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  • Aus privaten Sammlungen: Fehldruck einer Reichsbanknote zu 1 Milliarde Mark von 1923

    Bereits ab 1918 war die Reichsbank mit der stetig steigenden Menge an Papiergeld dazu gezwungen, neben der Reichsdruckerei auch private Druckereien mit in den Druck von Reichsbanknoten einzubeziehen, um den wachsenden Bedarf an Banknoten termingerecht decken zu können. Während der Inflation nahm die Anzahl der am Druck von Reichsbanknoten beteiligten privaten Druckfirmen ständig zu, da die Kapazitäten der Reichsdruckerei längst nicht mehr ausreichten. Für den massenhaften Druck der sog. Hilfsbanknoten der Reichsbank mussten außerdem private Papierfabriken mit der Herstellung von Banknotenpapier beauftragt werden. 1923 arbeiteten 85 Druckereien mit 1060 Druckmaschinen unmittelbar für die Deutsche Reichsbank. Hinzu kamen weitere 48 private Druckereien mit 723 Druckmaschinen, die mittelbar für die Reichsdruckerei arbeiteten. An der Herstellung der Reichsbanknoten in der Zeit der Hochinflation Ende 1923 waren also insgesamt 133 Druckereien mit 1.783 Druckmaschinen sowie zusätzlich 30 Papierfabriken voll im Betrieb. Aus 17,3 Millionen Kilogramm Papier, das die Papierfabriken verließ und einer Ladung von 1.700 Eisenbahnwaggons entsprach, wurden 10,1 Milliarden Reichsbanknoten in einem Gesamtwert von 3.877 Trillionen Mark gedruckt. Bei der Vielzahl, der am Druck von Reichsbanknoten beteiligten Firmen und in Anbetracht des zwangsläufig gesunkenen Niveaus der Ausführung des Drucks, kam es nicht selten zu Druckvarianten und sogar zu Fehldrucken. Die Hilfsbanknote der Deutschen Reichsbank zu 1 Milliarde Mark vom 20. Oktober 1923 (DEU-144, Ros./Grab. 119, Pick 122) wurde ausschließlich von privaten Druckereien auf dünnem Papier mit Wasserzeichen Kreuzblüten hergestellt. Verwendet wurden die Firmenzeichen AJ, AK, AN, AO, AP, AR, AS, AT und X. Die Zuordnung der meisten dieser Firmenzeichen zu Druckfirmen ist leider bislang ungeklärt. Das Firmenzeichen AJ steht wahrscheinlich für die Germania Druckerei oder Ullstein in Berlin und das Firmenzeichen AK wahrscheinlich für die Firma Holten in Berlin. DEU-144a: Reichsbanknote zu 1 Mrd. Mark vom 20. Oktober 1923, Vorderseite in vollständigem Druck mit Firmenzeichen AT. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Es kommen zwei verschiedenen Fehldrucke der einseitig bedruckten Banknoten vor. Da der Druck aus nur zwei Druckvorgängen besteht, kommen Fehldrucke der Vorderseite entweder nur mit dem hellblauen Unterdruck ohne Überdruck oder aber nur mit dem schwarzen Überdruck ohne den Unterdruck vor. Bei den Fehldrucken ohne den schwarzen Überdruck kann man freilich keine Zuordnung zu einem Firmenzeichen vornehmen, weil dieses fehlt. Fehldrucke ohne den Unterdruck gibt es mit den Firmenzeichen AJ und AR. Es ist durchaus denkbar, dass auch die Fehldrucke ohne den Überdruck diesen Firmenzeichen zugewiesen werden können. Objekttyp: Reichsbanknote (Fehldruck) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Besler (Grabowski) Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsches Reich ("Weimarer Republik") Emittent: Deutsche Reichsbank, Berlin Nominal: 1 Milliarde Mark Datierung: 20. Oktober 1923 Umlauf: in Umlauf ab Oktober 1923, gesetzlich ungültig ab 5. Juli 1925 Vorderseite: Fehldruck: Nur hellblauer Unterdruck mit Ornamenten und Wertangabe. Ohne den schwarzen Überdruck (Text, Unterschriften und Siegel). Rückseite: Unbedruckt Material: Papier mit Wasserzeichen Kreuzblüten Format: 127 mm x 61 mm Nummerierung: Ohne Druck: Privater Druck ohne Angaben eines Firmenzeichens (wahrscheinlich AJ oder AR) Zitate: DEU-144F2 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871, Regenstauf 2023) Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro 📖 LESEPROBE 🛒 SHOP

  • Aus privaten Sammlungen: 1000 Marek Polskich der Polnischen Landesdarlehnskasse von 1919

    Nach der russischen Generalmobilmachung vom 30. Juli 1914 und der daraufhin erfolgten Mobilmachung und Kriegserklärung Deutschlands überschritten am Abend des 1. August 1914 Truppen des mit Frankreich verbündeten Russlands die Grenzen des Deutschen Reichs nach Ostpreußen und gaben damit den „Startschuss“ für den Ersten Weltkrieg. Nachdem die russischen Armeen aus Ostpreußen zurückgedrängt waren, wurde der pol­nische Teil Russlands (Kongress- oder auch Russisch-Polen) vollständig von deutschen und österreichischen Truppen besetzt. Der nördliche Teil davon stand als „Generalgouver­nement Warschau“ bis 1918 unter ziviler deutscher, der südliche Teil unter österreichischer Verwaltung. Nach der von Deutschland betriebenen Unabhängigkeit der polnischen Gebiete von Russland und der Proklamation des Königreichs Polen vom 5. November 1916 wurde mit Gesetz vom 13. Dezember 1916 in Warschau die Polnische Landesdarlehenskasse gegründet, der die Versorgung des Landes mit Zahlungsmitteln oblag. Die bisherige russische Rubel-Währung wurde am 26. April 1917 auf polnische Marka umgestellt, die der deutschen Mark gleich­gestellt war. Das Deutsche Reich haftete sogar für die Einlösung der Gutscheine für das Generalgouvernement in Mark zum Nominalwert. Die 1919 entstandene Republik Polen behielt die Darlehenskassenscheine noch bis zum 30. November 1923 im Umlauf. Am 20. Januar 1924 wurde dann die inflationäre polnische Mark-Währung durch den Złoty abgelöst. Die erste Serie von Darlehnskassenscheinen des unabhängigen Polen bestand aus einem Hunderter vom 15. Februar 1919 sowie den Werten zu 1, 5, 20 und 1000 Marek Polskich vom 17. Mai 1919, die dann durch eine zweite Serie mit Werten über 1, 5, 10, 20, 100, 500 und 1000 Marek Polskich mit Datum vom 23. August 1919 (in Umlauf ab 5. Dezember 1919) sowie zu 1/2 und 5000 Marek Polskich vom 7. Februar 1920 (in Umlauf ab 25. Februar 1920 abgelöst wurde. Nach der Einführung des Złoty blieben die Kassenscheine der Polnischen Landesdarlehnskasse noch bis zum 1. Juli 1924 gültig. Von den Tausendern der erste Serie kamen auch zeitgenössische Fälschungen auf deutschem Wasserzeichenpapier vor. Objekttyp: Darlehnskassenschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original Land/Region/Ort: Republik Polen Emittent: Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa (PKKP, Polnische Landesdarlehnskasse) Nominal: 1000 Marek Polskich (Polnische Mark) Datierung: 17. Mai 1919 Vorderseite: Links Porträt des polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko (1746–1817), rechts bekrönter polnischer Adler im Zierrahmen mit Text Rückseite: Von Ornamenten und Rankenwerk umgebenes Oval mit Darstellung des bekrönten polnischen Adlers, rechts davon Guilloche und Wertangabe Unterschriften: Mitte: Ernest Adam (Direktion der PKKP), Marian Karpus (Hauptschatzmeister) und Jósef Zarzycki Material: weißes Papier mit Wasserzeichen aus bekröntem polnischen Adler, umgeben von den Buchstaben "B" und "P" Format: 210 mm x 130 mm Entwurf: Adam Jerzy Półtawski Druck: An der Herstellung waren beteiligt: Staatliche grafische Werke in Warschau, Grafische Werke Bolesław Wirtz in Warschau sowie andere private Druckereien in Warschau Nummerierung: Serie: ZR, No 952965 ❉ Umlauf: 4. Juli 1919 – 1. Juli 1920 Zitate: Poland 22d (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) 22g4 (Czesław Miłczak: Banknoty Polskie i Wzory, Tom I 1794 – 1941, Warschau 2012) Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Der besondere Geldschein: 1-Pfennig-Almosenschein aus Weißenfels um 1850

