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- Lexikon: Münzscheine oder -zettel
Münzscheine oder Münzzettel waren staatliches Papiergeld in Österreich-Ungarn, das ab 1849 vom K. K. Hauptmünzamt als Ersatz für Münzen bei Kleingeldmangel gegen Hinterlegung in Banknoten ausgegeben wurde. Es gab Münzzettel des Hauptmünzamtes in Wien von 1849 über 6 und 10 Kreuzer und von 1860 über 10 Kreuzer sowie in Ungarn (Ofen) ausgegeben 1849 über 6 und 10 Kreuzer. Bereits Ende 1805 hatte der Magistrat der Stadt Wien sog. Münzzettel zur "Erleichterung des kleinen Verkehrs" in Umlauf gegeben. Magistrat der Stadt Wien: Münzzettel über 12 Kreuzer vom 8. November 1805, Vorderseite. K. K. Hauptmünzamt in Wien: Bogenteil mit vier Münzscheinen zu je 6 Kreuzer vom 1. Juli 1849, Vorderseite. K. K. Hauptmünzamt in Wien: Münzschein bzw- -zettel über 10 Kreuzer vom 1. November 1860, Vorderseite. In Frankreich kam es 1703 durch die "Reformation" der Münzen zur Ausgabe von Quittungen (für abgelieferte Münzen), die zu Zahlungsmitteln wurden und "Billets de Monoye" hießen. Die US-amerikanische "Treasury Notes", ausgegeben von 1890 bis 1893, nannte man "Coin Notes" (Münzscheine), doch nur weil sie laut aufgedrucktem Text in Dollarmünzen eingelöst werden mussten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Aus alten Zeitungen: 17jährige entlarvt raffinierten Fälscher
Gefunden in: "Hamburger Morgenpost" vom 31. Mai 1955 Delia Ward (Abb. mit KI bearbeitet). 17jährige entlarvt raffinierten Fälscher 20 Jahre lang unentdeckt – Komfortable Druckerei im Keller Leeds (England), 31. Mai (Eig. Ber.) Scotland Yard und die Bank von England atmen auf. Eine 17jährige Verkäuferin entlarvte am Wochenende einen raffinierten Geldfälscher, der Südengland seit fast 20 Jahren mit Tausenden falscher Pfundnoten überschwemmte. Das junge Mädchen, Delia Ward, ist die Heldin des Tages. Der Leiter der Bank von England hat ihr zum Dank für ihre Wachsamkeit eine hohe Belohnung überreicht. Delia, die in einem Kaufhaus in Leeds arbeitet, warf einen langen Blick auf eine Einpfundnote, die ihr eine ältere, seriös wirkende Dame überreicht hatte. Der Verkäuferin fiel auf, daß die Zeichnung am Rande des Geldscheines verwaschen war. Unter einem Vorwand bat sie die Kundin, sich einen Augenblick zu gedulden, und stürzte ans Telephon. Fünf Minuten später traten zwei Beamte vom britischen Falschgelddezernat neben die Kundin, die leichenblaß wurde. Delia reichte den beiden Männern den Schein. Sie erkannten sofort, daß die Note falsch war. Die grauhaarige Dame wies sich als die 63jährige Mrs. Sarah Wainwright aus. Die Beamten luden sie sofort in ihren Wagen und fuhren mit ihr zu ihrer Wohnung, einer respaktablen Villa. Per Funk beorderten sie einen Mannschaftswagen zu dem Haus, der fast zur gleichen Zeit mit ihnen dort eintraf. Blitzschnell besetzten die Polizisten die Villa bis unters Dach und begannen mit der Haussuchung. Was sie fanden, ließ manchem von ihnen die Augen übergehen. Im Keller standen, hübsch ausgerichtet, komfortable Druckpressen, lagen in Schränken Druckplatten, Stapel von Banknotenpapier, falsche Geldscheine und echte Muster. In einem Album waren sogar einige Meisterstücke aus der Produktion des Hauses fein säuberlich eingeklebt. Darunter sogar einige falsche Banknoten aus der Vorkriegszeit. Endlich hatte Scotland Yard die Quelle der Fälschungen entdeckt, die um 1936 zum ersten Male in Südengland auftauchten. Der Herr des Hauses, der 68jährige Sydney Wainwright und sein 27jähriger Sohn Gordon verfolgten ängstlich die Untersuchungen der Beamten. Als sie sahen, daß nichts verborgen blieb, gestanden sie, die Hersteller des Falschgeldes zu sein. Zusammen mit seinem Sohn, der Graveur ist, hatte Wainwright jahrelang Pfundnoten gedruckt und hauptsächlich durch seine Frau bei Einkäufen in Umlauf bringen lassen. Ende vergangenen Jahres schwoll der Strom der "Blüten" in Leeds derart an, daß die Polizei das Zentrum der Falschmünzer in dieser Stadt vermutete. Aber alle Versuche, den Herstellern auf die Spur zu kommen, mißlangen –, bis jetzt durch die kleine Delia der Fälscherfamilie endlich das Handwerk gelegt werden konnte. Nach seiner Verhaftung erklärte Mr. Wainwright senior im Verhör: "Das einzige, was ich bedaure, ist, daß es mir nicht gelang, das Geld so einwandfrei ‚hinzukriegen‘, daß es von echtem nicht mehr zu unterscheiden war." Immerhin: Der Schaden, den die Bank von England durch die Falschmünzer während der letzten zwei Jahrzehnte erlitt, beläuft sich auf fast eine Million D-Mark. Hier berichten wir über die weitaus umfangreicheren deutschen Fälschungen britischer Pfundnoten (Unternehmen "Bernhard") während des Zweiten Weltkriegs: https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%A4lscher-falschgeld-teil-51 Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!
- Banknoten zu 5 Reichsmark der Sächsischen Staatsbank von 1945 aus den Beständen der Deutschen Notenbank
1964 erfasste die Deutsche Notenbank in Berlin bei ihr vorhandene Bestände an deutschen Militär- und Besatzungsgeldscheinen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Erfassung stand zunächst im Zusammenhang mit Überlegungen, solche Scheine Museen für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. Die erfassten Zahlen sind durchaus interessant[1] – so verzeichnete man einen erheblichen Bestand an Reichskreditkassenscheinen der Wertstufen zu 5 (10.564 Stücke) und 20 Reichsmark (8.438 Stücke), während von den übrigen Stückelungen deutlicher weniger Exemplare vorhanden waren (50 RM – 32 Stück, 2 RM – 224 Stück, 1 RM – 259 Stück und 50 Reichspfennig – 11 Stück). Daneben waren 35 Stück Kassenscheine über 20 Reichsmark vom 28. April 1945 für das Sudetenland und Niederschlesien (Grabowski DEU-262) im Bestand, ferner einzelne Exemplare der Noten der Zentralnotenbank Ukraine, an Scheinen aus dem Protektorat Böhmen und Mähren sowie des Gettos Theresienstadt. Auch eine Ausgabe des Lagergelds Westerbork/Niederlande zu 25 Cents ist verzeichnet. Interessant ist zudem, dass die Notenbank auch einen Bestand an Banknoten der Sächsischen Staatsbank Dresden vom 26. April 1945 auswies – 92 Stück der Wertstufe zu 20 Reichsmark und 20 Stück der Wertstufe zu 5 Reichsmark, jedoch kein Exemplar der Wertstufe zu 50 Reichsmark. Leider ist nicht vermerkt, ob es sich um entwertete oder nicht entwertete Stücke gehandelt hat. Auch sind die Kontrollnummern der Scheine nicht vermerkt worden. Gerade für die Wertstufe zu 5 Reichsmark wäre das sehr aufschlussreich gewesen. Von den Noten der Sächsischen Staatsbank ist lediglich die Wertstufe zu 20 Reichsmark (Grabowski DEU-260) in den Zahlungsverkehr gekommen und, nach neueren Erkenntnissen[2], in Sachsen sogar bis zur Währungsreform in der SBZ am 24. Juni 1948 im Umlauf geblieben. DEU-259 - Sächsische Staatsbank - 5 Reichsmark vom 26.4.1945, Vorderseite. Die Banknote der Wertstufe zu 5 Reichsmark (DEU-259) dagegen wurde nicht ausgegeben. Der Schein wirft Fragen auf: Bekannt sind Scheine mit verschiedenen Serien und stets derselben Kontrollnummer 02550*, die jeweils eine abgeschnittene Ecke aufweisen (also entwertet wurden), sowie Scheine mit verschiedenen Serien und ebenfalls stets derselben Nummer 06428*, die nie eine abgeschnittene Ecke aufweisen. Andere Kontrollnummern sind nicht bekannt geworden. Die Nummerierung der bekannten Scheine in Serien von A bis AD deutet darauf hin, dass die Scheine in Halbbögen nummeriert wurden, und dass nur zwei Halbbögen erhalten geblieben sind, die später geschnitten wurden. Der Bestand in Sammlungen dürfte danach bei jeweils höchstens 30 Exemplaren je Kontrollnummer liegen. Belegt ist, dass bei der Anstalt für Kunstdruck in