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- Vorbericht Emporium Hamburg: Auktion 113 „Banknoten & Notgeld“ vom 26. bis 27.11.2026
Emporium Hamburg lädt auch in diesem Jahr zur doppelten Herbstauktion ein: Auktion 112 „Münzen & Medaillen“ läuft vom 23. bis 26. November 2026. Auktion 113 „Banknoten & Notgeld“ beginnt in diesem Jahr aufgrund des umfangreichen Angebots schon am Donnerstagnachmittag und läuft vom 26. bis 27. November 2026. Auktion 113 „Banknoten & Notgeld“ Die Banknotenauktion beginnt am Donnerstag mit dem Bereich Ausland. Am Freitag folgen die Banknoten aus Altdeutschland, den Deutschen Landen ab 1800, die Kategorie Notgeld sowie die Historischen Wertpapiere. Die Kategorie Ausland beinhaltet ein besonders umfangreiches Lot, das allerdings den Rahmen einer Fotographie sprengen würde: Los 5 versammelt nicht weniger als ca. 1030 Stück, darunter 870 Scheine belgischen Notgelds, in einer großen schönen Sammlung mit vielen vollständigen Serien. Zusätzlich enthalten sind ca. 160 Notgeldscheine aus Frankreich mit meist guter Erhaltung. Wir empfehlen daher unbedingt eine Besichtigung des Lots vor Ort im Störtebeker-Haus. Aus dem historischen Bereich der Auslandsausgaben sind Los 66 (Polen, 1 Talar 1810) und Los 161 (Lübeck, 20 Thaler 1865) hervorzuheben: Hier erhält man einen Blick in die frühe Entwicklung des Papiergeldes vor dem Aufkommen moderner nationaler Banknotensysteme. Hier geht es direkt zur Auktion 113 – Banknoten & Notgeld! Einige Beispiele aus der Auktion: Los 66 Polen, Herzogtum Warschau. 1 Talar 1. Dezember 1810. Erhaltung: III-IV. Schätzpreis: 1.500,00 € Los 161 Lübeck. 20 Thaler 1. Juli 1865 (1866). Erhaltung: I. Schätzpreis: 400,00 € Das Titelstück der diesjährigen Banknotenauktion verbindet deutsche Nachkriegsgeschichte mit amerikanischen Einflüssen: 50 Mark „Liberty“ von 1948 (Los 299). Entworfen und gedruckt in den USA, genauer in der Tudor Press in Boston, weist der Schein deutliche Anklänge an die US-amerikanische Banknotengestaltung seiner Zeit auf. Los 299 Noten der Bank Deutscher Länder. 50 Deutsche Mark o.D. (1948-1949) "Liberty". Erhaltung: extrem selten, I. Schätzpreis: 9.000,00 € Nicht weniger Aufmerksamkeit gilt erneut den Ausgaben der Deutschen Auslandsbanken in China. Die Lose 471–474 umfassen jeweils 1 Dollar beziehungsweise 10 Tael, sämtlich aus dem Jahr 1907. Vergleichbare Exemplare dieser fachgerecht restaurierten Scheine riefen bereits in vergangenen Auktionen großes Interesse unter Sammlern hervor. Los 471 Deutsch-Asiatische Bank, 1907-1918. 1 Dollar 1.3.1907, Tsingtau. Erhaltung: perforiert „DRUCKPROBE“, sehr selten, restauriert. Schätzpreis: 2.000,00 € Los 474 Deutsch-Asiatische Bank, 1907-1918. 10 Tael 1.3.1907, Tientsin. Erhaltung: perforiert „DRUCKPROBE“, sehr selten, restauriert. Schätzpreis: 2.000,00 € Zwei umfangreiche Spezialbereiche setzen die Sammlungsschwerpunkte des Katalogs. Die Sammlung der Zinskupons bayerischer Staatsanleihen von 1918 (Lose 492–510) dokumentiert eine ungewöhnliche Form des Notgeldes. Am 20. November 1918, wenige Tage nach dem Ende der bayerischen Monarchie, erklärte die Regierung des Volksstaates Bayern sämtliche bis zum 1. April 1919 fälligen Zinskupons bayerischer Staatsanleihen vorübergehend zu gesetzlichem Notgeld. Damit reagierte sie auf den akuten Mangel an Kleingeld und anderen Zahlungsmitteln in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Los 492 Zinskupons bayerischer Staatsanleihen. Königlich Bayerisches Allgemeines Anlehen. 8,75 Mark 1.3.1919. Erhaltung: selten, I. Schätzpreis: 300,00 € Der Mangel an gesetzlichen Zahlungsmitteln führte auch in Schlesien zur Ausgabe zahlreicher Notgeldscheine durch Städte, Gemeinden und Unternehmen (Sammlung Schlesischen Notgelds, Lose 577–931). Zwischen 1919 und 1923 entstand eine außergewöhnliche Vielfalt an Ausgaben, die neben ihrer wirtschaftlichen Funktion mit minimalistischem Aufdruck auch teils durch aufwendige Gestaltung, regionale Motive, Wappen und Stadtansichten auffallen. Auch in dieser Kategorie laden zahlreiche Lots zur vorherigen Besichtigung im Störtebeker-Haus ein! Los 607 Breslau. J. Kemna, Eisengießerei und Maschinenfabrik, 1, 2, 5 und 10 Mark, 21. November 1922. Erhaltung: 4 Stk., I (3x), II. Schätzpreis: 1.000,00 € Los 716 Hirschberg. Neudeutsche Bundespfalz, 5, 10 und 15 Mark. Serienscheine. Erhaltung: 3 Stk., je I. Schätzpreis: 350,00 € Los 733 Knurow. 1, 2 und 5 Mark 3. Mai 1922. Serienscheine. Erhaltung: 3 Stk., je I. Schätzpreis: 50,00 € Los 888 Magistrat Sprottau. Lot 13 Scheine, alle selten. 50.000 bis 50 Milliarden Mark 1923. Erhaltung: 13 Stk., meist gute Erhaltung. Schätzpreis: 800,00 € Hier geht es direkt zur Auktion 113 – Banknoten & Notgeld! Die Auktionen 112 und 113 finden vom 23. bis 27. November 2026 statt und werden live online über Auctionmobility übertragen. Die Vorbesichtigung der Auktionsware ist ab dem 12. Oktober 2026 nach vorheriger Terminabsprache im Störtebeker-Haus möglich. Weitere Informationen sowie ausgewählte Video-Highlights finden Sie unter www.emporium-hamburg.com! Emporium Hamburg Süderstraße 288 20537 Hamburg Tel.: + 49 (0) 40 25799 137 www.emporium-hamburg.com numis@emporium-hamburg.com
- Nachbericht zum 19. Mecklenburgischen Münztag in Wismar
Der 19. Mecklenburgische Münztag fand wieder im Rathaus von Wismar am Markt statt. Die übergroße Münze am Eingang weist Besuchern den Weg. Abseits von Trubel und Geschäftigkeit großer Münzbörsen, ruhig und bodenständig - eben wie es Mecklenburger Art ist - veranstalten die Münzfreunde Wismar seit vielen Jahren den Mecklenburgischen Münztag in Wismar als Münzbörse. Er fand dieses Jahr am Sonntag, den 11. Oktober wieder im Bürgerschaftsaal des historischen Rathauses zu Wismar direkt am Marktplatz statt. Zirka 15 Händler waren vertreten und boten für den kleinen und größeren Geldbeutel Münzen, Banknoten und Notgeld an. Sammler konnten fündig werden und neue Stücke für ihre Sammlungen erwerben. Sogar ein bisher unedierter Roggenschein der Landhilfe Grimmen von 1923 wurde entdeckt. Vieles hatten die Wismarer Münzfreunde wieder richtig gemacht – ein stilvoller Veranstaltungsaal, die zentrale Lage im historischen Stadtkern, freier Eintritt, Parkplätze vor der Tür und eine gute Beschilderung lockten bei schönem Herbstwetter neben dem festen Sammlerpublikum zahlreiche Neugierige an, so dass die Börse bis in den Nachmittag gut besucht war. Auch war die Veranstaltung rechtzeitig in der lokalen Presse und im Veranstaltungskalender der Stadt bekanntgegeben worden. So kam es auch, dass mancher Verkaufswillige seinen Weg in den Bürgerschaftssaal fand. An den zufriedenen Gesichtern auf beiden Seiten des Händlertisches erkannte man, dass hier zwei Parteien ein gutes Geschäft gemacht hatten. Ein ständiges Kommen und Gehen während des Tages im Bürgerschaftsaal Wismar als alte Hansestadt und seine denkmalgerecht sanierte Altstadt, die seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, luden nach der Börse zu einem Spaziergang ein. Lohnend ist eine Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl auf den Turm der St.-Georgen-Kirche in 35 Meter Höhe, von dem man einen beeindruckenden Blick auf Stadt, Hafen und Ostsee hat. Der nächste Mecklenburgische Münztag findet voraussichtlich im Oktober 2027 statt. Nähere Informationen bei Reinhardsieg@aol.com und auf der Webseite des Vereins der Münzfreunde Wismar https://münzfreunde-wismar.de/. Dr. Sven Gerhard Abb. Fotos des Autors
- Aus privaten Sammlungen: Falsche Banknote zu 100 Mark der Preussischen Haupt-Bank von 1876!
