Staatsbank aktenkundig und waren teilweise bereits in den Geldumlauf gelangt, was erklärt, warum sie heute grundsätzlich im Sammlermarkt vorhanden sind bzw. sein könnten. Sie spielen alle im Bereich der Nummerierungen mit den Serienbuchstaben AA, AB, AC und AD: Fehldruck-Variante "Falsche Stellung der Kontrollnummern". Quelle: Bildarchiv Michael H. Schöne. Seitenverkehrtes Wasserzeichen durch verkehrt eingelegtes Papier – das Wasserzeichen befindet sich unter dem Kopfporträt. Dieser Fehler dürfte der häufigste sein. Derartige Scheine wurden schon am 4. Juni 1973 – nur vier Tage nach der Erstausgabe – durch die Staatsbank Kreisfiliale Potsdam bemerkt. Weitere 120 Scheine mit seitenverkehrtem Wasserzeichen fielen aber der Staatsbank Kreisfiliale Magdeburg erst am 20. Juni 1973 auf, als die Scheine schon drei Wochen im Umlauf waren. Scheine, die links am Schaurand etwa 0,5 cm länger sind als vorgesehen, also eine Breite von 14,1 cm statt 13,6 cm aufweisen. Hievon wurden zwei Stück in der Kreisfiliale Waren der Industrie- und Handelsbank bemerkt. Unvollständiger Ausdruck der Hauptplatte insbesondere bei der Wertangabe „Fünfzig“ sowie beim Buchstaben „R“ in Mark. Ursache hierfür war ein beschädigtes Drucktuch. Dieser Fehler wurde am 18. Juni 1973 erstmals in der Staatsbank Kreisfiliale Leipzig bemerkt, dort bei ca. 15 Scheinen. Falsche Stellung der Kontrollnummern aufgrund nicht passgenauen Erfassens des Druckbogens, wodurch die Kontrollnummer entweder zirka 1,5 cm nach links verschoben (aktenkundig für die Nummer AA 1727011) oder zirka 1 cm nach oben verschoben (aktenkundig für einen Druckbogen mit den Nummern AC 0106297 bis AC 0336297) ist. Dieser Fehler wurde schon am Tag der Erstausgabe durch die Staatsbank in Leipzig sowie bei der Landwirtschaftsbank in Schmölln entdeckt. Teile des Kopfbildnisses der Vorderseite sind auf der Rückseite gedruckt. Ursache hierfür soll die fehlende Ecke eines Druckbogens gewesen sein, so dass beim folgenden Druckbogen Teile des Druckbildes auf die Rückseite gedruckt wurden. Dieser Fehler wurde am 4. Juni 1973 durch eine Staatsbankfiliale in Berlin festgestellt. Abweichende Nummerierungen desselben Scheins durch Versagen eines Ziffernwerks. Auch dieser Fehler wurde erstmals am 18. Juni 1973 durch die Kreisfiliale der Staatsbank in Leipzig bemerkt, die vier fehlerhaft nummerierte Scheine aussortierte, wobei unklar blieb, wie viele fehlerhaft nummerierte Stücke zuvor bereits ausgegeben worden waren. Dieser Fehler trat später immer wieder auf, so etwa bei den Banknoten zu 5 und 20 Mark der Ausgabe 1975. Der Sicherheitsstreifen ist bei einzelnen Scheinen herausziehbar. Über die aufgetreten Fehldrucke fanden im Juni und Juli 1973 in Leipzig intensive und streng vertrauliche Beratungen zwischen Mitarbeitern der Staatsbank und der DWD statt. Die DWD war gezwungen, per sofort ein zusätzliches Qualitätssicherungs-Programm aufzusetzen: Statt drei sollten jetzt fünf Endkontrollen eingeführt und der Stand des Wasserzeichens durch Bogenkontrollen vor Druckbeginn geprüft werden. Auch sollte ab September 1973 das Prämiensystem für Mitarbeiter der DWD stärker qualitätsbezogen und weniger