Dresden-Niedersedlitz Anfang Juli 1945 3048 1/2 fertige, ungeschnittene Bogen zu 60 nummerierten Scheinen der Wertstufe zu 5 Reichsmark der Sächsischen Staatsbank lagerten, und dass ferner in der Druckerei Paul Welzel in Dresden-Lockwitz im August 1945 2000 ungeschnittene Halbbogen zu je 30 Scheinen zu 5 Reichsmark vorhanden waren, davon 611 nummeriert[3]. Im Zusammenhang mit den Aufzeichnungen der Deutschen Notenbank Berlin stellen sich zwei Fragen: Woher kamen die dort verzeichneten Scheine der Sächsischen Staatsbank, und wohin gingen sie? Die Sächsische Staatsbank wurde aufgrund des Befehls Nr. 10 der SMAD im August 1945 abgewickelt und in die Sächsische Landesbank überführt. Diese wiederum firmierte im Sommer 1947 in Sächsische Landeskreditbank um und ging zusammen mit der Emissions- und Girobank Sachsen am 1. Januar 1950 in der Deutschen Notenbank auf. Es steht zu vermuten, dass die im Jahr 1964 in Berlin erfassten Bestände von Banknoten der Sächsischen Staatsbank ursprünglich von dieser kamen, und nach 1950 von der Filiale Dresden der Deutschen Notenbank an die Zentrale in Berlin abgegeben wurden. In denselben Unterlagen der Deutschen Notenbank findet sich in einem internen Vermerk vom 6. November 1964 an den Präsidenten der Notenbank über die Abgabe von Banknoten an Sammler der Hinweis, dass das Sammeln von Banknoten „… in kapitalistischen Ländern ein lukrativer Geschäftszweig sein [dürfte]…“. Dieser Vermerk könnte einen Hinweis darauf geben, was mit dem Bestand der Deutschen Notenbank an Banknoten der Sächsischen Staatsbank zu 5 Reichsmark geschah, zumal die Existenz dieser Wertstufe in Sammlerkreisen erst Mitte der 1970er-Jahre bekannt wurde. Da die Scheine in den 1980er-Jahren gelegentlich auf Auktionen in der Bundesrepublik auftauchten (als entwerte Exemplare mit abgeschnittener Ecke) steht zu vermuten – sie wurden gegen Devisen an Händler in Westdeutschland veräußert. Scheine mit der Kontrollnummer 02550* und abgeschnittener Ecke könnten demnach solche aus dem 1964 bei der Deutschen Notenbank erfassten Bestand sein. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Archivsignatur DN 10/402 [2] Michael H. Schöne: Der 20-RM-Schein 1945 der Sächsischen Staatsbank mit 6-stelliger Kontrollnummer: Neue Erkenntnisse - https://www.geldscheine-online.com/post/der-20-rm-schein-1945-der-s%C3%A4chsischen-staatsbank-mit-6-stelliger-kontrollnummer-neue-erkenntnisse [3] Schöne, a.a.O.
- Neuauflage des Katalogs zum Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei 1900 - 2026
Pavel Hejzlar Papírová platidla na území Čech, Moravy a Slovenska 1900 – 2026 (Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei 1900 - 2026). 436 Seiten, 3. Auflage Prag 2026. Format 14,8 x 21 cm, Softcover und gebunden, durchgehend farbig mit zahlreichen Abbildungen. In tschechischer Sprache. ISBN 978-80-11-07995-6 (Softcover) ISBN 978-80-11-07994-6 (gebundene Ausgabe). Kosten ca. 31 EUR (Softcover) und ca. 33 EUR für die gebundene Ausgabe. Zu bestellen beim Autor – info@bankovky.com. Internationaler Versand ist möglich, Kosten auf Anfrage. Die Erstauflage des Kataloges von Pavel Hejzlar über das Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei ab 1900 erschien 2019 und wurde Hier im Blog besprochen. Im März 2026 ist nun die dritte Auflage erschienen. Viel hat sich seit der Erstauflage getan. Nicht nur, dass der Katalog von ursprünglich 280 auf 436 Seiten angewachsen ist und der Verkaufspreis des Kataloges sich mehr als verdoppelt hat. Auch die Bewertungen haben sich den Entwicklungen des extrem robusten tschechischen und slowakischen Sammlermarktes für Papiergeld angepasst und sind insbesondere für kassenfrische Scheine weiter deutlich angestiegen, in Einzelfällen etwa für Ausgaben der Tschechoslowakei um bis zu 30 %. Papiergeld aus Böhmen, Mähren und der Slowakei bleibt gesucht, seltene Stücke erzielen auf Auktionen im Land teilweise atemberaubende Preise (siehe z. B. https://www.geldscheine-online.com/post/bankovky-6-eine-banknotenauktion-mit-vielen-highlights). Wer das Publikum etwa auf der Sammlermesse Sberatel in Prag anschaut, stellt zudem fest, dass das Hobby in unserem Nachbarland auch jüngere Sammler anzieht. Pavel Hejzlar ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des tschechoslowakischen Papiergelds. Nach vielen Jahren beim Auktionshaus Aurea in Prag ist er seit September 2025 zusammen mit Aleš Kohout für das Auktionshaus Bankovky.com ebenfalls in Prag unterwegs. Sammler kennen ihn u.a. von den Messen Sberatel in Prag und MIF in Maastricht. Der Katalog von Hejzlar deckt alle Papiergeldausgaben ab, die auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei seit 1900 im Umlauf waren, beginnend mit den Kronen-Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank ab 1900 über die Scheine des Bankamtes und der Nationalbank, die Ausgaben des Protektorates Böhmen und Mähren sowie der Slowakei, die Nachkriegsausgaben sowie die Ausgaben der Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei ab 1993. Katalogisiert werden auch deutsche und ungarische Geldscheine, die zwischen 1938 und 1945 im Sudetenland bzw. in den ungarischen Teilen der Slowakei umliefen. Die Bewertung erfolgt für mehrere Erhaltungsstufen in Tschechischen Kronen sowie erstmals daneben auch in Euro, getrennt für nicht-perforierte und für mit Specimen-Lochung perforierte Scheine, oftmals jeweils für einzelne Nummernbereiche. Die Fülle der in dem Katalog enthaltenen Informationen ist beeindruckend. Ausgabe- und Umlaufdaten, Künstler, Auflagezahlen und Nummernbereiche werden genannt, auf Druck- und Wasserzeichenvarianten hingewiesen. Für den sehr seltenen Schein zu 5000 Kronen vom 14. April 1919 werden sogar alle bisher bekannten Exemplare mit Kontrollnummer aufgeführt. Auch die durchgehend sehr hohe Qualität der Abbildungen überzeugt. Durch die klare Systematik erschließen sich die wesentlichen Kataloginformationen auch den Sammlern, die die tschechische Sprache nicht beherrschen. Beim Zugang zu den weitergehenden Kataloginformationen helfen gängige Übersetzungs-Apps. Der Katalog von Hejzlar hat sich zum Standwerk-Referenzwerk für Sammler tschechischer und slowakischer Banknoten entwickelt. Eine Anschaffung ist für jeden Sammler auf diesem Gebiet ein Muss, schon, um bezüglich der Bewertungen auf dem Laufenden zu bleiben. Dr. Sven Gerhard
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Mai 2026, Teil 2
Guinea, Iran, Kuba, Liberia, Mexiko, Nigeria, Rumänien, Saudi-Arabien, Westafrikanische Staaten (Benin, Mali, Niger, Senegal, Togo) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Guinea 5000 Francs Guinéens von 2024 BNB B340e: wie BNB B340d (SCWPM 49), aber mit neuen Unterschriften (Soumah/Kaba), neuem gefensterten Sicherheitsfaden mit entmetalisiertem „GNF 5000“ und neuem Jahr. Iran 2.000.000 Rials, neue Auflage BNB B303b: wie BNB B303a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Abdolnaser Hemmati). Kuba 5 Pesos von 2020 BNB B905h: wie BNB B905g (SCWPM 116), aber mit neuer Unterschrift (Wilson) und neuem Jahr. Liberia 20 Dollars von 2024 BNB B317b: wie BNB B317a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 50 Dollars von 2024 BNB B318b: wie BNB B318a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Mexiko 200 Pesos vom 04.07.2025 BNB B716k: wie BNB B716j (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (4 JUL. 2025) 500 Pesos vom 04.07.2025 BNB B717y: wie BNB B717x (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (4 JUL. 2025) Nigeria 5 Naira, neue Auflage BNB B234q: wie BNB B234p (SCWPM 38), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Adedeji). Rumänien 5 Lei vom 01.02.2026 BNB B287e: wie BNB B287d (SCWPM 118), aber mit neuen Unterschriften (Mugur Constantin Isărescu/Mugur Tolici), neuem Datum (1 februarie 2026) und neuem Kontrollnummer-Präfix (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Saudi-Arabien 200 Riyals von 2025 BNB B201b: wie BNB B201a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Alsayari/Al-Jadaan) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Benin) 1000 Francs CFA von 2025 BNB B121By: wie BNB B121Bx (SCWPM 215B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122By: wie BNB B122Bx (SCWPM 216B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123By: wie BNB B123Bx (SCWPM 217B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124By: wie BNB B124Bx (SCWPM 218B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. Westafrikanische Staaten (Mali) 500 Francs CFA von 2025 BNB B120Dn: wie BNB B120Dm (SCWPM 419D), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe D = Mali. Westafrikanische Staaten (Niger) 1000 Francs CFA von 2025 BNB B121Hy: wie BNB B121Hx (SCWPM 615H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122Hy: wie BNB B122Hx (SCWPM 616H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123Hy: wie BNB B123Hx (SCWPM 617H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Hy: wie BNB B124Hx (SCWPM 618H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. Westafrikanische Staaten (Senegal) 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Ky: wie BNB B124Kx (SCWPM 718K), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe K = Senegal. Westafrikanische Staaten (Togo) 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122Ty: wie BNB B122Tx (SCWPM 816T), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)
- Aus privaten Sammlungen: der Suttner-1000er vom 1. Juli 1966
Bertha von Suttner ist auf der österreichischen 1000-Schilling-Banknote vom 1. Juli 1966 abgebildet. Dieser Schein wurde am 21. September 1970 in Umlauf gebracht. Die Friedensnobelpreisträgerin ist nun wieder in den Schlagzeilen, da sie auf der neuen 200-Euro-Banknote erscheinen soll, worüber wir HIER in unserem Blog erstmals berichtet haben. Die vorherige 1000-Schilling-Note war der „Große Kaplan“, der am 26. November 1962 ausgegeben wurde. Ein informativer Artikel über den „Kleinen …“ und den „Großen Kaplan“ erschien HIER in diesem Blog. Baronin Bertha Sophie Felicitas von Suttner (1843–1914) war eine böhmische Adlige, Pazifistin und Schriftstellerin. 1905 wurde sie die zweite Nobelpreisträgerin (nach Marie Curie im Jahr 1903) uns die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt und gleichzeitig die erste österreichische Preisträgerin. Informative Biografien über Bertha von Suttner finden Sie HIER und HIER. Auf der Rückseite der Banknote ist Schloss Leopoldskron abgebildet. 1736 ließ Leopold Anton Freiherr von Firmian, Fürstbischof von Salzburg, das Schloss als Familienresidenz errichten. Es liegt direkt am wunderschönen Leopoldskroner Weiher und begeistert Besucher mit seinem Panoramablick auf die umliegenden Berge. Das malerische Schloss ist nur wenige Gehminuten von der Salzburger Altstadt entfernt und genießt weltweite Berühmtheit als ursprünglicher Drehort des Films „The Sound of Music“ („Meine Lieder – meine Träume“). Hinter Leopoldskron, rechts oben im Hintergrund, erhebt sich die große mittelalterliche Festung Hohensalzburg auf dem Festungsberg in 506 Metern Höhe. Die auf Geheiß der Salzburger Fürstbischöfe errichtete Festung zählt zu den größten mittelalterlichen Burgen Europas. Objekttyp: Banknote Sammlung: Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Österreich Emittent: Oesterreichische Nationalbank Nominal: 1000 Schilling Datierung: 1. JULI 1966 (1970 ausgegeben) Vorderseite: „1000“ in allen vier Ecken, Bertha von Suttner in der Mitte rechts, komplexe Guilloche-Muster links (hinter dem Nennwert in Worten, dem Bankdatum, Wien, dem Datum und den Unterschriften), rechts (um das österreichische Wappen herum) und im Rahmen um das Banknotenmotiv. Unten: „BERTHA v. SUTTNER | FRIEDENSNOBELPREIS 1905“. Rückseite: „1000“ in allen vier Ecken, Schloss Leopoldskron am Leopoldskroner Weiher, die Festung Hohensalzburg im Hintergrund sowie komplexe Guilloche-Muster links und rechts, oben und unten sowie im Rahmen um das Banknotenmotiv. Unterschriften: Otto Sagmeister (Generalrat), Reinhard Kamitz (Präsident) und Ludwig Seiberl (Generaldirektor) Material: Papier mit Wasserzeichen (Bogenmuster) Druck: Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck Format: 160 mm x 82 mm Nummerierung: E370548B Zitate: B251 (The Banknote Book: Austria, Owen W. Linzmayer). Austria 147a (Standard Catalog of World Paper Money, Modern Issues 1961-Present, 25th Edition). PMG-Grading (zum 20.03.2026): 260 Stück gegradet, 69EPQ (TOP POP, 1 Stück), 68EPQ (14 Stück), 67EPQ (78 Stück) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Die Reichsmark in den eingegliederten französischen Gebieten Elsass und Lothringen von 1940 bis 1945
Die historischen Gebiete Elsass und Lothringen stehen seit knapp 400 Jahren fast ausschließlich unter französischer Herrschaft. Schon seit 1633 kam das Elsass (französisch: Alsace) durch Annexionen und Verträge zum französischen Königreich. Lothringen (französisch: Lorraine) wurde größtenteils nach dem Westfälischen Frieden 1648 ebenfalls dem Machtbereich des jugendlichen Königs Ludwig XIV. zugesprochen. Das blieb – mit territorialen Abweichungen – bis zur Regierungszeit Napoléons III. Durch den Deutsch-Französischen Krieg (eigentl. Französisch-Preußischer Krieg), ausgelöst durch die Frage um die spanische Thronfolge und die Folgen um die sog. Emser Depesche, stand als Ergebnis u. a. die Abtrennung der französischen Landesteile entspr. dem Friedensschluss in Frankfurt. Am 10. Mai 1871 besiegelten Vertreter der am 4. September 1870 in Paris ausgerufenen Dritten Französischen Republik und dem am 1. Januar 1871 ausgerufenen Deutschen Kaiserreich die Abtretung der französischen linksrheinischen und die moselländischen Departemente (Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle) an das Deutsche Reich. Mit dem Tag des Inkrafttretens des Versailler Vorfriedens erfolgte die Gebietsübergabe bereits am 2. März 1871 und am 28. Juni 1871 wurde das dem deutschen Kaiser Wilhelm I. unterstehende Reichsland Elsass-Lothringen durch das Reichsgesetzes vom 9. Juni 1871 ins Deutschen Reich eingegliedert. Der Historiker Prof. Höpel schrieb am 1. April 2012 über die damals zu rund 90 % deutschsprachigen Muttersprachler [1]: „Allerdings waren die Widerstände gegen die Annexion in der einheimischen Bevölkerung im Gegensatz zu 1814/1815 deutlich ausgeprägter. Die Eingliederung ins Deutsche Reich wurde von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Trotz dieser generellen Feststellung gab es doch erhebliche Unterschiede zwischen Lothringen, dem Ober- und dem Unterelsass, zwischen Stadt und Land und zwischen katholischen und protestantischen Bevölkerungsteilen. Der Protest gegen die Annexion war in Lothringen am stärksten und in der protestantischen Landbevölkerung des Unterelsass am geringsten. In Lothringen kam es zu einer erheblichen Emigration insbesondere von Angehörigen des Handels- und Besitzbürgertums. Zudem kam es vor Ort zu einer Spaltung zwischen den Einheimischen und den neu hinzukommenden Altdeutschen, die besonders in Verwaltung und Militär tätig waren. In Metz stieg der Anteil der altdeutschen Bevölkerung von 1875 bis 1890 um 15 Prozent auf einen Anteil von fast der Hälfte der städtischen Zivilbevölkerung. Dort bildeten sich zudem zwei separate jüdische Kultusgemeinden.