    Der Begriff Almosen gilt als „milde Gabe“, abgeleitet vom Altgriechischen ἐλεημοσύνη (= eleēmosýnē = Mitleid, Mildtätigkeit, Erbarmen“). Almosengeld wurde geprägt und gedruckt im Auftrag von Herrschern, des Klerus und später auch von Städten und Gemeinden – seit dem 17. Jahrhundert bis 1933 in Deutschland sind entsprechende Belege nachweisbar. So ein früher Almosenpfennig von 1699 und einer der letzten Gutscheine von 1933: Abb. 1: kupferner Armenpfennig von 1699 des Kirchspiels St. Ägidius (Sancti Aegidÿ) Bistum Münster – ähnliche Münzen gab es auch von den Pfarrbezirken St.Lamberti, St. Ludgeri und St.Martini. Abb. 2: Gutschein über 2 Reichspfennig o. D. (eingelöst am 4. Januar 1933 in Chemnitz > https://www.geldscheine-online.com/post/lexikon-bettlergeld vom 15.2.2021/31.3.2021). Die Bevölkerung wuchs in den deutschen Ländern zu Beginn des 19. Jahrhunderts beträchtlich. Auf dem Land fanden nicht mehr alle Menschen eine Arbeit und gingen in die schnell wachsenden Industriestädte. Es kam zu einer Landflucht besonders in Südwest- und Nordwestdeutschland, Hessen, Preußen und Schlesien. Das starke Bevölkerungswachstum, die Missernten und der Niedergang des traditionellen Handwerks lösten um 1850 eine massenhafte Verarmung aus. Christopher Jütte vom Deutschen Historischen Museum Berlin schrieb am 30. März 2015: „Aus Verzweiflung flüchteten sich viele Arme in die ,Notkriminalität‘. Durch den Diebstahl von Feldfrüchten und Holz, Wilderei und Schmuggel versuchten die Bedürftigen ihre Situation zu verbessern. Um sich zu betäuben und die Not einen Augenblick zu vergessen, griff die Unterschicht zum Alkohol. In den Zeitungen fanden sich Berichte über die sich ausbreitende ,Branntweinwuth‘, zur Bekämpfung der Armut forderten die Publizisten eine Beschränkung des Branntweinbrennens. Auch die Zahl der Bettler und sogenannten Landstreicher stieg vor 1850 rasant an.“ Ein seltenes Exemplar eines Almosenscheins ist ein vor über 175 Jahren in Preußen gedruckter Schein über 1 Pfennig der Armenkasse aus Weißenfels – bis heute ein Unikat: Abb. 3.1: 1 Pfennig o. D., Vs., etwa 100 × 40 mm, Almosenschein der Armenkasse zu Weißenfels (preußische Provinz Sachsen), gedruckt um 1850 bei Leopold Kell in der Weißenfelser Friedrichstraße. Abb. 3.2: 1 Pfennig o. D., Rs., mit handschriftlicher Registrierung (Sammlung Pavel Hejzlar, Prag). Die Buchdruckerei wurde am 9. Januar 1813 durch Johann Karl Leberecht Kell gegründet und ab dem 1. Juli 1838 übernahm sein Sohn Leopold den Betrieb. Später führte seine Tochter Johanna mit ihrem Ehemann Wolf von Wolframsdorff die Druckerei bis zum Weggang in den Westen nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. Herzog Johann Georg von Sachsen-Weißenfels wies 1699 den Rat zu Weißenfels an, eine Armenkasse einzurichten. 1746 wurde auf kurfürstlichen Befehl die Hof- und Armenkasse mit der Stadtarmenkasse zusammengelegt. Im Stadtarchiv befinden sich in den Unterlagen der Stadtarmenkasse sämtlich Bittgesuche der Stadtarmen aus dieser Zeit – auch die ihnen zugedachten Unterstützungen. Ein Almosenschein befindet sich nicht darunter. Abb. 4: Ansicht der Hochfürstlichen sächsischen Residenz Weißenfels, Kupferstich von 1721. Der Generalbericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten von 1854 bis 1857 führt auf Seite 27 an, dass die 1855 getroffene Entscheidung, „gewissen Armen bestimmte Gaben nicht in den Häusern zu verabreichen ... und Bettlern nur Anweisungen (Marken) an die Armenkasse zu geben, von 96 Personen durch Ankauf der Anweisungen an die Armenkasse in Anspruch genommen wurden. Am 15. September 1856 trat eine neue Armenordnung in Kraft, doch darin gibt es keine Hinweise auf Almosenscheine. In den jährlichen Berichten des Stadtrats von Weißenfels wird die Armenkasse 1860 erwähnt, ab 1880 findet man keine entsprechenden Informationen mehr. Das damalige „Weißenfelser Kreisblatt“ veröffentlichte 1856 eine Liste hergestellten Druckerzeugnisse der Druckerei Kell, die städtischen Almosenscheine waren nicht aufgeführt. In der Regel wurden Almosenscheine von Leuten bei den Armenkassen erworben, die diese als Geldspenden und Unterstützung an Bettler abgaben. Die Scheine wurden dann von Händlern wieder bei der Armenkasse eingelöst. Abb. 6: 1 Pfennig 1850 aus Kupfer, er galt von 1821 bis 1873 im Königreich Preußen. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde entsprechend der preußischen Verwaltungsreform der Kreis Weißenfels zum 1. Oktober 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet. Es galt der preußische Vereinstaler. Bei etwa 100 bis 120 Taler lag 1850 im deutschen Handwerk das Durchschnittseinkommen pro Jahr. Ein 2-Pfund-Brot von kostete damals zwischen 10 bis 15 Pfennige. Michael H. Schöne Anmerkungen: Vielen Dank an Frau Silke Künzel vom Stadtarchiv Weißenfels für ihre Unterstützung und an Herrn Pavel Hejzlar (flyarcher@seznam.cz) für die Erlaubnis der Abbildung des 1-Pfennig-Almosenscheins. Quellen: https://de.wikipedia.org https://www.dhm.de