Die hier vorgestellte Fälschung gibt Rätsel auf. Es handelt sich um eine nachgemachte Banknote der Preußischen Haupt-Bank zu 100 Mark aus den 1870er Jahren. Während die echte Banknote auf den 1. Mai 1874 datiert ist, irritiert die vorliegende Fälschung mit dem Datum 4. Januar 1876. Warum hat der Fälscher (oder die Fälscherin) ein von der echten Banknote abweichendes Datum gewählt? Noch dazu den 4. Januar 1876, als die Preußische Bank bereits nicht mehr existierte? Denn am 1. Januar 1876 war sie in die Deutsche Reichsbank umgewandelt worden.[1] Weitere Fehler fallen auf, so lautet die Nominalangabe in den Feldern oben links und rechts auf der Vorderseite bei dem Falsifikat schlicht „100 Mark“, beim Original dagegen „100 Mark 100“. Abweichungen sind auch beim Stil der Buchstaben und bei den Randverzierungen erkennbar. Die Fälschung weist auf Vorder- und Rückseite handschriftliche Vermerke auf und zeigt deutliche Gebrauchsspuren (einschließlich hinterklebter Knickfalte), so als ob sie eine Zeitlang umgelaufen wäre. Man sollte annehmen, dass eine so hochwertige Banknote sorgfältig auf Echtheit geprüft wurde, bevor sie den Besitzer wechselte. Das durchschnittliche jährliche Arbeitseinkommen in Industrie und Handwerk lag in den 1870er Jahren zwischen 500 und 700 Mark, also bei etwa 50 Mark monatlich.[2] Ein Hundertmarkschein entsprach demnach etwa zwei Monatseinkommen. Auch wenn sich der Fälscher viel Mühe gemacht hat und die Handzeichnung einigen Aufwand und Ausdauer erforderte, sollte der Schein bei näherer Betrachtung eigentlich schnell als Fälschung aufgefallen sein. Wie lange mag der Fälscher an seinem "Produkt" gearbeitet haben? Bei einem Fälscherprozess im westfälischen Hamm im Jahr 1834 gab der Beschuldigte an, für die Anfertigung einer gefälschten preußischen Kassenanweisung mit einem Nennwert von einem Thaler (Federzeichnung) anderthalb bis zwei Tage benötigt zu haben.[3] An dem Zeitaufwand gemessen war die Fälschung einer 100-Marknote aufgrund des hohen Nominalwertes ein lukratives Geschäft – solange das Falsifikat nicht auffiel und der Fälscher nicht erwischt wurde. Objekttyp: Preussische Banknote (zeitgenössische Fälschung) Sammlung: Sammlung Hensengerth Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Berlin Emittent: Preussische Haupt-Bank Nominal: 100 Mark Datierung: 4. Januar 1876! Vorderseite: Links Wappen mit Schildhaltern, rechts: Borussia im Lorbeer-Eichenlaubkranz. Rückseite: Zwei Putten, einen Kranz mit Wertangabe haltend. Material: Papier Format: 158 mm x 101 mm (entspricht der Original-Banknote) Nummerierung: No. 509754 c. (Serie c ist bislang nicht katalogisiert) Druck: Private Fälschung. Zitate: Zu G/K 314 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten, 1. Auflage 2020) Zu A 255 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland, 3. Auflage 1998) Zu S454 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Dr. Bernd Sprenger Anmerkungen [1] Die neugegründete Deutsche Reichsbank in Berlin übernahm am 1. Januar 1876 die Aktiva und Passiva der Preußischen Bank. [2] Vgl. Walther G. Hoffmann: Das Wachstum der Deutschen Wirtschaft seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, Berlin – Heidelberg – New York 1965, S. 468 f. [3] Jens Heckl: Falsche Kassenanweisungen in Unna. Ermittlungen und Rechtsprechung zu einem westfälischen Präzedenzfall aus dem Jahr 1834, in: Nummi Docent! Festschrift für Peter Ilisch zum 65. Geburtstag am 28. April 2012, Osnabrück 2012, S. 351-362, hier S. 358. Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Grabowski/Kranz. Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts 1. Auflage 2020 Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Format 17 x 24 cm 344, durchgehend farbig Preis: 49,90 Euro Zur Leseprobe Bestellung über den Verlags-Shop
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Oktober 2026, Teil 1
Indonesien, Jordanien, Nepal, Oman, Südsudan, Ungarn, Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Indonesien 50.000 Rupiah von 2025 BNB B622d: wie BNB B622c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Jordanien 10 Dinars von 2025 BNB B237b: wie BNB B237a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Al-Shibli/Al-Sharkas) und neuem Jahr. Nepal 50 Rupees von 2025 BNB B290c: wie BNB B290b (SCWPM 79), aber mit neuer Unterschrift (Poudel), neuem Jahr und neuer Druckerei (China Bank Note Printing and Minting Corporation). Oman 1/2 Rial, neue Auflage BNB B239b: wie BNB B239a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Unterschriftstitel („Vorsitzender des Rates der Gouverneure“ geändert auf „Vorstandsvorsitzender“ im Arabischen). Südsudan 1000 Pounds von 2025 BNB B121b: wie BNB B121a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Garang/Athian) und neuem Jahr. Ungarn 20.000 Forint von 2026 BNB B592j: wie BNB B592i (SCWPM 207), aber mit neuen Unterschriften (Banai/Varga/Kurali) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) 500 Francs CFA von 2026 BNB B120Sp: wie BNB B120So (SCWPM 919S), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe S = Guinea-Bissau. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book)
- Auktionshaus Christoph Gärtner: 66. Auktion 12. - 16. Oktober 2026, Nachbericht Banknoten
Seltene Banknoten und außergewöhnliche Sammlungen stark gefragt Die Banknotenauktion im Rahmen der 66. Auktion am 13. Oktober 2026 stieß auf großes Interesse bei Sammlern aus dem In- und Ausland. Besonders erfreulich war die enorme Nachfrage nach der Sammlung des Weltenbummlers Gunter W. Holtorf, die zu 99 % unmittelbar verkauft werden konnte. Die beeindruckende Welt-Banknotensammlung stammt aus dem Nachlass Holtorfs, der auf seinen Reisen durch 215 Länder und Territorien Banknoten zusammentrug. Sie ist damit nicht nur eine außergewöhnliche Sammlung, sondern zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis seiner bewegten Lebensreise. Hier geht es zum Nachverkauf – Banknoten Zahlreiche Lose erzielten deutliche Steigerungen gegenüber ihren Ausrufen. Ein Spitzenresultat erreichte Los 1533, eine Banknote über 1.000 Francs aus Belgisch-Kongo aus dem Jahr 1920. Bei einem Ausruf von 5.000 Euro fiel der Zuschlag erst bei 16.500 Euro. Auch eine 20-Shillings-Banknote aus Ostafrika von 1921 (Los 1615) sorgte für eine besondere Überraschung: Das Exemplar mit der begehrten Kontrollnummer 1 wurde von 1.000 auf 14.500 Euro gesteigert. Großes Interesse galt auch Banknoten aus dem Nahen Osten. Eine umfangreiche Sammlung von mehr als 110 überwiegend unterschiedlichen Banknoten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Los 2263) erzielte 7.500 Euro bei einem Ausruf von 3.000 Euro. Ein Satz von sechs SPECIMEN-Banknoten aus Kuwait (Los 2131) steigerte sich von 500 auf 4.600 Euro. Auch europäische Banknoten überzeugten mit bemerkenswerten Ergebnissen. Eine 500-Latu-Banknote aus Lettland aus dem Jahr 2008 (Los 2140) erreichte bei einem Ausruf von 700 Euro einen Zuschlag von 2.700 Euro. Bemerkenswert ist dabei, dass die Banknote noch bis zur Einführung des Euro in Lettland im Jahr 2014 als Zahlungsmittel verwendet werden konnte. Ihr damaliger Gegenwert lag bei rund 700 Euro. Der Zuschlag zeigt, wie stark die Nachfrage nach gesuchten Banknoten ihren Marktwert beeinflussen kann. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Banknoten der Slowakei. Eine Sammlung mit 19 verschiedenen Ausgaben vom Slovenský štát bis zu modernen Korun-Noten (Los 1783) erzielte bei einem Ausruf von 250 Euro einen Zuschlag von 1.200 Euro. Dies zeigt, dass selbst vergleichsweise moderne Ausgaben bei Sammlern auf große Resonanz stoßen können. Weitere beachtliche Ergebnisse gab es bei Banknoten aus Deutschland und Nordeuropa. Eine Ersatznote über 500 Deutsche Mark der Bank deutscher Länder aus dem Jahr 1960 mit dem Buchstaben Y (Los 2352) stieg von 350 auf 1.600 Euro. Eine Sammlung von Banknoten der Färöer-Inseln mit fünf verschiedenen Nennwerten von 50 bis 1.000 Kronur (Los 2079) erzielte bei einem Ausruf von 200 Euro einen Zuschlag von 1.000 Euro. Dass Seltenheit und Verfügbarkeit entscheidende Faktoren sind, zeigte auch Los 1601 aus der Tschechoslowakei. Obwohl die Banknote mehrfach gefaltet war, stieg der Ausruf von 200 auf 600 Euro. Besonders seltene Ausgaben sind in bankfrischer Erhaltung kaum am Markt zu finden. Entsprechend sind Sammler mitunter bereit, auch bei stärker gebrauchten Exemplaren höhere Preise zu zahlen, wenn diese eine gesuchte Ergänzung ihrer Sammlung darstellen. Die Auktion war sowohl im Saal als auch online von reger Beteiligung geprägt. Mehr als 80 Sammler verfolgten die Versteigerung online und gaben ihre Gebote ab. Auch Interessenten aus dem hohen Norden und dem Ausland reisten eigens zur Besichtigung und persönlichen Teilnahme an. Dank unserer umfangreichen Adressdatenbank konnten potenzielle Interessenten bereits Wochen vor der Auktion gezielt auf ausgewählte Stücke und Sammlungen aufmerksam gemacht werden. Die große Resonanz und die zahlreichen Gebotseingänge machten deutlich, wie lebendig der internationale Banknoten-Sammlermarkt ist. Besonders erfreulich war zudem das große Interesse an sorgfältig aufgebauten Sammlungen, die wir vielfach bewusst als geschlossene Einheiten angeboten haben. Die Ergebnisse bestätigen, dass neben seltenen Einzelnoten auch thematisch und systematisch zusammengestellte Sammlungen bei Sammlern gefragt sind. Nicht zugeschlagene Lose sind weiterhin im Nachverkauf erhältlich. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter Auktionen-Gaertner.de. Hier geht es zum Nachverkauf – Banknoten Wir bedanken uns herzlich bei allen Einlieferern und Bietern für das entgegengebrachte Vertrauen und die rege Teilnahme. Nutzen Sie bereits jetzt die Gelegenheit, hochwertige Banknoten, Sammlungen oder Nachlässe für unsere 67. Auktion vom 15. bis 19. Februar 2027 einzuliefern. Gerne beraten wir Sie persönlich, kompetent und unverbindlich. Kontaktieren Sie uns unter info@auktionen-gaertner.de oder über unser Kontaktformular.