auf die erfüllten Stückzahlen ausgerichtet werden. Zudem war eine Nachkontrolle des in der DWD noch unverpackt lagernden Bestandes von 3 Millionen Scheinen zu 50 Mark vorzunehmen. Aus den Ergebnissen sollten Rückschlüsse daraus gezogen werden, ob ein bereits verpackter Bestand[13] von weiteren 4,5 Millionen Scheinen ebenfalls nochmals zu kontrollieren sei. Vorher durften keine weiteren Scheine an die Staatsbank ausgeliefert werden, ein bereits an die Staatsbank ausgelieferter Bestand von 2 Millionen Scheinen war durch diese an die DWD zurückzusenden und ebenfalls durch diese zu kontrollieren. Die DWD hatte also mindestens 5 Millionen Scheine hinsichtlich der Qualität nochmals zu überprüfen. Der damit verbundene händische Arbeitsaufwand muss für die DWD auch angesichts des Arbeitskräftemangels erheblich gewesen sein. Sie war jedoch laut Rahmenvertrag über den Druck der Banknoten für die Qualität der hergestellten Scheine verantwortlich und hatte daher die Kosten für diese Maßnahmen allein zu tragen. Trotz der eingeführten Qualitätskontrollen sind auch später immer wieder Druckfehler bei allen in der DWD für die Staatsbank der DDR gedruckten Banknoten sowie bei den Reiseschecks der Ausgabe 1979 bekannt geworden, die unbemerkt ihren Weg in den Umlauf gefunden haben. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Michael H. Schöne, Fehldrucke bei DDR-Banknoten, Der Geldscheinsammler 1998, Ausgabe Mai, S. 50-51. Michael H. Schöne, Das Papiergeld im anderen Teil Deutschland. Der Geldscheinsammler 1990, S. 235. KfW, Historisches Konzernarchiv, MüA 838 etc. Das Politbüro des ZK des SED war das höchste Führungsgremium der Staatspartei SED. Es traf in seinen wöchentlichen Sitzungen alle grundsätzlichen politischen und wichtigen personellen Entscheidungen, nachdem sie von den Behörden vorbereitet worden waren. Peter Reissig, DDR-Papiergeld Katalog und Geschichte mit Bewertungen (8), moneytrend 6/2011, S. 210 ff. Beschluss vom 1.6.1971. Dazu Reissig, a.a.O. S. 211. Um Nachdrucke der Wertstufe zu 100 MDN der Ausgabe 1964 bei Gosnak kam man 1975 dennoch nicht herum. Anordnung Nr. 1 über die Ausgabe neuer Banknoten der DDR vom 2. Mai 1973, GBl DDR 1973 I 227. Der Druck von Folgeauflagen erfolgte vermutlich 1975, 1977, 1978, 1982 und 1983. Gemäß den ausgedruckten Serien AA bis AG, BA bis BG und CA bis CC ergäben sich rechnerisch 170 Millionen Stück, wenn jede Serie mit 10.000.000 Stück voll ausgedruckt worden ist. Da die Nummerierung jedoch erst bei 0001001 beginnt, sind (17*1000=) 17.000 Stück rechnerisch abzuziehen. Damit verbleiben rechnerisch 169.983.000 ausgedruckte Scheine dieser Serien, von denen fehlerhafte Drucke in unbekannter Zahl abzuziehen sind, die durch Austauschnoten der Serien ZA bis ZD aufgefüllt wurden. Bei den Folgeauflagen waren die Kosten höher. Die Scheine zu 50 Mark waren durch die DWD wie folgt zu verpacken: Bündel mit Streifband zu 100 Scheinen (Päckchen), 10 Päckchen formiert zu einem Paket (1000 Scheine) versehen mit Streifband und eingeschweißt in Plastikfolie, 20 Pakete (20.000 Scheine) verpackt in einem verschnürten und plombierten Sack, der mit einer Sackfahne versehen wurde.