“ Der preußische Ministerialrat Ludwig Adolf Wiese schrieb über einen Besuch in Elsass-Lothringen im Mai/Juni 1871 Ähnliches. Bis zur Einführung der Mark am 1. Januar 1876 im gesamten Reichsgebiet galt in Elsass-Lothringen der Französische Franc. Die Bank von Preußen in Elsass-Lothringen praktizierte den landesweiten Wechselkurs von 80 Talern bzw. 240 Mark zu 300 Francs. Spekulanten hatten die Gelegenheit genutzt, französische Münzen zu horten und sie an den Schaltern in Straßburg, Mülhausen oder Metz einzulösen. Abb. 1: 100 Francs 10. Februar 1873, Vs., 180 × 112 mm, dieser Banknotentyp wurde zwischen 1866 und 1882 gedruckt und entsprach 26,67 Talern bzw. 80 preußischen Mark. Abb. 2: 100 Francs 10. Februar 1873, Rs., 180 × 112 mm, die Banknotentyp der Banque de France von 1873 hatte eine Auflage von 4,0 Mio. Stück. Abb. 3: 100 Mark 1. Mai 1874, Vs., 159 × 101 mm, Banknote der Preussischen Haupt-Bank Berlin. Abb. 4: 100 Mark 1. Mai 1874, Rs., die Scheine wurden ab Mai 1874 in Umlauf gegeben. Ab 1. August 1914 kam es erneut zum bewaffneten Konflikt zwischen beiden erzfeindlichen Nachbarstaaten im Ersten Weltkrieg. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne vom 11. November 1918 zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich sowie Großbritannien waren die Kampfhandlungen beendet. Deutschland musste in Folge durch den Vertrag von Versailles vom 28. Juni 1919 große Gebiete seines Territoriums an seine Nachbarländer abgeben. Bis zum 17. Oktober 1919 verblieb Elsass-Lothringen beim Deutschen Reich. Schon am 5. Dezember 1918 hatte die Nationalversammlung in Elsass-Lothringen endgültig das „unverletzliche Recht der Elsass-Lothringer, Mitglieder der französischen Familie zu bleiben“ beschlossen. Die kurzzeitig bestehende unabhängige Republik Elsass-Lothringen im November 1918 wurde von keinem Staat anerkannt, französische Truppen besetzen das Gebiet und drangen am 17. November 1918 in Mülhausen (Mulhouse), in Metz und Kolmar (Colmar) vor und erreichten am 21. November 1918 Straßburg (Strasbourg). Im Waffenstillstand von Compiègne war vereinbart worden, die bis 1871 zu Frankreich gehörenden Gebiete innerhalb von 15 Tagen zu räumen. Elsass-Lothringen unterstand später einer Generalkommission in Paris. Von Dezember 1918 bis Oktober 1920 wurden etwa 150.000 Menschen aus dem Elsass und 100.000 aus Lothringen gezwungen, das ehemalige Reichsland in Richtung Deutschland zu verlassen. Erwachsene konnten dabei Bargeld in Höhe von 2.000 Mark und Kinder 500 Mark mit sich führen; die mobilen und immobilen Besitztümer dieser Personen wurden vom französischen Staat konfisziert. Die verbliebenen Bewohner konnten ihre Geldmittel ab 1918 wegen der aufkommenden Inflation nur bedingt zum Kurs von 1 Mark = 1,25 Francs umtauschen. Dort blieb der Franc bis zum 1. Mai 1941 gesetzliches Zahlungsmittel. Mit dem Beschuss der Westerplatte – einer von polnischen Truppen besetzten Enklave in der Freien Stadt Danzig – am 1. September 1939 und dem gleichzeitigen Einmarsch in ganz Polen durch deutsche Truppen begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Frankreich erklärte daraufhin am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg. Nach dem sog. "Sitzkrieg" im Herbst 1939 an der Westfront startete die Wehrmacht entsprechend der Weisung Nr. 11 des Oberkommandos der Wehrmacht am 10. Mai 1940 den Einmarsch in Frankreich mit der anschließenden Teilbesetzung des Nachbarstaats. Frankreichs Armee kapitulierte, der Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 im Wald von Compiègne trat am 25. Juni um Mitternacht in Kraft. Nach der Teilung Frankreichs in verschiedene Zonen schloss man abermals Elsass-Lothringen (die Departements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle) dem Deutsche Reich an. Das Elsass kam zum Gau Baden, der ab 18. Oktober 1940 als Gau Baden-Elsass bzw. Reichsgau Oberrhein beide Gebiete verwaltete; Lothringen blieb eigenständig und sollte in dem im Oktober 1940 neugegründeten Gau Westmark aufgehen, eine geplante Erweiterung mit Lothringen wurde bis 1945 aber nicht mehr realisiert – so wurde Lothringen bis Ende 1944 als CdZ-Gebiet verwaltet. Abb. 5: Karte der Teilung Frankreichs vom November 1942 einschließlich der Deutschland angeschlossenen und von Italien zeitweise besetzten Gebiete. Da die Gebiete anfangs unter CdZ-Verwaltung (CdZ = Chef der Zivilverwaltung) kamen, wurden wie in anderen von Deutschland besetzten Ländern und Landesteilen Reichskredit-Kassenscheine in Umlauf gegeben. Für Frankreich galt die Einführung lt. dem zweisprachigen „Verordnungsblatt des Militärbefehlshabers in Frankreich“ (VOBlF) vom 27. Juli 1940. Man bestimmte einen Umrechnungskurs von 1 Reichsmark für 20 Francs – die Banknoten der Banque de France blieben weiterhin gültig. Die in anderen besetzten Länder ausgegebenen Reichskreditkassen-Münzen zu 5 und 10 Reichspfennig kamen hier nicht in Umlauf. [2] Abb. 6: in Paris gedrucktes Plakat mit zweisprachiger Bekanntmachung der in Umlauf befindlichen Reichskreditkassen-Scheine – Rentenbankscheine durften demnach nicht angenommen werden. Abb. 7: Vs. und Rs., Reichskreditkassen-Münze zu 5 Reichspfennig mit der Jahreszahl 1940; ebenfalls wurden 10-Rpfg.-Münzen geprägt – die Anfang August 1940 für Frankreich in Auftrag gegebenen Münzen wurden jedoch nicht ausgegeben, da kein Bedarf mehr bestand: die Soldaten verwendeten stattdessen die französischen Geldscheine und Münzen [3]; französischen Quellen zufolge wurden die Zinkmünzen zu 5 und 10 Reichspfennig ab dem 20. Juli 1940 ausgegeben (https://halshs.archives-ouvertes.fr). Abb. 8: 100 Francs 14. September 1939, Vs., 180 × 92 mm, die Banknote der Banque de France kam erst am 1. Juli 1940 in Umlauf, galt 5 Reichsmark bis zum Währungstausch von 1944/45 und war in Frankreich bis zum 4. Juni 1945 umlauffähig. Abb. 9: 10 Francs 6. Juli 1939, Vs., 138 x 88 mm, die Banknote der Banque de France kam erst am 2. September 1939 in Umlauf, galt bis zum Währungstausch von 1944/45 50 Rpf. und war in Frankreich bis zum 31. Dezember 1962 umlauffähig. Eine „Entfranzisierung“ griff alsbald in alle Bereiche des täglichen Lebens ein:. Es wurde verboten Französisch zu sprechen, Straßen- und Ladenschilder wurden germanisiert – ebenso Namen von Städten und Dörfern. Viele Elsässer und „Moselaner“ verließen ihre Heimat und es setzte eine willkürliche Vertreibung unerwünschter oder „nicht zu verdeutschender“ Menschen ein. Das waren neben der jüdischen Bevölkerung, die Sinti und Roma, Nordafrikaner, Asiaten, eingebürgerte Franzosen und franzosenfreundliche und französischsprachige Personen. Frankreich hatte nach Kriegsbeginn große Teile der Bevölkerung von Elsass-Lothringen zu ihrem Schutz in französische Nachbar-Departements evakuiert; von den über 400.000 evakuierten Menschen kehrten über 100.000 nach der Besetzung 1940 nicht zurück. In den angeschlossenen Gebieten galt seit August 1940 nach und nach deutsches Recht und die deutsche Strafprozessordnung – im April 1941 wurde die Wehrpflicht eingeführt. Entsprechend kam auch das deutsche Reichsgeld in Umlauf. [4] Im Verordnungsblatt des Chefs der Zivilverwaltung im Elsass steht im § 2 (1) der „Verordnung über die Außerkurssetzung des französischen Franken und der Reichskreditkassenscheine im Elsaß vom 5. März 1941“: „... werden die auf französische Franken lautende Geldsorten und die Reichskreditkassenscheine bis zum 1. Mai 1941 ...“ umgetauscht. Und im Punkt 2: „Als Umrechnungskurs gilt ein französischer Franken = 0,05 RM.