- Tempelhofer Münzenhaus: Vorschau auf die Auktion 175 vom 11. - 13.11.2026 – Papiergeld
Die als ONLINE-Auktion durchgeführte 175. Auktion des Tempelhofer Münzenhauses beinhaltet über 2.000 Positionen Münzen, Medaillen und Papiergeld. Wir ermöglichen unseren Kunden dass ONLINE-LIVE-BIETEN unter www.tempelhofer-muenzenhaus.de Die Registrierung ist ab sofort möglich. Selbstverständlich ist auch schriftliches und telefonisches bieten möglich. Die Besichtigung der Auktionsware findet ab 27. Oktober nach telefonischer Voranmeldung statt. Bei moderaten Schätzpreisen ist für jeden Geldbeutel etwas zu finden. Der Katalog beginnt mit 60 Positionen Habsburger/Österreich-Ungarn gefolgt von 270 deutschen Münzen und Medaillen vor 1871, von Anhalt bis Württemberg. Im Anschluss über 240 thematische Medaillen und Plaketten sowie 80 Orden, Ehrenzeichen, Militaria. Gefolgt von deutschen Kleinmünzen und Silbermünzen des Kaiserreichs, Weimarer Republik, Kolonien und Danzig sowie Bundesrepublik Deutschland. Unter den 80 Positionen DDR-Münzen finden sich zahlreiche Proben, 10 Mark 1978 Weltraumflug in Silber; 20 Mark Martin Luther Materialprobe; 20 Mark Karl Marx Motivprobe; 5 Mark 40 Jahre Befreiung Motivprobe, 5 Mark Postwesen Motivprobe. Der Auslandsteil beinhaltet 480 Lose von A bis Z. Moderne chinesische Münzen sind wieder reichhaltig vertreten. Darunter zahlreiche 5 Unzen Silberpandas. Seltene tschechische Gedenkmünzen in polierter Platte. In der Abteilung Meißner Porzellannotmünzen/-medaillen(400 Positionen) wird der 1. Teil der zur Zeit bedeutendsten Sammlung von Porzellanmünzen versteigert. Darunter zahlreiche Unikate aus den Sammlungen Scheuch bzw. Dr. Klausch. Eine Fundgrube für den Heimatsammler. Papiergeld In der Papiergeld-Abteilung (300 Lose) werden Reichsbanknoten, Notgeld und ausländische Geldscheine versteigert. Darunter eine kleine Serien von Banknoten altdeutscher Staaten sowie Notgeld der besonderen Art. Zum Papiergeld in der Auktion: https://www.tempelhofer-muenzenhaus.de/category/175-auktion/papiergeld-175/ Zum Papier-Notgeld in der Auktion: https://www.tempelhofer-muenzenhaus.de/category/175-auktion/papiergeld-notgeld-175/ Einige Beispiele aus dem Papiergeld-Teil: Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Bayern 500 Milliarden Mark (Roter Überdruck auf 100 Millionen Mark 1.12.1923) 1.8.1923. Ros. BAY-21. Losnummer: 1912 Erhaltung: Fast kassenfrisch Schätzpreis: 250,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen Churfürstlich-Sächsische Cassen-Billets 1772-1804. 1 Reichs-Thaler 6.5.1772. Litt. A. No 7521. Grabowski/Kranz 440. Pick/Rixen A 374. Losnummer: 1915 Erhaltung: Äusserst stark gebraucht, Hälften geklebt Schätzpreis: 250,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen Churfürstlich-Sächsische Cassen-Billets 1772-1804. 2 Reichs-Thaler 6.5.1772. Litt. B. No 104334. Grabowski/Kranz 441. Pick/Rixen A 375. Losnummer: 1916 Erhaltung: Äusserst stark gebraucht, Hälften geklebt Schätzpreis: 250,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen Churfürstlich-Sächsische Cassen-Billets 1772-1804. 1 Reichs-Thaler 2.1.1804. Litt. A. No 1496581. Grabowski/Kranz 446 g. Pick/Rixen A 380. Losnummer: 1917 Erhaltung: Extrem stark gebraucht, Rückseite verklebt Schätzpreis: 50,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen Königlich-Sächsische Cassen-Billets 1818-1867. 50 Thaler 6.9.1855. Litt. E. No. 17259. Grabowski/Kranz 461. Pick/Rixen A 395.. Losnummer: 1921 Erhaltung: Einrisse an den Knickfalten, stärker gebraucht Schätzpreis: 500,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen Leipziger Bank. Bankkassenscheine. 20 Thaler 15.7.1845. Litt. A. No. 19001. Rückseitig zwei handschriftliche Notizen. Grabowski/Kranz 495. Pick/Rixen A 420. Losnummer: 1925 Erhaltung: Stärker gebraucht Schätzpreis: 250,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen-Gotha Herzogl. Sachsen-Gothaische Cassen-Anweisungen 1847-1860. 1 Thaler 12.7.1860. Lit. T. No. 234816. Grabowski/Kranz 632. Pick/Rixen A 450. Losnummer: 1938 Erhaltung: Rückseitig geklebt, Einrisse, Loch, stark gebraucht Schätzpreis: 150,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Sachsen-Weimar-Eisenach Weimarische Bank 1854-1874. 20 Thaler 4.2.1854. Lit. E. No. 02464. Beidseitig kreuzentwertet, vorne 6 x handschriftlicher Vermerk „Cassiert“ und zusätzliche „Tintenwellen“ rückseitig. Grabowski/Kranz 646. Pick/Rixen A 464. Losnummer: 1941 Erhaltung: Knickfalten, sonst leicht gebraucht Schätzpreis: 500,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Schaumburg-Lippe Controll-Commission der fürstl. Lippischen Kassen-Anweisungen. 10 Thaler-Courant 2.1.1857. Ser. XXV. No. 2540110. Grabowski/Kranz 516. Pick/Rixen A 468. Losnummer: 1942 Erhaltung: Kleine Fehlstellen oben, Loch, Klebespuren, stark gebraucht Schätzpreis: 200,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Schleswig-Holstein Königliches Finanz-Kollegium. Anweisungen auf den Schatzkammer-Fond. 2 Reichsthaler 24 Schilling 9.1.1807. Grabowski/Kranz 531. Pick/Rixen A 479. Losnummer: 1943 Erhaltung: Kleine Einrisse am Rand und an den Knickfalten, kleine Fehlstelle im Schein, s Schätzpreis: 300,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Schleswig-Holstein Königliches Finanz-Kollegium. Anweisungen auf den Schatzkammer-Abtragsfond. 2 Reichsthaler 24 Schilling 8.4.1808. Runder Prägestempel. Grabowski/Kranz 533 a. Pick/Rixen A 471 a. Losnummer: 1944 Erhaltung: Leicht gebraucht, sauber Schätzpreis: 300,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Schleswig-Holstein Königliches Finanz-Kollegium. Anweisungen auf den Schatzkammer-Abtragsfond. 2 Reichsthaler 24 Schilling 8.4.1808. Achteckiger Prägestempel. Grabowski/Kranz 533 b. Pick/Rixen A 471 b. Losnummer: 1945 Erhaltung: Flecken, Einrisse, Löcher, stark gebraucht Schätzpreis: 300,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Schleswig-Holstein Sr. Königl. Majestät Ministerium für die Herzogtümer Holstein und Lauenburg, Kopenhagen, 1854. 5 Reichstaler 1.9.1854. Grabowski/Kranz 544. Pick/Rixen A 494. Losnummer: 1947 Erhaltung: Einrisse und kleine Löcher, stark gebraucht Schätzpreis: 500,00 € Altdeutsche Staaten und Länderbanknoten Thüringen Reuß, jüngere Linie. Kommission für die Verwaltung der Staatsschulden 1849-1870. 1 Thaler 4.7.1870. Grabowski/Kranz 613. Pick/Rixen A 367. Losnummer: 1952 Erhaltung: Knickfalten, teilweise dort Einrisse, stärker gebraucht Schätzpreis: 150,00 € Alliierte Besetzung LOT. von 43 Scheinen. 1/2 Mark 1944 bis 50 Mark 1948. Ros. AMB-1 a(2), 2 a(2), 2 c, 2 d, 3 a(2), 3 c, 3 d(2), 4 a, 4 d(2), 5 a(2), 5 c, 5 d(2), 6 d(2), 7 a(2), 7 c(2), 7 d(3). Ros. WBZ-1, 2(2), 3, 4(2), 6, 7, 13 a(2), 13 b, 14 a(2), 16 a, 19 a. Losnummer: 1967 Erhaltung: Stärker gebraucht bis gebraucht Schätzpreis: 250,00 € Bundesrepublik Deutschland 10 Deutsche Mark. 22.8.1949. Mit blauem Aufdruck SPECIMEN und KN 000000000, Lochentwertung. (Originalmuster ABNC). Ros. BRD-4 M 1. 4er Druckbogen, mit Druckvermerk F13877. Bleistiftvermerk : NOV 8, 1957. Die KN 000000000 jeweils nach oben rechts verschoben. Literaturnummer: 258 M Losnummer: 1972 Erhaltung: Knicke sonst ungebraucht Schätzpreis: 250,00 € Bundesrepublik Deutschland 20 Deutsche Mark. 22.8.1949. Mit blauem Aufdruck SPECIMEN und KN 000000000, Lochentwertung. (Originalmuster ABNC). Ros. BRD-5 M 1. 4er Druckbogen mit Druckvermerk F13878. Seitlich mit rotem Aufdruck „20“. KN 000000000″ jeweils nach rechts oben verschoben. Literaturnummer: 260 M Losnummer: 1974 Erhaltung: Knicke sonst ungebraucht Schätzpreis: 300,00 € Notgeld der besonderen Art Bielefelder Stoffgeld 500 Mark 21.10.1922. Seide, weiß. Druckprobe. Kompletter Bogen aus Vorder- und Rückseite. Grab. P. 53.1 c. Losnummer: 2052 Erhaltung: Mittelfalte, seitlich „ausgefranst“, mit Farbvermerken, ungebraucht Schätzpreis: 500,00 € Brandenburg Berlin Berliner-Sport-Club. 5 Mark o. D. Bausteine zu einem Sportplatz. Serie A bis K. G/M 82.1. LOT. 10 Scheine. Kompletter Satz, Nr.7705. Losnummer: 2115 Erhaltung: 1x stockfleckig, 1x mit Knickspuren, sonst kaum gebraucht Schätzpreis: 400,00 € Zum Papiergeld in der Auktion: https://www.tempelhofer-muenzenhaus.de/category/175-auktion/papiergeld-175/ Zum Papier-Notgeld in der Auktion: https://www.tempelhofer-muenzenhaus.de/category/175-auktion/papiergeld-notgeld-175/ Den kostenlosen Auktionskatalog können Sie ab sofort unter der Service-Telefonnummer: 030/626 33 59, per FAX 030/625 77 30 oder per email tmh.senger@t-online.de anfordern. Den gesamten Auktionskatalog finden Sie unter www.tempelhofer-muenzenhaus.de Tempelhofer Münzenhaus Matthias Senger Bacharacher Straße 39 12099 Berlin Telefon: 030/626 33 59 Telefax: 030/625 77 30 email : tmh.senger@t-online.de www.tempelhofer-muenzenhaus.de
- Lexikon: Nennwert
Der Nennwert oder auch Nominalwert ist die bei Geldscheinen aufgedruckte bzw. bei Münzen aufgeprägte Wertangabe (Wertzahl und Währungsangabe), die vom tatsächlichen Wert (Kurswert) abweichen kann. Deutsches Reich ("Weimarer Republik"), Deutsche Reichsbank: Reichsbanknoten mit dem Nennwert "Hundert Mark" vom 1. November 1920, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Belgien, Königreich, Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgie: Banknote mit zwei Nennwert-Angaben in Französisch "500 Francs" und Niederländisch "100 Belgas" vom 5. Februar 1943. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Bei mehrsprachigen Ländern kamen und kommen auch Angaben zum Nennwert in mehreren Sprachen und Währungsbezeichnungen vor. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Das unerfüllte Testament eines polnischen Generals in Amerika