  • Omans Polymer-Gedenkbanknote: Die Sammlerprodukte

    Am 11. Januar 2026 gab die Zentralbank von Oman (CBO) ihre allererste Polymerbanknote heraus, worüber wir HIER in unserem Blog berichteten. Die CBO verpackte 10.000 Banknoten in dreifach gefalteten Präsentationsmappen (in einer Hülle) und verkaufte sie zum Nennwert an den Wechselstuben der CBO und in den Filialen der Oman Post. Für die Mappe wurde kein Aufschlag berechnet. Das unten abgebildete Exemplar ist die einzige offizielle Präsentationsmappe, die von der Zentralbank verkauft wurde. Die Präsentationsmappe der 1-Rial-Gedenkbanknote (Vorderseite). Die Hülle (der Umschlag) der Präsentationsmappe der 1-Rial-Gedenkbanknote (Vorderseite). Die Präsentationsmappe (aufgefaltet) der 1-Rial-Gedenkbanknote (beide Seiten). Die Bankverkaufte außerdem 1000 ungeschnittene Bogen mit je 40 Banknoten, von denen einer unten abgebildet ist: Eine Privatperson kaufte viele der ungeschnittenen Bogen und schnitt sie auf, um Blöcke mit je zwei Banknoten herzustellen, die dann in Mappen gesteckt und mit einem hohen Aufschlag verkauft werden. Eine dieser privaten Mappen ist unten abgebildet. Sie ist relativ einfach hergestellt, und ein Freund, der in Oman lebt, erzählte mir, dass der arabische Text nicht einmal ganz korrekt ist. Sammlern steht es natürlich frei, zu kaufen, was immer sie sammeln möchten. Mein Rat lautet jedoch, nur offizielle numismatische Produkte zu erwerben und keine privat hergestellten zu kaufen. Caveat emptor. Donald Ludwig (polymernotes.com)

  • Aus privaten Sammlungen: Kantinenscheine im US-amerikanischen Sektor Westberlins 1945/46

    Fast zwei Monate nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Europa informierte die „New York Times“ am 4. Juli 1945 ihre Leser mit der Schlagzeile „Western Allies Take Over Occupation Zones in Berlin“ von der Besetzung des Westteils Berlins durch die westlichen Siegermächte. Die Besetzung Deutschlands und die Aufteilung in Besatzungszonen bzw. -sektoren beschlossen die Regierungs- bzw. Staatschefs Franklin D. Roosevelt, Winston L. Churchill und Josef W. Stalin als Ergebnis ihrer im Februar 1945 abgehaltenen Konferenz von Jalta auf der Halbinsel Krim. Ende April 1945 hatten sowjetische Streitkräfte Berlin erreicht und anschließend die ganze Stadt besetzt. Am 1./2. Juli 1945 trafen erste Vorausabteilung der US-Amerikaner, Briten und Franzosen in die bis dahin sowjetisch kontrollierte Stadt ein. Die US-Truppen quartierten sich in den südwestlichen Berliner Stadtbezirken Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz und Tempelhof ein und errichteten ihr Hauptquartier in der damaligen Kronprinzenallee im Ortsteil Dahlem (seit 1. Juni 1949 Clay-Allee). Wie in anderen Garnisonen im US-Besatzungsgebiet wurden auch in NCO-Kantinen, Bars, Klubs und ähnlichen Einrichtungen der US Army in Westberlin Kleingeldscheine in den Wertstufen ½, 1 und 2 Mark verwendet. Entsprechend des ab September 1944 geltenden Militär-Wechselkurses von 10 Reichsmark für 1 US-Dollar kursierten auch im US-Sektor Berlins solche Wertscheine. Die drei Wertmarken über ½, 1 und 2 Mark zeigen den Aufdruck „BERLIN DISTRICT“. Entsprechend sind die Kleingeldscheine in den Zeitraum 1945/46 einzuordnen. Die Bezeichnungen für die US-Truppen in Westberlin änderten sich bis 1993: 4. Juli 1945 bis 30. Oktober 1946: Berlin Military District (Berlin District), 1. November 1946 bis 30. April 1948: Berlin Command, 1. Mai 1948 bis 4. Dezember 1952: Berlin Military Post, 5. Dezember 1952 bis 30. November 1961: wiederum Berlin Command und vom 1. Dezember 1961 bis zum März 1993: Berlin Brigade. Die Wertmarken waren in sog. Booklets eingeheftet, aus denen man die perforierten Scheine heraustrennen konnte. Diese Hefte hatten einen Wert von 40 Reichsmark. Enthalten waren 1 Blatt mit 10 Wertmarken zu 2 Mark, 1 Blatt mit 10 Wertmarken zu 1 Mark und 2 Blätter mit 20 Wertmarken zu ½ Mark, zusammen also 40 RM = 4 US-Dollar. Der einheitliche Unterdruck in Rot „BERLIN DISTRICT / ... MARK / Good in all U. S. Army Sponsered / Installations in Berlin.