“ Und für Lothringen galt schon Monate zuvor die „Anordnung über den Zahlungsverkehr in Lothringen vom 9. August 1940“ und dann ebenfalls der verordnete Umtausch der dort genannten Münzen und Geldscheine zum 30. April 1941 mit der „Verordnung über die Außerkurssetzung des französischen Franken und der Reichskreditkassenscheine in Lothringen vom 1. März 1941“ (VOBl. für Lothringen, S. 205). Inhaltlich ist der § 2 (2) mit dem Text der Verordnung für das Elsass gleichlautend. Der französische Franc wurde somit ausländisches Zahlungsmittel und unterlag dem deutschen Devisenrecht. Fortan galten in Elsas-Lothringen bis Herbst 1944/Frühjahr 1945 nur noch die Rentenbankscheine zu 1 und 2 RentM 1937 und 5 RentM 1926 sowie die Reichsbanknoten zu 5 RM 1942, 10 und 20 RM 1929, 50 RM 1924/1933, 100 RM 1924/1935 und 1000 RM 1924. Die RB-Noten zu 1000 RM 1936, die sog. Kriegsdrucke zu 10, 20, 50 und 100 RM ohne UdrBst. und 20 RM 1939 wurden erst nach dem Ende der deutschen Herrschaft ausgegeben. 50-Reichsmark-Banknoten mit Datum 1939 und mit Elsässer Motiven liegen lediglich ein- und mehrfarbige (mit Irisdruck) als Druckproben vor. Abb. 10: 50 Reichsmark 15. Juni 1939, Vs., 170 x 85 mm, der Entwurf vom Wiener Grafiker Walter Riemer zeigt das Porträt einer Elsässerin mit einer Schleifenhaube der bis heute typischen Tracht. Abb. 11: 50 Reichsmark 15. Juni 1939, Rs., Stadtansicht von Straßburg mit dem 1439 fertig gebauten und 142 hohen Münster; die Entwürfe entstanden nach dem Anschluss – ähnlich dem „Danziger Schein“ mit Krantor. Der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie im Juni 1944 folgte die Befreiung Nordfrankreichs. US-, britische und kanadische Truppen zwangen später auch mit der französischen Armee und den bewaffneten Mitgliedern der französischen Innenkräfte FFI (= Forces françaises de l’intérieur) die Deutschen Wehrmacht zur Kapitulation in Frankreich. Die Hauptstadt Paris wurde am 25. August 1944 von deutscher Besatzung befreit, am 9. September 1944 rief General De Gaulle die Provisorische Republik aus, am 19. November 1944 erreichten die Franzosen Mülhausen (Mulhouse), vom 19. bis 22. November 1944 dauerten die Kämpfe um Metz und am 23. November 1944 rückten Einheiten der 2. US-Panzerdivision in Straßburg (Strasbourg) ein. Erst am 2. Februar 1945 wurde Kolmar von der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny erreicht. Zwangsläufig waren die Tage der Reichsmark im Elsass und in Lothringen gezählt. Am 17. November 1944 veröffentlichte das französische Finanzministerium die „Ordonnance du 15 novembre 1944, Conversion monetaire dans les fractions libérées des trois départements du Bas-Rhin, Haut-Rhin et de la Moselle“ (= Verordnung vom 15. November 1944, Geldwechsel in den befreiten Teilen der drei Departements Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle“. Artikel 2 bestimmte, dass die Guthaben auf Konten bei Sparkassen und Banken umgestellt werden: 15 Francs = 1 Reichsmark; für Bargeld galt der gleiche Umrechnungskurs. Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Verordnung wurden später festgelegt – sie wurden durch eine weitere Verordnung vom 7. März 1945 geändert und ergänzt, um die Umtauschverfahren anzupassen. Letztlich galt ein Kurs von 20 Francs = 1 Reichsmark. Seit dem 22. März 1945 war der Franken wieder die einzige gesetzliche Währung im Elsass, in Lothringen und in ganz Frankreich ohnehin. Eine Abstempelung deutscher Geldscheine durch französische Institutionen – ähnlich den belgischen und luxemburgischen Umtauschaktionen im Herbst 1944 – hat es in Frankreich nicht gegeben. Nach Aussagen der Banque de France wurden bis Ende April 1945 insgesamt 850,0 Mio. Reichsmark eingetauscht. Interessant ist die Verordnung Nr. 45-948 vom 11. Mai 1945 über die Lage von Kriegsgefangenen, politischen Deportierten und unfreiwilligen Rückkehrern: „Artikel 2. Alle unter Artikel 1 fallenden Rückwirkenden erhalten bei der Einreise in französisches Hoheitsgebiet eine sog. Empfangs-Zulage in Höhe von 1.000 Francs. Diese Zulage wird ihnen auf der Grundlage ihrer Identität vom Ministerium für Gefangene, Deportierten und Flüchtlinge festgelegten Zentren gezahlt. ... Artikel 8. Jeder Rückkehrer ist verpflichtet, im Rückführungszentrum alle deutschen Währungen einschließlich der Lagerwährungen einzuzahlen. Er erhält den Gegenwert von 100 Reichsmark in Höhe von 20 Francs.“ Die Abgabe der deutschen Währung wurden vom „l‘Office des biens et intérêts privés“ (= Amt für Privateigentum und -interessen) quittiert. Abb. 12: 1 Rentenmark 30. Januar 1937, Rs., 120 x 65 mm, beschlagnahmter Geldschein im Wert von 20 Francs mit Ovalstempel des französischen Finanzministeriums: „MINISTERE DES FINANCES / CONSEIL SUPERIEUR DE CONFISCATION“. Abb. 13: britische Soldaten der 5. Fallschirmbrigade betrachten 100-Francs-Scheine und Invasionsgeld in den Händen, welches sie auf dem französischen Festland verwenden werden (fotografiert am 3. Juni 1944 auf dem englischen Flughafen Faiford bei Swindon in Gloucestershire). Abb. 14: 100 Francs Vs., 180 × 92 mm, Banknote der Banque de France, ausgegeben ab 1. Juli 1940 und umlauffähig bis 15. Juni 1945 – 100 Francs entsprachen anfangs 6,67 RM und später 5 RM. Abb. 15: 100 Francs 1944, Vs., 156 x 67 mm, Austauschschein mit zusätzlichem Großbuchstaben X, während der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 gab die US-Armee Geldscheine in Umlauf, die am 28. August 1944 gesetzliches Zahlungsmittel wurden – diese dienten als zusätzliche Geldmittel in den Stückelungen 2, 5, 10, 50, 100, 500 und 1000 Francs während der alliierten Besatzungszeit (damals galt ein Militärumrechnungskurs 1,00 US-$ = 50 Francs, demnach wäre die Reichsmark mit 5 Francs zu bewerten). Abb. 16: 100 Francs 1944, Rs., die Scheine zu 50, 100, 500 und 1000 Francs galten bis zum 15. Juni 1945 und wurden bei dem damaligen Geldumtausch durch eine zweite Serie ersetzt, bei der die Rückseite nicht mehr die französische Flagge sondern den Schriftzug FRANCE zeigt (vom 4. bis 15. Juni 1945 wurde die Abgabe aller bisherigen Banknoten ab 50 Francs verpflichtend, für ungültig erklärt und der Besitz dieser alten Scheine streng bestraft). Am 19. März 1945 verließen die letzten deutschen Soldaten das Elsass. Die Westalliierten marschierten im Westen und Süden über den Rhein und die Donau, die sowjetischen Truppen über die Oder bis zur Elbe. Die Wehrmacht kapitulierte am 6./7. Mai im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte im französischen Reims und am 8./9. Mai 1945 vor den vier Siegermächten in Berlin-Karlshorst. Das Deutsche Reich wurde für die nächsten Jahre in vier Besatzungszonen geteilt und von den jeweiligen Militärgouverneuren und einem Alliierten Kontrollrat verwaltet. Die deutschen Gebiete jenseits von Oder und Neiße wurden unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt und unter gleichzeitiger Vertreibung der deutschen Bevölkerung annektiert. Abb. 17: Progaganda-Plakat von 1944 mit den Flaggen der vier Alliierten– von links: die Tricolore für Frankreich, die Stars and Stripes für die USA, der Union Jack für Großbritannien und das rote Banner mit Hammer und Sichel für die Sowjetunion und mit dem Aufruf „cette fois jusqu´á BERLIN (= diesmal bis nach Berlin); vom United States War Information Office in Washington entworfen und hergestellt. Schon am 23. Mai 1949 wurde mit der Unterzeichnung des Grundgesetzes die Bundesrepublik Deutschland errichtet und Konrad Adenauer in Bonn als Präsident des Parlamentarischen Rates gewählt; am 15. September 1949 wählte der Deutsche Bundestag Adenauer zum Bundeskanzler. Die deutsch-französische Aussöhnung begann vor allem mit dem Treffen von Adenauer mit De Gaulle in seinem Privathaus am 14. September 1958 in Colombey-les-Deux-Églises. Bei seinem letzten Besuch in Deutschland sprach de Gaulle am 9. September 1962 im Ludwigsburger Schlosshof die legendäre Worte: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!