  • Die Fälschung der 20-Lei-Banknoten der Banca Generala Româna

    Obwohl die Banknoten der Rumänischen Generalbank (Banca Generala Româna - BGR) nur für eine relativ kurze Zeit im Umlauf waren – beginnend im Jahr 1917 bis nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – fehlte es nicht an Versuchen, sie zu fälschen. Informationen über diese Fälschungen sind jedoch spärlich. Der erste bekannte Fall von Falschgeld-Herstellung ereignete sich im August 1918, noch während der deutschen Besatzung, als, trotz des Kriegsrechts und der im Kriegszustand geltenden harten Strafen, eine Bande versuchte, die Banknoten der Rumänischen Generalbank zu fälschen[1]. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der vorübergehenden Zulassung des Umlaufs der Banknoten der Rumänischen Generalbank durch die rumänischen Behörden, nahm die Zahl der Fälschungsversuche sowohl in Rumänien als auch im Ausland zu. Bevorzugte Ziele waren die Banknoten zu 20 Lei (Bukarest im November 1918 und Juni 1919), zu 100 Lei (Ort und Zeit unbekannt) sowie zu 1.000 Lei (Wien im September 1920). Abb. 1.1: Banca Generala Româna, Original-Banknote zu 20 Lei ohne Datum, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 1.2: Banca Generala Româna, Original-Banknote zu 20 Lei ohne Datum, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Obwohl es nicht der einzige Fall der Fälschung von Banknoten der Rumänischen Generalbank war, ist der unten dargestellte Vorgang, aufgrund der Menge und der Qualität der produzierten Falsifikate, der bedeutendste aller bekannten Versuche und zugleich der bisher am besten dokumentierte[2]. Die Entdeckung dieses Falls erfolgte in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 1919, nach einer Anzeige über die Existenz einer Bande, die 20-Lei-Banknoten fälschte. Die Allgemeine Sicherheit (Siguranța Generală) in Bukarest, die zuständige Ermittlungsbehörde für Banknotenfälschungen, leitete eine Untersuchung ein, die zur Festnahme aller Bandenmitglieder führte. Die Initiatoren der Fälschung waren Edmond Breitner, ein junger Kaufmann aus guter Familie und Eigentümer des Geschäfts Parfumeria Elitei auf der Calea Victoriei, der Hauptstraße Bukarests, sowie David Rotman, Verkäufer in derselben Parfümerie. Sie schlugen Matei Pentelescu, Chemiker und Angestellter des Instituts für Grafische Künste Minerva, vor, gemeinsam 20-Lei-Banknoten zu fälschen, wobei Edmond Breitner die notwendige Finanzierung bereitstellte. Matei Pentelescu wandte sich an einige Freunde, mit denen er im Institut für Grafische Künste Minerva zusammen gearbeitet hatte, einer der bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Bukarest: Garulo Garuli, ein 25jähriger Italiener und Zeichner, Emanoil Bocaciuc, Foto-Zinkograf, und Ștefan Dobrescu, Zinkograf. Diese bereiteten gemeinsam drei Klischees vor (zwei für die Vorderseite und eines für die Rückseite) und kauften eine Boston-Druckmaschine sowie die für die Herstellung einer großen Menge von Banknoten erforderlichen Materialien. Da sie nicht in der Lage waren, das richtige Wasserzeichenpapier mit dem Motiv Kreuz Ringel-Muster herzustellen, wandte sich Matei Pentelescu an Mihail “Mișu” Christescu, Graveur und Drucker, der das lithografische Modell dieses Wasserzeichens anfertigte und mithilfe von Vaseline auf gewöhnliches Papier übertrug. Abb. 2: Parfumeria Elitei, Anzeige aus der Presse jener Zeit. Für die Nummerierung der Banknoten fertigte Pierino Garuli, der 20-jährige Bruder von Garulo, einen Gummistempel an, der eine Kontrollnummer reproduzierte. Da im Jahr 1919 die Banknoten der Banca Generală in Rumänien nur dann legal umlaufen durften, wenn sie von zentralen oder lokalen rumänischen Behörden abgestempelt (nostrifiziert) worden waren, stellte Pierino Garuli außerdem einen Stempel mit dem Namen der Finanzverwaltung der Stadt Mizil her, der als amtliches Zeichen erscheinen sollte – und der auf die Falschnoten aufgebracht wurde, um den Eindruck zu erwecken, sie seien nostrifiziert worden. Mit der Verbreitung der Banknoten wurden unter anderem Pierino Garuli und David Rotman beauftragt. Zunächst wurde eine Fälscherwerkstatt in der Wohnung von Matei Pentelescu in der Silvestru Straße in Bukarest eingerichtet, wo die ersten 20-Lei-Banknoten hergestellt wurden. Edmond Breitner hielt diese jedoch im Druckbild für zu hell, weshalb eine zweite Auflage in dunkleren Farben und mit verfeinerten Details angefertigt wurde. Aus Vorsicht wurde die Werkstatt in die Calea Moșilor verlegt, wo die Produktion der verbesserten 20-Lei-Banknoten nach den Anweisungen von Edmond Breitner fortgesetzt wurde. Ein Teil der fertigen Fälschungen wurde Pierino Garuli anvertraut, damit er sie in Umlauf bringen konnte. Dieser jedoch, unvorsichtig und alkoholisiert, erregte unnötige Aufmerksamkeit, indem er dem Händler Aftalion sechs 20-Lei-Scheine im Tausch gegen eine 100-Lei-Banknote der Nationalbank Rumäniens anbot. Die Anwesenheit eines Polizei-Sergeanten genau im Moment des Geschäfts führte am 1. Juli 1919 zur sofortigen Festnahme von Garuli. Abb. 3: Die Banknotenfälscher-Bande der 20-Lei-Scheine der Rumänischen Generalbank und die von ihr verwendeten Werkzeuge. Den Fälschern war unbekannt, dass die Ermittlungen der Allgemeinen Sicherheit (Siguranța Generală), die drei Tage zuvor von Inspektor M. Buzescu und Kommissar Jean Ionescu eingeleitet worden waren, bereits dazu geführt hatten, Matei Pentelescu als Fälscher ausfindig zu machen. Zufällig fanden in dem Moment, als Pierino Garuli verhaftet wurde, Durchsuchungen in den Wohnungen aller an der Fälschung Beteiligten statt, die aufgrund der gefundenen Beweise sofort festgenommen wurden [3]. Aus den Aussagen der Verhafteten ging hervor, dass ungefähr 500 falsche 20-Lei-Banknoten hergestellt worden waren, von denen ein Teil in Umlauf gebracht, ein Teil im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmt und ein Teil verbrannt wurde. Die Untersuchung ergab außerdem, dass Edmond Breitner auch die Fälschung der von der Rumänischen Generalbank ausgegebenen 1.000-Lei-Banknote eingeleitet hatte. Die Klischees dafür wurden von Garulo Garuli, Emanoil Bocaciuc, Ștefan Dobrescu und dem Drucker Iulius Reitner angefertigt, während das Wasserzeichen-Modell erneut von Mihail „Mișu” Christescu stammte. Dennoch waren zum Zeitpunkt der Verhaftungen keine der betreffenden Scheine fertiggestellt; die Ermittler fanden lediglich Klischees und unvollendete Probedrucke ohne Nummerierung in der Wohnung der Brüder Garuli in der Straße Prelungirea Popa Nan, wo bereits mit den Arbeiten zur Fälschung der 1.000-Lei-Scheine begonnen worden war. Die im Sommer 1919 von Edmond Breitner, Mihai Pentelescu, den Brüdern Garulo und ihren übrigen Komplizen gefälschten 20-Lei-Banknoten zeigen einige einzigartige Merkmale, die sie von Originalen und anderen Fälschungen unterscheiden. Laut den in der Zeitschrift der Polizei (Revista Poliției) veröffentlichten Angaben sind ihre Farben heller als die des Originals, wobei das Papier – ohne Wasserzeichen – gröber und weniger satiniert ist. Die Kontrollnummer, die mit einem einzigen Gummistempel angebracht wurde, ist einheitlich und fehlerhaft: Im Gegensatz zu den Originalbanknoten, die entweder die Serienbuchstaben C für die Kontrollnummern 0000001–9999999 oder L für die Nummern 0000001–5000000 tragen (beide mit sieben Ziffern), tragen die Fälschungen den Buchstaben D und acht Ziffern. Laut Polizeibericht lautet die Nummerierung D 87341256; vergleicht man jedoch diese Angabe mit der Abbildung einer Fälschung, im selben Bericht nachgebildet, erkennt man, dass die aufgedruckte Nummerierung D 81234567 lautet, was auf einen möglichen Druckfehler im veröffentlichten Text hindeutet. Letztendlich tragen alle Fälschungen einen gefälschten Stempel mit dem Namen der Finanzverwaltung der Stadt Mizil. Abb. 4.1: Ein gefälschtes Exemplar der 20-Lei-Banknote aus der zeitgenössischen Presse, Vorderseite. Abb. 4.2: Ein gefälschtes Exemplar der 20-Lei-Banknote aus der zeitgenössischen Presse, Rückseite. Die gefälschten 1.000-Lei-Banknoten waren sämtlich unvollendet und trugen keine Nummerierung. Nach den Angaben der Polizei und den im Jahr 1919 veröffentlichten Abbildungen zeigten sie ähnliche Merkmale wie die 20-Lei-Fälschungen und ihre Qualität war insgesamt gut. Abb. 5.1: Banca Generala Româna, Original-Banknote zu 1000 Lei ohne Datum, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 5.2: Banca Generala Româna, Original-Banknote zu 1000 Lei ohne Datum, Rückseite mit rumänischem Behördenstempel. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 6: Unvollendeter Druck der Vorderseite einer gefälschten 1.000-Lei-Banknote. Leider sind die zeitgenössischen Abbildungen nicht ausreichend klar, und da bislang kein Exemplar der Fälschung von 1919 identifiziert werden konnte, können keine genauen Angaben zu den Besonderheiten der Gravur dieses Typs gemacht werden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass eines der etwa 500 hergestellten Falsifikate irgendwann in einer Sammlung oder im Handel auftaucht. Aufgrund der hergestellten Menge und der Qualität der gefälschten Banknoten galt der Fall, der sich im Juni 1919 in Bukarest ereignete und dessen Hauptakteure Edmond Breitner, Matei Pentelescu, die Brüder Garuli und ihre Komplizen waren, bereits in der damaligen Zeit als die bedeutendste Fälschung von Banknoten der Banca Generala Româna. Ştefan Vasiliţă Anmerkungen [1] G. D. Creangă, Raport asupra activității Băncii Generale Române, Bukarest, Indepenența Druckverlag, 1919, S. 92. [2] Frumoasa și interesanta captură a falsificatorilor biletelor Băncii Generale Române de către Siguranța Capitalei, in Revista Poliției (Bukarest), I, 20. Juli 1919, 7, S. 5-9; Afacerea bancnotelor false, in Revista Poliției (Bukarest), I, 3. August 1919, 7, S. 6-7. [3] Über den Fall wurde, wenn auch mit einigen Fehlern, in der Presse jener Zeit berichtet.