Banknoten sind mitunter nicht nur kleine grafische Kunstwerke, sondern vermitteln auch geschichtliche Begebenheiten. So sind auf vielen Geldscheinen Porträts nationaler Persönlichkeiten abgebildet, die meist bekannt sind und bei näherer Betrachtung auch Weltgeschichte geschrieben haben. So z. B. die Begegnung von Tadeus Kościuszko mit Thomas Jefferson. Kościuszko hatte 1776 den Text der Unabhängigkeitserklärung gelesen, war davon begeistert und als er erfuhr, dass Jefferson für den Entwurf der Erklärung verantwortlich war, verspürte er den Wunsch, ihn unbedingt kennenzulernen. Beide Männer trafen sich erstmals 1780 während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs in Virginia – Kościuszko als Offizier und Jefferson als Gouverneur. Abb. 1: Tadeusz Kościuszko wurde am 12. Februar 1746 im polnisch-litauischen Mereczowszczyzna im heutigen Weißrussland geboren und entstammte dem polnischen Landadel, studierte an der königlichen Militärhochschule in Warschau und anschließend in Paris; Kościuszko kam 1776 nach Philadelphia und wurde später Oberst in der Kontinentalarmee – vom US-Senat wurde er 1783 zum Brigadegeneral befördert und erhielt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er starb am 15. Oktober 1817 im schweizerischen Solothurn und wurde ein Jahr später auf der Wawel-Burg in Krakau nahe der Gräber der polnischen Könige beigesetzt. Testamentarisch hatte Kościuszko sein Herz, das heute im Warschauer Königsschloss aufbewahrt wird, einer Freundin vermacht. (Abb.: Gemälde von Karl Gottlieb Schweikart) Abb. 2: Thomas Jefferson wurde am 13. April 1743 in Shadwell (Virginia Colony) nahe Charlottesville im heutigen Albemarle County geboren und entstammte einer wohlhabenden Familie; sein Vater war ein Einwanderer aus Wales, Landvermesser und Besitzer von Tabakplantagen. Jefferson studierte Philosophie und Jura am College of William and Mary in Williamsburg und praktizierte als erfolgreicher Anwalt – er war Abgeordneter des Parlaments von Virginia und ab 1774 Vertreter Virginias im Kontinentalkongress; ab September 1775 kommandierte Jefferson als Colonel die Miliz des virginischen Albemarle County. Er gilt als Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der USA – beeinflusst von der Streitschrift „Common Sense“ von Thomas Paine, der als Erster vorschlug, die neue Nation „Vereinigte Staaten von Amerika“ zu nennen. Thomas Jefferson wurde 1790 Außenminister im Kabinett George Washingtons, 1797 Vizepräsident unter Präsident John Adams und danach zum 3. Präsidenten der USA (1801–1809) gewählt; unter seiner Präsidentschaft wurde 1803 die französische Kolonie Louisiana in Nordamerika mit einer Summe von 15 Mio. US-Dollars (heutiger Wert etwa 445 Mio. US-Dollars) von Napoleon abgekauft. Jefferson starb am 4. Juli 1826 auf seinem Landsitz Monticello, genau am 50. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. (Abb.: Porträt von Rembrandt Peale). Nach Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs kehrte Kościuszko 1784 nach Siechnowicze (Brest-Litowsk) zurück, trat in die königliche Armee ein und wurde 1789 zum Generalmajor befördert; als Anführer des nach ihm benannten Aufstands gegen die Teilung Polens vom 24. März 1794 wurde er nach der Niederschlagung am 10. Oktober südöstlich von Warschau gefangen genommen und saß zwei Jahre in St. Petersburg in russischer Haft. Nach dem Tod von Zarin Katharina II. wurde er von ihrem Sohn Paul I. begnadigt, nachdem Kościuszko geschworen hatte, nie mehr nach Polen zurück zu kehren; er ging am 18. August 1797 ins Exil in die USA. Jefferson schrieb über ihn: „Er ist ein so reiner Sohn der Freiheit, wie ich ihn nie zuvor erlebt habe.“ Kościuszko gilt als ein engagierter Verfechter für Freiheit und Gleichheit und kämpfte gegen Armut und Unterdrückung. 1798 reiste er inkognito und mit falschem Pass wieder nach Europa zurück.[1] Zuvor verfasste er sein bedeutsames erstes Testament, in dem er verfügte, dass das Geld aus seinem Nachlass dazu verwendet werden sollte, Sklaven freizukaufen, ihre Bildung zu fördern und ihnen genügend Land für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung zu stellen. Abb. 3: Erste Seite des handschriftlichen Testaments Kościuszkos vom 5. Mai 1798: „Ich, Thadeus Kosciuszko, erkläre und verfüge hiermit anlässlich meiner Abreise aus Amerika Folgendes: Sollte ich keine anderweitige letztwillige Verfügung über mein Vermögen in den Vereinigten Staaten treffen, so ermächtige ich meinen Freund Thomas Jefferson, dieses gesamte Vermögen dazu zu verwenden, Schwarze [Negros] – seien es solche aus seinem eigenen Besitz oder andere – freizukaufen und ihnen in meinem Namen die Freiheit zu schenken; ferner soll er für ihre Ausbildung in handwerklichen und sonstigen Berufen sorgen sowie sie auf ihre neue Lebenslage vorbereiten, indem er sie in moralischen Pflichten unterweist, die sie zu guten Nachbarn, guten ... Vätern oder Müttern, Ehemännern oder Ehefrauen sowie zu pflichtbewussten Bürgern machen, sie lehrt, ihre Freiheit, ihr Land und die gesellschaftliche Ordnung zu verteidigen, und sie in allem fördert, was zu ihrem Glück und ihrer Nützlichkeit beiträgt. Ich bestimme den besagten Thomas Jefferson zum Testamentsvollstrecker dieser Verfügung.“ und weiterhin: „...jeder soll heiraten und 500 Acre Land (= über 200 Hektar) mit Werkzeugen und Vieh zur Bodenbearbeitung erhalten und lernen, es zu bewirtschaften und sich seinen Nachbarn gegenüber stets freundlich und hilfsbereit zu verhalten. Mögen sie bescheiden leben und ihre Kinder gut erziehen, ihnen Güte und Pflicht gegenüber ihrem Land beibringen und mir danken, indem sie so glücklich wie möglich sind. T. Kościuszko“. Ab 1798 lebte Tadeusz Kościuszko in Frankreich. Zunächst wohnte er in Paris, drei Jahre später auf dem Landgut Berville nahe Fontainebleau. Dort lebte er als Gast und enger Freund der Familie des Schweizer Diplomaten Peter Josef Zeltner. Er führte ein zurückgezogenes Leben. Nach Napoleons Sturz 1815 und dem Scheitern seines Versuchs, die polnische Unabhängigkeit auf dem Wiener Kongress zu erlangen, verließ Kościuszko Frankreich und zog in die Schweiz, wo er am 15. Oktober 1817 im Alter von 72 Jahren unverheiratet und kinderlos verstarb. Sein Barvermögen belief sich damals noch auf 12.200 US-Dollars. Kościuszkos gesamte Vermögen überließ er Thomas Jefferson. Der US-Kongress gewährte dem Polen eine Nachzahlung für seinen Armeedienst von 1776 bis 1783; sie belief sich einschl. der Verzinsung auf 18.912 US-Dollars. [2] Neben diesem Barvermögen erhielt er als Geschenk für seine Verdienste ein Grundstück im Scioto River Valley im 1803 gegründeten Bundesstaat Ohio. [3] Er trennte sich von seinem Land am 29. Juli 1802 von Paris aus und schenkte es der französischen Einwanderin Louise Françoise Félix. Eine amtliche Registrierung des Besitzerwechsels fand nie statt und so kam es in den späteren Jahren zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Der Supreme Court in Washington erklärte 1852 Kościuszkos Testament für ungültig und sprach dessen Erbschaft seinen europäischen Verwandten zu. Thomas Jefferson sagte im Mai 1819 vor dem District Court von Albemarle County, dass er das Erbe nicht annehmen und die Verpflichtungen nicht eingehen könne. Er bat darum, das Testament von einem Anderen erfüllen zu lassen. Das Vermögen hatte er seinem Anlageberater John Barnes übergeben, der es in Wertpapieren mit 8-prozentiger Verzinsung bei der Bank of Pennsylvania in Philadelphia anlegte. Nach Ende seiner zweiten Präsidentschaft kam Jefferson in finanzielle Schwierigkeiten und lieh sich oft Geld von Kościuszko und nahm Hypotheken auf seine Immobilien auf. Kościuszko verfügte in seinem Testament u. a., dass Jefferson Sklaven aus „... seinem eigenen Besitz ...“ freikaufen sollte. Das wollte Thomas Jefferson jedoch nicht einlösen – im Widerspruch zum Text in der von ihm verfassten Unabhängigkeitserklärung: „... Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit ...“ (Text der Unabhängigkeitserklärung in der deutschsprachige Zeitung „Pennsylvanischer Staatsbote“ vom 5. Juli 1776 in Philadelphia). Obwohl Jefferson die Sklaverei als „abscheuliches Geschäft“ bezeichnete, galt für ihn die Gleichheit aller Menschen zu damaliger Zeit nicht für Indigene und afroamerikanische Sklaven. Er besaß Zeit seines Lebens über 600 Sklaven auf seinen Plantagen und hatte mit seiner Sklavin Sally Hemings sechs gemeinsame Kinder. Nach seinem Tod wurden die meisten seiner verbliebenen Sklaven versteigert, um seine Schulden zu begleichen. Drei Personen – Sally Hemings und ihre Söhne Madison und Eston – erhielten zuvor ihre Freiheit; zehn weitere Sklaven kamen nach seinem Tod frei. Abb. 4: Quittung über 750 Dollars vom 30. November 1859 über den Verkauf des 12-jährigen Sklaven Newton zwischen der Käuferin S. L. Montmollin und den Sklavenhändlern Blackwell, Murphy & Ferguson aus Lexington, Kentucky; Ergänzung von Ferguson auf der Rückseite: „Der Junge hat ein kleines Stück eines Fingers an der linken Hand verloren“ sowie später von Mrs. Montmollin „Hiermit übertrage und übergebe ich meinem Sohn William R. Montmollin – aus Zuneigung und Liebe – Newton, einen Sklaven auf Lebenszeit – 15. November 1863.