“. Adenauer hatte schon zwei Monate zuvor bei ihrem Treffen am 8. Juli 1962 in Reims in seiner Tischrede gesagt: „Aber diese beiden Länder haben in Gegensätzen, in Uneinigkeit, in Streit, in bitterer Fehde gelebt. In den letzten hundert Jahren haben Millionen und Abermillionen von Franzosen und Deutschen in schweren Kämpfen ihr Blut vergossen, ihr Leben verloren, um dieser Gegensätze willen, die immer wieder zwischen ihren beiden Völkern herrschten. ... Das, was der Himmel unseren Völkern geschenkt hat, wollen wir ehrfürchtig und dankbar pflegen und erhalten. ... Vor allem aber muss es die Jugend, die junge Generation beider Völker tun, und wir wollen ihr dabei helfen. In ihre Hände wird dereinst die Verantwortung und die Macht gelegt sein; sie soll vorbereitet sein, die Verantwortung zu tragen. Sie soll vorbereitet sein, dieses Werk, das wir begonnen haben, weiterzuführen. ... “ [5] Die Versöhnung Frankreichs mit Deutschland war ein Grundstein für die Schaffung der Europäischen Union mit der Einführung einer gemeinsamen Währung am 1. Januar 2002 – 57 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Abb. 18: 20 Euro 2002, Vs., 133 x 72 mm, mit Signatur des EZB-Präsidenten Willem F. Duisenberg, die Gemeinschaftswährung im Euro-Raum gilt seit 2002 bis heute in 21 Ländern. Michael H. Schöne Quellen [1] Prof. Thomas Höpel: „Der deutsch-französische Grenzraum: Grenzraum und Nationenbildung im 19. und 20. Jahrhundert“ auf Europäische Geschichte Online, https://www.ieg-ego.eu/hoepelt-2012-de URN:urn:nbn:de:0159-2012041105 (28.2.2026) [2] Herbert Rittmann: „Deutsche Geldgeschichte seit 1914“, München 1986 [3] Kurt Jaeger: „Die Deutschen Münzen seit 1871“, Basel 1991 [4] nach Karl-Dieter Seidel: „Die deutsche Geldgesetzgebung seit 1871“, München 1973 [5] Bulletin des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung Nr. 123, 10. Juli 1962 http://gesellschaft-elsass-und-lothringen.de http://www.horizonfr.com https://agorha.inha.fr https://courriermessin.fr https://de.numista.com https://de.wikipedia.org https://fr.wikipedia.org https://fr.wikisource.org https://www.cgb.fr https://www.enjoystrasbourg.com https://www.ieg-ego.eu https://www.invaluable.com https://www.legifrance.gouv.fr https://www.memorial-alsace-moselle.com https://www.reddit.com
- Guatemala: Eine neue Gedenkbanknote, die an frühere Designs erinnert
Am 18. Mai 2026 stellte die Banco de Guatemala (Banguat) eine neue Gedenkbanknote vor, die 100 Jahre Zentralbankwesen im Land und 80 Jahre seit der Gründung der obersten Bankinstitution, der Banco de Guatemala, würdigt. Der Nennwert beträgt 100 Quetzales. Álvaro González Ricci, Gouverneur der Bank, kündigte an, dass am 25. Mai 15 Millionen Stück ausgegeben und über das Bankensystem verteilt werden. Während der Präsentation betonten die Währungsbehörden, dass diese Banknote nicht nur eine technische Weiterentwicklung darstellt, sondern auch ein Jahrhundert wirtschaftlicher Stabilität, Vertrauen und Währungssouveränität symbolisiert. Die Währungsreform von 1926 führte den Quetzal als offizielle Landeswährung ein und ermöglichte damit eine geordnete Ausgabe von Bargeld im Land. Zwei Jahrzehnte später, im Jahr 1946, wurde die heutige Banco de Guatemala als eigenständige Einrichtung gegründet, fügte González Ricci hinzu, der die Bedeutung dieses Erbes hervorhob. Auf der Vorderseite der Banknote ist rechts ein Porträt von Bischof Francisco Marroquín (1478–1563) zu sehen, dem ersten Bischof von Guatemala, Übersetzer mittelamerikanischer Sprachen und provisorischer Gouverneur von Guatemala. Marroquín gründete 1559 die Schule des Heiligen Thomas (heute die Universität San Carlos von Guatemala) als Teil seiner Bemühungen, um die einheimische Bevölkerung zu unterrichten. Er wurde zu einem Gelehrten der Kʼicheʼ-Sprache und veröffentlichte den ersten Katechismus in dieser Sprache. Oben in der Mitte ist zudem ein fliegender Quetzal aus dem Banknoten-Entwurf von 1960 abgebildet. Auf der Rückseite ist die Universität San Carlos de Borromeo zu sehen, womit an deren 350-jähriges Jubiläum erinnert wird. Links befindet sich innerhalb eines Guilloche-Musters die Aufschrift „80 Años“ (80 Jahre). Ein dreiteiliger, gefensterten Sicherheitsstreifen zeigt die Zahl „100“ in westlichen und Maya-Ziffern sowie den Mikrotext „EL QUETZAL ES ORGULLO, CONFIANZA Y FUTURO PARA GAUTEMALA“ („DER QUETZAL SYMBOLISIERT STOLZ, VERTRAUEN UND DIE ZUKUNFT FÜR GUATEMALA“). Die Banknote verfügt über Blindenschrift im Hochrelief und taktile Rillen am oberen und unteren Rand der Vorderseite, um Menschen mit Sehbehinderungen zu unterstützen. Ein Bildmotiv und die Zahl „100“ sind im Wasserzeichen vorhanden. Sie wurde aus 100 % Baumwollfasern von der polnischen Sicherheitsdruckerei PWPW S.A. (Polska Wytwórnia Papierów Wartościowych) in Polen gedruckt. Donald Ludwig
- Auktionshaus Christoph Gärtner: Vorschau auf die 65. Auktion 8. - 9. Juni 2026
Das Auktionshaus Christoph Gärtner veranstaltet am 8. und 9. Juni 2026 seine 65. Auktion. Während am ersten Auktionstag internationale Numismatik, Münzen und Uhren angeboten werden, richtet sich das besondere Interesse der Banknotensammler auf den zweiten Auktionstag am 9. Juni ab 15:30 Uhr mit dem umfangreichen Angebot „Banknoten Alle Welt / Deutschland“. Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/ und neuer Online-Katalog: https://www.auktionen-gaertner.de/de/auktion/12964/ Banknoten Auktionsangebot Link: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/ Internationale Numismatik / Münzen / Neu – Uhren, Taschenuhren 8. Juni 2026 / Start 9:00 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Banknoten Alle Welt / Deutschland 9. Juni 2026 / Start 15:30 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Der Schwerpunkt des diesjährigen Banknotenangebotes liegt klar auf Deutschland, ergänzt durch zahlreiche seltene und gesuchte internationale Ausgaben. Zu den bemerkenswerten Auslandslosen zählt unter anderem eine ausgegebene 50-Piastres-Note aus Ägypten von 1918 (Los 1563). Das Stück befindet sich für diese seltene Ausgabe in außergewöhnlich guter Erhaltung (VF-XF) und wird mit lediglich 500 Euro ausgerufen. Los 1563-a Los 1563-b Es folgen weitere Highlights wie zwei Specimen-Noten aus Guinea-Bissau (Los 1586 und Los 1587) aus der begehrten portugiesischen Kolonialzeit: 50 Milreis 1909 (P. 3) sowie 20 Milreis 1909 (P. 5), taxiert mit moderaten 600 beziehungsweise 1.200 Euro. Los 1586-a Los 1586-b Los 1587-a Los 1587-b Bei den russischen Banknoten sticht insbesondere Los 1633 hervor: 3 Rubel 1887 in der nahezu unglaublichen Erhaltung PMG 63 EPQ, also kassenfrisch, mit einer Schätzung von 3.000 Euro. Los 1633-a Los 1633-b Ein weiteres Highlight bietet Süd-Vietnam mit der seltenen 1000-Dong-Note P. 4As – einem Specimen eines niemals ausgegebenen Scheins. Das Los 1648 wurde ebenfalls mit 3.000 Euro taxiert. Los 1648-a Los 1648-b Es folgt eine kleine Spanien-Sammlung, bevor nach den traditionell günstig taxierten Lots und Sammlungen der Deutschland-Teil der Auktion beginnt, der es diesmal besonders „in sich“ hat. Den Auftakt bilden beide Varianten der berühmten 100-Billionen-Reichsbanknoten (Los 1759 und Los 1763), jeweils in hervorragender Erhaltung I/I-. Die Schätzungen liegen bei 3.000 beziehungsweise 8.000 Euro und lassen Raum für intensive Bietergefechte. Los 1759-a Los 1759-b Los 1763-a Los 1763-b Besondere Aufmerksamkeit dürfte zudem Danzig auf sich ziehen: Gleich vier extrem seltene Noten werden angeboten, darunter die 25-, 50- und 100-Gulden-Ausgaben vom 1.1.1923 (Los 1794, Los 1795, Los 1796). Alle drei Stücke befinden sich in hervorragenden Erhaltungen und sind mit 7.000 bis 8.000 Euro bewusst moderat taxiert. Direkt danach folgt der 1000-Gulden-Schein vom 10.2.1924 (Los 1797), PMG 66 EPQ, taxiert mit 5.500 Euro. Los 1794-a Los 1794-b Los 1795-a Los 1795-b Los 1796-a Los 1796-b Ein weiterer Höhepunkt sind drei außergewöhnliche Banknoten der Deutsch-Asiatischen Bank, die sowohl in Europa als auch in Asien auf großes Interesse stoßen dürften: Los 1799: 10 Dollar Tsingtau, 1.7.1914, Erhaltung I-III, Schätzung 7.000 Euro Los 1800: 100 Dollar Peking, der begehrte „rote Schein“, Erhaltung I-II, Schätzung 6.000 Euro Los 1801: 200 Dollar Schanghai, ebenfalls Erhaltung I-II und mit 6.000 Euro bewertet Los 1799-a Los 1799-b Los 1800-a Los 1800-b Los 1801-a Los 1801-b Auch Deutsch-Ostafrika ist mit den beiden Spitzenstücken dieses Sammelgebietes vertreten: zunächst 500 Rupien vom 2.9.1912 (Los 1805) in Erhaltung I- und moderater Taxe von 8.000 Euro sowie die berühmte „Buschnote“ zu 50 Rupien vom 1.10.1917 (Los 1806) in Erhaltung II, geschätzt auf 5.500 Euro. Los 1805-a Los 1805-b Los 1806-a Los 1806-b Der Banknotenteil der Auktion endet traditionell mit Lots, Sammlungen und umfangreichem Notgeld-Angebot. Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/ und neuer Online-Katalog: https://www.auktionen-gaertner.de/de/auktion/12964/ Banknoten Auktionsangebot Link: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/ Internationale Numismatik / Münzen / Neu – Uhren, Taschenuhren 8. Juni 2026 / Start 9:00 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/ Banknoten Alle Welt / Deutschland 9. Juni 2026 / Start 15:30 Uhr Live-Bidding über: https://www.biddr.com/auctions/gaertner/
- Geldscheinporträts: Skanderbeg – Albaniens „Athlet Christi“
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Geburtsname: Georg Kastrioti (gen. „Skanderbeg“) Zur Person: Fürst, Militärführer, Nationalheld Nationalität: Albanisch Lebensdaten: 6. Mai 1405 – 17. Januar 1468 Geburtsort: Dibra Sterbeort: Lezha Cristofano dell’Altissimo (1527–1605): Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568. Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568. Georg Kastrioti hat viele Namen und Ehrentitel: Von Papst Calixtus III. wurde er zum „Kapitän-General“ der römischen Kurie und des Heiligen Stuhls ernannt und als „Athleta Christi“ (Kämpfer des Christentums) geehrt, von Papst Pius II. als „neuer Alexander“ und von anderen als „Dominus Albaniae“ (Herr von Albanien) gepriesen. Als „Skanderbeg“ (Herr Alexander) ging er in die Geschichte ein. Noch heute wird er als Nationalheld Albaniens verehrt, ist auf vielen Banknoten zu sehen und der zweiköpfige Adler, das Wappentier seines Adelsgeschlechts Kastrioti, thront auf der albanischen Nationalflagge. Ironischerweise begann der Aufstieg Georg Kastriotis als Vasall des Osmanenreichs, das er später jahrzehntelang bitter bekämpfte. Bereits zum Ende des 14. Jahrhunderts lief das albanische Stammesgebiet Gefahr, zwischen den Osmanen und den Venezianern aufgeteilt zu werden. Johann Kastriota, Georgs Vater, unterlag den Osmanen auf der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld und musste seine Söhne Sultan Murad II. überlassen. An dessen Hof machte Georg schnell Karriere: Er konvertierte zum Islam, wurde zum Janitscharen, einem Elitekämpfer, ausgebildet und kämpfte als Offizier an der Seite des Sultans. Und er erhielt einen neuen Namen: Skanderbeg, ein Verweis auf Alexander den Großen. 1438 wurde er mit der Herrschaft über das Gebiet Kruja betraut. Noch mehrere Jahre blieb Skanderbeg den Osmanen treu. Als sein Vater jedoch auf Geheiß der Osmanen ermordet wurde, entschloss er sich, die Seiten zu wechseln. Er nutze seine ungewöhnliche Vertrauensstellung zu konspirativen Plänen, knüpfte heimliche Verbindungen mit den italienischen Seemächten Neapel und Venedig und zum ungarischen König. Als die Osmanen 1443 in Niš von den Ungarn besiegt wurden, verließ er mit seinen albanischen Truppen das türkische Heer, zog sich auf die Festung Kruja zurück, konvertierte zurück zum Christentum und rief zum Aufstand auf. Skanderbeg scharte mehrere albanische Fürsten um sich und gründete die Liga von Lezha, ein Verteidigungsbündnis gegen das Osmanenreich. Dessen Kriegsführung glich einer „Partisanentaktik“. Einige Zeit blieb Skanderbeg damit erfolgreich. Sein Name war bald in ganz Europa bekannt. Allerdings passten die Osmanen ihre Kriegsführung an – und es trat ein neuer Feind auf: Venedig. Die Venezianer waren an stabilem Handel mit den Osmanen interessiert und sahen ihre eigenen Interessen auf albanischem Gebiet bedroht. Skanderbeg geriet unter Druck und band sich an das Königreich Neapel. Auch die Päpste unterstützten ihn. Sie sahen in ihm den Verteidiger des christlichen Abendlandes und planten Kreuzzüge. Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Vorderseite: links Armee bei der Parade, rechts Skanderbeg mit Blick auf die Truppe. Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Rückseite: Gewehr und Spitzhacke, Wohnblock im Bau und Staatswappen. Spätestens 1453, nach der Eroberung Konstantinopels, begann Skanderbegs Abstieg. Er führte Militärkampagnen für seine italienischen Verbündeten an, konnte in Italien jedoch keine stabile Unterstützung finden. Die Lage in Rom, Venedig und Neapel war zu kompliziert, der Osmanenkrieg verlor an Bedeutung. Der albanische Kampf war zum Scheitern verurteilt. Skanderbeg selbst erlebte die Eroberung nicht mehr, er starb 1468. Zehn Jahre später fiel die Festung Kruja und Albanien blieb mehr als 400 Jahre unter osmanischer Herrschaft. Elias Heindl Literatur/Quellen: Edgar Hösch (2008): Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. München: C.H.Beck Bernd J. Fischer, Oliver Jens Schmitt (2022): A Concise History of Albania. Cambridge: Cambridge University Press. Manuel Opitz: “Er soll allein 3000 Türken im Kampf getötet haben“, Welt online, 27.12.2023, https://www.welt.de/geschichte/article229959933/Skanderbeg-3000-Tuerken-soll-er-allein-getoetet-haben.html (zul. aufgerufen am 26.11.2025) https://de.wikipedia.org/wiki/Skanderbeg (zul. aufgerufen am 26.11.2025)
- Leserpost: Katalogergänzung zu den Gutscheinen des Winterhilfswerks von 1942/43
Sehr geehrter Herr Grabowski, in Ihren Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" (22. Auflage von 2022) müsste eine Ergänzung für die nächste Auflage vorgesehen werden. Diese betrifft den unter WHW-38 aufgeführten Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 Reichsmark von 1942/43, den es auch mit Serie C gibt (Abbildungen anbei). WHW-38: Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 RM von 1942/43 mit Serie C, Vorderseite. WHW-38: Gutschein des Winterhilfswerks zu 5 RM von 1942/43 mit Serie C, Rückseite. Ich wünsche mir weiterhin solche Kataloge für Sammler, Danke! Mit freundlichen Grüßen W. Schubert Anmerkung der Redaktion Herzlichen Dank für die Meldung und die Abbildungen. Gerne nehme ich die so nachgewiesene Serie C (bisher waren nur die Serien A und B katalogisiert) mit in die nächste Auflage meines Katalogs zu den deutschen Banknoten ab 1871 auf, die Ende Oktober 2026 erscheinen soll. Ich freue mich über die aktive Unterstützung aus den Reihen der Sammler, die dazu beiträgt, diesen und andere Kataloge immer besser zu machen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Krone, Króna, Koruna, Kroon und Круна