  • Neue Ausstellung zu den Entwürfen 2026 der dritten Euro-Serie

    Am 23. Juli 2026 stellte Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, die zehn in die engere Wahl gekommene Gestaltungsentwürfe für die nächste Serie von Euro-Banknoten vor. Wir haben stellen unseren Lesern eine Ausstellung sämtlicher Entwürfe in bester Bildqualität zur Verfügung, um selbst einen Eindruck von den Vorschlägen zu unseren zukünftigen Euro-Banknoten zu machen. Möchten Sie an der offiziellen Umfrage teilnehmen? Wenn ja, beginnen Sie HIER.

  • Leserpost: Neuentdeckungen bei deutschem Notgeld

    Hallo Herr Besler, ich sende Ihnen wieder Neuentdeckungen zu deutschen Notgeldscheinen. Es handelt sich um Notgeld der Hochinflation aus Goslar, Walldorf und Werdau. Bei dem Schein von Walldorf erfolgte der Druck auf Papier ohne Wasserzeichen. Das Papier ist nicht wasserliniert. Es gibt auch 200 Mrd. Mark mit wasserliniertem, rotem Papier. Der Schein von Werdau zu 5 Mio. Mark mit Lit. C ist vermutlich bereits bekannt, aber nicht im Keller bei 5546b aufgeführt. Beste Grüße aus Berlin T. Neldner Antwort der Redaktion Goslar, Buchdruckerei F. A. Lattmann Goslar, F. A. Lattmann (Buchdruckerei / Spielkartenfabrik), Scheck über 500 Millionen Mark auf die Goslarer Bank AG, vom 27. Oktober 1923, Vorderseite. Goslar, F. A. Lattmann (Buchdruckerei / Spielkartenfabrik), Scheck über 500 Millionen Mark auf die Goslarer Bank AG, vom 27. Oktober 1923, Rückseite. Dr. Arnold Keller führt unter diesem Emittenten unter der Nummer 1853 in seinem Standard-Katalog zum Notgeld der deutschen Inflation 1923 lediglich Ausgaben zu 100.000 und 500.000 Mark mit Wasserzeichen Kreuzmäander und jeweils handschriftlicher Datierung vom 15. August 1923 auf. Zum Keller-Katalog handelt es sich also um eine echte Neuentdeckung. Es wäre noch gut zu wissen, ob der Druck ebenfalls auf Wasserzeichen-Papier erfolgte und um welches Wasserzeichen es sich handelt. Das ist leider nicht auf den Abbildungen erkennbar. Auf Rückfrage teilte Herr Neldner mit, dass es sich ebenfalls um Papier mit dem Wasserzeichen Kreuzmäander handelt. Walldorf, Gemeinde Walldorf, Gemeine: Gutschein über 200 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf Papier ohne Wasserzeichen, Vorderseite. Walldorf, Gemeine: Gutschein über 200 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf Papier ohne Wasserzeichen, Rückseite. Dr. Arnold Keller führt unter Walldorf in Hessen (Nr. 5437) lediglich Werte zu 50 und 100 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf wasserliniertem Papier auf. ein Wert zu 200 Mrd. Mark mit gleichem Ausgabedatum auf Papier ohne Wasserzeichen fehlt hier und ist deshalb ebenfalls eine Ergänzung zu diesem heute noch zitierten Standard-Katalog, zu dem es leider keine Neubearbeitung gibt. Werdau in Sachsen, Dr. Keller führte under der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Filalie Werdau (Nr. 5546) lediglich Schecks über 1 Mio. Mark vom 10. August 1923 auf die Commerz- und Privat-Bank, Filale Werdau sowie über 2 Mio. Mark vom 11. August 1923 auf das Bankhaus Sarfert & Co. in Werdau auf. Der Wert über 5 Mio. Mark vom 11. August 1923 auf das gleiche Bankhaus fehlt bei Keller. Jedoch wird dieser Wert und weitere bei Keller nicht verzeichnete Ausgaben in dem sehr guten, wichtigen und empfehlenswerten Katalog "Das Papiergeld von Sachsen 1772 - 1949" von Mathias Bühn unter der Hauptnummer 7183 (hier 7183.12) verzeichnet. Dieser Katalog kann auch auf CD-ROM erworben werden, siehe hier: https://www.geldscheine-online.com/post/katalog-zum-papiergeld-von-sachsen-auf-cd-rom Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

  • Geldscheinporträts: Lajos Kossuth – Exilant mit Echo

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Lajos Kossuth von Udvard und Kossuthfalva Zur Person: Rechtsanwalt, Politiker, Revolutionär und Nationalheld ​Nationalität: Ungarisch ​Lebensdaten: 19. September 1802 – 20. März 1894 ​Geburtsort: Monok, Komitat Zemplén, Ungarn ​Sterbeort: Turin, Italien Lajos Kossuth, Lithographie von August Prinzhofer (1817–1885), 1848, Albertina (Wien). Dezember 1851: Gedränge auf dem Broadway. Frenetischer Ju- bel. Lajos Kossuth erreichte New York. Die damalige Ausgabe der „New York Times“ sprach von einem Empfang, der „zu den großartigsten und enthusia- stischsten gehörte, die jemals einem Men- schen irgendwo auf der Welt zuteil wur- den”. Die Anwaltskammer begrüßte ihn als „den großen Apostel der bürgerlichen und religiösen Freiheit auf der ganzen Welt“. Wie kam es, dass ein ungarischer Exilant für derartigen Aufruhr sorgte, der zuvor nur Washington und Lafayette zu- kam? Lajos Kossuth, der dem ungarischen Kleinadel entstammte, begann seine politische Karriere am Preßburger Landtag. Dort vertrat er mehrere nationalliberale Abgeordnete und fungierte als Berichterstatter. In den 1830er Jahren, als das ungarische Ständesystem unter dem Dach der Habsburgermonarchie zunehmend unter Reformdruck geriet, profilierte er sich als Wortführer der liberalen Opposition. Trotz Zensur vervielfältigte er seine handschriftlichen „Berichte aus dem Landtag“, die bald weite Verbreitung fanden und ihn schließlich 1837 hinter Gitter brachten – vier Jahre Festungshaft wegen Hochverrat. Die Gefängniszeit machte ihn landesweit bekannt. Nach seiner Begnadigung 1840 stieg er als Chefredakteur der Zeitung „Pesti Hírlap“ rasch zum führenden Kopf der Reformbewegung auf. Er begnügte sich jedoch nicht mit den von allen Liberalen geforderten Reformen wie der Abschaffung der Erbfolge und der Besteuerung des Adels. Er sprach auch die Möglichkeit einer ungarischen Unabhängigkeit von den Habsburgern an. Als 1848 die revolutionäre Welle Ungarn erfasste, wurde Kossuth zum Motor der Ereignisse. Friedrich Engels beschrieb ihn in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ bewundernd als „wirklich revolutionären Charakter“ und „Danton und Carnot in einer Person“. Wenige Wochen später zwang der Druck der Straße Wien zum Einlenken: In Pest entstand eine Regierung unter Ministerpräsident Lajos Batthyány. Kossuth übernahm das Finanzressort. Was als Reform innerhalb der Monarchie begann, radikalisierte sich rasch. Im April 1849 erklärte der ungarische Reichstag die Entthronung der Habsburger und die Unabhängigkeit. Kossuth wurde zum faktischen Staatsoberhaupt. Doch der Triumph währte kurz. Die militärische Intervention des Zarenreichs auf Seiten Wiens besiegelte das Schicksal der Revolution. Im August 1849 kapitulierten die ungarischen Truppen bei Világos. Kossuth floh ins Exil, zunächst in das Osmanische Reich. Später reiste er über Großbritannien in die Vereinigten Staaten. Seine Amerikareise 1851/52 war mehr als eine Vortragsreise; sie war eine diplomatische Mission. Kossuth hoffte auf politische und möglicherweise militärische Unterstützung für einen neuen Anlauf zur ungarischen Unabhängigkeit. Zwar blieb konkrete Hilfe aus, doch seine Reden vor dem Kongress und vor Massenpublikum machten ihn zu einem Symbol liberaler Freiheitsbewegungen. Nach Europa zurückgekehrt, ließ er sich schließlich in Turin nieder. Von dort aus verfolgte er die Entwicklung in seiner Heimat mit Argwohn. Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: Banknote über 100 Forint vom 15. Januar 1992, HUN-0174a. Vorderseite: Rechts Porträt von Lajos Kossuth, Mitte oben Wappen Ungarns. Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: Banknote über 100 Forint vom 15. Januar 1992, HUN-0174a. Rückseite: In der Mitte ein Wagengespann mit Pferden auf der Flucht vor einem heraufziehenden Sturm, nach einem Gemälde von Károly Lotz (1833–1904). Den Ausgleich von 1867, der dem Königreich Ungarn weitgehende Autonomie brachte, lehnte er ab: Für ihn blieb jede Bindung an die Habsburger ein Verrat an der vollständigen Souveränität. Politisch konnte er aus dem Exil kaum noch eingreifen. 1894 starb er. Bis heute tragen Plätze und Boulevards seinen Namen, sein Porträt ziert Banknoten. Der Jubel von New York im Winter 1851 war mehr als ein exotisches Spektakel. Eine Rede, die er 1852 vor der Ohio General Assembly gab, inspirierte Abraham Lincoln bei seiner berühmten Gettysburg Address: „Der Geist unserer Zeit ist Demokratie. Alles für das Volk, und alles durch das Volk. Nichts über das Volk ohne das Volk – das ist Demokratie!“ Elias Heindl Literatur/Quellen: István Deák (1989): Die rechtmäßige Revolution: Lajos Kossuth und die Ungarn 1848–1849, Wien: Böhlau Friedrich Engels (1849): Der magyarische Kampf. Neue Rheinische Zeitung, Nr. 194 vom 13. Januar 1849, Marx-Engels-Werke, Band 6, S. 165ff. en.wikipedia.org/wiki/Lajos_Kossuth László Révész (1976): Kossuth, Lajos. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 2, München, S. 493–496