“ Abb. 5: 5 Dollars 1. Mai 1854, Vs., Planters Bank of Fairfield, Winnsboro/South Carolina; die Banknote zeigt einen Aufseher und Sklaven bei der Feldarbeit; besonders auf den Geldscheinen der abtrünnigen Südstaaten von 1861 bis 1865 wurden Sklaven abgebildet – so z. B. 1 Dollar Bank of Commerce Savannah/Georgia, 10 Dollars State of Alabama, 50 Dollars Bank of Howardsville/Virginia, 10, 50 und 100 Dollars Conferation States of America, 100 Dollars State of Mississippi. Erst nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs wurde zum 18. Dezember 1865 die Sklaverei durch Änderung der US-Verfassung abgeschafft – pro forma erhielten am 28. Juli 1868 alle Afroamerikaner ihre vollen Bürgerrechte. Kościuszko gilt heute noch als bedeutender Nationalheld in Polen und in den USA, wurde jedoch nur auf unterschiedlichen polnischen Geldscheinen abgebildet – die USA ehrten Kościuszko lediglich auf Briefmarken, Ersttagsbriefen, Medaillen und Münzen. Abb. 6: 4 Złote Polskie 4. September 1794, Vs., Schatzschein während des Kościuszko-Aufstands vom Obersten Nationalrat (= Rady Najwyższej Narodowej) ausgegeben; „Wolność, Całośćinie, Niepodległość“ (= Freiheit, Einheit, Unabhängigkeit) war das Motto im Freiheitskampf; die ersten dieser Geldscheine gelten als erste Banknoten Polens und kamen am 16. August 1794 in Umlauf, sollten den Mangel an Münzgeld entgegenwirken und die Finanzierung des bewaffneten Kampfes auch bei der Belagerung Warschaus sichern – sie wurden jedoch wegen ihrer schlichten Beschaffenheit ungern in Zahlung genommen. Abb. 7: 100 Marek Polskich 15. Februar 1919, Vs., Polnischer Nationaler Darlehensfonds, Porträt von T. Kościuszko nach einer Grafik von Antoni Oleszczyńsk und hergestellt in der Druckerei B. Wierzbicki in Warschau; die Polnische-Mark-Scheine galten bis zum Währungsschnitt am 20. Januar 1924 und konnten im Verhältnis 1 Złoty = 1.800.000 polnische Mark umgetauscht werden – die Umtauschpflicht endete am 31. Mai 1925; Gestalter: Adam Półtawski. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Abb. 8: 10 Złotych 28. Februar 1919, Vs., Bank Polski, aus der Serie mit dem Bildnis von T. Kościuszko, gedruckt in Frankreich; die Ausgaben der 10- und 20-Złoty-Banknoten wurden in der Gestaltung unverändert fortgesetzt – nun mit Datum 15. Juli 1924 und in den Staatlichen Grafischen Werken in Warschau hergestellt, Vorläuferin der heutigen PWPW (Polska Wytwórnia Papierów Wartościowych = Polnische Wertpapierdruckerei); Gestalter: Adolphe Giraldon. Abb. 9: 500 Złotych 1. Juni 1982, Vs., Narodowy Bank Polski, Nachfolge-Banknote der Ausgaben von 1974, 1976 und 1979; leider verzichtete die Bank seit 1994 auf eine Abbildung Kościuszkos, stattdessen findet man (außer den Gedenkbanknoten) Porträts polnischer Herrscher des 10. bis 17. Jahrhunderts – ein Gedenkschein auf den 200. Todestag von Tadeusz Kościuszko im Jahre 2017 hätte den Nationalheld ehren können; Gestalter: Andrzej Heidrich. In den USA wird seit 1869 bis heute Thomas Jefferson auf Geldscheinen geehrt – jedoch nicht nur auf den 2-Dollars-Noten, sondern auch auf verschiedenen sog. Obsolete Banknotes und auf den US-Kleingeldscheinen; von der 1. Ausgabe der Fractional Currency (auch als Postage Currency bezeichnet); das Briefmarkengeld gab es auch mit gezähnten Rändern und wurde zwischen dem 21. August 1862 und dem 27. Mai 1853 ausgegeben, andere Stückelungen gab es zu 3, 5, 10, 15 und 50 Cents; sie sollten während des Bürgerkriegs dem akuten Münzmangel entgegenwirken. Abb. 10: 2 Dollars 1874, Vs., die Staats-Noten wurden mit gleichen Gravuren von James Smillie von 1869 bis 1917 gedruckt – anfangs bei der National Bank Note Co. in New York und ab 1875 vom BEP in Washington; mit der Unterschriftskombination John Allison/F. E. Spinner wurden 8,25 Mio. Stück hergestellt, von denen bis heute nur noch 200 Exemplare erhalten geblieben sein sollen. Abb. 11: 2 Dollars 1918 (18. Mai 1914), Vs., NC/FRB, Ausgabe Boston/Mass., mit den Unterschriftskombinationen Houston B. Teehee/John Burke und Chester C. Bullen/Charles A. Morss wurden vom 24. März 1915 bis 20. November 1919 eine Menge von 4,012 Mio. Stück gedruckt, heute sollen noch 140 Exemplare existieren. Abb. 12: 2 Dollars 1928, Vs., Staats-Note, knapp 56 Mio. Scheine wurden mit der Unterschriftskombination H. T. Tade/A. W. Mellon in nur 232 Tagen ausgegeben, mehrere Versionen mit gleichem Design wurden von 1928 bis 1966 hergestellt; mit ähnlicher Gestaltung werden FRB-Noten mit grünem Siegel bis heute gedruckt. Abb. 13: 20 Dollars 5. November 1860, Banknote der Monticello Bank Charlottesville/Virginia mit der Büste von Jefferson und seinem Landgut Monticello; Jefferson äußerte sich bekanntlich über Papiergeld „Ich bestreite die Befugnis der Zentralregierung, Papiergeld oder irgendetwas anderes zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu erklären.“ sowie „Das Gespenst des Geldes: „Papier ist Armut ... es ist nur das Gespenst des Geldes und nicht das Geld selbst.“ Jefferson vertrat die Ansicht, dass eine echte Währung einen inneren Wert besitzen müsse, der in Gold oder Silber eintauschbar ist. Abb. 14: Re-Design mit den Bildnissen von Thomas Jefferson – 2 Dollars 2024 von Mauro Aurelio, Schweiz, 10 Dollars 2018 von Andrej Awgust, Weißrussland. Abb. 15: Re-Design mit den Bildnissen von Thomas Jefferson – 2 Dollars 2025 von aggroeuros, Schweiz/Deutschland und 2 Dollars 2026 von iPhone_3GS aus den USA. Jefferson wusste nicht von weiteren testamentarischen Verfügungen; noch im Februar 1810 schrieb Jefferson an Kościuszko: „Sollte Dir etwas zustoßen, wird die von Dir bestimmte wohltätige Verwendung des Kapitals nicht verzögert werden.“ Kosciuszko wiederum erinnerte Jefferson in seinem letzten Brief an ihn, nur wenige Wochen vor seinem Tod im Oktober 1817, noch einmal an die Bestimmung des Vermögens. In seinem Testament vom 28. Juni 1806 setzte er den Sohn von General John Armstrong Jr., damaliger US-Botschafter in Frankreich unter Präsident Jefferson, als Erben ein. Dieser sollte aus Tadeusz Kościuszkos Nachlass 3.704 Dollars erhalten und Jefferson selbst das Testament vollstrecken. Das Pariser Testament von 1806 und ein Schweizer Testament von 1817 beschäftigten das Oberste Gericht der USA. Jefferson antwortete im Januar 1818 John Kościuszko Armstrong, es habe ihm erhebliche moralische Bedenken hinsichtlich der Übernahme der Rolle des Testamentsvollstreckers bereitet; in seiner letzten Verfügung legte Kościuszko fest: „In der tiefen Überzeugung, dass die Leibeigenschaft dem Naturrecht und dem Wohlergehen der Völker widerspricht, erkläre ich hiermit, dass ich sie auf meinem Gut Siechnowicze in der Woiwodschaft Brzesko-Litewsk sowohl in meinem eigenen Namen als auch im Namen seiner zukünftigen Besitzer vollständig und für immer abschaffe. Ich erkenne daher die Bewohner des zu diesem Gut gehörenden Dorfes als freie Bürger und uneingeschränkte Eigentümer des von ihnen besessenen Landes an. Ich befreie sie ausnahmslos von allen Abgaben, der Leibeigenschaft und allen persönlichen Verpflichtungen, denen sie zuvor gegenüber den Eigentümern dieses Gutes unterworfen waren. Ich rufe sie lediglich dazu auf, sich zu ihrem eigenen Wohl und zum Wohl des Landes um die Gründung von Schulen und die Förderung der Bildung zu bemühen.“ Bis zu seinem Tode im Jahr 1826 hatte Jefferson den letzten Willen von Tadeusz Kościuszko nicht umgesetzt – 1819 hatte er festgelegt: „Ich muss die Last ablehnen, der Testamentsvollstrecker des Willens zu sein“. Michael H. Schöne Anmerkungen [1] Tadeusz Kościuszko reiste im Mai 1798 überstürzt und heimlich aus den USA nach Europa ab, weil er Nachrichten von polnischen Patrioten aus Europa erhalten hatte, die ihn davon überzeugten, dass sich eine neue Chance zur Befreiung Polens bot und das französische Direktorium seine Mitwirkung bei Verhandlungen und der Aufstellung polnischer Legionen wünschte. Seine Abreise erfolgte mit Hilfe von Thomas Jefferson unter falschem Namen, um US-Behörden und diplomatische Komplikationen zu umgehen. [2] Das bekannte Vermögen von Tadeusz Kościuszko belief sich 1798 auf rund 18.912 US-Dollars an ausstehendem Sold (zzg. Zinsen) aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg; die Summe (einschl. dem unbebauten Land in Ohio) von fast 20.000 US-Dollars entsprechen nach dem offiziellen Consumer Price Index einer heutige Kaufkraft von reichlich einer halben Million US-Dollars. [3] Das unbebaute Land im damaligen Delaware County, das Kościuszko nie besuchte, hatte zu dieser Zeit einen Bodenwert von etwa 500 bis 1.000 Dollars Quellen B. Dudek: „Jefferson, Kosciuszko, die Sklaven und das Testament“, Deutsche Welle, 3. Juli 2026 H. J. Floyd: „Engraved in Prejudice: How Currency Displayed the Mindset of the South“, Florence/SC 2013 D. Kulpa: „Sąd Najwyższy USA a sprawy testamentów Tadeusza Kościuszki“, Likedin 30. März 2024 K. Mazur: Blog https://www.abbevilleinstitute.org/jefferson-and-kosciuszko, 13. September 2024 G. N. Sewostjanow/A. I. Utkin: „Jefferson“, Ostberlin 1984 G. Wilson: „Thaddeus Kosciuszko, Son of Liberty”, Monticello Newsletter 12/2001 https://americanhistory.si.edu https://globalnation.inquirer.net https://muzeum.pk.edu.pl https://naukawpolsce.pl https://numista.com https://pl.linkedin.com https://polonika.pl https://wikipedia.org https://wikisource.org https://uniondb.com https://www.monticello.org https://www.polishamericancenter.org
- DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2026-2
DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2026-2 40 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2026. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Schwerpunktthema: Titel- und Schwerpunktthema des neuen DGW-Heftes ist ein Beitrag der Sammlungs- und Ausstellungskuratorin im Historischen Museum Frankfurt/Main, Christina Bach, mit dem Titel "Zweihundert Millionen Scheine für Japan" zu den ersten modernen Banknoten Japans, die von der Druckerei Dondorf & Naumann in Frankfurt/Main hergestellt wurden. Weitere Themen sind: Eberhard Wühle: Das Memelland – der nördlichste Teil Ostpreußens; Siegfried Seipold: Die verschiedenen Drucktypen der Buchstaben M (für Mark) auf DDR-Banderolen und verschiedene Druckvermerke – Ergänzung zum Artikel in Heft 2026-1; Rainer Geike: Lebensmittelkarten mit der Stadtbezirksnummer 22? (Berlin); Wolfgang Schubert: Aus der Geschichte der Gefängnisse in der Tschechoslowakei; Frank Scholz: Buchbesprechung zu Dr. Sven Gerhard "Beiträge zur Papiergeldgeschichte, Band 1"; Matthias Wühle/Norbert Müller: Das Xantener Geldmuseum. DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es zum Einzelpreis von 9,80 Euro plus Versandkosten über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de, E-Mail: info@dgwev.de. Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Leipziger Münzauktion – Vorschau auf die 111. Auktion vom 11. bis 15.11.2026 in Leipzig
Im November lädt die Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn zu ihrer 111. Auktion nach Leipzig ein. Gemeinsam mit der anschließenden 24. eLive Auktion kommen rund 4.000 Lose von der Antike bis zur Moderne zum Aufruf. Sammler und Händler erwartet ein breit gefächertes Angebot mit interessanten Sammlungen, umfangreichen Serien und zahlreichen numismatischen Besonderheiten. Die Saalauktion findet vom 11. bis 14. November 2026 statt. Am Sonntag, dem 15. November, schließt sich die 24. eLive Auktion mit weiteren rund 1.250 Losen an. Mittwoch, 11. November – Geldscheine, Orden und thematische Medaillen Den Auftakt bilden am Mittwoch die Bereiche Geldscheine, Orden und Ehrenzeichen sowie thematische Medaillen und Plaketten. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der erste Teil der bedeutenden Sammlung Richter zum Thema Reformation. Rund 100 Lose geben einen vielseitigen Einblick in dieses historisch wie numismatisch interessante Sammelgebiet. Darüber hinaus kommen erneut zahlreiche Schützenpokale zum Aufruf, die inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Auktionen geworden sind. Los 1: Bayerische Notenbank 1875-1925. 50 Reichsmark 1.9.1925. Ro. BAY25P, Grab. BAY-25M. Sehr seltene Variante. I. Ausruf: 1.200 EUR Los 2: Sächsische Bank zu Dresden 1874-1924. 50 Reichsmark 11.10.1924. Muster , Ro. SAX26, Grab. SAX-26. Sehr seltene Variante. I Ausruf: 1.500 EUR Los 69: Deutsche Bundesbank 1960-1999. 1000 DM 1.6.1977. KN W 7041744 G. Ro. 280a, Grab. BRD-24a. Selten in dieser Erhaltung. I Ausruf: 1.000 EUR Los 117: Spange mit 10 Auszeichnungen. OEK 1909, 2967, 2980, 1704, 157, 1970, 412, 2009, 1970, 1965/1. Sehr seltene und prachtvolle Ordensspange. Vorzüglich-prägefrisch Ausruf: 3.500 EUR Los 147: Nationalpreis der DDR in Gold. Verliehen 1959. Mit Interim-Spange und Etui. Medaille Gold. Bartel/Spez 25e. Prägefrisch Ausruf: 1.300 EUR Donnerstag, 12. November – Ausland, Mittelalter und deutsche Münzen bis Brandenburg-Preußen Der Donnerstag beginnt mit den ausländischen Münzen und Medaillen. Besonders hervorzuheben ist eine umfangreiche Sammlung Russland mit rund 200 Losnummern. Ein weiterer Teil dieser Sammlung wird im Rahmen der eLive Auktion am Sonntag angeboten. Daran schließen sich die Münzen und Medaillen der habsburgischen Erblande an. Bereits am Donnerstag beginnt anschließend der große Bereich der deutschen Münzen und Medaillen. Den Auftakt bilden die Münzen des Mittelalters, bevor die Versteigerung durch die verschiedenen deutschen Münzstände bis einschließlich Brandenburg-Preußen führt. Gerade in diesem Bereich darf man sich auf eine Reihe besonders attraktiver Stücke freuen. Wunderbare Erhaltungen und qualitätsvolle Einzelstücke machen diesen Auktionstag auch für anspruchsvolle Erhaltungssammler besonders interessant. Eine schöne Serie Brandenburg-Preußen bildet schließlich den Abschluss des Donnerstags. Freitag, 13. November – Von Braunschweig bis Sachsen Am Freitag wird der Bereich der deutschen Münzen und Medaillen ab Braunschweig fortgesetzt. Es folgt ein abwechslungsreiches Angebot aus den verschiedenen deutschen Münzständen, bevor schließlich die Münzen und Medaillen Sachsens zum Aufruf kommen. Anders als bei unseren Auktionen gewohnt, werden diesmal die sächsischen Münzen und Medaillen bereits am Freitag versteigert. Damit möchten wir insbesondere den Sammlern und Händlern entgegenkommen, die am Wochenende die NUMISMATA in Berlin besuchen möchten. Aus diesem Grund wird der gesamte Bereich Altdeutschland einschließlich Sachsen bereits bis Freitag versteigert. So besteht die Möglichkeit, die Auktionstage in Leipzig mit einem anschließenden Besuch der Berliner Münzbörse zu verbinden. Samstag, 14. November – Kaiserreich bis Literatur Der Samstag beginnt mit den Münzen des Deutschen Kaiserreichs. Gerade in diesem Bereich dürfen sich Erhaltungssammler auf zahlreiche außergewöhnliche Stücke freuen. Angeboten werden Münzen in hervorragenden Erhaltungen bis hin zu Stempelglanz und Polierter Platte – ein Augenschmaus für Liebhaber besonders qualitätsvoller Prägungen. Im weiteren Verlauf führt die Auktion durch die Münzprägung bis in die Moderne. Den Abschluss der 111. Auktion bilden Lots, Waagen und numismatische Literatur. Sonntag, 15. November – 24. eLive Auktion Unmittelbar im Anschluss an die Saalauktion folgt am Sonntag die 24. eLive Auktion mit rund 1.250 Losen. Auch hier spannt sich der Bogen durch die gesamte Numismatik: von der Antike bis zur Moderne, ergänzt durch Geldscheine sowie Orden und Ehrenzeichen. Hinzu kommen weitere Stücke der umfangreichen Russland-Sammlung. Fünf Auktionstage, rund 4.000 Lose und ein Angebot quer durch die Numismatik: Die 111. Auktion und 24. eLive Auktion der Leipziger Münzhandlung versprechen einen abwechslungsreichen und spannenden Abschluss des Auktionsjahres 2026. Wir freuen uns, Sie im November in Leipzig sowie online zu unserer 111. Auktion und 24. eLive Auktion begrüßen zu dürfen.
- Wird das Bargeld abgeschafft?
Ein Thema, das nicht nur Münzen- und Papiergeld-Sammler beschäftigt Wann haben Sie das letzte Mal am Geldautomaten Geld von ihrem Konto abgehoben, um damit Bargeldzahlungen vorzunehmen? Wahrscheinlich überweist ihr Arbeitgeber das Gehalt auf ihr Bankkonto, von dem dann die Miete per Dauerauftrag gezahlt wird. Dem Stromversorger, Telefonanbieter und Fitness-Studio haben Sie eine Einzugsermächtigung erteilt. Ihre Einkäufe im Internet bezahlen Sie selbstverständlich mit Kreditkarte, Sofortüberweisung oder PayPal und die Einkäufe im Geschäft um die Ecke mit der Girokarte oder dem Smartphone. Da liegt der Verdacht nahe, dass Münzen und Geldscheine ein Auslaufmodell sind. Diesen Eindruck könnte man bei der 50-Dollars-Banknote der Central Bank of Solomon Islands anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens gewinnen. Auf der Rückseite des Geldscheins wird nicht nur das Bankgebäude abgebildet, sondern links davon auch ein Zahlungsvorgang mit einem Smartphon. Abb. 1.1: Central Bank of Solomon Islands, 2026, 50 Dollars, Vorderseite. Abb. 1.2: Central Bank of Solomon Islands, 2026, 50 Dollars, Rückseite. Die Nutzung digitaler Zahlungssysteme, mobiler Wallets[1] (z. B. Apple Pay, Google Wallet, Samsung Wallet) und kontaktloser Karten hat im Alltag stark zu genommen. 2025 wurden in der Bundesrepublik nur noch 45 % der Zahlungstransaktion mit Bargeld getätigt, gemessen am Wert sogar nur noch 23 %. Abb. 2: Verwendung von Zahlungsinstrumenten.