Sprachwissenschaftlich geht der Währungsname „Krone“ über das lateinische „corona“ (= Kranz) auf das griechische „κορώνα“ (= gekrümmt) zurück. So galten gebogene Lorbeerkränze im Altertum als Kopfzierde für Herrscher und hießen „korṓnē“. In der Geldgeschichte tauchen Kronen erstmals 1544 als geprägte „crowns“ während der Regierungszeit von König Edward VI. auf. Die silberne Sterling-Münze entsprach einem Wert von ¼ Pfund (fünf Schilling = 60 Pence). Ab 1618 gab es die Corona Danica = 1½ dänische Reichstaler = 96 Kroneskillinger. Nach Österreichs Goldstandardwährung von 1892 galten dann 1 Krone = ½ Gulden. Und im Deutschen Reich waren umgangssprachlich 1 Krone = 10 Goldmark bzw. 20 Goldmark = 1 Doppelkrone. Nach der Gründung der skandinavischen Währungsunion am 18. Dezember 1872 führten Schweden und Dänemark (mit den autonomen Provinzen Grönland und Färöer) am 1. Januar 1875 eine neue Währung ein: 1 Krone = 100 Öre/Øre. Am 16. Oktober 1875 schloss sich Norwegen der Währungsunion an und Island folgte nach der Unabhängigkeit von Dänemark mit eigenen Kronen-Geldscheinen: 1 Króna = 100 Aurar. Damit erfolgte in diesen Ländern auch die Umstellung auf Dezimalwährung. Abb. 1: 1 Krona 1874, Vs., Schwedische Reichsbank. Abb. 2: 10 Kroner 1891, Vs., (Dänische) Nationalbank. Abb. 3: 50 Kroner 1896, Vs., Norwegische Bank. Abb. 4: 1 Króna 1921, Vs., Finanzministerium Islands. Abb. 5: 5 Kroner 1911, Vs., Dänisches Staatsunternehmen KGH (Den Kongelige Grønlandske Handel). Abb. 6: 5 Kroner 1940, Vs., Nationalbank Dänemarks (mit mit rotem Überdruck „Kun gyldig paa Færøerne, Færø Amt, Juni 1940“ (= nur gültig auf den Färöer-Inseln). Abb. 7: 5 Kroner 1947, Vs., Militärgeld (Brigs) der Dänischen Brigade in Deutschland, Specimen, Dänisches Kriegsministerium. Auch in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wechselte man im August 1882 in eine neue Währung: 1 Krone = 100 Heller (der bisherige österreichisch-ungarische Gulden galt 100 Kreuzer und wurde 1:2 in Kronen umgetauscht – 2 Kronen nannte man deshalb auch „Goldkrone“.) Nach dem Schilling-Rechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 erfolgte ein Währungstausch zum Schilling (= 100 Groschen) am 1. März 1925. Und das unabhängige Ungarn übernahm die Kronen-Währung, bis es am 1. Januar 1927 eine eigene Währung (1 Pengö = 100 Fillér) einführte. Abb. 8: 10 Kronen/Koronát 31. März 1900, Vs., Oesterreichisch-ungarische Bank; mit Kronen-Bezeichnungen in Tschechisch, Polnisch, Weißrussisch, Italienisch, Slowakisch, Serbokroatisch und Rumänisch (Rs. Druckversion in Ungarisch). Abb. 9: 10 Korona 1919. Augusztus 9., Vs., Magyar Postatakarekpenztar (Ungarische Postsparkasse). Durch die geopolitischen Umwälzungen in Europa nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde in der am 28. Oktober 1918 ausgerufenen Tschechoslowakische Republik ebenfalls eine Kronen-Währung übernommen (1 Koruna = 100 Haléřů). Auch in der nach dem Anschluss des deutsch besiedelten Sudentenlands an das Deutsche Reich und dem Zerfall der Tschechoslowakei verbliebenen "Rest-Tschechei" wurde vom 30. September 1938 bis zum 16. März 1939 eine Kronen-Währung weiterverwendet und dann im deutsch besetzten sog. Protektorat Böhmen und Mähren und im eigenständigen Slowakischen Staat (seit März 1939 Slovenský štát, ab Juli 1939 Slovenská republika) beibehalten. Abb. 10: 20 Korun 15. dubna 1919, Vs., Tschechoslowakisches Finanzministerium; ab 31. Januar 1920 ausgegeben; Rückseite mit mehrsprachigem Text der Währungsangabe. Abb. 11: 100 Kronen 20. August 1940, Vs.; ab 15. August 1941 ausgegeben. Abb. 12: 50 Korún 15. októbra 1940, Vs., Slowakische National-Bank; ab 18. Dezember 1941 ausgegeben; Rückseite mit mehrsprachigem Text der Währungsangabe. Abb. 13: 20 Korun 1. kvetna 1949, Vs.,Tschechoslowakisches Finanzministerium; ab 21. Dezember 1949 ausgegeben. Nach der Wiederherstellung der Tschechoslowakei 1944/45 gab man zuerst die im sowjetischen Krasnokamsk gedruckten Kronen-Scheine der sowjetischen Besatzungsausgabe und danach ab November 1945 die in London, New Malden und in Prag gedruckten Geldscheine aus. Durch die Staatenteilung der ČSSR im Januar 1993 führte man ab 8. Februar 1993 die Kronen-Währungen in der Tschechischen und in der Slowakischen Republik fort (1 Koruna = 100 Haléřů/Halierov). Die Slowakei trat am 25. November 2005 der Euro-Zone bei und führte am 1. Januar 2009 den Euro zum Kurs von 1 Euro = 30,1260 SK ein. Abb. 14: 50 Korun 1993, Vs.,Tschechische National-Bank; ab 6. Oktober 1993 ausgegeben und bis zum 31. Januar 2007 umlauffähig. Abb. 15: 50 Korún 1993, Vs., Slowakische National-Bank; ab 30. August 1993 ausgegeben und bis zum 16. Januar 2009 (neben dem Euro) gültig. Nach dem Zerfall des Österreichisch-ungarischen Kaiserreichs bildete sich auf dem Balkan das SKS-Königreich (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenien). Dort wurde schon am 12. November 1918 die österreichisch-ungarische Krone durch die "jugoslawische" Krone ersetzt. 1920 wurde der Dinar eingeführt und im Verhältnis 1:4 zur Круна (Kronen) gerechnet. Abb. 16: 4 Круне = 1 Dinar 1919, Vs., mit fehlerhaftem Überdruck in Rot: КУРНЕ statt richtig КРУНЕ, Finanzministerium des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Durch den Zerfall des Russischen Reichs ab 1917 entstanden in Europa unabhängige Republiken, die ihre eigenen Währungen in Umlauf brachten: Polen – Złoty ab 1919, Litauen – Litas ab 1922, Lettland – Lats ab 1922 , Finnland – Markka schon ab 1860 und Estland – Mark ab 1918. Mit seiner natürlichen Bindung zu Skandinavien reformierte Estland die Währung und führte ab 1. Januar 1928 die Kroon ein, die bis zur Annexion durch die Sowjetunion 1940 galt und nach der erneuten Unabhängigkeit und der Abkopplung von der UdSSR abermals eine Kroon-Währung eingeführt wurde. Estland trat am 1. Mai 2004 der Euro-Zone bei und führte am 1. Januar 2011 den Euro im Verhältnis 1 Euro = 15,65 eKr ein. Abb. 17: 5 Krooni 1929, Rs., Eesti Pank/Estnische Bank; bei der Riigi Trükikoda, Tallinn, gedruckt. Abb. 18: 1 Kroon 1992, Rs., Eesti Pank/Estnische Bank bei der United States Bank Note Company, New York City, gedruckt. Es besteht kein Zwang, den Euro in allen EU-Ländern einzuführen. Im Unterschied zu Dänemark, wo sich im Jahr 2000 über 53 Prozent für die Beibehaltung der Kronen-Währung entschieden, lehnte man in Schweden mit mehr als 56 Prozent bei der Volksbefragung 2003 den Beitritt zur Europäischen Währungsunion ab. Und auch in der Tschechischen Republik spricht sich die Bevölkerung derzeit mit etwa 54 Prozent gegen den "unbeliebten" Euro aus. Aus der Werkstatt des slowakischen Grafikers Matej Gábriš stammen zahlreiche Fantasie-Scheine in Kronen-Währung: bspw. 100 Kronor/Kruunut für die finnische Åland-Inselgruppe mit hauptsächlich schwedischer Bevölkerung, 50 Kroner für das offiziell norwegische Spitzbergen, 200 Kroner für das immer noch dänische Grönland, 100 Kroner für das auf mehrere Nationen verteilte Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland und Russland) oder 100 Korún 2018 für die ehemalige ČSR und 40 Korún 2017 mit dem Porträt des "Geldkünstlers", wie er sich selbst nennt. Abb. 19: 100 Kronor/Kruunut 2016, Vs., Fantasie-Banknote für die finnische Inseln Åland mit vorwiegend schwedisch-sprechender Bevölkerung. Abb. 20: 50 Kroner 2015, Vs., Fantasie-Banknote für Spitzbergen. Abb. 21: 200 Kroner 2018, Vs., Fantasie-Banknote für die grönländische KGH. Abb. 22: 100 Kroner 2017, Vs., Phantasie-Banknote für Lappland. Abb. 23: 100 Korún 2018, Vs., Fantasie-Banknote zur Gründung der Tschechoslowakei 1918 vor 100 Jahren. Abb. 24: 40 Korún 2017, Vs., Phantasie-Banknote zum 40. Geburtstag des Banknoten-Designers M. Gábriš – er wurde 1977 im slowakischen Košice in der ehemaligen ČSSR geborenen. Michael H. Schöne Quellen: https://aukro.cz https://www.banknote24.eu https://colnect.com https://en.wikipedia.org https://notafilia-kp.com https://pengar.ekonomiskamuseet.se https://safnari.is https://www.cgb.fr https://www.ebay.de https://www.historiskmuseum.no https://www.numizon.com