  • Der "unbekannte" Entdecker: Christoph Kolumbus auf Geldscheinen

    Fast jeder weiß, wer Christoph Kolumbus war – nicht jeder weiß aber, wie er wirklich war. Der Amerikaner Aaron Goodrich meinte es jedoch zu wissen. In seinem Buch „A History of the Character and Achievements of the So-called Christopher Columbus“ (= Eine Geschichte des Charakters und der Leistungen des sogenannten Christoph Kolumbus) beschreibt er voller Abscheu dessen Leben. Der bekannte Seefahrer wurde um 1451 in Genua geboren und galt viele Jahre als Entdecker Amerikas. Tatsächlich aber war er Vorbereiter der Besiedlung der „Neuen Welt“ durch europäische Siedler. Von Kolumbus existiert kein zeitgenössisches Porträt – alle Darstellungen wurden erst nach seinem Tod geschaffen. Abb. 1: Ölgemälde des Malers Sebastiano del Piombo von 1519 – es zeigt Christoph Kolumbus (genuesisch Christoffa Colombo, italienisch Cristoforo Colombo, portugiesisch Cristóvão Colombo, spanisch Cristóbal Colón und englisch Christopher Columbus), der Text am oberen Rand lautet „HÆC EST EFFIGIES LIGURIS MIRANDA COLUMBI ANTIPODUM PRIMUS RATE QUI PENETRAVIT IN ORBEM 1519“ (≈ Dies ist das bewundernswerte Bildnis des Liguriers namens Kolumbus, der als Erster mit dem Schiff in die Welt der Antipoden vorgedrungen ist. 1519); ein anderes Porträt stammt aus dem Werk „Elogia Virorum literis Illustrium“ von Paolo Giovio aus dem Jahr 1575. Auf seinen vier Seereisen in spanisch-kastilischen Diensten landete Kolumbus jeweils in der heutigen Karibik. Er schrieb über seine Landung am 12. Oktober 1492 in sein Bordbuch: „Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa 8 Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit einem Großsegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir bei und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache »Guanahaní« hieß. Dort erblickten wir allsogleich nackte Eingeborene. Ich begab mich, begleitet von Martin Alonso Pinzón und dessen Bruder Vicente Yánez, dem Kapitän der »Niña«, an Bord eines mit Waffen versehenen Bootes an Land. Dort entfaltete ich die königliche Flagge. Sofort sammelten sich an jener Stelle zahlreiche Eingeborene der Insel an. In der Erkenntnis, dass es sich um Leute handle, die man weit besser durch Liebe als mit dem Schwerte retten und zu unserem Heiligen Glauben bekehren könne, gedachte ich sie mir zu Freunden zu machen und schenkte also einigen unter ihnen rote Kappen und Halsketten aus Glas und noch andere Kleinigkeiten von geringem Wert, worüber sie sich ungemein erfreut zeigten. Sie erreichten schwimmend unsere Schiffe und brachten uns Papageien, Knäuel von Baumwollfaden, lange Wurfspieße und viele andere Dinge noch, die sie mit dem eintauschten, was wir ihnen gaben, wie Glasperlen und Glöckchen.“ Abb. 2: Landung von Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf Guanahani im heutigen Inselstaat Bahamas (Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847. Abb. 3: 5 Dollars, 20. Februar 1864, Rückseite, First National Bank of Ithaca/New York/USA, Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847 – die Szene wurde als Rückseitenmotiv der National-Banknoten vom Bureau of Engraving and Printing verwendet. Die Verehrung seiner Person, die Würdigung seiner Leistungen und seine geopolitische und historische Bedeutung sind auf vielen Banknoten Mittel- und Südamerikas sowie europäischer Länder belegt. Auf seiner ersten Schiffsreise (1492–1493) entdeckte er die heutigen Bahamas, ging auf Kuba an Land und erreichte auch Haiti/Dominikanische Republik. Abb. 4: 1 Dollar, 1992, Vorderseite, Gedenkbanknote der Central Bank of the Bahamas auf den 500. Jahrestag der Landung von Kolumbus. Abb. 5: 1 Peso, 15. Juni 1872, Rückseite, Banknote der Banco Español de La Habana/Kuba, Kolumbus auf der „Santa María". Abb. 6: 1 Peso, 14. August 1889, Vorderseite, Banknote der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanischen Republik, Porträt von Kolumbus; das gleiche Bildnis findet man auch auf den 100-Mil-Reis-Scheinen der Banco Commercial da Bahia/Brasilien vom 26. Oktober 1850. Die Kleinen Antillen (Antigua, Dominica, Grenada, Guadeloupe), Puerto Rico und Jamaika fand Kolumbus auf seiner zweiten Fahrt (1493–1496). Auf diesen Inseln sind außer dem 5-Francs-Schein von Guadeloupe nur Briefmarken und Münzen mit dem Bildnis von Kolumbus ausgegeben worden. Abb. 7: 5 Francs, 1942, Banknote der Banque de la Guadeloupe, Vorderseite mit Büste von Kolumbus. Abb. 8: Sonderausgaben – links 6-Dollars-Briefmarke aus Antigua/Barbuda von 1994, rechts 10-Dollars-Münze Jamaika von 1975. Bei seiner dritten Reise (1498–1500) landete er auf Trinidad, kam so erstmals auf südamerikanisches Festland und entdeckte die Mündung des Orinoco. Auch die Banco Central de Venezuela gab eine Sondermünze zur Fünfhundertjahrfeier der „Entdeckung Amerikas“ aus; Geldscheine mit einer Abbildung Kolumbus‘ oder seiner Schiffe aus Venezuela gibt es nicht. Abb. 9: 1100 Bolívares, 1991, Vs./Rs., silberne Anlagemünze der Zentralbank Venezuelas aus der Serie „Encuentro de Dos Mundos 1492–1992 (= Begegnung zweier Welten); Vs. Statue von Kolumbus, Rs. 13 Länderwappen von 20 Ländern Ibero-Americas (links) – 50 Centavos 1892, Vs./Rs., silberne Gedenkmünze der Republik Kolumbien zum 400. Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus (rechts, Kolumbus war jedoch nie im heutigen Kolumbien). Mittelamerika erkundete Kolumbus auf seiner vierten Reise (1502–1504); er landete an den Küsten von Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Panama. Abb. 10: 5 Dollars, 1. Mai 2020, Vorderseite, Banknote der Central Bank of Belize (vormals Britisch-Honduras), Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) und dem Porträt Königin Elizabeth II. (rechts). Abb. 11: 1 Colón, 1. Juli 1906, Vorderseite, Silberzertifikat der Republik Costa Rica, Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) – Wappen der Republik (rechts). Abb.12: 50 Centavos, 1. Januar 1910, Vorderseite, Schatzschein der República de Nicaragua, Porträt von Christoph Kolumbus. Abb. 13: La Carta di Cristoforo Colombo (rechts Umrisse Europas, Afrikas und Teilen Asiens; links kosmografische Weltkarte mit Jerusalem als Zentrum des Christentums) – die Seekarte von Christoph Kolumbus befindet sich in der Pariser Nationalbibliothek von Frankreich. Außerdem existieren einige Geldscheine von Ländern, dessen Strände Kolumbus nie betrat – sie zeigen sein Bildnis, seine Schiffe und Szenen seiner Landgänge. So z. B. aus Argentinien, Brasilien, Bolivien, Ekuador, El Salvador, Kanada, Mexiko, Uruguay und den USA. Der Währungsname „Colón“ (seit 1896 in Costa Rica – seit 1892 in El Salvador) geht auf den Entdecker Kolumbus zurück. Abb. 14: 50 Centavos, 19. Juli 1895, Rückseite, Kassenschein der Caja de Conversión, Buenos Aires/Argentinien, Porträt von Kolumbus. Abb. 15: 10 Bolivianos, 1. Januar 1900, Vorderseite, Banco del Comercio Oruro/Bolivien, Porträt von Christoph Kolumbus (rechts) – Allegorie (Industrie, links). Abb. 16: 20 Sucres, 2. Januar 1920., Vorderseite, Banknote der Banco Sur Americano, Quito/Ecuador, Kolumbus mit Globus und Anker. Abb. 17: 100 Colones, 7. Juli 1997, Rückseite, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador, Porträt von Christoph Kolumbus (links) – die Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“ (Mitte). Abb. 18: 10 Dollars, 1. Oktober 1866, Vorderseite, Banknote der Province of Canada/Montreal, Kolumbus sichtet Land; das gleiche Motiv findet man auch auf den 10-Pesos-Scheinen der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata (Dominikanische Republik) aus den 1880-er