[2] Auch in der Bundesrepublik wird über die Zukunft des Bargelds diskutiert. Die Befürworter der Bargeld-Abschaffung führen gewichtige Argumente an, andererseits warnen Experten vor den Risiken einer vollständig digitalen Zahlungswelt. Dabei geht es weit über technische Aspekte hinaus, werden doch grundlegende gesellschaftliche Werte berührt. Die Befürworter der Bargeldabschaffung führen an, dass digitale Zahlungssysteme bequemer, effizienter, kostengünstiger und moderner seien. Sie ermöglichen schnelle Transaktionen, reduzieren Fehlerquellen und erleichtern automatisierte Prozesse. In der Tat, Bargeld verursacht manchen Aufwand. Wer Bargeld benötigt, muss in der Regel zu seiner Bank oder an den Geldautomaten. Schauen wir uns nun einmal das Geschehen an der Kasse eines Supermarktes an. Der Zahlungsvorgang erfordert häufig viel Geduld. Da will ein Käufer seine Einkäufe mit seinen Münzen zahlen, um dann festzustellen, dass sie zur Zahlung nicht reichen; überhaupt dauert das Zählen der Münzen und die Prüfung der Geldscheine unter der UV-Lampe; oft fehlt das passende Wechselgeld oder man erhält eine Handvoll Münzen zurück, die das Fassungsvermögen der Geldbörse sprengen. Sie müssen wieder bei der Bank umgetauscht werden oder wandern zu Hause in den Topf mit den vielen kupferfarbigen 1, 2 und 5 Cent-Münzen. Vielleicht merkt man Hause, dass die Kassiererin statt auf die 50-Euro-Note nur auf 20 Euro herausgegeben hat. Bei Geschäftsschluss heißt es dann für die Angestellten des Geschäftes, zählen des Bargelds. Wenn es nicht sofort zur Bank gebracht wird, muss es z. B. in einem Tresor sicher verwahrt werden. Übrigens lassen sich die Banken die Abgabe größerer Kleingeldmengen inzwischen bezahlen. Ein weiteres Argument ist die Bekämpfung von Kriminalität, Terrorismus und Schattenwirtschaft. Ohne Bargeld gäbe es auch kein Falschgeld. Ohne Bargeld würden Gründe für Raubüberfälle auf Banken, Geschäfte oder Tankstellen entfallen. Ohne Bargeld würde die Geldwäsche von Einnahmen aus Betrügereien, Prostitution, illegalen Wetten u. ä. erschwert. Und ohne Bargeld würde auch die Schwarzarbeit erschwert, da man die Zahlungsströme leicht kontrollieren könnte. Darüber hinaus verursacht das Bargeld bei der Notenbank und den Banken erhebliche Kosten. Auch wenn die EZB keine Zahlen veröffentlicht, dürften allein die Druckkosten der Euro-Banknoten jährlich etwa 200 bis 500 Millionen Euro betragen. Hinzu kommen Kosten der Verteilung, Sicherung und Falschgelderkennung. Schließlich fördern bargeldarme Gesellschaften technologische Innovationen, wie das indische Zahlungssystem UPI zeigt. Ein zentraler Kritikpunkt der Gegner ist der Verlust von Privatsphäre. Digitale Zahlungen hinterlassen Spuren. Sämtliche Transaktionen im bargeldlosen Zahlungsverkehr werden erfasst und gespeichert. Was passiert mit diesen sensiblen Daten? Massive Eingriffe in die Privatsphäre sind denkbar bis hin zum gläsernen Bürger. Versicherungen und Krankenkassen könnten beispielsweise erfahren, wie viele Zigaretten oder Alkohol ein Versicherungsnehmer erwirbt. Policen könnten unter Umständen verweigert werden und Beiträge sich verteuern. Zwar verursachen digitale Zahlung nicht direkt Schulden. Studien zeigen, dass sie durch ihre einfache und oft unsichtbare Handhabung das Ausgabeverhalten verändern können und damit das Risiko einer Verschuldung erhöhen.[3] Besonders junge Nutzer verlieren oft den Überblick über ihre Zahlungsverpflichtungen. Eine Gesellschaft ohne Bargeld könnte auch bedeuten, dass die Bürger die Kontrolle über ihr Geld verlieren. Wer zu Hause kein Bargeld mehr horten kann oder zumindest normale Mengen aufbewahrt, muss seine gesamte Habe den Geldinstituten anvertrauen. Das Vermögen kann nicht mehr aus dem System abgezogen werden. Das bedeutet für Verbraucher auch, dass es z. B. bei Negativzinsen keinerlei Handlungsspielraum mehr gibt. Die Abschaffung von Bargeld führt zu einer Machtkonzentration bei Banken und Zahlungsdienstleistern. Zudem entsteht eine Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur: Stromausfälle, Cyberangriffe und technische Störungen können den Zahlungsverkehr lahmlegen. Schweden musste nach mehreren Ausfällen erkennen, dass ein rein digitales Zahlungssystem nicht krisenfest ist. Kritiker führen ferner an, dass die soziale Teilhabe älterer Menschen, Menschen mit Behinderung oder Personen ohne digitale Kompetenz gefährdet sei, da sie auf Bargeld angewiesen seien. Befürworter der Bargeldabschaffung führen gerne die sinkende Kriminalitätsrate an. Sie übersehen jedoch, dass in den letzten Jahren die Internet-Kriminalität stark zugenommen hat. Ein virtuelles Geldsystem ist eine unausgesprochene Einladung für Hacker, um an Karten- und Kontodaten zu kommen. Bleibt festzuhalten: Bargeld ist das einzige anonyme Zahlungsmittel! Trotz aller Bedenken gehen einige Staaten bereits den Weg zu einer bargeldlosen Gesellschaft. Schweden galt hier lange als Vorreiter. Doch seit 2026 müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken wieder Bargeld annehmen. Gründe hierfür sind die Krisenvorsorge, die Verwundbarkeit digitaler Systeme sowie die soziale Inklusion: Rund eine halbe Million Menschen kann nicht digital bezahlen. Die schwedische Reichsbank betont, dass Bargeld ein demokratisches Grundinstrument bleibe. In Dänemark, einem weiterern Verfechter der bargeldlosen Zahlung in der Europäischen Gemeinschaft, müssen schon seit 2015 kleine Läden, Tankstellen und Restaurants mehr Bargeld akzeptieren. Das diene der Entlastung der Geschäftsleute. 2030 soll das Bargeld in Dänemark komplett Vergangenheit sein. Im Widerspruch dazu steht jedoch die Tatsache, dass die Nationalbank die aktuellen Banknoten zwischen 2020 und 2025 schrittweise als sicherheitsverbesserte 2009A-Serie neu ausgegeben hat. Allerdings ist die 1000-Kronen-Note (≈ 135 €) seit dem 31. Mai 2025 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Abb. 3.1: Danmarks Nationalbank, Serie 2009, 1000 Kroner, Vorderseite. Abb. 3.2: Danmarks Nationalbank, Serie 2009, 1000 Kroner, Rückseite. In Großbritannien beträgt der höchst Banknotenwert gerade einmal 50 Pfund Sterling, also etwa 59 €. Auch die Bank of England setzt auf bargeldlose Zahlung. Abb. 4.1: Bank of England, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Abb. 4.2: Bank of England, o. D., 50 Pounds, Rückseite. Die Türkei begrenzt den höchsten Banknotenwert auf 200 Lira (≈ 4 €). Dieser Wert steht diametral zur augenblicklichen Inflationsrate, die nach Angaben der türkischen Notenbank (TCMB) im August 2026 offizielle bei 31,5 % lag. Der niedrige Banknotenwert suggeriert dem Betrachter Wertbeständigkeit. Würden die Zahlen auf den Noten der Inflation angepasst, würde jedem das Ausmaß sofort ins Auge springen. Gleichzeitig zwingt diese Politik die Bürger, selbst bei täglichen Kleinausgaben digitale Zahlungsmittel zu benutzen. Dies ist gewollt, lassen sich doch so jederzeit Zahlungsströme kontrollieren. Korruption, Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft werden erschwert. Darüber hinaus erleichtern große Bargeldbestände die Kapitalflucht, weshalb die Regierung auch kleine Nominale bevorzugt. Abb. 5.1: Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankasi, 2009, 200 Türk Lirasi, Vorderseite. Abb. 5.2: Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankasi, 2009, 200 Türk Lirasi, Rückseite. Am 8. November 2016 wurden über Nacht in Indien die 500‑ und 1000‑Rupien-Noten ungültig. Begründet wurde dieser Schritt unter anderem mit der großen Anzahl von Fälschungen im Umlauf. Vorübergehend war die verbliebene 100-Rupees-Banknote das höchste Nominal. Heute lautet der höchste Banknotenwert auf 500 Rupien (≈ 5 €). Auch in Indien ist das Ziel klar erkennbar. Der niedrige Wert der Wert höchsten Banknote soll dazu beitragen, den Sumpf der Schattenwirtschaft trocken zu legen, sowie das Schwarzgeld, die Korruption und Fälschungen zu bekämpfen. Parallel wurde das digitale Zahlungssystem UPI massiv gefördert.[4] Abb. 6.1: Reserve Bank of India, 2021, 500 Rupees, Vorderseite. Abb. 6.2: Reserve Bank of India, 2021, 500 Rupees, Rückseite. In China geht scheinbar nichts mehr ohne Zahlung mit dem Smartphone. Die Chinesen setzen nicht zuletzt auf Online-Dienstleister wie Alipay oder WeChat, weil sie bei mobiler Zahlung saftige Rabatte erhalten. Sogar Bettler nehmen an bargeldlosen Zahlungen teil. Per QR-Code am Hals empfangen sie Spenden direkt auf ihr Smartphone. Obwohl die Europäische Union augenblicklich keine Abschaffung des Bargelds plant, setzt man doch auf eine Begrenzung der Bargeldzahlungen. Der erste Schritt dazu war die Abschaffung des 500-Euro-Scheins. Am 4. Mai 2016 beschloss die EZB die Produktion und Ausgabe der 500-Euro-Banknote einzustellen. Die meisten nationalen Zentralbanken beendeten die Ausgabe am 26. Januar 2019. Bei der Deutschen Bundesbank und der Oesterreichischen Nationalbank war es der 26. April 2019. Die 500-Euro-Note bleibt gesetzliches Zahlungsmittel und behält dauerhaft ihren Wert. Sie kann unbefristet bei jeder nationalen Zentralbank des Eurosystems umgetauscht werden. Abb. 7.1: EZB, 2002, 500 Euro, Vorderseite. Abb. 7.2: EZB, 2002, 500 Euro, Rückseite. Nach EU-Verordnung 2024/1624 dürfen Unternehmen und Gewerbetreibende ab dem 10. Juli 2027 bei geschäftlichen Transaktionen kein Bargeld von 10.000 Euro oder mehr annehmen oder auszahlen.[5] Ziel dieser Maßnahme ist es, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wirksamer zu bekämpfen. Im europäischen Vergleich wirkt die neue Regel moderat. Mehrere Mitgliedstaaten haben bereits heute deutlich strengere Vorgaben. Frankreich und Spanien etwa erlauben nur Bargeldzahlungen bis 1000 Euro, in Griechenland liegt die Grenze sogar bei nur 500 Euro.[6] Die EU-Regel fungiert daher als Mindeststandard. Nationale Verschärfungen bleiben zulässig. Neben der Obergrenze von 10.000 Euro sieht die Verordnung einen zweiten wichtigen Schwellenwert vor. Bei einer einmaligen Barzahlung zwischen 3.000 und 10.000 Euro sind die Unternehmen verpflichtet die persönlichen Daten des Kunden zu identifizieren. Der Verkäufer darf dafür die Vorlage von Personalausweis, Reisepass oder eines anderen amtlichen Dokuments verlangen. In Deutschland gab es bislang keine allgemeine gesetzliche Obergrenze für Bargeldzahlungen. Bei bestimmten Geschäften gelten jedoch bereits Identifizierungs-Pflichten und Vorgaben zur Prüfung der Geldherkunft, ein umfassendes Verbot großer Barzahlungen existierte aber nicht.