“ enthielt einen Satzfehler – falsch: »Sponsered« – richtig wäre gewesen »Sponsored«. Das war wohl der Herstellung in einer deutschen Druckerei geschuldet. Der selbe Fehler befindet sich auch auf dem Coupon Book. Der Wertaufdruck erfolgte in Blau, wobei den Wertziffern, wahrscheinlich als Fälschungsschutz, die griechischen Kleinbuchstaben Eta, Psi und Phi auf der rechten Seite beigefügt wurden. Das Deckblatt zeigt, dass es auf einen Angehörigen der 16. HQ-Polizeistaffel am 29. August 1946 ausgestellt wurde und für ein Jahr gültig war. Diese Scheine wurden in der Kreuzberger Druckerei von Erich Blaschker im US-amerikanischen Sektor hergestellt – wahrscheinlich wurden dort auch die OMGUS-Tauschscheine und Kantinenscheine für die Gaststätte im Alliierten Kontrollrats-Gebäude gedruckt. Abb. 1: Wertmarke über ½ Mark, Buchstabe η. Abb. 2: Wertmarke über 1 Mark, Buchstabe ψ. Abb. 3: Wertmarke über 1 Mark, Buchstabe φ. Abb. 4: Coupon Book, am 29. August 1946 auf den Namen Closs, Angehöriger der 16. US-Hauptquartier-Polizeistaffel. Abb. 5: verschiedene Wertmarkenstreifen in einem sog. Booklet eingeheftet. Objekttyp: Kantinengeld. Sammlung: Michael H. Schöne. Authentizität: Originale. Land/Region/Ort: Deutschland, US-Sektor Westberlin. Emittent: U.S. HQ, Berlin District. Nominale: ½ Mark, 1 Mark und 2 Mark. Datierung: 1946. Vorderseite: 4-zeiliger Text „BERLIN DISTRICT / ... MARK / Good in all U.S. Army Sponsered / Installations in Berlin.“, Druck Rot, Wertzahlen und Kleinbuchstaben in Blau. Rückseite: Unbedruckt. Material: Halbkarton. Druck: Druckerei Erich Blaschker, Berlin-Kreuzberg. Format: ca. 50 mm × 23 mm. Nummerierung: Ohne. Zitate: M. H. Schöne: "Militär-, Kantinen- und Lagergeld der Alliierten seit 1944 in Deutschland", 2013, KN # 2326 (½ und 1 Mark wurden dort vermutet). Michael H. Schöne Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Großbritannien: Die Öffentlichkeit wird aufgerufen

    Britische Wildtiere werden auf der nächsten Banknotenserie der Bank of England (BoE) historische Persönlichkeiten ablösen, und die Öffentlichkeit kann nun mitbestimmen, welche Tiere darauf abgebildet werden sollen. Über die Entscheidung zu diesen umfassenden Designänderungen wurde erstmals HIER im Blog berichtet. Humorvolle Designvorschläge wurden bereits HIER vorgestellt. In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Wildtierexperten aus ganz Großbritannien hat die BoE eine Auswahlliste mit in Großbritannien heimischen Tieren erstellt, die als zentrales Motiv auf den neuen 5-, 10-, 20- und 50-Pfund-Banknoten verwendet werden könnten. Die Meinung der Öffentlichkeit wird bei der endgültigen Entscheidung über die Designs eine wichtige Rolle spielen. Die BoE hat die Auswahlliste in drei Kategorien mit jeweils sechs Tieren unterteilt, die eine Vielzahl von Arten und Lebensräumen abdecken: (1) Säugetiere, (2) Vögel und (3) Amphibien, Insekten und Fische. Vom 3. Juni bis zum 3. Juli um Mitternacht (BST) kann die Öffentlichkeit in einer Online-Umfrage zwei Tiere aus jeder Kategorie auswählen. Nur die Tiere auf der Auswahlliste können als Hauptmotive der neuen Serie dienen. Die Bank sucht keine weiteren Nominierungen. Säugetiere (rechts nach links, oben nach unten) Großer Tümmler (bottlenose dolphin) Feldhase (brown hare) Europäischer Igel (European hedgehog) Kegelrobbe (grey seal) Baummarder (pine marten) Rotfuchs (red fox) Vögel (rechts nach links, oben nach unten) Papageientaucher (Atlantic puffin) Schleiereule (barn owl) Eisvogel (common kingfisher) Großer Brachvogel (Eurasian curlew) Buntspecht (great spotted woodpecker) Seeadler (white-tailed eagle) Amphibien, Insekten und Fische (rechts nach links, oben nach unten) Atlantischer Lachs (Atlantic salmon) Riesenhai (basking shark) Gelbschwanz-Hummler (buff-tailed bumblebee) Grasfrosch (common frog) Kaiserlibelle (emperor dragonfly) Sumpf-Perlmutterfalter (marsh fritillary butterfly) Die Banknoten (5 £, 10 £, 20 £, 50 £) müssen leicht voneinander zu unterscheiden sein. Es ist wichtig, dass auf allen vier Banknoten vier unterschiedliche Tiere abgebildet sind und dass diese verschiedene Lebensräume aus ganz Großbritannien repräsentieren. Vor diesem Hintergrund wird die BoE nicht unbedingt die vier Tiere auswählen, die die meisten Stimmen erhalten. Andrew Bailey, der Gouverneur, wird unter Berücksichtigung der Rückmeldungen der Öffentlichkeit die endgültige Entscheidung treffen. Die Bank wird das Ergebnis dieser Konsultation bis Ende 2026 bekannt geben. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die nächste Serie in den Umlauf kommt. Die Gestaltung, Erprobung und der Druck der Banknoten sind ein detaillierter, mehrjähriger Prozess, der sicherstellt, dass sie hochwertig, widerstandsfähig und barrierefrei sind und den neuesten Fälschungsschutz enthalten. Die nächste Serie wird weiterhin ein Porträt des Monarchen enthalten. Die Darstellung der „Home Nations“ (England, Schottland, Wales und Nordirland) wird ebenfalls ein wichtiges Gestaltungsmerkmal sein. Donald Ludwig (polymernotes.com)

  • Teutoburger Münzauktion: Nachbericht zum Banknotenteil der Auktion 172 vom 6. Juni 2026

    Die 172. Auktion lief auch bei den Banknoten erfolgreich ab. Gute Steigerungen gab es bei der Schweiz, zum Baltikum, bei Altdeutschland, bei den Reichsbanknoten, aber vor allem bei den Sammlungen und Lots. Hier einige Highlights der Auktion: Los 4119 Banknoten, Ausland, Schweiz, Pick 36e 500 Franken 31.8.1946. II Zuschlag: 1.450 EUR Los 4126 Banknoten, Ausland, Schweiz, Pick 50c 500 Franken 18.12.1958. III Zuschlag: 1.600 EUR Los 4176 Banknoten, Altdeutschland, Hessen-Homburg, Grabowski/Kranz 169, Pick S292 Banknote, 10 Gulden 1.1.1855. Landgräflich Hessische Concessionierte Landesbank 1855. Lit. A, Ser. II., III- / IV+, Nadelstiche Zuschlag: 4.500 EUR Los 4215 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945, Rosenberg D1, Grabowski WBN-1 Schatzanweisung zu 6 (5) Dollar 7.3.1923. Buchst. X, Serie D. III, Kleberreste Zuschlag: 1.850 EUR Los 4225 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945, Rosenberg 159, Grabowski DEU-204 100 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. II+, leichter Mittelknick Zuschlag: 2.500 EUR Los 4234 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945, Deutsche Militär- und Besatzungsausgaben 1914-1918, Rosenberg 456, Grabowski EWK-32 Generalgouvernement Warschau, 1000 Marek 9.12.1916. (1917). II Zuschlag: 1.650 EUR Los 4261 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Kolonien und Nebengebiete, Danzig, Freie Stadt, Rosenberg 833b, Grabowski DAN-57b 10 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Artushof und Danziger Wappen/Christophorus. KN 6-stellig schwarz, Wz. Männerkopf, Serie A/A. III / III- Zuschlag: 1.150 EUR Los 4274 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948, Rosenberg 242, Grabowski WBZ-7 50 Deutsche Mark, Serie 1948. Serie K/H. I- Zuschlag: 1.000 EUR Hier geht es direkt zum NACHVERKAUF im Banknotenteil der 172. Auktion! Teutoburger Münzauktion Web: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de

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