Jahren. Abb. 19: 100 Pesos, 1900, Vorderseite, Banco Mercantil de Yucatán, Mérida/Mexiko, Kolumbus sichtet Land (links) – Allegorien „Glaube“ und „Freundschaft“ rechts). Abb. 20: 100 Pesos, 20. September 1887, Vorderseite, Banco Italiano del Uruguay, neben dem Porträt des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. ist rechts ein Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus abgebildet. Abb. 21: 1 Dollar, 1869, Vorderseite, US-Schatzschein, Washington/District of Columbia, Kolumbus sichtet Land (links, Gravur von Joseph P. Ourdan) – Büste des ersten US-Präsidenten George Washington im Oval (Mitte); das Motiv wurde u. a. auch für die Rückseiten der 5-Dollars-Scheine von 1914 (Federal Reserve Bank/National Currency) verwendet. Abb. 22: 10 Pesos, 1. Januar 1883, Vorderseite, Banknote der Banco de Londres y Rio de la Plata Montevideo/Uruguay, Büste von Kolumbus (links), Allegorie für die Landwirtschaft (rechts). Abb. 23: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Comercial de Chihuahua/Mexiko, Kolumbus mit Ureinwohnerin (rechts) – Porträt des mexikanischen Nationalhelden Miguel G. A. I. Hidalgo (Mitte). Abb. 24: 1000 Dollars, 1880, Vorderseite, Staatsnote der USA/Washington, Kolumbus im Sessel mit Globus (links) – Porträt des Bürgermeisters von New York, DeWitt Clinton (Mitte). Abb. 25: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanische Republik, Kolumbus vor Landkarten (links) – Matrosen beim Reffen der Segel (rechts). Abb. 26: 5 Dollars, 2. Oktober 1865, Vorderseite, Banknote der York National Bank of Saco/Maine, Kolumbus sichtet Land (links) – „Indian Princess“ als Allegorie Amerikas (rechts). Schließlich sind die zahlreichen Banknoten der Banco de España und der Banca d‘Italia mit Motiven und Bildnissen zu erwähnen. Nachdem Kolumbus vergeblich in Portugal, Frankreich und England versuchte, die Unterstützung einer Erkundungsfahrt zu erhalten, erhielt er im April 1492 vom kastilischen Herrscherpaar auf dem spanischen Thron die entsprechende Genehmigung. Abb. 27: 100 Pesetas, 9. Januar 1940., Vorderseite, Banknote der Banco de España, Büste des Christoph Kolumbus, Allegorien "Amerika“ (links) und "Geografie“ (rechts); das Bildnis findet man auch den 2-Pesos-Scheinen der Banco Nacional de Santo Domingo/Dominikanische Republik von 1889. Abb. 28: 5000 Lire, 1971, Vorderseite, Banknote der Banca d’Italia, Bildnis von Kolumbus. Abb. 29: 5 Pesetas, 15. Juni 1945, Vorderseite, Kolumbus erhält von Königin Isabella I. am 17. April 1492 die Urkunde zum Auftrag einer Entdeckungsreise in den Atlantischen Ozean. Abb. 30: 1 Peseta, 14. September 1940, Vorderseite, Banknote der Banco de España, Flaggschiff „Santa María“. Abb. 31: 5000 Lire, 1971., Rückseite, Banknote der Banca d’Italia, Kolumbusʼ Flotte der drei Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“. Eine Vielzahl von Geldscheinen mit dem Bildnis von Christoph Kolumbus wurde seit über 150 Jahren von der Wertpapierdruckerei American Bank Note Co. in New York gedruckt. Auch auf vielen Scheinen der sog. "Wildcat Banks" wurden Porträts von Kolumbus als Illustration verwendet – so. bspw. von der Druckerei Toppan, Carpenter & Co. (von der ABNCo. 1858 übernommen). In der „Chicago Tribune“ vom 16. Oktober 1892 wurde unter „Columbus as Various Artists Viewed Him” ein Tableau von Kolumbus-Bildnissen bzw. -Büsten abgebildet. Abb. 32: Wasserzeichen von 10 Colones, 15. August 1983, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador. Abb. 33: Eintrittskarte im Wert von ½ Dollar für die Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition) 1. Mai–30. Oktober 1893 – zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Landung von Christoph Kolumbus in der „Neuen Welt“. Es ist verwunderlich, dass man seit fast 200 Jahren und bis heute Abbildungen von Kolumbus auf Geldscheinen, zahlreichen Münzen und Briefmarken weltweit findet – obwohl das Wesen des Seefahrers nach heutigen moralischen Wertvorstellungen stark zu kritisieren ist. Die Nachforschungen und Studien zur Person Christoph Kolumbus beschrieb der Jurist Aaron Goodrich aus Minnesota in seinem 1874 veröffentlichten und lesenswerten, über 400-seitigen Buch (s. o.). Goodrich nennt ihn einen Mörder und Heuchler. Zeitzeugen bezeichneten ihn als brutal und zynisch. Indigenen wurden auf seinem Befehl hin die Hände abgeschnitten, da sie kein Gold fanden; Aufständige ließ er durch den Galgen hinrichten. Angeblich soll er seine Entdeckungen nach dem Logbuch eines gestrandeten Seemanns gemacht und ihn später ermordet haben. Tatsächlich wurde Kolumbus am Ende seiner dritten Reise im August 1500 vom Untersuchungsrichter Francisco de Bobadilla verhaftet und in Ketten nach Spanien gebracht. Siedler hatten sich beim spanischen Königshaus über sein tyrannisches Verhalten und seine Misswirtschaft beschwert. Erwähnenswert sind Zitate aus Goodrichs Buch über die Rebellion des Kolonialbeamten Francisco Roldán und die Hinrichtung von Adrián de Moxica im Jahr 1499: „Die Einzelheiten dieser Rebellion bilden eines der schändlichsten Kapitel in der Geschichte von Kolumbus; sie verdeutlichen gleichermaßen seinen Verrat, seine Feigheit und seine Unfähigkeit zu regieren, außer durch grobe Tyrannei. ... Man berichtet, dass von allen Seiten Unmut und Hass gegen den Admiral geäußert wurden. ... Adrian de Moxica war in seiner Gewalt und ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren wurde er zum sofortigen Tode verurteilt.“ Kolumbus befahl den Wachen, den Seefahrer von den Festungsmauern in San Cristóbal in den Tod zu stürzen. Nach seiner Rückkehr nach Spanien wurde Kolumbus von König Ferdinand II. begnadigt und er unterstützte Kolumbus’ vierte Reise finanziell. Dennoch fiel Kolumbus in Ungnade, als einstiger Admiral des Ozeanischen Meeres auf Lebenszeit, Vizekönig und Generalstatthalter auf jedem Stück Festland und jeder Insel, die er entdeckte; er starb am 20. Mai 1506 im spanischen Valladolid. Es gibt weiterhin offene Fragen zur tatsächlichen Herkunft Kolumbus’ und um die Entdeckungsreisen vor über 500 Jahren. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden in lateinamerikanischen Ländern und den USA Kolumbus-Statuen als Protest niedergerissen. Der seit 1909 begangene „Columbus Day“ ist heutzutage umstritten; seit 2021 wird er in den USA durch den „Indigenous People’s Day“ ersetzt. „Día de la Resistencia Indígena“, „Día del Respeto a la Diversidad Cultural“, „Día de la Descolonización“, „Día de la Interculturalidad“ und „Día del Descubrimiento de Dos Mundos“ nennt man die Tage gegen das Gedenken an ehemalige Kolonisatoren in Lateinamerika. Obwohl die belegten und verwerflichen Taten des einst glorifizierten Helden seit langem bekannt sind, hält man an Würdigungen von Kolumbus fest. So bilden Zentralbanken in Lateinamerika heute noch Kolumbus auf Münzen und Geldscheinen ab. Und selbst die Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue druckte anlässlich der 500. Wiederkehr der Landung einen Erinnerungsschein zum IBNS-Kongresses in London. Abb. 34: Souvenirschein vom Oktober 1994 – abgebildet sind das Porträt von Kolumbus, sein Flaggschiff und seine Unterschrift. Michael H. Schöne Quellen: https://americanhistory.si.edu https://archive.org https://blog.littletoncoin.com https://coinweek.com https://de.wikipedia.org https://echinger-rundschau.de https://en.numista.com https://en.wikipedia.org https://geschichte-wissen.de https://lawliberty.org https://onlinebooks.library.upenn.edu https://www.deutschlandfunkkultur.de https://www.google.com https://www.moleiro.com https://www.t-online.de https://www.ziereis-faksimiles.de