[7] Am 2. Oktober 2020 veröffentlichte die EZB einen Bericht, in dem die Einführung eines „Digitalen Euros“ (D€) aus der Sicht des Eurosystems dargestellt wurde. Im Juli 2021 beschloss man, die Planung zum D€ zu starten. Am Ende des Projekts soll ein schnelles und sicheres gesetzliches Zahlungsmittel auf digitaler Basis stehen, „das den Euro für Privatpersonen und Unternehmen in der bestehenden Form als Bargeld und auf Bankkonten ergänzt und vom Europäischen System der Zentralbanken des Euroraums ausgegeben .. [wird]. Funktional vergleichbar ist der D€ als digitaler Zwilling des Euro-Bargelds mit digitalen Mobile-Payment-Zahlungssystemen wie Apple Pay, PayPal und Google Pay. Der D€ hat für Kundeneinlagen im Gegensatz zu Buchgeld eine Zentralbank als Schuldner und Garant, während bei Buchgeld Kreditinstitute wie Geschäftsbanken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken für die entsprechenden Einlagen haften. Bei Mobile-Payment-Zahlungssystemen lauten in der Regel die entsprechenden Konten indirekt auf Buchgeld bei Kreditinstituten.“[8] Nachdem sich der Europäische Rat am 19. Dezember 2025 für die Einführung des D€ aussprach, stimmte am 9. Juli 2026 auch das Europäische Parlament mit 416 gegen 169 Stimmen dafür. Anfang April 2026 stellte die EZB eine umfassende, ganzheitliche Zahlungsverkehrs-Strategie des Eurosystems vor, in welcher der digitale Euro eine Schlüsselrolle einnimmt. In der zweiten Hälfte des Jahres 2027 plant die EZB zwölf Monate lang mit ausgewählten 36 Banken, Instituten sowie digitalen Anbietern, den D€ zu testen. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich verlaufen, könnte der D€ frühestens 2029 eingeführt werden. Zwar beteuert EZB und Bundesbank, dass man das Bargeld nicht abschaffen wolle, dennoch muten die Pläne zum D€ als erster Schritt in diese Richtung an. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Mobile Wallets sind digitale Geldbörsen auf dem Smartphone, in denen man Zahlungs- und Identifikationsdaten sicher speichern und zum Bezahlen nutzen kann. Sie ersetzen damit zunehmend die klassische physische Brieftasche. [2] https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/zahlungsverkehr-und-wertpapierabwicklung/newsletter/zahlungsverkehr-und-wertpapierabwicklung-dezember-2025-1003174?article=zahlungsverhalten-in-deutschland-1003180 (01.10.2026). [3] Fehlender „Bezahlschmerz“: Wer mit Smartphone, Karte oder Klick bezahlt, nimmt die Geldausgabe oft weniger bewusst wahr als bei Bargeld. [4] Das Zahlungssystem UPI (Unified Payments Interface) ist Indiens Echtzeit-Zahlungssystem, das von der National Payments Corporation of India (NPCI) betrieben wird. UPI ermöglicht es Nutzern, Geld sofort zwischen Bankkonten zu überweisen, ohne langwierige Verarbeitungszeiten. UPI-Zahlungen sind für Privatpersonen kostenlos, was es zu einer attraktiven Option für viele Nutzer macht. UPI hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der digitalen Wirtschaft in Indien entwickelt und hat die Art und Weise, wie Menschen und Unternehmen bezahlen, revolutioniert. [5] Die EU-Regel fungiert daher als Mindeststandard. Nationale Verschärfungen bleiben zulässig. [6] https://www.focus.de/finanzen/bargeld-limit-kommt-2027-in-deutschland-kaeufer-muessen-sich-schon-ab-3000-euro-identifizieren_79fc1adb-7fa3-4985-859d-b9585468b242.html (22.09.2026) sowie https://www.evz.de/themen/finanzen-versicherungen/bezahlen-eu/bargeldobergrenze/ (01.10.2026) [7] Bisher gilt, wer mehr als 10.000 € in bar bezahlen will, muss dem Händler seinen Ausweis vorlegen. Ähnliches gilt für Bankzahlungen. Bei Edelmetallen wie Gold und Silber liegt die Grenze bei 1.999 € für anonyme Käufe. Wird es teurer, muss die Identität des Käufers geprüft werden. Hintergrund: Geldwäsche und Terrorismus sollen auf diese Weise eingedämmt werden. Der Bundestag bestimmte bereits 2003, dass haushaltsnahe Handwerkerleistungen nur dann steuerlich geltend gemacht werden können, wenn die Zahlung bargeldlos und mit Rechnung erfolgt ist. Auch andere Sonderausgaben wie beispielsweise die Kinderbetreuung müssen durch eine Überweisung dokumentiert sein. [8] https://de.wikipedia.org/wiki/Digitaler_Euro (04.10.2026) Abbildungen Banknoten Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de (1,3,4,7) Autor (5) Archiv für Geld- und Zeitgeschichte (6)
- Südossetien: Eine 200-Zarin-Gedenkbanknote
Die Bank von Alania in Südossetien gab am 20. September 2026 ihre zweite Gedenkbanknote, eine 200-Zarin-Note, heraus. Dies fiel mit dem Unabhängigkeitstag Südossetiens zusammen, der jährlich am 20. September gefeiert wird. In der offiziellen Pressemitteilung wird diese Ausgabe als Teil einer Serie beschrieben, die bedeutenden Persönlichkeiten Ossetiens gewidmet ist, sodass in Zukunft weitere Nennwerte zu erwarten sind. Südossetien, offiziell die Republik Südossetien oder der Staat Alania, ist ein Binnenstaat im Südkaukasus, der teilweise diplomatisch anerkannt ist. Die offiziell angegebene Einwohnerzahl beträgt etwas mehr als 56.500 Menschen (2022), die auf einer Fläche von 3.900 qkm leben, davon 33.000 in der Hauptstadt Zchinwali. Stand 2026 erkennen nur vier Mitglieder der Vereinten Nationen (UN) Südossetien als souveränen Staat an – Russland, Venezuela, Nicaragua und Syrien. Die georgische Regierung und alle anderen UN-Mitgliedstaaten betrachten Südossetien als souveränes Territorium Georgiens. Der politische Status Südossetiens bleibt ein zentrales Thema des georgisch-ossetischen Konflikts und der Beziehungen zwischen Georgien und Russland. Da Georgien keine effektive Kontrolle über das Gebiet ausübt, unterhält es eine Verwaltungsbehörde namens „Provisorische Verwaltung Südossetiens“. Südossetien ist in hohem Maße auf militärische, politische und finanzielle Hilfe aus Russland angewiesen. Seit 2008 hat die südossetische Regierung den Wunsch geäußert, der Russischen Föderation beizutreten. Sollte dies geschehen, würde dies das Ende der von Südossetien ausgerufenen Unabhängigkeit bedeuten. Ein Referendum zu dieser Frage wurde in der Innenpolitik mehrfach angesprochen, fand jedoch bislang nicht statt. Technisch gesehen ist diese neue Gedenkbanknote, genau wie die 100-Zarin-Note aus dem letzten Jahr, gesetzliches Zahlungsmittel, wird jedoch weder in Südossetien noch in einem anderen Teil Georgiens oder Russlands im Umlauf gebracht. Sie wurde ausschließlich als Sammler-Ausgabe herausgegeben. Südossetien verwendet den russischen Rubel als offizielle Währung. Der Zarin wird in Südossetien technisch gesehen zu einem festen Kurs von 1 Zarin = 10 russischen Rubel gehandelt. Diese Ausgabe hat einen Nennwert von 200 Zarin und wurde von Gosnak (Moskau) auf Papier gedruckt. Sie misst 157 x 69 mm. Es wurden 20.000 Stück hergestellt. Auf der Vorderseite ist ein Porträt von Wassili Iwanowitsch Abajew (Vasso) abgebildet, einem sowjetischen ossetischen Sprachwissenschaftler, der sich auf iranische Sprachen, insbesondere die ossetische Sprachwissenschaft, spezialisiert hatte. Sein Hauptwerk, das „Etymologische Wörterbuch der ossetischen Sprache“, das auf Material aus 190 Sprachen und Dialekten basiert, erschien zwischen 1959 und 1989 in vier Bänden und erlangte auch außerhalb der UdSSR Bekanntheit. Er starb im Alter von 100 Jahren in Sankt Petersburg. Zu seinen Mitgliedschaften und Auszeichnungen zählen unter anderem: Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Professor, Doktor der Philologie, ordentliches Mitglied der Royal Asiatic Society of England, korrespondierendes Mitglied der Finno-Ugrischen Gesellschaft in Helsinki, zweifacher Preisträger des Kosta-Khetagurov-Preises, verdienter Wissenschaftler Nordossetiens, Preisträger des Staatspreises der UdSSR und Ritter des Ehrenordens der Republik Südossetien. Neben seinem Porträt ist ein handgeschriebener Text aus seinem Testament zu sehen, rechts unten Bücher, vor den Büchern eine Lupe mit dem ossetischen Buchstaben „æ“, oben links ein offenes Buch aus Goldfolie mit einer skythischen Hirschfigur (Sicherheitsmerkmal) sowie oben links das Wappen Südossetiens über einem Lilienkreuz (ein altes Symbol des Schutzes). Die Rückseite ist der ossetischen Natur gewidmet. Das Hauptmotiv zeigt kaukasisches Rotwild, ein Hirsch und eine Hirschkuh, die auf einer Wiese vor dem Hintergrund des Berges Sanai (Kazbek) stehen. Unten rechts ist eine Abbildung der sarmatischen Glockenblume zu sehen. Oben links, auf dem Zierstreifen, befindet sich das Währungszeichen „Z“. Zu den Sicherheitsmerkmalen der Banknote gehören ein goldfarbener, unterbrochener Sicherheitsstreifen, Tiefdruck (Intaglio), ein Wasserzeichen mit der Darstellung eines kaukasischen Rothirsches sowie die Elektrotypie 200, metallisierte Folie, grafische Mikroelemente, Infrarot- und UV-Lumineszenz. Donald Ludwig Siehe auch: https://www.geldscheine-online.com/post/mif-paper-money-fair-september-2026 Neue Ausgaben sind stets sehr gefragt, und die Verkaufsschlager dieser Show waren zweifellos die neuen Gedenkbanknoten aus São Tomé und Príncipe (die 50-Dobras-Ausgabe zur Unabhängigkeit), Samoa (die 100-Tālā-Banknote mit Königin Elisabeth II.) und den Salomonen (50 Jahre Zentralbank). Zu den weiteren „heißen“ Neuheiten zählten Banknoten aus Aserbaidschan (die neu gestaltete 100-Manat-Banknote), Kasachstan (die neue 500-Tenge-Banknote), Südossetien (die neue 200-Zarin-Ausgabe) und der Ukraine (die neue Banknote im Wert von 2000 Griwna).