  • Lexikon: Nationalbank

    "Nationalbank" ist vielfach Namensteil der Hauptnotenbank bzw. Zentralnotenbank eines Landes (z.B. Ägypten: National Bank of Egypt; Belgien: Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgien; Kuba: Banco Nacional de Cuba oder Österreich: Oesterreichische Nationalbank). Ägypten, National Bank of Egypt: 5 Pounds von 1957 (EGY-31c), Vorderseite. Ägypten, National Bank of Egypt: 5 Pounds von 1957 (EGY-31c), Rückseite. Belgien, Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgie: 1000 Francs / Frank ohne Datum, 1980 bis 1996 (BEL-144a), Vorderseite. Belgien, Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgie: 1000 Francs / Frank ohne Datum, 1980 bis 1996 (BEL-144a), Rückseite. Kuba, Banco Nacional de Cuba: 5 Pesos von 1960 (CUB-92), Vorderseite. Kuba, Banco Nacional de Cuba: 5 Pesos von 1960 (CUB-92), Rückseite. Österreich, Oesterreichische Nationalbank: 1000 Schilling vom 3. Januar 1983 (AUT-152a), Vorderseite. Österreich, Oesterreichische Nationalbank: 1000 Schilling vom 3. Januar 1983 (AUT-152a), Rückseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Ägypten, Belgien, Kuba: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Österreich: Sammlung Schilde, Berlin

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Juli 2026, Teil 2

    Angola, Hongkong (Standard Chartered Bank), Indien, Iran, Namibia, Philippinen, Russland, Sudan, Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Angola 5000 Kwanzas vom Juni 2026 BNB B561d: wie BNB B561c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (Junho de 2026). Hongkong (Standard Chartered Bank) 100 Hong Kong Dollars vom 01.01.2023 BNB B425c: wie BNB B425b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Razvi/Huen) und neuem Datum (1 JANUARY 2023). Indien 10 Rupees von 2026 BNB B298j: wie BNB B298i (SCWPM 109), aber mit neuem Jahr. 100 Rupees von 2026 BNB B301i: wie BNB B301h (SCWPM 112), aber mit neuem Jahr. Iran 10.000.000 Rials, neue Auflage BNB B305b: wie BNB B305a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Abdolnaser Hemmati). Namibia 200 Namibia Dollars von 2026 BNB B224b: wie BNB B224a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Philippinen 100 Piso von 2026 BNB B1106c: wie BNB B1106b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Russland 100 Rubel von 2026 BNB B841a: wie BNB B834 (SCWPM nicht gelistet), wobei die Karte auf der Rückseite nicht mehr das gesamte Staatsgebiet Russlands, sondern nur noch den Zentralen Föderationskreis zeigt, und mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen. Sudan 2000 Sudanese Pounds vom November 2025 BNB B421b: wie BNB B421a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Amna Mirgani) und neuem Datum (NOVEMBER 2025). Westafrikanische Staaten (Côte d'Ivoire) 1000 Francs CFA von 2026 BNB B121Az: wie BNB B121Ay (SCWPM 115A), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). 2000 Francs CFA von 2026 BNB B122Az: wie BNB B122Ay (SCWPM 116A), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)

  • Die Designentwürfe der neuen Euro-Banknoten stehen fest

    Im Januar 2025 gab die Europäische Zentralbank (EZB) die Entwurfsmotive für die dritte Serie der Euro-Banknoten bekannt. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Im Juli 2025 startete die EZB einen öffentlichen Wettbewerb für die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Am 23. Juli 2026 stellte Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, die zehn in die engere Wahl gekommene Gestaltungsentwürfe für die nächste Serie von Euro-Banknoten vor. Diese basieren auf zwei verschiedenen Themen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Aus jedem Thema wurden fünf Designentwürfe ausgewählt. Einer dieser Entwürfe wird in einigen Jahren Grundlage für die neuen Euro-Banknoten sein. Die Entwürfe sind das Ergebnis eines EU-weiten Designwettbewerbs. Es gingen über 1.200 Bewerbungen von Grafikdesignern ein, von denen 25 eingeladen wurden, Entwürfe für eines oder beide Themen zu erstellen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus 21 Experten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaften und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euro-Währungsgebiets nominiert wurden, wählte daraufhin zehn Entwürfe aus. Nun ist die gesamte Bevölkerung Europas aufgerufen, ihre Meinung zu äußern, nachdem der EZB-Rat beschlossen hat, eine Online-Umfrage zu diesen zehn Entwürfen durchzuführen. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum 21. September 2026. Parallel dazu wird ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen eine separate Umfrage mit denselben Fragen unter einer repräsentativen Auswahl von Bürgern des Euro-Währungsgebiets durchführen. Möchten Sie an der offiziellen Umfrage teilnehmen? Wenn ja, beginnen Sie HIER. Die EZB wird einen Bericht über die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt wurde. Die Rückmeldungen der Öffentlichkeit sind ein wesentlicher Bestandteil des inklusiven Ansatzes des Eurosystems und stellt sicher, dass die Meinungen der Bürger in ganz Europa berücksichtigt werden. Der EZB-Rat wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres die endgültige Entscheidung über das neue Banknotendesign treffen. Er wird seine Entscheidung auf eine Kombination verschiedener Meinungen stützen, darunter die Schlussfolgerungen der Jury des Designwettbewerbs, eine technische Bewertung und die Ergebnisse der beiden Umfragen. Das ausgewählte Design wird anschließend weiterentwickelt und getestet, bevor es in Produktion geht. Die Banknoten der neuen Serie werden voraussichtlich in den kommenden Jahren in Umlauf gebracht. Euro-Banknoten der bisherigen Serie behalten ihren Wert und bleiben neben der neuen Serie weiterhin im Umlauf. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Jeder Designentwurf musste folgende Persönlichkeiten/Vögel und Motive enthalten: Thema: Europäische Kultur 5 Euro: Darstellende Kunst Vorderseite: Maria Callas Rückseite: Straßenkünstler (Musik, Tanz, Theater) unterhalten vorbeilaufende Menschen. 10 Euro: Musik Vorderseite: Ludwig van Beethoven Rückseite: Sängerfest mit Chor aus Kindern und jungen Erwachsenen. 20 Euro: Schulen und Universitäten Vorderseite: Marie Curie Rückseite: Schule oder Universität und Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern bzw. Studenten. Auf den Tischen liegen Notebooks und Bücher. 50 Euro: Bibliotheken Vorderseite: Miguel de Cervantes Rückseite: Eine Bibliothek, in der einige Erwachsene Bücher und E-Bücher lesen. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen versuchen, sich ein Buch aus einem Regal zu holen. 100 Euro: Museen und Ausstellungen Vorderseite: Leonardo da Vinci Rückseite: Personen unterschiedlichen Alters bewundern sog. „Streetart“, zeitgenössische Kunst usw. 200 Euro: Öffentliche Plätze Vorderseite: Bertha von Suttner Rückseite: Ein Platz mit Bäumen, auf dem Jung und Alt zusammenkommen, sich unterhalten, spazieren gehen und spielen. Thema: Flüsse und Vögel 5 Euro: Vorderseite: Gebirgsquelle / Ein Mauerläufer neben einer Gebirgslandschaft Rückseite: Europäisches Parlament 10 Euro: Vorderseite: Wasserfall / Ein Eisvogel in einem Wasserfall oder langsamen Flussabschnitt Rückseite: Europäische Kommission 20 Euro: Vorderseite: Eingegrabenes Flusstal / Ein Schwarm von Bienenfressern in einer Sandwand entlang des Ufers eines breiten, eingegrabenen Flusstals Rückseite: Europäische Zentralbank 50 Euro: Vorderseite: Gewundener Fluss / Ein Weißstorch fliegt über ein gewundenes, flaches Flusstal Rückseite: Gerichtshof der Europäischen Union 100 Euro: Vorderseite: Flussmündung / Ein Säbelschnäbler sucht im Schlamm nach Nahrung Rückseite: Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union 200 Euro: Vorderseite: Meereslandschaft / Ein Basstölpel schwebt über hohen Ozeanwellen Rückseite: Europäischer Rechnungshof Die folgenden zehn Entwürfe, die den oben genannten Gestaltungsvorgaben entsprechen, lauten wie folgt: Entwurf A von Studio Joost Grootens aus Amsterdam, das seinen Entwurf als Reflexion darüber versteht, wie Kultur entsteht: Entwurf B von PunktFormStrich aus Salzburg, das sich für das Thema „Flüsse und Vögel“ entschieden hat, verbindet biologische Vielfalt mit europäischen Landschaften: Entwurf C von Neue Gestaltung GmbH aus Berlin zeigt Europa als gemeinsamen Kulturraum und stellt Menschen ohne spezifische Merkmale dar, damit alle sich in ihnen wiedererkennen können: Entwurf D von Rudy Guedj und François Girard-Meunier aus Amsterdam zeigt Vögel in abstrakten Landschaften und ein vereintes Europa und legen über alles ein Leuchten: Entwurf E von Myrsini Vardopoulou aus Athen konzentriert sich ganz auf den universellen Wert des Wirkens der jeweiligen Persönlichkeit und zeigt, dass sie trotz ihrer Vielfalt eine gemeinsame Inspirationsquelle haben: Entwurf F von Jan Robert Dünnweller aus Passau veranschaulicht das offizielle Motto der EU „In Vielfalt geeint“ in einer Collage aus Formen und Oberflächenstrukturen, aus denen ein neues Ganzes entsteht: Entwurf G von den spanischen Studios Rubio & del Amo aus Murcia und Cruz más Cruz aus Madrid konzentriert sich ganz auf den Blick, der eine Verbindung aufnimmt – und, dreht man die Banknoten in die Horizontale, ergeben sich vier Blöcke, die auch die Buchstaben E, U, R und O verweisen: Entwurf H von Atelier Goppel-Toperngpong aus Regensburg konzentriert sich ganz auf das Wasser als Grundlage alles Lebens und visualisiert als Analogie für die EU, von Eigenschaften wie Ausgeglichenheit oder Beständigkeit zu Tropfen, die zu einem Strom werden: Entwurf I von Isabelle Daëron, Künstlerin und Designerin aus Paris stellt die Bewegung in den Mittelpunkt der Gestaltung – vom Flügelschlag eines Vogels bis hin zum ununterbrochenem Strömen der Flüsse und hin zur Dynamik der EU: Entwurf J von Grafikdesigner und Illustrator Ville Tietäväinen aus Helsinki zeigt die europäischen Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen und erzählt vom Verlauf der europäischen Flüsse: Je höher der Wert der Banknote ist, desto näher sind die Abbildungen dem Meer: Jeder Entwurf kann HIER in hoher Auflösung angesehen werden. Welcher Gestaltungsentwurf gefällt Ihnen am besten? Donald Ludwig

  • Neue Euros kommen: Der Design-Wettbewerb hat begonnen!

    Im Januar 2025 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Entwürfe für die dritte Serie von Euro-Banknoten bekannt gegeben. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Am 15. Juli 2025 startete die EZB einen öffentlichen Wettbewerb für die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten. Dies ist der nächste Schritt im Verfahren der Neugestaltung der Euro-Banknoten. Der EZB-Rat hat nach Anhörung von Experten und der Öffentlichkeit bereits zwei mögliche Themen für die künftigen Euro-Banknoten ausgewählt: „Europäische Kultur“, mit dem Schwerpunkt auf gemeinsamen Kulturräume und bedeutende Europäer, sowie „Flüsse und Vögel“, mit dem Schwerpunkt auf der Widerstandsfähigkeit und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme in Europa. Im Januar wählte der EZB-Rat außerdem Motive zur Veranschaulichung der beiden möglichen Themen aus, die in dem oben erwähnten Beitrag dargestellt sind. Drei der sechs vorgeschlagenen Persönlichkeiten (Europäische Kultur). Drei der sechs vorgeschlagenen Vögeln (Flüsse und Vögel). Ziel des Wettbewerbs, an dem Grafikdesigner mit Wohnsitz in der Europäischen Union teilnehmen dürfen, ist es, die besten Gestaltungsvorschläge für die künftigen Euro-Banknoten zu ermitteln. Der Wettbewerb läuft in zwei Phasen ab: eine Bewerbungsphase und eine Entwurfsphase. In der Bewerbungsphase müssen die Designer die in der Wettbewerbsbekanntmachung aufgeführten spezifischen Anforderungen erfüllen. Die Bewerber werden auf der Grundlage ihrer Qualifikationen und Leistungen bewertet. Ausgewählte Entwerfer werden zur Teilnahme an der zweiten Phase eingeladen und können ihre Entwürfe einreichen. Eine Gruppe unabhängiger Experten wird die Vorschläge bewerten und bis zu fünf pro Thema auswählen. Nach Abschluss des Wettbewerbs wird die Öffentlichkeit aufgefordert, ihre Meinung zu den ausgewählten Entwürfen abzugeben. Der EZB-Rat wird voraussichtlich bis Ende 2026 über die endgültigen Entwürfe entscheiden. Die neuen Banknoten werden einige Jahre nach dieser Entscheidung und nach dem Produktionsprozess für den Umlauf bereit sein. Gestalter, die an einer Teilnahme interessiert sind, werden gebeten, ihre Bewerbung bis zum 18. August, 12:00 Uhr MEZ, einzureichen. Weitere Informationen zum Designwettbewerb finden Sie HIER. Donald Ludwig

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